Schlagwort-Archive: überschrift

schreibidee (241)

lange an dieser stelle vernachlässigt, aber eigentlich den blätterwald zum rauschen bringend, soll sich endlich der eigentlichen kraft in demokratien zugewendet werden: dem journalismus. es wird zeit, auch im rahmen der schreibideen und des kreativen schreibens, „journalistische texte“ zu verfassen.

begonnen wird mit einem sehr bekannten märchen, das wahrscheinlich alle teilnehmerInnen kennen. man kann als schreibgruppenleitung verschiedene märchen mitbringen und fragen, wer welches märchen kennt. ist eines gefunden, das möglichst alle kennen, wird es noch einmal kurz vorgelesen. dann sind drei zeitungsmeldungen zu verfassen, die den inhalt des märchens aufgreifen. erst der text einer boulevardzeitung, dann der text einer überregionalen tageszeitung und zum abschluss einen journalistischen text des käseblättchens aus kleinpöseldorf. die texte werden nicht vorgetragen.

vor dem schreibgruppentreffen wurden die teilnehmerInnen aufgefordert, ihr momentanes lieblingsbuch mitzubringen. nun sind sie aufgefordert, drei längere zeitungsartikel zu verfassen, die einen teil des inhalts ihres lieblingsbuches aufgreifen. also zum beispiel ereignisse aus „harry potter“ als reportage, als glosse oder als kommentar. auf alle fälle sollten journalistische texte den teilweisen inhalt des buchs wiedergeben. (es muss nicht der gesamte inhalt bearbeitet werden. es sollte nicht der identische inhalt dreimal aufgegriffen werden.) anschließend werden die journalistischen texte vorgetragen und in der feedbackrunde besprochen.

zum schluss werden von der gruppenleitung zehn zeitungsartikelüberschriften ausgeteilt. die schreibgruppenteilnehmerInnen wählen sich jeweils einen titel aus und verfassen dazu eine kurze reportage. die überschriften sollten so gewählt sein, dass sie nicht gleich rückschlüsse auf den inhalt zulassen. später werden die kurzen reportagen vorgetragen und es wird vorgestellt, wovon die eigentlichen meldungen handelten.

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wortklauberei (60)

„amt warnt vor asthma durch babyschwimmen“

tja, kinder zu wasser zu lassen, ist ja eine hippe angelegenheit. der säugling soll ja wie ein fischlein im wasser unterwegs sein, irgendwie wegen der vorgeburtlichen taucherfahrungen und überhaupt dem überlebenswillen. also werden immer öfter die lieben kleinen ins becken gebracht und dürfen sich da an die wasseroberfläche strampeln.

doch die süddeutsche zeitung hat es am 11.01. (seite 9) auf den punkt gebracht: alle anderen sollten in dieser zeit das wasser verlassen. denn anscheinend kann man durch die schwimmenden babys asthma bekommen. nachdem man diese überschrift gelesen hat, springt auch sofort die fantasiemaschine an. was passiert dort denn um himmelswillen? nun, nicht ganz neu ist: man setze einen menschen in kuschelig warmes wasser, schon könnte er den dran verspüren selber wasser zu lassen.

es sind also die abgesonderten körperflüssigkeiten der kleinen kinder, die die luft so schwängern, dass es zu asthmaanfällen kommen kann. oder es sind die vielen staubtrockenen supersaugfähigen und beweglichen windeln, die abgelegt und die feinstaub-belastung in der schwimmhalle extrem erhöhen. es könnten aber auch die vielen mütter (und teils väter) sein, die während ihre kleinen zum tauchgang starten, mal eben eine fluppe ziehen. so ist der gemeinschaftsraum neben der schwimmhalle nichts für asthmatiker. ach, ich vergaß, hier darf ja gar nicht mehr geraucht werden.

und beim weiterlesen stellt sich heraus: das wasserlassen und das chlor bilden einen profunden chemiecocktail, der allergische babys zur schnappatmung animiert, nicht die umwelt. aber so weit weg war die fantasie dann doch nicht.

schreibidee (90)

schreibanregungen können sehr komplex sein oder ein schlichter satz. dieser satz ist die überschrift, zu der eine geschichte oder ein text verfasst werden soll. nun könnten die leiterInnen von schreibgruppen einfach eine überschrift vorgeben und die teilnehmerInnen dazu schreiben lassen. doch um eine beteiligung aller zu ermöglichen und es etwas komplexer zu gestalten, bietet sich „überschriften-lotto“ an.

alle teilnehmerInnen erhalten vier kleine zettel. auf diesen ist jeweils ein nomen, ein verb, ein adjektiv und ein pronomen zu notieren. die zettel werden wieder eingesammelt und je nach worttyp in ein gefäß gegeben. anschließend findet die ziehung des titels statt. die fehlenden artikel werden ergänzt und die schreibanregung steht. nun wird eine zeit vorgegeben, die zum schreiben zur verfügung steht. anschließend werden die texte vorgestellt und ein feedback gegeben.

dieses lotto kann in der folge variiert werden. so werden zum beispiel vier adjektive gezogen, zu denen ein text verfasst werden soll (oder vier nomen). es kann auch keine überschrift, sondern eine frage aus den vier wörtern formuliert werden, die dann mit einer geschichte zu beantworten ist. diese lotterie kann in jede erdenkliche richtung variiert werden.