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schnickschnack (80)

schreibende lesen gern. eine der kurzweiligsten unterhaltungen ist der kriminalroman oder der thriller. spannung, sozialbeobachtungen, eine prise psychologie und viel action sind bestandteile dieses genres. der markt der krimis ist riesig. allein die regalreihen an spannung in größeren buchläden geben ein bild davon ab. doch wie soll man sich bei der vielfalt orientieren? woher weiß man, welche interessen der jeweilige krimi bedient? die klappentexte der bücher geben meist nur unzureichend aufschluss darüber.

dabei kann geholfen werden. bei der durchsicht der grimme-online-award-preisträger von letztem jahr, fiel schnell die homepage „krimi-couch“ ins auge. die seite aufgerufen und hoch erfreut. auf der seite passiert nichts anderes, als neuerscheinungen auf dem spannungs-markt zu besprechen und vorzustellen. besonders attraktiv wird das internetangebot durch seine diversen such- und sortierfunktionen. so kann man krimis nach autorInnen auswählen, aber auch nach ländern. man kann sich seinen persönlich attraktiven krimi suchen lassen, indem man den “ berater“ wählt und kriterien für den gesuchten krimi festlegt. die datenbank im hintergrund benennt nun die bücher, die in frage kommen. zu den büchern kann man sich dann noch die kritiken durchlesen und hat dann mit großer wahrscheinlichkeit schon einen ganz guten anhaltspunkt, ob sich der kauf lohnt oder nicht.

die ganze seite ist extrem bedienungsfreundlich schließt einfach eine lücke bei der büchersuche für die kleine ablenkung zwischendurch. bleibt nur zu hoffen, dass die betreiber beim lesen und beurteilen durchhalten und der markt somit immer übersichtlicher wird. alles kann sicher nicht erfasst werden, aber erste orientierung ist vor dem gang in den buchladen nicht das schlechteste. zu finden ist die seite unter: http://www.krimi-couch.de .

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„suchmaschinen“ von david gugerli – ein buchtipp

google-bashing ist ja gerade sehr angesagt. faszinierend, dass dies vor allen dingen aus ecken kommt, die gleichzeitig gegen die geschäftemacherei im internet wettern. spannend auch, dass google vor allen dingen durch die user das wurde, was es heute ist. gäbe es bessere suchmaschinen, würden sie sofort zuhauf genutzt. es gab etliche versuche, aber sie funktionieren nicht mit der gleichen trefferquote. um die trefferquote zu erreichen nutzt google das verhalten der suchenden, nur so kann es sich den suchen annähern. jede ernsthafte suchmaschine wird nicht anders funktionieren können.

denn es gibt eine geschichte der suchmaschinen und vor allen des vorgehens bei der suche. die suche war und ist immer abhängig gewesen von den zur verfügung stehenden daten. diese geschichte und entwicklung macht der autor david gugerli in seinem buch „suchmaschinen. die welt als datenbank.“ an vier klassischen beispielen fest. er zieht dazu bekannte beispiele heran, die auf den ersten blick nicht gleich als suchmaschine zu erkennen sind. den anfang macht die fernsehsendung „was bin ich?“, dann „aktenzeichen xy“, anschließend die rasterfahndung des bka und zum schluss die entwicklung der sql-datenbanken.

man muss nicht mathematiker oder statistiker sein, um das buch zu verstehen. aber man bekommt bei der lektüre einen einblick in die verschiedenen suchbewegungen und die bedeutung von datenbanken. da wird nach dem „normalen“, der devianz, dem muster und der form gesucht. und es wurde gefunden. im vergleich zu heute handelte es sich um wenige daten, die zu verarbeiten waren. dies sieht heute ganz anders aus. und die algorithmen von google leisten dabei erstaunliches. es handelt sich um die konsequente fortführung der suchbewegungen, die in den beispielen des buches schon angelegt sind. dass mit dem finden der gesuchten information auch macht einhergeht, verwundert nach der lektüre überhaupt nicht mehr. bleibt nur die frage, wer die macht in händen halten soll?
das buch ist 2009 im suhrkamp verlag, frankfurt am main, in der edition unseld erschienen. ISBN 978-3-518-26019-7