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schreibidee (313)

es herbstet in windiger polarluft. alles färbt sich, abends wird es früh dunkel und morgens spät hell. die tag-und-nacht-gleiche ist vorüber, der schoko-weihnachtsmann steht schon längst im regal. alles in allem zeit, eine schreibanregung für „blatt-fall-geschichten“ zu geben.

der einstieg ist ein einfacher bei dieser schreibidee: alle teilnehmerInnen erstellen ein cluster ohne vorgaben, um für sich selber ein schreibthema zu finden. anschließend fangen sie an, ihre geschichte zu schreiben. die einzige vorbereitung durch die schreibgruppenleitung besteht darin, anzukündigen, dass es dieses mal ein unruhiges schreiben werden könnte und nur auf dem ausgegebenen papier geschrieben werden sollte.

es steht beinahe die gesamte gruppenzeit für die eine schreibanregung zur verfügung. und wie es dann im herbst so ist, stürmt es im raum. die schreibgruppenleitung gibt teilnehmerInnen spontan ein neues blatt, auf dem sie ihre begonnene geschichte weiterschreiben sollen. dafür wird ihnen das schon beschriebene blatt abgenommen. und nun schafft die leitung stück für stück ein kleines schreibchaos.

andere bekommen angefangene geschichten und sollen an ihnen weiterschreiben, dafür müssen sie ihren anfang abgeben. wieder andere erhalten abermals ein leeres blatt, auf dem sie das gerade geschriebene weiterführen sollen. so werden beständig blätter getauscht, ersetzt oder auf die seite gelegt. ist mehr als ein blatt vollgeschrieben, kann natürlich ein weiteres hinzugefügt werden. diese blätte müssen auf alle fälle für die weitere zeit zusammenbleiben, da sich darauf ein zusammenhängender text befindet.

die zeitlichen abstände des blättertausches sollten nicht zu kurz sein (darauf muss die schreibgruppenleitung achten), damit der schreibfluss der teilnehmerInnen nicht zu oft unterbrochen wird. im laufe der zeit entstehen diverse gemeinsam geschriebene geschichten. das ende der schreibzeit sollte eine viertel stunde vorher angesagt werden.

anschließend werden alle entstandenen texte und text-stücke in der schreibgruppe vorgelesen. eine feedbackrunde wird es in der üblichen form nicht geben. es wird sich darüber ausgetauscht, wie anregend oder behindernd diese form des verstörten schreibprozesses empfunden wurde.

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selbstbefragung (52) – korruption

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „korruption„.

  • viele menschen sind der meinung, sie seien nicht korrupt, darum die frage an sie: haben sie schon einmal steuern hinterzogen? warum?
  • wie sah es mit werbegeschenken und anderen präsenten an ihrer arbeitsstelle aus?
  • der übergang zwischen netzwerkbildung und korruption ist fließend: wie oft und in welchen momenten haben sie von einem beruflichen netzwerk profitiert?
  • wie ist es möglich, dass ein teil der gesellschaft sich ständig bereichert? notieren sie ihre gedanken dazu.
  • wie oft denken sie, „ich kann da ja sowieso nichts ändern“ im zusammenhang mit korruption? warum?
  • wer ist ihrer ansicht nach am korruptesten in dieser gesellschaft? begründen sie.
  • wie gehen sie mit ohnmächtigen situationen um?
  • was kann man ihrer meinung nach als verbraucherIn machen gegen die preisabsprachen von beinahe-monopolisten?
  • haben sie sich schon einmal aus einer unangenehmen situation rausgeflirtet?
  • was machen sie, wenn jemand „mal ein auge zudrückt“? beschreiben sie.
  • haben sie schon einmal geschenke gemacht, um etwas zu bekommen? warum?