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Verständlichkeitsstudie – ERGO Versicherungsgruppe AG – ein lesetipp

wer versteht das kleingedruckte? wer liest und versteht gebrauchsanweisungen? wie soll man eine steuererklärung machen, wenn man sie nicht versteht?

erste ergebnisse einer studie von forsa, im auftrag der ergo versicherungsgruppe, können im internet nachgelesen werden. es lohnt sich ein blick in die pressetexte zu werfen, denn neben den texten von versicherungsverträgen scheinen die steuererklärungen am unverständlichsten zu sein.

da kann man tief durchatmen. dachte man doch immer, die anderen würde das alles verstehen, nur man selber ist zu doof dazu. bei den befragten texten könnte man eine wortklauberei an die andere hängen. und vielleicht schafft es ja eine schreibpädagogik mit kreativem schreiben, die welt ein stück verständlicher zu machen.

übrigens lesen frauen das kleingedruckte öfter als männer. was ein echter kerl ist, der kriegt das schon so hin – auch wenn er monate dafür braucht. aber ein blick ins kleingedruckte oder die gebrauchsanweisung ist ein zeichen von schwäche 😀

hier kann man nachschauen:

ERGO Verständlichkeitsstudie | ERGO Versicherungsgruppe AG.

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wenn das schreiben zur qual wird, kann es bedrohlich werden

april, april. es gibt einen zusammenhang zwischen dem schreiben und der suizidalität. eine untersuchung, die vom schreibzentrum in freiburg gemacht wurde, zeigt, dass die verzweiflung über nicht gefundene worte sich extrem steigern kann. das schreibzentrum befragte zum einen studierende und doktorandInnen, zum anderen schriftstellerInnen und journalistInnen.

erstaunlicherweise zeigten die akademikerInnen eine größere toleranz gegenüber dem schreibfrust, als die beruflich schreibenden. selbst wenn der abschluss eines studiums oder das erreichen des doktorgrades auf dem spiel stehen und nichts auf das papier gebracht wird, denken nur zwei prozent daran, ihrem leben ein ende zu setzen.

ganz anders sieht die quote bei den journalistInnen und schriftstellerInnen. unter ihnen denken immerhin 30 % bei einer schreibblockade an den suizid und vier prozent haben auch schon einen versuch unternommen. danach befragt, was denn in dem moment der anlass sei, erklärten von den suizidalen wiederum 63%, dass sie sich in diesem moment nicht mehr vorstellen könnten, dass die schreibblockade ein ende finden würde. und ein leben ohne schreiben ist für 74% prozent der befragten berufsschreiberInnen nicht vorstellbar.

das ist wahrscheinlich der große unterschied zu den akademikerInnen. diese können sich im gegensatz dazu, zu 79% ein leben ohne schreiben vorstellen. ob das nun ein erschreckendes ergebnis über die bildungslandschaft in deutschland ist, lässt sich der untersuchung nicht wirklich entnehmen. dazu müssten anschlussforschungen angestellt werden. es gibt erste überlegungen an der alice-salomon-hochschule, ein bundesweites forschungsprojekt zu starten, das den zusammenhang zwischen schreibblockaden und psychischen erkrankungen untersuchen soll. es wird vermutet, dass ein großteil der vorherrschenden depressionen in schreibkrisen zu finden sind.

mehr informationen zur untersuchung in freiburg sind auf der website des schreibzentrums freiburg nachzulesen. und ansonsten sollte man schnell anfangen zu schreiben, wenn man präventiv vorgehen möchte 😉

Cyber-Mobbing, Internet-Mobbing, Cyber-Bullying und Schulen

ein thema, das wahrscheinlich nie an aktualität verliert so lang die menschen in ständiger konkurrenz zueinander stehen. hier wird ausgeschlossen, abgetrennt und schaden zugefügt. darum weiter wichtig, öfter aufgerufen und nicht nur ein thema für das internet. im internet findet das mobbing sogar weniger versteckt als im alltag statt. so gut möglich ist es zudem, da der datenschutz in deutschland immer noch nicht ernst genommen wird. also hier eine etwas ältere stellungnahme.

gepostet am 04.07.2008

von einer meiner dozentInnen darauf hingewiesen hier ein paar gedanken zum thema internet-mobbing. die gew (gewerkschaft erziehung und wissenschaft) hatte im jahr 2007 eine studie in auftrag gegeben, lehrerInnen zu befragen, inwieweit sie mit technischen Hilfsmitteln (internet, handy, mails) gemobbt wurden. die ergebnisse können hier als pdf-datei heruntergeladen werden: http://www.gew.de/Binaries/Binary31975/REPORT_CM2007.pdf

wie hier schon öfter erwähnt, bietet das internet durch anonymisierungen die möglichkeit, persönlichkeitsrechte anzugreifen, personen bloßzustellen und in den privaten raum einzudringen. vor allen dingen unter jugendlichen aber auch gegenüber lehrerInnen geschieht dies immer häufiger. in letzter zeit wird verstärkt diskutiert, wie dies verhindert werden kann und welche strafen sinn machen.

bei diesem thema treffen sich viele verschiedene gesellschaftliche problematiken, die meist nur sehr einseitig diskutiert werden. die gew äußert sich vernünftigerweise vorsichtig zu den ergebnissen der studie. ein artikel in der wochenzeitung „die zeit“ zeigt dies auf. er ist hier zu finden: http://www.zeit.de/online/2008/22/cybermobbing-studie

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