Schlagwort-Archive: tiere

schnickschnack (117)

der mensch freut sich, wenn er zu einer gruppe gehört. und manche menschen freuen sich, wenn sie andere menschen einer gruppe zuordnen können. dabei handelt es sich meist um wissenschaftlerInnen und im speziellen um sozialwissenschaftlerInnen. darum wird immer wieder versucht, typisierungen für das menschliche verhalten zu finden. das ist nicht unbedingt sehr aussagekräftig, aber es ist ein hilfskonstrukt, um das verhalten besser zu begreifen.

und manchmal zeigt so eine gruppe, schublade oder auch einteilung, dass der mensch sich nicht gar so eindimensional verhält, wie es gern behauptet wird. wie hier in letzter zeit öfter angemerkt, gibt es gerade beim thema „verhalten im internet“ oft nur zwei vorstellungen – alles schrecklich – alles fein. sozialwissenschaftlerInnen haben den versuch gemacht, tiercharakteristiken für das internetverhalten zu finden. so wie es die lerche und die eule (oder nachtigall) für das schlafverhalten gibt, so gibt es nun den bär, den igel, den fuchs, den leopard, den elch, den elefant, den tintenfisch und den strauss für das verhalten im netz.

vor zwei jahren machte eine befragung der „bbc lab uk“ – eine kooperation von medien mit sozialwissenschaftlerInnen- die schubladen auf. mehr informationen zum verhalten im netz findet man unter „the web behaviour test“. leider kann man den test nicht mehr durchführen und auch die ergebnisse finden sich nicht auf der homepage, aber man kann sich, wenn man möchte, den tieren zuordnen, nur um anderen das eigene verhalten zu veranschaulichen. zu finden ist die webseite unter http://www.bbc.co.uk/labuk/articles/webbehaviour/eightanimals.html .

das zeigt einmal mehr, die menschen verhalten sich sehr verschieden im netz und wahrscheinlich noch viel unterschiedlicher als es acht tierarten darstellen können. so sei von zu großen verallgemeinerungen abstand zu nehmen, wenn man den diskurs über netz nicht zu eingeschränkt führen möchte.

Wo die Seele aufblüht – Warum ein Garten glücklich macht – ein Buch

Lebensgeschichten aus dem Garten
oder: Das Credo der Nacktschnecke

Man kann selbstverständlich ohne Garten gut leben. Man kann sich aber auch in der Garten-Guerilla-Bewegung tummeln oder man findet einen Garten – und plötzlich ist alles anders!
Doris Bewernitz ist in Berlin Gartenbesitzerin geworden, mit Leib und Seele stürzt sie sich auf ein kleines überschaubares Stück Natur und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie erzählt Lebensgeschichten aus diesem Garten und lädt uns ein zum Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen. Seien es die Geduld der Regenwürmer, die Namen der Rosen oder das Credo der Nacktschnecke – es gibt viel Sinnbildliches in der Natur, wir müssen nur hinschauen. Und eintauchen in Rosenduft und Blütenmeer oder schwelgen in Kirschen und Kürbis. Dabei erfahren wir, warum ein Kompost bei Liebeskummer hilft, wofür eine Kohlmeise einen Hund braucht, wie man mit einer Höhle zum Mond fliegt, und wie sich die Essenz des Sommers in kalte Wintertage retten lässt.
Gärten sind Lehrmeister für ein glückliches Leben.
Ein Buch für Gartenfreunde, das uns durch das gesamte Gartenjahr begleitet!

Kreuz Verlag Freiburg, ISBN: 978-3-451-61000-4

Die Autorin: Doris Bewernitz, geb. 1960 in Mecklenburg, lebt die meiste Zeit des Jahres in ihrem Garten in Berlin. Sie arbeitete u.a. als Krankenschwester, Gerichtsprotokollantin, Sozialpädagogin, Dozentin und Gestalttherapeutin. Seit 1995 schreibt und veröffentlicht sie Erzählungen, Lyrik, Satiren und Reportagen.

Link zum Buch:
http://www.kreuzverlag.de/presse/pressemitteilungen/neuerscheinungen/neuerscheinungen_d_html?k_beitrag=3255176&k_tnr=61000&titel=Wo%20die%20Seele%20aufbl%FCht

„das leben ist kein streichelzoo“ von david sedaris – ein buchtipp

für kurz zwischendurch, kleine geschichten, großer spaß. david sedaris, eigentlich bekannt für schräge, schrille geschichten aus seinem eigenen leben, hat sich die tierwelt vorgeknöpft. in seinem buch „das leben ist kein streichelzoo – fiese fabeln“ gibt es, wie gewohnt, keine tabus und viel humor. denn auch die tierwelt ist alles andere als eine einfache welt.

ob eine arrogante rättin im versuchslabor, eine krähe, die selbstsüchtig ein schaf zum meditieren bringt oder ein kaninchen, das jedes maß der dinge verloren hat, in diesem buch ist alles möglich, sogar die frage, ob die blutegel im anus eines nilpferd singen oder summen. die meist kurzen fabeln haben eigentlich nur eine botschaft: in der tierwelt geht es allzu menschlich zu. nur am rand wird der mensch als thema gestreift, doch dann tut er sich meist dadurch hervor, dass er nichts versteht von den sorgen und nöten der tiere.

besonders schön wird das buch durch die direkten und drastischen illustrationen von ian falconer. dieses buch ist alles andere als ein kinderbuch, aber es ist ein märchenbuch, das den alten grausamen märchen in nichts nachsteht. der große unterschied: sedaris lässt immer noch eine absurde, witzige komponente einfließen. und natürlich der unübertroffene schreibstil von sedaris, wie man ihn aus seinen lebensgeschichten kennt. so erfährt man, dass neben einem in der tierwelt, der bär steppt.

übrigens ist das buch auch eine schöne anregung für das kreative schreiben, sich auch mal den fabeln und tiergeschichten zu zu wenden. das buch ist 2011 beim karl blessing verlag in münchen erschienen. ISBN 978-3-89667-444-9

wissenschaftliches schreiben und wildnis

die wissenschaftlerInnen vor allen dingen der biologie oder auch der archäologie, der limnologie, der zoologie und all der richtungen, die mit natur und geschichte zu tun haben, begeben sich ab und zu auf exkursionen. dabei kann es schnell zur konfrontation mit der wildnis kommen. denn vieles noch zu entdeckende ist sehr verborgen, an orten, die bis dahin kaum ein mensch besucht hat. und natürlich sollten die funde und entdeckungen möglichst gleich protokolliert werden, zudem schnell berichte geschrieben und eventuell ein reisetagebuch geführt werden.

das wissenschaftliche schreiben ist in diesem moment mit ähnlichen problemen konfrontiert wie das kreative schreiben. oft sind aber equipment und gerätschaften besser ausgestattet als beim durch die pampa hüpfenden kreativen schreiberling. daher lassen sich texte manchmal einfacher festhalten. aus eigener erfahrung kann ich aber sagen, das kommt immer darauf an, wohin die exkursion führt. selbst am rand der europäischen zivilisation wird das schreiben schwierig, wenn man tagsüber durch die landschaft streift und nachts schreiben möchte. es fehlt das licht, sollte man camping-plätze mit einem zelt aufsuchen.

ich erinnere mich eine käfer-forschers, der immer nachts auf der toilette der camping-plätze saß, um seine käfer präparieren zu können. ebenso können die steckdosen fehlen, die das beleuchtete laptop in betrieb halten. dazu kommen die widrigkeiten, die die wildnis gerade bei forschungsreisen noch bereit hält: entweder ist die gegend sehr unwirtlich oder so wild, dass einem ständig nicht ganz harmlose tiere begegnen. eine regel: das zelt immer schließen, sonst gesellen sich gern schlangen in den schlafsack, da es dort wärmer ist. meine zeltnachbarin vergaß diese regel und mir kroch Weiterlesen

schreibidee (286)

tiere sind interessant und possierlich und guter stoff zum schreiben. also raus aus der schreibstube, tiere gucken. und wo könnte man das am besten? natürlich im zoo. man vergisst manchmal, was die welt so zu bieten hat, vor allen dingen die natur, auch wenn sie eingesperrt ist und zur schau gestellt wird. darum eine schreibanregung für „zoogeschichten„.

die fernsehsender machen es einem gerade vor: auf allen kanälen gibt es berichte aus den zoos. leider dreht sich dabei vieles um die arbeit des tierpflegers und um einen teilweise sehr vermenschlichenden blick auf die tiere. aber wir können das in schreibgruppen ja anders machen. dazu bedarf es eines ausflugs. also entweder schon direkt vor dem nächsten zoo mit der schreibgruppe treffen oder gemeinsam dort hinfahren. und zum einstieg, bevor man den zoo überhaupt betritt, schreiben alle eine kurze erzählung von maximal zwei seiten über einen zoobesuch, an den sie sich noch erinnern. diese berichte werden zur einstimmung vorgelesen.

anschließend wandeln alle einzeln durch den zoo. es wird eine zeit und ein treffpunkt vereinbart, an dem alle wieder zusammenkommen. während des spaziergangs durch den zoo, sollen eindrücke notiert werden. außerdem sollen alle schreibgruppenteilnehmerInnen das für sie hässlichste, das schönste, das interessanteste und das uninteressanteste tier notieren. zu jedem der vier tiere soll eine halbseitige beschreibung verfasst werden. wenn man wieder zusammengekommen ist, werden die tiere den anderen vorgestellt.

aus ihren vier tieren wählen die schreibenden jeweils eines aus, zu dem sie eine längere geschichte schreiben. die kann im zoo spielen, muss aber nicht. diese geschichten werden vorgelesen und es findet eine kurze feedbackrunde statt.

zum abschluss geht es nicht mehr nur um die tiere. nun werden die notierten eindrücke noch einmal betrachtet und es wird eine „zoogeschichte“ geschrieben. es kann natürlich auch ein gedicht oder eine fabel oder anderes sein. das ist allen teilnehmerInnen überlassen. wer sein thema einkreisen möchte, kann vorher noch ein cluster zum thema „zoo“ erstellen. die geschichten werden in der gruppe vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt.

sollte noch zeit für eine weitere schreibanregung sein, dann könnten alle schreibgruppenteilnehmerInnen ihren idealen zoo in worten entwerfen. diesen stellen sie den anderen vor.

wortklauberei (71)

angsthase

das tierreich muss oft für die beschreibung von menschlichen Eigenschaften herhalten. die tiere können sich nicht wehren, die menschen häufig auch nicht. besonders negativ besetzt ist bei uns die angst bei männern. in vielen erziehungsvorstellungen herrscht immer noch der gedanke vor, „mann“ ist cowboy und kennt keinen schmerz, ist auf alle fälle nicht hase und hoppelt weg, weil er angst hat.

dabei könnten sich männer ein beispiel am hasen nehmen. herrscht eine bedrohung, duckt sich der hase erst einmal auf den boden und wird beinahe unsichtbar, da ihn sein fell so wunderbar der umgebung anpasst. erst wenn die gefahr sehr nahe ist, flitzt der hase weg. und er flitzt geschickt, schlägt haken, beschleunigt enorm und springt gazellengleich durch die landschaft.

das ist vernünftig überhaupt ein gespür für bedrohungen zu haben. angst ist genau dafür da. sie ist die folge einer wahrgenommenen bedrohung. doch der mackerhase, der setzt sich aufrecht hin, sieht die bedrohung auf sich zukommen, ignoriert diese aber. was in seiner vorstellung ein wahrer hase ist, der kennt keinen schmerz. und wenn man meint keinen schmerz zu kennen, dann macht man sich mental zum „supermann-hasen“. blöd nur, dass dadurch viele männer gleichzeitig zum opfer werden.

falsche gefahrenabschätzung, wie sie jungen männern vermittelt und beigebracht wird, kann tödlich sein. der angsthase dagegen rettet lieber früher als zu spät sein leben. das problem ist, er muss gleichzeitig aushalten, dass die anderen ihn abwerten, da er nicht stand gehalten hat, da er sich geduckt hat. kriege lassen sich also nur mit denen führen, die meinen, keine angsthasen zu sein. eltern möchte man in diesen momenten empfehlen, ihren kindern zu vermitteln, dass „angsthase“ ein kompliment ist. erst dann gäbe es die umsetzung des spruches „stell dir vor es ist krieg und keiner geht hin“.

der „angsthase“ sollte auf keinen fall aus unserem wortschatz verschwinden, aber er sollte umdefiniert werden. er sollte aus uns duckmäuser machen, die es leid sind für ein schwachsinniges bild von bedrohungswiderstehern herhalten zu müssen.

schreibidee (246)

berlin ist nicht nur die hauptstadt des landes, berlin ist auch die stadt der haustiere, vor allen dingen der hunde. in ländlicheren regionen würde man nicht unbedingt von haustieren sprechen, sondern von nutztieren, die gehalten werden, doch das sind feinheiten. darum werden nutztiere einfach dazugezählt, wenn es in dieser schreibanregung darum geht, „haustier-geschichten“ zu schreiben.

doch beim einstieg kann man nicht davon ausgehen, dass jeder mensch einmal mit einem haustier (nutztier) gelebt hat. darum werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, falls sie nie ein haustier hatten, eines ihrer wahl zu erfinden. denn zu beginn sollen alle teilnehmerInnen auf jeweils einer seite maximal drei haustiere, die sie hatten oder erlebten in einem psychogramm beschreiben. was waren die eigenheiten des tieres (hier darf auch das eigene reitpferd oder der wellensittich der oma beachtung finden).

die kurzen haustier-psychogramme werden in der schreibgruppe vorgelesen. anschließend wählt man eines der tiere aus. es darf auch das tier anderer teilnehmerInnen sein. es soll eine geschichte geschrieben werden, die zwei vorgaben hat: zum einen spielt das tier die hauptrolle, zum anderen tauchen die gedanken des tiers in der geschichte auf. die geschichten werden anschließend in der schreibgruppe vorgetragen und beim feedback wird betrachtet, wie gut die „tierischen“ gedanken erfasst wurden.

anschließend sollte die menschliche seite der haustierhaltung beleuchtet werden. dieses mal wir eine geschichte aus sicht der haustierhalterInnen geschrieben. dazu gibt es auch eine vorgabe: die halterInnen müssen in ihr haustier (nutztier) vernarrt sein und es das verhalten des tieres vermenschlichen. auch diese geschichte wird anschließend in der schreibgruppe vorgetragen, um im feedback den fokus auf die darstellung der vermenschlichung zu legen.

zum abschluss können dann noch sehr versöhnliche texte geschrieben werden. denn nun geht es um kurze geschichten, wie ein haustier das leben eines menschen zum positiven verändert. zum beispiel wird durch das tier die einsamkeit überwunden, das herrchen wird gerettet oder das pferd baut zum autistischen kind eine beziehung auf. es gibt viele möglichkeiten für schöne erlebnisse mit tieren.
generell wäre zu überlegen, ob die schreibgruppenteilnehmerInnen ihre tiere nicht mitbringen können, wenn sie lust haben.

biografisches schreiben und tiere

tiere, explizit haustiere, nehmen im leben der menschen sehr verschiedene bedeutung ein. die einen haben schon immer einen kanari namens „peterle“ gehabt. andere können sich ihr leben ohne hund nicht vorstellen und wiederum andere wollen sich überhaupt nicht an ein weiteres lebewesen binden.

wie wichtig sind haustiere im eigenen leben? welche rollen gibt man ihnen? sind sie partnerersatz, kindersatz oder einfach nur gesellschaft? wie geht man mit ihnen um, was erlebte man mit den mehrbeinigen freunden? eine frage, die für viele menschen nicht bedeutungslos ist. beim aufschreiben der eigenen lebensgeschichte sollte man sich ruhig auch diesem thema zuwenden. vielleicht ergeben sich dadurch weitere blickwinkel auf das eigene leben.

es gibt seit längerem die erkenntnis, dass haustiere auch einen gesundheitsfördernden effekt haben, vor allen dingen im alter, aber nicht nur. ein hund zum beispiel animiert einen, sich bei jedem wetter in bewegung zu setzen, einen spaziergang zu machen. katzen können die einsamkeit reduzieren, also das gefühl allein zu sein, abmildern. sowohl körperliches als auch seelisches wohlbefinden kann durch tiere gesteigert werden.

dazu kommt der aspekt der verantwortung für ein anderes lebewesen. so wie eine zeitlang das tamagochi dazu dienen sollte, kindern und jugendlichen für ein virtuelles wesen verantwortung zu übertragen, so kann ein leibhaftiges lebewesen die aufmerksamkeit und verantwortung für andere steigern. natürlich gibt es auch immer wieder übertriebene führsorge für andere wesen, hier wird es ab und zu problematisch und manches artet in tierquälerei aus. Weiterlesen

liste (31) – tiere

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um „tiere„.

meine fünf lieblingstiere:

die fünf tiere, die ich besonders ekelhaft finde:

tier-kosenamen mit denen ich meinen partner, meine partnerin ansprechen würde (z.b. regenwürmchen 😉 ):

das mag ich an tieren besonders:

meine fünf liebsten selbst erfundenen tiere:

kreatives schreiben und tiere

wie konnte ich bisher nur die zwei-, vier-, sech-, acht- und x-beiner vergessen? eigentlich war meine affinität zu den geschöpfen dieser erde mal recht groß. aber beim schreiben erinnern sie wohl doch zu sehr an fabeln und märchen. und irgendetwas wehrt sich gegen die vermenschlichung. wie erzählte mir vor kurzem jemand, den ein hund angefallen hat? das herrchen (die verniedlichung ist wahrscheinlich in dem moment sehr passend) sprach mit seinem hund: „na du kleiner racker, was machst du denn für sachen?“

doch abseits davon sind tiere eine unerschöpfliche quelle fantasievoller geschichten. wieso nicht die fische vor der küste japans sich über die zunehmende strahlung unterhalten lassen. oder einfach nur wie tiervater brehm eine charakteranalyse eines tieres (oder eines fantasietieres) erstellen. auch hier greift natürlich die vermenschlichung, aber es gibt gar keine andere möglichkeit. ich weiß nicht, was die dicke hummel denkt, wenn sie eine honigreiche blüte findet. ich weiß auch nicht, was der hund denkt, wenn er mir den knochen vor die füße wirft.

und ich kann natürlich diverse tiere miteinander kommunizieren lassen. sie können mich oder andere menschen plötzlich ansprechen. sie können untereinander ein gespräch führen. der zeichentrickfilm macht es vor, wie gut tiere eine rolle abgeben. es ist der mix aus charakterisierung, vermenschlichung und übertragung, der die zuschauer das agieren der tiere auf das leben des menschen übertragen lässt. also doch zurück zur fabel, die die verschiebung auf ein anderes lebewesen nutzt, um eine botschaft direkter zu vermitteln. würde man in tiergeschichten die tiere durch menschen ersetzen, Weiterlesen

selbstbefragung (89) – tiere

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „tiere„.

  • haben sie haustiere? warum?
  • was glauben sie, warum tierschutz einen so hohen stellenwert im gegensatz zu sozialer unterstützung von menschen hat?
  • wie stellen sie sich das „denken“ eines hundes vor? beschreiben sie.
  • was halten sie von tierversuchen? warum?
  • welche tiere flößen ihnen angst ein? zählen sie auf.
  • warum vermenschlichen wir tiere und machen den menschen tierisch?
  • welchem tier fühlen sie sich verwandt?
  • essen sie fleisch?
  • mit welchen tieren sind sie aufgewachsen?
  • wie würden sie ihr verhältnis zu tieren bezeichnen?

schreibidee (146)

uralte bücher zeugen davon, dass es einmal einen mann gab, der sich viele auf der welt lebende tierarten vornahm, um sie in kurzen texten zu beschreiben. man nannte ihn tiervater brehm, dessen porträts von der allein naturwissenschaftlichen betrachtung abwichen, da er dem einzelnen tier nebenher menschliche charakterzüge zuschrieb. danach kamen micky mouse, die biene maja und der kleine maulwurf. und nun soll die schreibanregung sich den „tiergeschichten“ widmen.

dazu gibt es sowohl ein paar bände von „brehms thierleben“ als vorlage als auch ein lexikon mit diversen tierarten zum betrachten. wenn es der leitung der schreibgruppe möglich ist, sollten ein paar anschauungsbeispiele für die teilnehmerInnen vorliegen. alle teilnehmerInnen wählen sich fünf tiere aus, die sie auf einer halben seite in der art des tiervaters beschreiben. dabei sind naturwissenschaftliche aspekte nebensächlich, es geht um den charakter des tieres. diese tierbeschreibungen werden in der schreibgruppe vorgetragen.

im anschluss wählen sich alle teilnehmerInnen aus der großen palette ein tier aus, das sie als hauptprotagonist ihrer geschichte verwenden wollen. es geht hierbei nicht darum, eine tierfabel zu verfassen, diese schreibidee gab es hier schon einmal. es geht darum, das leben in die tierwelt zu verlagern. für die geschichte steht viel zeit zur verfügung. anschließend werden die „tiergeschichten“ in der schreibgruppe vorgetragen. beim feedback kann betrachtet werden, ob die anderen teilnehmerInnen die charakterzüge des beschriebenen tieres teilen.

diese schreibidee lässt sich natürlich auch wunderbar an einem anderen ort durchführen, wie zum beispiel im zoo oder auf einem bauernhof. außerdem bietet sich die idee für das schreiben mit kindern und jugendlichen an, da der bezug zu tieren für viele aus anderen kindergeschichten oft schon gegeben ist und gleichzeitig noch manches neue vermittelt werden kann.

kreatives schreiben und gegenstände

der mensch mag es, wenn er gegenständen und tieren, also belebten und unbelebten dingen, eine seele und handlungsfähigkeit anhängen kann. da entwickelt sich eine zwiesprache mit dem computer, der nicht das macht, was man möchte. da wird dem lebewesen, dem fiffi als beständigen begleiter, die gleiche reflexionsfähigkeit zugesprochen wie einem menschen. es ist im alltag schwer vorstellbar, das gegenstände und lebenwesen keinen eigenen willen entwickeln, der den eigenen interessen zuwider läuft.


diese form der vermenschlichung lässt sich beim kreativen schreiben wunderbar nutzen. hier darf der cocktailshaker mit dem eiswürfel ein zwiegespräch über die ohnmacht beim shaken geführt werden. hier können metaphorische texte auf das menschliche leben bezug nehmen. so können je nach funktionalität den gegenständen eigenschaften zugeschrieben werden, die eher menschen anhängig sind. das erleichtert es zum beispiel, dinge direkter auszusprechen, die an menschen dargestellt, schnell zu kritik führen könnten. aber es ermöglicht auch, aus größere distanz situationen wiederzugeben.


diese möglichkeiten können in schreibanregungen ihren ausdruck finden. wie oben schon kurz erwähnt, lässt sich zum beispiel der alltag mit einem toaster vergleichen, mit einer rührmaschine oder einem backofen. das handy wäre eine plaudertasche, der regenschirm die urmutter und der stein die hartnäckigkeit. übrigens werden vor allen dingen steine und kiesel gern symbolisch verwendet für bestimmte menschliche zustände.


diese spielereien im kreativen schreiben sollten nicht zu viel niederschlag im alltag finden, denn sonst kommt es zu den reaktionen, die vor allen dingen bei computernutzern festzustellen sind, es wird beschimpft, darauf eingeschlagen und aus dem fenster geworfen. auf der anderen seite scheint es besser, dass die aggressionen am gegenstand ausgelassen werden (siehe boxen und sandsack), denn an anderen menschen. beiden aspekten gleich ist es, dass meist weder die gegenstände noch die menschen der grund der aggressionen ist, es sind die bedingungen und umstände.

schreibidee (11)

beobachtungen gelingen oft treffender, wenn sie distanzierter geschildert werden. der mensch hat den hang, seinem fiffi, seiner mieze oder auch der schlange im wohnzimmer, menschliche eigenschaften anzudichten. so verfasste der schriftsteller wolfdietrich schnurre das buch „die aufzeichnungen des pudels ali“, ein tagebuch, in dem der pudel seine freunschaft zu einer katze schildert.

um sich selbst oder seine umwelt detailierter zu betrachten, kann es hilfreich sein, sich einmal in ein tier zu versetzen (natürlich in ein vermenschlichtes), das das schildert was es sieht und erlebt.

für schreibgruppen könnte somit die aufgabe darin bestehen, sich entweder ein reales haustier oder ein fiktives vorzustellen. nun sind die gedanken des haustiers über eine bestimmte erlebte situation zu schildern. was dachte fiffi beim letzten ehekrach? was überlegte der hamster, als er das kopulieren paar im bett nebenan nachts beobachtete? was dachten die fische im aquarium über helmut kohl? zu welchen schlüssen kommt die katze der clintons?

interessanter für die schreibenden wird die aufgabe sicherlich, wenn es sich um tiere in ihrer nähe handelt. es kann auch die ameise auf dem balkon sein, die stechmücke im wohnzimmer oder der nachtfalter in der küche. durch die kleinen hausfreunde können situationen aus einer anderen perspektive beschrieben werden, kombiniert mit der (menschlich zugeschriebenen) eigenheit des tieres. aufschlussreiche erkenntnisse können nicht ausgeschlossen werden.