Schlagwort-Archive: umbruch

kreatives schreiben und experimente

manche schreibgruppen arbeiten schon lange zeit zusammen. manche menschen wenden über jahre die techniken des kreativen schreibens an. im laufe der zeit kann das material an schreibanregungen oder schreibübungen immer wieder in die gleichen bahnen geraten.

in solchen momenten ist zu überlegen, ob man neben änderungen an den schreibaufgaben nicht auch einmal änderungen an der sprache vornehmen könnte. manche schreibaufgabe beinhaltet diese idee, aber sie bietet nicht die freiheit des experiments. so kann es für jeden schreibenden zum ansporn werden, einer schreibanregung zwar zu folgen, aber nach der fertigstellung des ersten textes, ihn noch einmal mit ganz anderen worten zu verfassen.

dabei ist dann alles möglich. entweder werden bestimmte slangs oder dialekte verwendet um die farbe der sprache zu verändern. oder es werden nach bestimmten reihenfolgen sätze aus dem text gestrichen und hinzugefügt. es gibt aber auch die möglichkeit, sich mit einzelnen abschnitten des textes zu befassen und jeden abschnitt in einem anderen stil wiederzugeben.

noch spannender und experimenteller wird es, wenn nicht nur die sprache, der rhythmus oder die aussage verändert werden. die ganze geschichte kann in eine surreale form überführt werden. dabei können neue abschnitte hinzugefügt werden, die eigentlich inhaltlich aus einerm anderen text stammen. ob nun zitate aus eigenen anderen texten eingefügt werden oder zitate aus der zeitung, aus büchern den verlauf unterbrechen. es können wörter vertauscht werden, es können über die suchfunktion des schreibprogramms im computer bestimmte worte durch andere unpassende worte ersetzt werden. dem durch- und unterbrechen einer textstruktur sind keine kreativen grenzen gesetzt. einen stil im gegensatz zum inhalt anzuwenden, ist auch eine form von verstörung oder eben experiment. der versuch ist es wert, auch wenn mancher text erst einmal darunter leiden könnte. andere texte werden eventuell durch veränderungen aufgewertet. auch dies alles ein großes experiment mit einem text.

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biografisches schreiben und gelesenes

mensch greift gern zu geschriebenem anderer menschen, wenn er nicht mehr weiter weiß oder ein wenig muse hat. in diesen momenten kann es passieren, dass das gelesene so großen einfluss auf ihn hat, dass er sein ganzes leben verändert. einem neuen glauben beitritt, anfängt selber zu schreiben oder seine ernährung vollständig ändert. geschriebenes hat also einfluss auf unsere lebensgeschichte. dies wird beim erfassen der eigenen biografie oft gern vergessen.

gelesenes kann ein buch oder ein zeitungsartikel sein. oft ist geschriebenes der erweiterte ausdruck einer gesellschaftlichen entwicklung, doch das muss nicht sein. so hat der mensch im vorfeld eventuell für sich festgestellt, es muss sich etwas ändern. dann muss er nur noch zum passenden buch greifen und schon steht der entschluss fest, einen bruch ins leben einzufügen. gelesenes kann den heranreifenden entschluss nur bestärken. genauso kann gelesenes aber auch der auslöser eines umdenkens sein. das lässt sich nur im nachhinein feststellen. aber da sage noch einmal einer sagen, literatur habe wenig einfluss auf die menschen und die gesellschaft.

wichtig erscheint hier aber vorrangig, dass es hilfreich beim verfassen der eigenen lebensgeschichte sein kann, einen blick auf die konsumierten kulturgüter zu werfen, mit der frage, welches schreibprodukt hatte den größten einfluss auf mein leben? dabei kann im nachhinein erstaunliches zutage treten. vergleicht man diese betrachtung mit der frage, welcher film, welche fernsehsendung oder welche homepage das eigene leben stark beeinflusst haben, werden die meisten menschen feststellen, dass die wirkung der bücher meist größer ist.

dazu gehört natürlich, dass man überhaupt bücher oder zeitungen liest. es ist aber meist ein zusammenhang herzustellen, dass jemand bücher liest und auf die idee kommt, seine lebensgeschichte zu verfassen. was nicht heisst, dass die anderen lebensgeschichten nicht genauso interessant wären. doch dazu in den nächsten betrachtungen zum biografischen schreiben mehr.

biografisches schreiben und umbrüche

 

arbeitgeber bevorzugten früher bei neueinstellungen gerne bewerber mit einem lückenlosen lebenslauf. das hat sich in vielen bereichen inzwischen stark geändert. stellte man doch fest, dass menschen, die krisen oder pausen in ihrem lebenslauf vorwiesen meist den arbeitsanforderungen besser gewachsen waren. außerdem gibt es heutzutage kaum einen menschen, der ein arbeitsleben ohne wechsel vorweisen kann.

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