Schlagwort-Archive: umweltverschmutzung

schreibidee (340)

ich könnte geschichten erzählen über den gefrierpunkt des wassers in wasserleitungen, die schlecht isoliert und und beinahe unauffindbar verlaufend, irgendwann nicht mehr das flüssige nass transportieren und jegliche zufuhr verweigern. die konsequenzen zeigen einem, wie wichtig wasser in unserem alltag ist und wie unerbittlich die momentanen niedrigen temperaturen sind. darum eine schreibanregung für „wasser-geschichten“.

zu beginn erhalten alle teilnehmerInnen ein glas wasser und verfassen eine kurze geschichte zu der einstellung, ob man ein glas wasser für halb voll oder halb leer halte. dies kann eine biografische betrachtung oder ein kreativer text sein. die texte werden ohne anschließende feedbackrunde vorgetragen.

anschließend werden die bedeutungen des wassers für den menschen am flipchart gesammelt. das beginnt beim wassergehalt des menschlichen körpers über das grundbedürfnis des trinkens bis zum waschen und vielem mehr. die schreibgruppenteilnehmerInnen wählen sich einen aspekt aus der erstellten liste aus, erstellen ein cluster und schreiben eine geschichte. die geschichten werden anschließen in der gruppe vorgetragen und es findet eine kurze feedbackrunde statt.

da wasser, wie sich mit großer wahrscheinlichkeit bei der vorhergehenden schreibübung herausgestellt hat, existentiell ist, soll in der nächsten schreibanregung ein blick auf die probleme mit wasser geworfen werden. die einen haben zu viel wasser, die anderen zu wenig, wiederum anderen nur verschmutztes wasser und irgendwie ist aus der flüssigkeit ein handelsgut und ein kriegsgrund geworden. diese situationen werden sich mit großer wahrscheinlichkeit noch verschärfen. darum soll zum „problem“ wasser eine längere geschichte geschrieben werden. die texte werden in der gruppe vorgetragen und anschließend findet eine feedbackrunde statt, bei der betrachtet wird, wie überzeugend die wasser-probleme einfließen.

zum abschluss des treffen werden zu der aussage „stille wasser sind tief“ von allen teilnehmerInnen haikus verfasst, die anschließend vorgetragen werden. gemeinsam kann dann noch mit einem schluck wasser angestossen werden.

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leben neben der berliner feuerwehr (11)

pfingstsonntag – karneval der auto-kultur auf dem hinterhof der feuerwache. schon wenn sie auf ihren balkon treten wollen, da heute schönes wetter mit angenehmen temperaturen ist, sehen sie, heute wird wieder reparatur- und waschtag sein. denn da steht er wieder geschickt geparkt, der große leiterwagen, der in der fahrzeughalle immer so im weg ist, wenn man sein eigenes auto reparieren möchte. da muss man dann schon mal prioritäten setzen.

autos sind per se existenziell, vor allen dingen wenn man aus dem angrenzenden dünn besiedelten bundesland kommt. da haben auf der landstrasse autos noch echte bedeutung, da macht man was her. und wenn die gehöfte so weit auseinander liegen, dann stört es einen auch nicht, wenn man am sonntag nachmittag bei schönem wetter die zeit nutzt, um den trecker zu reparieren. also, warum sollte das hier stören, wenn das kulturgut auto gehegt und gepflegt wird?

auf anderen strassen berlins wird jetrommelt und jefeiert, da kann man doch hier mal ruhig in seinem cabrio über den hof fahren und zeigen, wie das verdeck hoch und runter fährt, nachdem man in der garage seinen eigenen kleinen rave gefeiert hat. oder man schleift an karrosserien rum, in der großen fahrzeughalle bei geöffneten toren, um alle teilhaben zu lassen an der autokulur, wenn schon auf den anliegenden strassen so wenig los ist.

mein vorschlag für die zukunft: man könnte sich überlegen, einen kleinen autokorso auf dem hinterhof seine runden drehen zu lassen, wenn sonst so wenig los ist. zuschauer gibt es: all die anwohner, die auf ihren balkonen sitzen und lesen oder schreiben oder einfach nur den arbeitsfreien tag genießen wollen. aus dem cabrio kommt der rave beim karneval der auto-kultur. und dann könnte man noch die bezirksstadträtin, die für umwelt und dergleichen zur schirmherrin machen.

p.s.: ist immer nur die eine schichtbesetzung. wenn man sie sieht, weiß man, heute gibt es wieder rambazamba im hinterhof.

leben neben der berliner feuerwehr (07)

von der raucherzone zur partyzone. wahrscheinlich die letzten zwei sommertage, es wird noch einmal warm, es scheint die sonne. die konsequenzen in der nachbarschaftlichen feuerwache: autoreparaturen in der garage gegenüber, motorrad rangieren am samstag, gequatsche bis tief in die nacht auf dem hof. am sonntag noch ein wenig schöner, eigentlich dauerbeschallung durch die heitere runde um den aschenbecher, am nachmittag der grill an, so zum kaffee. längst meldet das meteorologische institut gewitter und windböen, macht nichts, ist ja die feuerwehr. war doch ein grillnachmittag mit freunden geplant. man vermutet, dass irgendwann die feuerwache nicht mehr geschlossen werden muss, sondern sich selbst grillt. doch man hat es ja im griff und schon immer gemacht.

ach ja, freunde. es vergeht eigentlich kein tag, an dem nicht besuch kommt, der sich in der ferienzeit langweilt. beinahe jeden abend wird die raucherzone zur partyzone bis mitternacht oder später. die restlichen anwohner versuchen sich in ihrem sommerurlaub von den strapazen des arbeitsjahres zu erholen, die feuerwehr erholt sich während der arbeit. nur wenn es kleine hunde regnet, dann kann man ungestört fenster und türen geöffnet lassen. wenn es dann wenigstens interessante gespräche wären, die die eigene wohnung beschallen. gegenschall ist auch nicht die lösung. aber da hier gern tipps abgegeben werden, hier ein tipp: wie wäre es, einfach die eigene nachbarschaft am eigenen wohnort tag und nacht zu beschallen? so ganz privat, so richtig laut. oder wollen feuerwehrbeamte des landes berlin zuhause auch schlafen? fänd ich jetzt wirklich übertrieben.

p.s.: die zentrale beschwerdestelle der berliner feuerwehr ist glaube ich inzwischen ein fake mit anrufbeantworter. es ändert sich nichts, es gibt keine konsequenzen. sind wahrscheinlich alle im urlaub oder in der raucherzone.

web 2.40 – schadstoffregister des umweltbundesamtes

vor 25 jahren träumte man in der ökobewegung davon, dass man endlich einmal erfahre, was die großen betriebe alles so in die luft, ins wasser und in den boden entlassen. es war schwer, an brauchbare daten zu kommen. man konnte zum beispiel nur sehen, dass ein kleiner fluss, wenn er an der papierfabrik vorbeigeflossen war, jeden wochentag eine andere farbe erhielt und sich schlagartig eintrübte. die behörden sahen dies als ein notwendiges übel wirtschaftlichen erfolgs. oder man fuhr an leuna vorbei und konnte aus den schornsteinen aufsteigenden qualm in den knalligsten farben beobachten.

inzwischen werden schadstoffproduktion und verbringung gemeldet und registriert. sicherlich nicht alles, aber wer es nicht tut, kriegt probleme, sehr viel mehr als früher. das vom umweltbundesamt geführte schadstoffregister steht nun allen bürgern im internet zur verfügung. dies ist nicht unbedingt eine konsequenz deutscher politik, wohl aber eine konsequenz europäischer. und immerhin ist das umweltbundesamt die erste europäische behörde, die der entscheidung folgt.

ein schöner erfolg, auch wenn er über 25 jahre gedauert hat. und natürlich sollte ein gewisses misstrauen gegenüber gemachten oder auch nicht gemachten angaben, nicht aufgegeben werden. nur dieses misstrauen führte im laufe der jahre dazu, dass überhaupt umweltschutz nicht mehr ignoriert werden kann und dass die ökonomischen folgen einer verschmutzten umwelt inzwischen in viele rechnungen eingehen.

zu finden ist das register unter http://www.prtr.bund.de . es kann nach ortsname, postleitzahl oder in einer deutschlandkarte gesucht werden. eine einfach zu bedienende oberfläche macht die wahl recht leicht und gibt vielfältige informationen. das freut den öko.