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schreibidee (288)

tja, wie sich dem thema näher? am besten augen zu und durch. so oder ähnlich könnte man scherzhaft die folgende schreibanregung umschreiben. denn es ist nicht so leicht, die richtigen worte zu finden. manches klingt zu gestelzt, anderes zu flappsig. formuliere ich es mal so: jeder mensch kann erblinden. ob im hohen alter, weil die augen ihre funktion aufgeben, ob durch unfälle oder seit geburt, die wahrnehmung der welt ändert sich dadurch fundamental. deshalb eine schreibanregung zu einer „blinden-story„.

wer sein leben lang blind ist, kennt bestimmte situationen überhaupt nicht und kann sich schwer in ein sehendes leben versetzen. umgekehrt ist es genauso. je nachdem ob blinde teilnehmerInnen bei der schreibgruppe dabei sind oder nicht (dies ist nicht abwegig, da es schreibgeräte für blinde gibt) ist folgende übung zu erweitern oder nicht. der hälfte der schreibgruppenteilnehmerInnen werden die augen verbunden und sie werden von der anderen hälfte für eine halbe stunde durch die umgebung der gruppenräume geführt. dabei sollten sie ihre eindrücke gedanklich sammeln. lassen sie die nicht-sehenden etwas ertasten, an dingen riechen und so weiter.

danach werden die eindrücke niedergeschrieben. sowohl die eindrücke der sehenden, als auch die der nicht-sehenden. und sollten blinde teilnehmerInnen dabei sein, sollten diese einen text verfassen, wie sie sich das sehende leben vorstellen? wo liegen die unterschiede? wie ist das zum beispiel mit der liebe auf den ersten blick? und nun das ganze noch einmal umgekehrt. anschließend werden die texte kurz vorgetragen.

im anschluss wird eine längere geschichte verfasst, in der entweder plötzliches nicht sehen können oder plötzliches sehen können eine rolle spielt. was verändert sich im alltag oder im leben der menschen? zu welchen unsicherheiten kommt es oder ergeben sich auch amüsante situationen? die geschichten werden vorgelesen und es findet eine feedbackrunde statt.

sollte dann die gruppe noch zeit haben und es am ort ein speiselokal geben, das abgedunkelt ist und in dem man von blinden bedient wird, dann könnte dies den abschluss der schreibgruppe bilden. ansonsten wäre zu überlegen, essen zu gehen, und sich während des essens gemeinsam die augen zu verbinden. die geschmackliche wahrnehmung wird garantiert eine andere sein.

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schreibidee (102)

annäherungen geschehen über das tasten neben dem schauen. auch bei texten, die geschrieben werden, kann man sich vortasten. deswegen werden dieses mal „geschichten des vortastens“ verfasst. wie taste ich vor, wenn ich etwas oder jemanden kennenlerne.

alles teilnehmerInnen der schreibgruppe werden vor dem treffen aufgefordert, fünf gegenstände mitzubringen. sie werden aufgefordert, diese den anderen vorher nicht zu zeigen. nun werden gruppen zu zweit gebildet. einer der beiden personen werden die augen verbunden. die andere bietet ihr nun die gegenstände an, die sie mitgebracht hat. die teilnehmerInnen mit den verbunden nennen begriffe, die sie mit dem gegenstand assoziieren. die werden von den anderen personen notiert. wenn alle fünf gegenstände getastet wurden, wechselt der ablauf. wichtig hier, die gegenstände werden immer noch nicht gezeigt.

nachdem alle assoziationen notiert sind, schreiben alle teilnehmerInnen eine geschichte, die ihnen zu ihren assoziationen einfällt. wenn die texte geschrieben sind, werden die gegenstände gegenseitig gezeigt. nun werden alle teilnehmerInnen aufgefordert noch einmal assoziationen zu den fünf gegenständen zu notieren. anschließen verfassen sie abermals zu ihren assoziationen geschichten.

zum abschluss stellen alle schreibenden sowohl die fünf gegenstände, die sie ertastet haben vor und lesen ihre beiden texte nacheinander, einmal den ertasteten, dann den, nachdem die gegenstände gesehen wurden. der kontrast der beiden geschichten kann interessant werden. zum abschluss kann in der schreibgruppe ein text zum thema tasten, vortasten, dieses mal bezogen auf menschen, die ihnen wichtig sind, verfasst. so wurde ein rundes bild zum thema tasten verfasst.