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datenschutz und großbetriebe – ein kommentar

 

gestern machte die meldung die runde, dass die bahn ihre mitarbeiter „flächendeckend“ überprüft und überwacht hat. direkt im anschluss zeigten sich die politischen reflexe der empörung und der verurteilung. es war die rede von generalverdacht, der mit dem datenschutz nicht zu vereinbaren sei. der verkehrsausschuss war entsetzt und will die sachlage weiter prüfen.

es kann sein, dass ich da etwas nicht verstanden habe oder zu dumm bin, um die zusammenhänge richtig zu sehen. es echauffieren sich über das verhalten der bahn oder auch der telekom die politiker der parteien, die vor kurzem ihre bürger unter generalverdacht stellten und die größte datenerfassung aller zeiten angeleiert haben, indem verbindungsdaten „flächendeckend“ zwischenspeichern. sie haben jedem bürger eine umfassende steuernummer gegeben, sie haben den datenschutz jahrelang stiefmütterlich behandelt und sie sitzen in den halbstaatlichen betrieben mit im aufsichtsrat, ja üben sogar eine kontrollfunktion aus.

die eine vorgehensweise soll unserer sicherheit dienen, die andere sei der falsche weg im kampf gegen die korruption. nicht dass ich das verhalten der bahn und der von ihr beauftragten firma irgendwie gutheiße, aber hier ist abermals der maßstab verrutscht. vielleicht sollte sich die politik einmal an die eigene nase fassen, und sich fragen, ob sie nicht mit den eigenen entscheidungen der dreistigkeit der großkonzerne vorschub leistet. man kann diese betrachtung auch noch ausweiten. fällt jemandem eigentlich auf, dass es sich bei den skandalen um finanzen, daten und grundrechte meist um betriebe handelte, die von der politik gehätschelt und umworben wurden.

abgesehen davon zeigt das vorgehen der bahn, aber auch die skandale um kreditkarten- und kundenkartendaten, wie leicht an persönliche informationen heranzukommen ist, wie gut diese miteinander abgeglichen werden können und dass die rasterfahndung inzwischen gesellschaftlicher standard ist. Weiterlesen

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datenschutz und selbstkontrolle

erstaunlich zu sehen, dass die bundesregierung empört ist darüber, was bei der telekom freigelegt wird. und der innenminister lädt zu einer runde über die freiwillige selbstkontrolle, aber keiner geht hin. möchte ihnen doch jemand, der selber mehrmals vom bundesverfassungsgericht darauf hingewiesen werden musste, was datenschutz und privatsphäre sind, mehr wohlverhalten beim datenschutz vermitteln.

und so nehmen die widersprüche und skurrilitäten ihren lauf, doch die welt ist schon viel weiter. längst delektiert die bevölkerung sich an filmen im tv, die fehlverhalten von arbeitnehmern offenbaren. die meisten der ausschnitte wurden mit versteckten kameras aufgenommen. das finanzamt kann die konten abgleichen und die polizei soll die handyortung verwenden. arbeitgeber suchen erst einmal bei youtube nach ausrutschern ihrer bewerber auf arbeitsplätze. verschiedene suchmaschinen führen die daten zu einer person gerne nach der sucheingabe zusammen. google dich selbst und du weißt, was andere über dich wissen.

ein paar widerständige gibt es, denen gerne paranoia vorgeworfen wird. aber wirklich aufregen tut sich niemand, dient doch alles unserem wohl. oder doch nicht? eröffnete die berliner s-bahn gerade einen neuen bahnhof, der schlicht erscheint, im gegensatz zu den anderen großen palästen, aber er bietet an jedem laternenpfahl im abstand von ungefähr zwanzig metern eine videokamera. wozu? auf den bahnsteigen befindet sich sonst nichts. die bahn ist ein staatlicher betrieb, bis jetzt noch. hier wird der kunde zum potentiellen feind erklärt und alle rüsten auf. es gibt kein vorbild, das nicht die daten verwendet, die es zur verfügung hat. ob bei der personifizierten werbung, bei den cookies oder bei den selbstoffenbarungen. sie werden verwendet. jetzt von jemandem zu verlangen, der an der quelle sitzt dies nicht zu verwenden, auch wenn die ganzen vorkommnisse kriminell sind, sollte zumindest gleichzeitig zur forderung führen, kunden- und paybackkarten in frage zu stellen, rfid-chips zu hinterfragen, und wie sieht es eigentlich mit den krankenkassenkarten aus? ja, man könnte empört sein 😛