Schlagwort-Archive: tierhaltung

schreibidee (286)

tiere sind interessant und possierlich und guter stoff zum schreiben. also raus aus der schreibstube, tiere gucken. und wo könnte man das am besten? natürlich im zoo. man vergisst manchmal, was die welt so zu bieten hat, vor allen dingen die natur, auch wenn sie eingesperrt ist und zur schau gestellt wird. darum eine schreibanregung für „zoogeschichten„.

die fernsehsender machen es einem gerade vor: auf allen kanälen gibt es berichte aus den zoos. leider dreht sich dabei vieles um die arbeit des tierpflegers und um einen teilweise sehr vermenschlichenden blick auf die tiere. aber wir können das in schreibgruppen ja anders machen. dazu bedarf es eines ausflugs. also entweder schon direkt vor dem nächsten zoo mit der schreibgruppe treffen oder gemeinsam dort hinfahren. und zum einstieg, bevor man den zoo überhaupt betritt, schreiben alle eine kurze erzählung von maximal zwei seiten über einen zoobesuch, an den sie sich noch erinnern. diese berichte werden zur einstimmung vorgelesen.

anschließend wandeln alle einzeln durch den zoo. es wird eine zeit und ein treffpunkt vereinbart, an dem alle wieder zusammenkommen. während des spaziergangs durch den zoo, sollen eindrücke notiert werden. außerdem sollen alle schreibgruppenteilnehmerInnen das für sie hässlichste, das schönste, das interessanteste und das uninteressanteste tier notieren. zu jedem der vier tiere soll eine halbseitige beschreibung verfasst werden. wenn man wieder zusammengekommen ist, werden die tiere den anderen vorgestellt.

aus ihren vier tieren wählen die schreibenden jeweils eines aus, zu dem sie eine längere geschichte schreiben. die kann im zoo spielen, muss aber nicht. diese geschichten werden vorgelesen und es findet eine kurze feedbackrunde statt.

zum abschluss geht es nicht mehr nur um die tiere. nun werden die notierten eindrücke noch einmal betrachtet und es wird eine „zoogeschichte“ geschrieben. es kann natürlich auch ein gedicht oder eine fabel oder anderes sein. das ist allen teilnehmerInnen überlassen. wer sein thema einkreisen möchte, kann vorher noch ein cluster zum thema „zoo“ erstellen. die geschichten werden in der gruppe vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt.

sollte noch zeit für eine weitere schreibanregung sein, dann könnten alle schreibgruppenteilnehmerInnen ihren idealen zoo in worten entwerfen. diesen stellen sie den anderen vor.

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nabelschau (45)

hundekekse selber backen. mal wieder am buchladen vorbeigekommen. es lohnt sich immer ein kurzer blick auf die grabbeltische, manchmal sind ganz interessante sachen dabei. außerdem könnte man für die einladung noch ein kleines schnäppchen finden, so zum mitbringen. ach schau, da die kochbücher. die werden heutzutage auch hochglanz-billig-verscherbelt. eine ganze ladeninsel voller preiswerter kochbücher. und mittendrin „hund-kekse selber backen“ mit ausstechförmchen.

die förmchen in possierlicher knochenform und verschiedenen knochengrößen. hier zeigt sich wieder, dass das haustier immer mehr zu einem echten familienmitglied wird. morgens noch den apfelkuchen gebacken und am nachmittag schon die hundekekse. den vierbeiner freut es. die backrezepte unterscheiden sich wahrscheinlich ein wenig. aber seitdem katzenfutter portioniert mit einem sträusschen petersilie serviert wird (laut werbung) und der kratzbaum das wohnzimmer vollständig ausfüllt, seitdem bekommen hunde eigene betten, kleine jäckchen um und inzwischen eben auch selbstgebackene kekse.

da ist es nur logisch, dass das backbuch unter den kochbüchern für unseren zweibeinigen freund, dem menschen, zu finden ist. demnächst dann „leberterrinen für kleine hunde“ oder „fischpastete für unseren haustiger“. ja, es gibt ja jetzt auch das gebissreinigende kauprodukt gegen zahnstein beim hund. früher bekam er einfach einen fetten knochen. neben den modedesigner-halsbändern für vier- und zweibeiner entsteht neben dem partnerInnen-look auch noch eine mahlzeiten-allianz.

irgendwann werden sich die tiere mit an den tisch setzen, an der konversation teilnehmen und eigene geburtstags- und weihnachtsfeiern bekommen sie sowieso schon ausgerichtet. wer in diesem moment an dekadenz denkt, sollte sich was schämen. es ist ja ein „haus“tier und lebensgefährte.

schreibidee (246)

berlin ist nicht nur die hauptstadt des landes, berlin ist auch die stadt der haustiere, vor allen dingen der hunde. in ländlicheren regionen würde man nicht unbedingt von haustieren sprechen, sondern von nutztieren, die gehalten werden, doch das sind feinheiten. darum werden nutztiere einfach dazugezählt, wenn es in dieser schreibanregung darum geht, „haustier-geschichten“ zu schreiben.

doch beim einstieg kann man nicht davon ausgehen, dass jeder mensch einmal mit einem haustier (nutztier) gelebt hat. darum werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, falls sie nie ein haustier hatten, eines ihrer wahl zu erfinden. denn zu beginn sollen alle teilnehmerInnen auf jeweils einer seite maximal drei haustiere, die sie hatten oder erlebten in einem psychogramm beschreiben. was waren die eigenheiten des tieres (hier darf auch das eigene reitpferd oder der wellensittich der oma beachtung finden).

die kurzen haustier-psychogramme werden in der schreibgruppe vorgelesen. anschließend wählt man eines der tiere aus. es darf auch das tier anderer teilnehmerInnen sein. es soll eine geschichte geschrieben werden, die zwei vorgaben hat: zum einen spielt das tier die hauptrolle, zum anderen tauchen die gedanken des tiers in der geschichte auf. die geschichten werden anschließend in der schreibgruppe vorgetragen und beim feedback wird betrachtet, wie gut die „tierischen“ gedanken erfasst wurden.

anschließend sollte die menschliche seite der haustierhaltung beleuchtet werden. dieses mal wir eine geschichte aus sicht der haustierhalterInnen geschrieben. dazu gibt es auch eine vorgabe: die halterInnen müssen in ihr haustier (nutztier) vernarrt sein und es das verhalten des tieres vermenschlichen. auch diese geschichte wird anschließend in der schreibgruppe vorgetragen, um im feedback den fokus auf die darstellung der vermenschlichung zu legen.

zum abschluss können dann noch sehr versöhnliche texte geschrieben werden. denn nun geht es um kurze geschichten, wie ein haustier das leben eines menschen zum positiven verändert. zum beispiel wird durch das tier die einsamkeit überwunden, das herrchen wird gerettet oder das pferd baut zum autistischen kind eine beziehung auf. es gibt viele möglichkeiten für schöne erlebnisse mit tieren.
generell wäre zu überlegen, ob die schreibgruppenteilnehmerInnen ihre tiere nicht mitbringen können, wenn sie lust haben.