Schlagwort-Archive: tipps

realitätsflucht als alternative zur steten beschleunigung

und noch eine schöne homepage: die seite zur zeitschrift „new escapologist“ mit dem untertitel „or: googbye to all that!“. es ist also eine zeitung und eine homepage für realitätsflüchter, oder wie es in der selbstbeschreibung steht: so zu leben, wie man möchte, abseits des stress, der depression, der bürokratie, des lärms usw.. auch diese zeit lebt in dem zwiespalt, die modernen medien und ihre geschwindigkeit für die distanzierung von diesen medien zu verwenden.

doch die inhalte sind alles andere als weltfremd, sie sind eher geschmackssache oder eine haltungsfrage. stellt für einen selber die weltflucht eine alternative zu den gesellschaftlichen anforderungen dar? der wunsch dazu ist bei vielen vorhanden. also kann diese seite anregungen geben, einen austausch fördern und vielleicht die eine oder andere alternative aufzeigen.

viele links, viele ideen und auch eine zeitschrift, die sich mit alternativen möglichkeiten zur beschleunigung unseres lebens auseinandersetzt. auffallend ist es, dass der diskurs um die beschleunigung und die entwicklung von alternativkonzepten anscheinend schwerpunktmäßig in großbritannien stattfindet.

die homepage findet man unter: http://newescapologist.co.uk

Advertisements

web 2.91 – einfach für alle

das internet mit seinen immer raffinierteren layouts, mit seinen content management systems, mit den diashows und den gallerien, mit den farb- und animationsorgien, dieses internet ist selten barrierefrei. soll heissen, es ist schwer zu lesen mit sehbeeinträchtigungen, die filme bei youtube haben meist keine untertitelung bei hörbeeinträchtigung, farbenblindheit lässt etliche seiten unsichtbar werden und der aufbau der seiten macht ein gehörgesteuertes surfen kompliziert und unübersichtlich. auf der anderen seite sind barrierefreie seiten im grafikdesign schlichter und weniger animiert. hier einen mittelweg zu finden, ist für menschen ohne programmierkenntnisse kompliziert.

aber man kann sich ja mal kundig machen, was es an hilfreichen tipps und informationen gibt. denn manche grundregeln lassen sich leicht umsetzen und helfen anderen menschen, auch an der digitalen welt ungestört teilhaben zu können. die „aktion mensch“ betreibt eine aufschlussreiche und informative homepage, auf der sich viele tipps befinden, um das internet barrierefreier zu machen: „einfach für alle“. aber wie schon geschrieben, bei vielen hinweisen muss man sich in die tiefen der programmierung einer seiter, der bearbeitung eines textes begeben. doch manchmal sind es auch die einfachen kleinen dinge, wie zum beispiel eine klare beschriftung der verwendeten bilder oder die verwendung von überschriften-formaten, die das surfen den anderen erleichtert.

probieren sie doch einmal die bedienungshilfen ihres computers aus und lassen sie sich ihre eigene homepage oder ihren pdf-text vorlesen. sie werden schnell feststellen, wo die darstellung hängt. ob sie das von sich aus ändern können, hängt von ihren kenntnissen ab, doch ein blick auf die seite von aktion mensch kann eventuell manche einfache änderung, die man bis dahin nicht bedachte, anregen. außerdem gibt es homepages, die ihre eigene webseite analysieren, wie weit deren erscheinung barrierefrei ist. und ein kompromiss zwischen technischem schnickschnack und barrierefreier erscheinung ist auch schon ein schritt. bei flash, javascript und formularen wird es teilweise erst einmal schwer bleiben. doch schritt für schritt könnte das netz verständlicher werden. die webseite der aktion mensch ist unter http://www.einfach-fuer-alle.de/ zu finden.

schnickschnack (113)

im rahmen der selbstoptimierung kann alles noch ein wenig effektiver und schneller werden. einer der boomenden begriffe ist das „zeitmanagement“. so sind inzwischen jeder und jede aufgerufen, sich selber perfekt zu takten. und da die zeiten zwischen arbeit und freizeit in vielen berufen verschwimmen, da die erreichbarkeit eines jeden im vordergrund steht, darum ist vieles verbesserungsbedürftig.

also gestalten sie sich doch ihr leben noch ein wenig schneller, gehetzter, getakteter und effektiver. wozu zeit mit überflüssigem wie smalltalk oder hobbies verschwenden, es geht doch auch anders 😉 schon vor einiger zeit erschienen im magazin der süddeutschen zeitung 33 hilfreiche tipps, wie man im rahmen der selbstoptimierung noch mehr zeit sparen kann: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/36760 .

so humorvolle die ratschläge sind, sie treffen ins schwarze, bei dem planungs- und organisationswahnsinn, dem die meisten von uns inzwischen unterliegen. wenn kinder und jugendliche schon mit terminkalendern rumlaufen, um noch ihren alltag überblicken zu können und wenn erwachsene sich piepend auf den nächsten zeitabschnitt aufmerksam machen lassen müssen, dann scheint irgendetwas nicht mehr zu stimmen.

die einfachere variante bestünde darin, den kalender in einer reform verändern zu lassen und jedem tag 36 stunden zu zu weisen. die veränderung von kalendern diente auch früher schon den wirtschaftlichen anforderungen, warum darauf im rahmen der wirtschaftskrisen nicht zurückgreifen? 😯

nabelschau (58)

meine tv-zeitschrift versteht mich nicht mehr. es gibt momente, in denen zweifelt man an der welt. sie kommen unverhofft, sie tauchen schnell auf und manchmal verschwinden sie dann auch ganz schnell wieder. doch der moment, in dem meine tv-zeitschrift abdriftete begann mit der letzten ausgabe und hört bis jetzt nicht auf.

es kann vorkommen, dass man zwischen den jahren, an den feiertagen viel arbeiten und tun muss. es ist anstrengend, es ist müde machend, es macht spass. und wenn man dann das tagwerk vollbracht hat, dann möchte man nur noch auf das sofa fallen und vielleicht einen hübschen krimi sehen. also schlägt man die zeitschrift auf, die einem bis jetzt ganz gute tipps gegeben hat.

einen gewissen anspruch hatten die kritiker der tv-zeitschrift immer. so bleibt ihnen zwischen den jahren und den ganzen schmonzetten, die in dieser zeit laufen, nicht viel übrig, als das meiste gesendete nicht zu empfehlen. doch da gab es eine krimireihe, die in gotland spielte und die durch die bank schlecht bewertet wurde. also ließ man die finger die davon. und dann gab es einen tipp des tages, eine mankell-verfilmung von drei stunden. das versuchte man sich anzuschauen.

unglaublich, was das für ein käse war. deutsche und österreicher drehen einen krimi, der hauptsächlich in schweden spielt. laut meiner tv-zeitschrift bleibe man an dem film dran, auch wenn er ein wenig holprig ist. ich blieb nur dran, weil ich dachte, das wird jetzt noch besser. wurde es nicht. wenn schweden mit österreichischem slang sprechen, wenn eine verfolgung in die länge gedehnt wird, wenn der hintergrund des gemetzels schon nach der ersten rückblende klar ist, aber noch 20 rückblenden der gleichen Weiterlesen

„zehn gebote des schreibens“ – ein buchtipp

eine hübsche idee, schriftstellerInnen zu fragen, welche zehn gebote für das schreiben gelten. besonders hübsch, da viele antworten, man müsse seine eigenen gebote formulieren und solle sich möglichst wenig an den geboten andere orientieren. irgendwann kommen beinahe alle an den punkt, die ratschläge von außen zu ignorieren.

zum einen ist die palette der schreibenden, die gebote aufstellen eine bunte und internationale, zum anderen widersprechen sie sich so wunderbar. die einen finden es wichtig, zu beginn des schreibens eines buches schon zu wissen, wie die geschichte ausgehen wird, die anderen finden diese vorstellung ganz schrecklich. die einen sind der meinung, dass schreiben vor allen dingen auch eine frage der planung sei und man nicht an die verselbstständigung der protagonisten glauben solle, die anderen bauen auf die verselbstständigung.

doch in etlichem sind sich die autorInnen auch einig: viel lesen, sich nicht beeinflussen lassen beim denken von neuem und konventionen, konventionen sein lassen, und vor allen dingen: „leben“. also feiern, tanzen, unter menschen gehen und das schreiben immer mal wieder dafür unterbrechen. zu selten wird bemerkt, dass schreiben auch spaß machen kann. oft wird die motivation für das schreiben als ein „getriebensein“ beschrieben. das bedeutet, dass ein buch nie wirklich fertig ist, dass man nicht anders kann und dass ohne dieses gefühl kein buch geschrieben werden sollte.

man sollte das büchlein „zehn gebote des schreibens“ also so lesen, wie es die schriftstellerInnen auch meinen: als anregung, der man nur folgen sollte, wenn man auch möchte. und sonst lieber eigene gebote entwickeln, sich über den schreibtisch hängen und wenn sie einem auf die nerven gehen, wieder verwerfen 😉 das buch ist 2011 in münchen in der deutschen verlags-anstalt erschienen. ISBN 978-3-421-04506-5

schreibgruppen selber gründen – die zusammenfassung

10 hinweise, was man beachten und entscheiden muss, wenn man eine schreibgruppe selber gründen möchte, habe ich hier veröffentlicht. sie geben nur einen ausschnitt der fragestellungen, mit denen man beschäftigt sein wird, wieder. aber sie können den weg in eine gruppengründung eventuell erleichtern und klarer machen.

darum seien die 10 tipps hier noch einmal als links gebündelt. und sollte es weitere anregungen oder gedanken zur schreibgruppengründung geben, werde ich sie hier gern veröffentlichen. wie schon geschrieben, mehr als ein überblick wird es nicht sein. viel spaß beim gründen.

christof zirkel

schreibgruppen selber gründen:

01 die eigene rolle festlegen

02 werbung

03 organisation

04 ort

05 rhythmus / zeit

06 teilnehmer_innen

07 (schreib)gruppenleitung

08 geld / kosten

09 gruppen und konflikte

10 ergebnisse

„der therapeut für die hosentasche“ von therese borchard – ein buchtipp

lebensweisheiten helfen, sonst würden sie ja nicht lebensweisheiten heissen. ähnliches ist bei sinnsprüchen der fall oder bei sprichwörtern. alle sind geronnene formen von alltäglichen erkenntnissen, die sich gern wiederholen. und viele sind aus schwierigkeiten und problemen heraus entstanden.

und so begab sich vor etlichen jahren eine frau ins internet, um über ihre psychischen probleme zu berichten, aber vor allen dingen auch, um ihre lösungswege und -versuche zu veröffentlichen. so bloggte therese borchard seit etlichen jahren und gewann beständig leserInnen, die mit ihren überlegungen und beschreibungen etwas anfangen konnten.

was selten vorkommt, sich aber manchmal doch umsetzen lässt: aus dem blog von therese borchard (siehe http://blog.beliefnet.com/beyondblue/ ) ist ein büchlein geworden: „der therapeut für die hosentasche – 144 tipps für emotionale notfälle – ein unverzichtbarer begleiter für den alltag„.

die autorin hatte nie vor, ihre erkenntnisse zu verallgemeinern. sie beschreibt nur, was ihr gut getan hat. sie beschreibt, wie sie mit neurotischen und psychotischen situationen umgegangen ist. was ihr geholfen hat und was ihr nicht geholfen hat. dies ist meist subjektiv, kann aber auch anderen helfen. der blog lief nur deshalb so gut, weil sich viele menschen, in ähnlichen situationen wiedergefunden haben. und man sollte ernst nehmen, was auf dem buch steht: es geht wirklich um emotionale notfälle, also etwas, was nicht jeder mensch jeden tag erlebt, aber genug menschen, beinahe täglich. (sonst würde man auch keinen therapeuten, keine therapeutin aufsuchen).

und so werden aus berichten, kleine lebensweisheiten für menschen in krisenhaften situationen. da kann auch solch ein büchlein hilfreich sein. und dann kann man auch darüber hinweglesen, dass eine der lösungen von therese borchard im christlichen glauben liegt. auch dies ist geschmackssache, besser glaubenssache, und kann manchen helfen, anderen wieder nicht. wie alles in diesem buch, kann man dies nur für sich selber entscheiden. aber ein blick hinein lohnt sich, wenn man nach wegen sucht, heftige psychische krisen durchzustehen.
das buch ist 2011 im schwarzkopf & schwarzkopf verlag in berlin erschienen. ISBN 978-3-86265-042-2

arbeitszeugnisse formulieren und entschlüsseln – ein buchtipp

es gibt noch ein weiteres schreiben neben dem kreativen, dem biografischen, dem wissenschaftlichen oder dem philosophischen: das bürokratische schreiben. ob es sich nun um finanzanträge, arbeitsberichte, protokolle oder briefwechsel mit behörden handelt, die sprache ist jeweils eine ganz eigene. am augenfälligsten wird dies bei beurteilungen und arbeitszeugnissen. denn als laie klingen die meisten zeugnisse gut. doch als leiter einer personalabteilung ergeben sich aus den formulierungen noten.

es wird wahrscheinlich nur bei nachrichten von geliebten so viel zwischen den zeilen gelesen wie bei arbeitszeugnissen. denn noten dürfen nicht gegeben werden, es geht um eine gerechte beurteilung der arbeitsleistung. doch im hintergrund haben sich längst codes eingeschlichen, die einer benotung gleich kommen. faszinierend, dass sie so selten offengelegt werden.

darum erscheint das buch von christian püttjer und uwe schnierdaarbeitszeugnisse formulieren und entschlüsseln – mit 50 beispielzeugnissen, 400 formulierungshilfen und extratipps für zwischenzeugnisse“ sehr hilfreich. die beiden zeigen sowohl fehler bei selbstformulierungen aber vor allen dingen versteckte botschaften bei formulierungen durch den arbeitgeber auf. und sie geben beispiele, wie man es besser machen kann.

mehr muss man zu dem buch gar nicht schreiben. es ist für jeden arbeitnehmer und arbeitgeber recht hilfreich. mit der lektüre dieses bandes lässt sich eine der vielen hürden des bürokratischen schreibens zum eigenen vorteil nehmen. das buch ist im campus verlag in frankfurt 2010 erschienen. ISBN 978-3-593-39108-3

schriftstellerInnen übers schreiben – ein lesetipp

einer der schönen züge der süddeutschen zeitung ist es, dass sie sowohl im feuilleton als auch im magazin in unregelmäßigen abständen den schreibprozess in artikeln betrachtet. gestern ist das neue magazin erschienen und bietet einen kleinen einblick in das schreibverhalten berühmter schriftstellerInnen.

eingebettet in ein interessantes interview mit haruki murakami (siehe http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/34749 ) finden sich im sz-magazin schreibtipps von margaret atwood, jonathan franzen, joyce carol oates, zadie smith und neil gaiman. siehe: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/34780 .so verschieden die tipps, so verschieden sind auch ihre bücher. und doch geben die schreibtipps vor allen dingen eines wieder, warnungen vor zu hohen ansprüchen und zu perfekten erwartungen, bevor man überhaupt angefangen hat zu schreiben.

es entsteht durch die kurzen und knackigen statements einfach ein bunter strauss an tipps zum schreibprozess, aus dem man sich das wählen kann, was einem selber am meisten zu schaffen macht. gleichzeitig kann man feststellen, dass es einfach kein allerweltsrezept für schriftlichen erfolg gibt, außer vielleicht der hinweis, schreiben sei einfach arbeit. dies wird bei leserInnen selten so gesehen, da kreativität weiter als glücksmoment verkauft wird.

auf dem homepage des magazins äußern sich deutsche autorInnen (roger willemsen, harriet köhler und tanja dückers) über ihren zugang zum schreiben, geben sie tipps. zu finden sind die unter: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/34780/3/1 . und dann ran an die stifte und tastaturen, einfach mal ausprobieren 😀

500 posts – ganz schön viel geschreibsel

und schon wieder das nächste jubiläum in diesem blog. mit hilfe von bianca, haben wir es jetzt auf 500 posts gebracht. manches davon mag ganz interessant sein, anderes war sicherlich überflüssig, aber es schrieb sich so dahin. doch inzwischen sind eine ganz menge infos zur schreibpädagogik, zum web 2.0, zum kreativen und biografischen schreiben und allerlei schnickschnack zusammengekommen. wer sich über diese themen informieren möchte, verwende ohne hemmungen die suchfunktionen und das archiv.

ich weiß, dass es unüberschaubar erscheint. aber begriffe in die suchfunktion eingegeben und die treffsicherheit ist normalerweise recht groß. nicht ganz verhindern lässt es sich, dass auch infos dabei sind, die einen nicht interessieren. erst dachte ich, im laufe der zeit infos zu streichen. doch wie sich zeigt, wird alles immer mal wieder gelesen. es wäre dumm von mir, es zu löschen.

nachdem ich jetzt meine erfahrungen mit dem bloggen gesammelt habe, würde mich noch etwas von den leserInnen interessieren. zu welchen themen sind mehr infos gewünscht? freue mich über antworten und werde versuchen antworten zu geben. und wo ich nicht weiter weiß, weiß ich vielleicht einen link. es gibt aber auch eine menge, worüber ich gar nichts weiß. neue links interessieren mich immer und werden gern entgegen genommen. und meistens auch gern weitergegeben. so, jetzt eine kurze pause, bald muss weitergeschrieben werden über verlage, bücher, blogs, schreibpädagogik, wortklaubereien, schnickschnack, schreibideen und -aufgaben, web 2.0, datenschutz und dergleichen. ab in den september mit viel spaß.

christof zirkel