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details einer wissenschaftlichen arbeit auf schreibboutique.de

eine wissenschaftliche arbeit zu verfassen und zu schreiben, unterliegt mehr oder weniger regeln. es wird oft vermittelt, es gebe eine eindeutige vorgehensweise in den wissenschaften. dies stimmt nur bis zu einem gewissen punkt. um ein wenig orientierung zu geben, habe ich auf meiner homepage http://schreibboutique.de einmal die einzelnen groben abschnitte einer wissenschaftlichen arbeit ausführlicher dargestellt.

doch wer erwartet hier ein allgemeingültiges konzept zu erhalten, dem sei geschrieben, dass es dies in den wissenschaften in der form nicht gibt. die einzelnen posts können nicht mehr sein als ein pfad, an dem man sich beim verfassen einer arbeit entlanghangeln kann. es war mir wichtig, an den entsprechenden stellen darauf zu verweisen, wenn man beim schreiben der arbeit lieber sein (forschungs)umfeld fragen sollte, wie bestimmte aspekte einer arbeit umgesetzt werden.

bei den darstellungen handelt es sich also um den kleinsten gemeinsamen nenner beim schreiben einer wissenschaftlichen arbeit, da die welt der wissenschaften so vielfältig und verschieden ist. doch vielleicht hilft es trotzdem dem einen oder der anderen beim verfassen eines angemessenen textes. garantien kann ich dafür nicht übernehmen – einfach mal reinschauen:

1. die einleitung

2. die these / fragestellung

3. theoretische grundlagen

4. die forschung / die methode

5. datenerhebung

6. datenauswertung und das ergebnis

7. diskussion und abschluss

8. inhaltsverzeichnis, zitate, literaturverzeichnis, fussnoten

wissenschaftliches schreiben und kombinieren

in wissenschaft und forschung spielt das kombinieren eigentlich vor dem niederschreiben der forschungsergebnisse oder der abschlussarbeit eine rolle. denn der eigentliche akt des forschens ist eine folge aus gedanklichen kombinationen, die wiederum zur entwicklung von thesen und zum entwurf des forschungssettings führen.

doch auch beim verfassen eines wissenschaftlichen textes geht es um die richtige kombination: von eigenen worten und von zitaten. von beschreibungen und messergebnissen. von logischen schlussfolgerungen und von belegen. die mischung machts. eine eindeutige orientierung wie viel von was in einem wissenschaftlichen text verloren hat, gibt es nicht. entweder man fragt die betreuenden wissenschaftlerInnen nach der gewünschten zusammensetzung der mischung oder man lässt sich ein feedback von fachfremden personen geben.

zusätzlich kann man sich seinen text, ja seine ganze abschlussarbeit, selber laut vorlesen. rhythmus und gedankenfolgen lassen sich dann noch einmal mit einem anderen sinn erfahren und holperige stellen fallen einem leichter auf. aber das wichtigste an einem wissenschaftlichen text sind die abfolgen logischer gedanken. nur aus dem einen ergebnis kann ich den schluss ziehen, der wiederum die voraussetzung für den gedanken und das nächste ergebnis ist. gedanken bauen hier in einer logischen kombination aufeinander auf.

ganz einfaches beispiel: gäbe es keine schwerkraft könnten reifen nicht abgefahren werden. würden reifen nicht abgefahren, kämen sie nicht so leicht ins rutschen und kämen reifen nicht so leicht ins rutschen würden nicht so viele menschen im graben landen. das ist nun natürlich eine verkürzte darstellung und ganz viele andere faktoren spielen auch eine rolle. aber man kann nicht sagen, auch ohne schwerkraft würden reifen stark abgefahren.

so lässt sich in der wissenschaft und beim wissenschaftlichen schreiben nicht so beliebig remixen, wie im kreativen schreiben. man muss bei allen texten einer vorstellungsrichtlinie und beweiskette folgen. dabei kann man zwar den rückblick zur ursuppe also die ersten ursachen einer reaktion, eines ergebnisses außer acht lassen, aber dies auch nur, da Weiterlesen

wissenschaftliches schreiben und lust

das ist eine kombination, die vielen unvorstellbar erscheint. heutzutage sind die funktionen des studiums ganz andere als früher. das studium dient nur zum teil der forschung und wissenschaft, es ist vor allen dingen berufsvorbereitung, also eine akademische berufsausbildung. auch wenn sich hochschulvertreterInnen immer noch dagegen wehren, so ist vor allen dingen auch durch die bachelor- und masterstudiengänge die schule in die hochschulen getragen worden.

der zeitliche spielraum für eigenständiges forschen wird immer stärker eingeschränkt. dabei ist das forschen, das finden des eigenen interesses und einer eigenen fachlichen position basierend auf wissenschaftlichen überlegungen, das spannende am studieren. hochschulen verlagern ihre tätigkeiten immer mehr in richtung wissensvermittlung, geben aber kaum anlass für lustvolles forschen, suchen und entdecken. genau dies würde aber das wissenschaftliche schreiben lustvoll werden lassen. haben sie schon einmal eigene gedanken und ideen schriftlich weitergesponnen? haben sie schon einmal einen position eingenommen, die sie mit diversen notierten thesen untermauerten?

das sind die momente, wo sich das schreiben mit dem denken verbindet und einem während des schreibens immer mehr ideen und belege und argumente in den sinn kommen. dazu gehört, keine scheu vor der eigenen meinung zu haben. gelernt zu haben, dass man auch daneben liegen darf mit eigenen gedankenkonstrukten und dass ein widerspruch zu eigenen position nicht ein angriff auf meine person bedeutet. beim wissenschaftlichen schreiben kann sich kreativität mit forschendem handeln verbinden. man denkt für sich dinge „neu“, auch wenn man später vielleicht feststellt, dass schon 10 andere forscher diesen gedanken hatten.

es hat etwas befriedigendes, schrankenlos dinge neu zu kombinieren, problemen auf den grund zu gehen und eventuell Weiterlesen

wissenschaftliches schreiben und diskurs

forschung und wissenschaft leben vom diskurs. von der auseinandersetzung um ergebnisse und erkenntnisse. was meldet die zeitung von heute? auch nach 20 jahren streiten die wissenschaftler immer noch darüber, ob es so etwas wie „multiple persönlichkeiten“ geben kann. vielleicht gibt es erst nach weiteren zwanzig jahren eine klare antwort. viele erkenntnisse in der forschung, vor allen dingen auch in der grundlagenforschung, haben nur eine beschränkte halbwertszeit.

und doch bedarf es erst einmal einer these, einer behauptung, die aufgestellt und be- oder widerlegt wird. dieses ergebnis wird dann in kontakt mit anderen erkenntnissen gebracht. und nun kann der diskurs beginnen. im hintergrund agieren die wissenschaftlerInnen als vertreterInnen dieser positionen, als in diese richtung forschende. also vertreten sie auch ihre these, die sie näher untersuchen.

das skurrile beim wissenschaftlichen schreiben ist aber, dass viele betreuende wissenschaftlerInnen von abschluss- und forschungsarbeiten der meinung sind, persönliche meinungen hätten in wissenschaftlichen schriften nichts verloren. wie soll da bitteschön ein diskurs entstehen? eine wissenschaftlicher text solle möglichst neutral formuliert sein. was für eine seltsame auffassung von wissenschaft.

wissenschaft war nie neutral, sie verfolgte immer ziele und vorstellungen. inzwischen gibt es in den verschiedensten fachgebieten untersuchungen, die zeigen, dass versuchsanordnungen und ergebnisse stark von den auffassungen der forschenden beeinflusst sind. doch diese sollen nicht offengelegt werden. höchstens im schlusskapitel des wissenschaftlichen textes darf noch ein wenig persönlich stellung bezogen werden. das mutet seltsam an und verhindert einen fruchtbaren diskurs.

da in vielen bereichen nicht mehr klar position bezogen wird, ist vielen wissenschaftlich schreibenden auch unbekannt, wie persönliche positionen in wissenschaftlichen texten zu verankern sind. sie werden als solche nicht gekennzeichnet, sondern fließen textlich im hintergrund ein. wenn zum beispiel formulierungen wie „man …“ auftauchen, dann klingt dies, wie wenn Weiterlesen

wissenschaftliches schreiben und finden

wissenschaftlerInnen und akademikerInnen begeben sich per se auf die suche. auf die suche nach lösungen, neuen erkenntnissen und guten alternativen. und sie finden, ja entdecken eine menge. nun ist es an ihnen, das gefundene in die passenden worte zu fassen, damit auch andere ihre erkenntnisse nachvollziehen können. inzwischen gibt es in der wissenschaftlichen welt diverse kontrollinstanzen, um experimente und versuche zu wiederholen, damit nicht betrügerische ergebnisse weitergegeben werden.

die plagiatsaffäre um den ehemaligen verteidigungsminister hat gezeigt, dass das mit dem „finden“ beim wissenschaftlichen schreiben auch missverstanden werden kann. es geht also darum, einen eigenen stil, einen eigenen roten faden und vor allen dingen eine forschungsthese zu finden, bevor man sich an das wissenschaftliche arbeiten und dann auch schreiben macht.

teilweise ist es in den hochschulen und forschungsinstituten immer noch so, dass man die fragestellung der wissenschaftlichen arbeit überhaupt nicht selber finden muss, denn die betreuenden wissenschaftlerInnen legen das thema nahe, binden es in ihr eigenes forschungsprojekt ein. das kann man erst einmal bequem und angenehm empfinden, doch es führt nicht selten dazu, dass sich menschen mit forschungsfragen beschäftigen, die sie selber überhaupt nicht Weiterlesen

wissenschaftliches schreiben und ordnung

im gegensatz zu anderen schriftlichen werken unterliegen wissenschaftliche texte einer relativ strikten ordnung. die welt der wissenschaften hat sich auf manche standards geeinigt. so orientiert sich der aufbau eines wissenschaftlichen textes an zwei kriterien: der vorstellung, wie forschung (und damit die generierung von thesen und deren bearbeitung bis zu einem ergebnis) zu verstehen ist, und den absprachen, wie forschung schriftlich aufzubereiten ist.

diese vorstellungen von wissenschafltichen texten variieren zwar von fachrichtung zu fachrichtung, aber die grobe struktur bleibt beinahe identisch. so ist eine these aufzustellen (egal ob abschlussarbeit oder veröffentlichung in einer fachzeitschrift), die man beforscht (mit experimenten, messungen, befragungen oder analysen) und die man entweder widerlegt oder bestätigt. daraus ergibt sich der aufbau für einen wissenschaftlichen text mit einleitung, aufgabenstellung oder these, der vermittlung von grundlagen für die fragestellung, der wiedergabe der forschungsschritte und einem abschließenden fazit.

wie die einzelnen abschnitte dann auszufüllen sind, also was in die übergeordnete struktur einzubinden ist, das muss entweder mit den lektoraten, den betreuerInnen oder den anderen forscherInnen geklärt werden. doch an der eigentlichen ordnung ist nicht zu rütteln, wenn man sich nicht in die welt der spekulationen und glaubenssätze begeben möchte. (gut, viele forschungs- und theorieansätze folgen doch irgendwann glaubenssätzen, z.b. die überbewertung der statistik in vielen bereichen, aber auch dies kann im rahmen der wissenschaftlichen vorgehensweisen belegt und analysiert werden).

hat man also in die grobe ordnung seine vorgehensweise eingebunden und den roten faden für das schreiben gefunden, dann ist man mit der nächsten ordnung konfrontiert. hierbei geht es eher um schreibtechnische aspekte: wie zitiert man richtig, wie verwendet man informationen aus dem internet, wie belegt und begründet man seine thesen, behauptungen und vorgehensweisen? hierfür gibt es klare standards, die man zum beispiel im internet oder in büchern finden kann. viele abweichungen davon sind nicht möglich. Weiterlesen

schreibidee (273)

kleine kinder versuchen im spiel das leben der erwachsenen nachzuleben. es kann sich dabei um die eigenen eltern oder andere erwachsene handeln. sie wollen all das auch machen, das die erwachsenen machen. doch je älter sie werden desto mehr realisieren sie, dass das leben der erwachsenen nicht nur interessant und toll ist. sie entwickeln eigene vorstellungen von ihrem leben. und wenn mensch dann erwachsen ist, hat er ein eigenes konzept. diese schreibanregung soll die möglichkeit geben, „lebensthesen“ zu formulieren.

als einstieg können entweder sprichwörter, die zehn gebote oder andere ältere lebensregeln herangezogen werden. alle teilnehmerInnen wählen sich jeweils drei regeln aus. es wird ein kurzes statemant (maximal eine seite) zu jeder lebensregel verfasst. warum erscheint einem diese regel wichtig, warum nicht. diese texte werden nicht vorgestellt. danach gibt der nachbar links oder rechts von einem, seine drei lebensthesen an einen weiter (ohne kommentare). dazu verfassen die teilnehmerInnen wiederum jeweils kurze statements. natürlich dürfen auch lebensregeln abgelehnt werden. auch diese kommentare werden nicht vorgetragen.

jetzt kommt eine erste zusammenfassung ins spiel. aus all den angebotenen regeln, sprüchen und vorstellungen vom leben (sie müssen nicht vorgetragen oder vorgestellt worden sein) wählt man für sich die fünf wichtigsten aus und formuliert sie in eigenen worten. als überschrift wähle alle „mein leben folgt der vorstellung, dass …“. diese lebensthesen werden anschließend in der schreibgruppe vorgetragen und können kurz diskutiert werden. ein feedback gibt es nicht, da thesen schwer zu bewerten sind, wenn sie einer subjektiven bewertung unterliegen.

nachdem die ersten thesen vorgestellt wurden, wird eine kleine geschichte geschrieben. alle teilnehmerInnen beschreiben für sich das paradies, das sie in zwanzig jahren erleben werden. wie sieht ihr leben dann aus? die beschreibung sollte nicht länger als drei seiten sein. sie wird nicht vorgetragen. aus diesem lebensplan und den fünf lebensthesen wird ein endgültiges lebenskonzept verfasst. die überschrift lautet: „mein leben soll …“. das lebenskonzept wird anschließend vorgetragen und in einer art feedbackrunde kann ein kurzes statement dazu abgegeben werden. zum abschluss verteilt die schreibgruppenleitung einen garantieausschluss: der beinhaltet die aussage, die lebensthesen und die lebensplanung eines jeden einzelnen ein wertvolles ziel seien, aber leider keine garantie dafür übernommen werden könne, dass dieses ziel auch eintritt. man wisse ja nie, was geschehe. 😉