Schlagwort-Archive: staatsmacht

schreibidee (192)

was ist gerade beinahe vollständig verschwunden und wird in ein paar wochen in vielen wohnzimmern wieder auftauchen? GRÜN. eine farbe, die frische signalisiert, irgendwie auch staatsmacht und operationen in krankenhäusern. grün changiert gern ins türkise und ins gelbe, je nach mischungsgrad. und es kann so richtig knallig daherkommen, beinahe dem pink ähnlich. also ist es zeit, „grüne geschichten“ in die riege der schreibideen aufzunehmen.

als einstieg in die schreibübung kann man ein paar frische kräuter mit in die schreibgruppe bringen und die teilnehmerInnen auffordern eine einseitige kräutergeschichte zu schreiben. dazu lässt man die kräuter in der gruppe herumgehen. die geschichten werden ohne feedback kurz vorgelesen.

dann werden assoziationen zu grün auf dem flipchart gesammelt. dieses mal wird zwischen nomen und adjektiven unterschieden. anschließend wählen sich die schreibgruppenteilnehmerInnen aus den beiden listen jeweils einen begriff aus. diese sind zusammen die grundlage für ein cluster. aus dem cluster soll eine längere geschichte entstehen, die sich neben der entstandenen idee, immer wieder um die farbe grün dreht. die geschichten werden anschließend in der gruppe vorgelesen und beim feedback wird berücksichtigt, welches wohl die grünste geschichte ist.

zum abschluss kann nun in die farbtöpfe gegriffen werden. grün entsteht ja durch die mischung von blau und gelb. die schreibgruppenteilnehmerInnen sollen nun ein grünes gedicht verfassen. dabei sollten auch blau und gelb eine rolle spielen. in welcher kombination dies geschieht bleibt den schreibenden überlassen. so können sich zum beispiel blaubeere und banane treffen, und aus ihrer romantischen affäre entsteht grüner spargel, oder so.

vor der schreibgruppe sollte der raum grün gestaltet werden, um das thema zu unterstreichen und ein gefühl für eine „grüne atmosphäre“ zu geben. vielleicht kann man die teilnehmerInnen, bei einer länger verlaufenden schreibgruppe, animieren, grüne kleidung zu tragen.

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am rande (08)

lernprozesse, wie es sie in diesem land immer wieder geben sollte, finden momentan statt. es handelt sich dabei um das lernen, dass unsere demokratie nur zu einem gewissen grad die meinung der bürger widerspiegelt. zur zeit kann dies in stuttgart gelernt werden, wenn plötzlich gesittete bürgerInnen vom wasserwerfer aus dem park gefegt werden. dies nur, da ein angeblich „zukunftsträchtiges“ projekt umgesetzt werden soll, hinter dem kaum mehr jemand steht.

man unterschätze nicht die schwäbische sturheit, wenn nicht mehr nachvollziehbar ist, welchen vorteil man aus einem sich ständig um hunderte von millionen verteuernden projekt ziehen kann. gleichzeitig verschwinden alte bäume, thermen sind nicht gesichert, die bodenbeschaffenheit und deren folgen bleiben unklar. ganz abgesehen von der fragwürdigkeit einer trasse nach ulm, die keine große veränderung bringt. da ist die frage berechtigt, ob zukunftsträchtigkeit allein an den summen abzulesen ist.

und eigentlich schließt sich noch eine ganz andere frage an, wenn mit solcher vehemenz gegen den willen der bevölkerung vorgegangen wird: wer hat etwas von der umsetzung? wer verdient an diesem projekt? die antworten auf solche fragen waren schon in whyl, bei der daimler-teststrecke, in wackersdorf, bei der startbahn west, in gorleben oder in den braunkohlerevieren recht eindeutige. nur ein sehr kleiner teil der bevölkerung verdiente und verdient an den projekten. die bevölkerung hat in solchen momenten ein sehr gutes gespür dafür, dass hier etwas schief geht. und seien wir mal ehrlich, die größte partei ist inzwischen die der nichtwähler. das sagt viel über die vier- und fünf-jahres-entscheidungen.

denn stuttgart zeigt noch etwas anderes: unpolitisch ist dieses land eigentlich nicht und nie gewesen, nur über den parlamentarismus fühlen sich viele nicht mehr vertreten.
wer ein wenig sehen will, wie staatsmacht aussieht, der kann den live-stream aus einem baum im schlosspark stuttgart im internet nachhinein betrachten unter: http://bambuser.com/channel/terminal.21/broadcast/1053579