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kreatives schreiben und wünsche

zum thema wünsche schon öfter erwähnt: die gute fee. sie kann beim kreativen schreiben eine zentrale figur sein. angefangen beim klassischen märchen, in dem irgendwann eine fee auftaucht und einem wünsche erfüllt, bis zu geschichten, in menschen sich die fee vorstellen oder es einen menschen gibt, der sich wie eine gute fee verhält. das spannende in diesem zusammenhang ist gar nicht die fee mit ihren fähigkeiten (die man als gebildeter mensch natürlich sofort in frage stellt 😉 ), also, das spannende ist nicht die fee, sondern es sind die wünschen, die die menschen haben.

was wünscht sich jemand, wenn er drei wünsche frei hat? das gewiefte kind wünscht sich natürlich als erstes so viele wünsche erfüllt zu bekommen, wie es notwendig ist. doch die fee lässt sich nicht überrumpeln und besteht darauf, nur drei wünsche zu benennen. nun, was erscheint einem so notwendig, dass es auf alle fälle in erfüllung gehen sollte? in diesem moment kann man mit dem kreativen schreiben ganz schnell märchen für erwachsene schreiben – über die doppelbödigkeit von wünsche, über wunschloses glücklichsein, über wirklich not-wendendes im leben, über die ungerechtigkeit der welt und vieles mehr.

die person, die die fee erfunden hat, die hat schon früh den pädagogischen wert der rückbesinnung auf das wesentliche und der wirkung von heilsversprechen erkannt. wünsche (zumindest im deutschsprachigen zusammenhang) haben auch immer etwas unverschämtes, etwas leistungsverweigerndes. wünsche sollen erfüllt und nicht erbracht werden. da dies schnell gesellschaftszersetzende tendenzen hervorrufen kann 😯 , kommt die gute fee nicht zu jedem. vorher muss also schon etwas Weiterlesen

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nabelschau (26)

fünf euro vs. eine halbe million. die welt ist ungerecht. dazu muss man nicht diesen blog lesen, der immer mal wieder darauf hinweist. alle leserInnen kennen wahrscheinlich situationen, in denen sie sich ungerecht behandelt fühlen. nur gerade wird die ungerechtigkeit zur priorität einer bundesregierung gemacht. es beschleicht einen das gefühl, dass da menschen zusammen sitzen, die sich sagen: „na wenn es schon ungerecht ist, dann gehen wir doch mal in die vollen. da ist noch spielraum.“

und wie man so schön formuliert: dieser spielraum wird voll ausgeschöpft. natürlich kann dabei erst einmal nicht von einem „spiel“ die rede sein. menschen, die wenig haben, sowohl wenige chancen als auch wenig geld. diesen menschen wird zu wenig geld gegeben, zumindest, wenn wir das prinzip einer solidargemeinschaft haben. und übrigens, das müsste inzwischen auch überall angekommen sein, jeder mensch kann in die situation geraten, zu wenig zu haben. jedenfalls stellte das bundesverfassungsgericht fest, dass das alles nicht so geht. was macht die politik? das gegenteil. ja, die csu ist sauer und will am liebsten den hartz-IV-satz gar nicht erhöhen, warum auch?

gut, man könnte sagen, in der finanzkrise haben wir uns so verschuldet, da geht gerade nicht mehr, erst einmal müssen wir wieder von den schulden runter. doch: ein tag – zwei meldungen. die hartz-IV-empfänger können mit `nem fünfer pro monat mehr rechnen (also gerade mal eine schachtel fluppen mehr). gleichzeitig stellte sich heraus, dass die zweite führungsebene bei den banken, die mit unseren milliarden gestützt wurden, einen jahresverdienst von locker über einer halben million euro haben (mindestens hunderttausend schachteln fluppen). nur die absolute leitungsebene wurde auf eine halbe million gedeckelt, die etage darunter zockt weiter ab. ach ja, und die boni gibt es auch noch.

tschuldigung, aber da hakt es jetzt doch aus: den einen signalisiert man, tut uns leid, aber ihr seid uns nicht viel wert, den anderen gibt man zu verstehen, wir sind bereit euren arbeitsplatz zig milliarden zu retten, dafür dürft ihr euch aber ruhig weiter ordentlich bedienen. sozialneid kann eine fiese sache sein, aber hier herrscht geistige verzerrung. was macht einen banker so viel wertvoller als eine mutter von vier kleinen kindern? diese frage muss (leider) inzwischen ernsthaft gestellt werden. das viel beschworen leistungsprinzip kann es jedenfalls nicht sein. und nur weil etwas schon immer so war, muss es nicht weiter so bleiben.

neu ist das alles nicht. doch an einem tag scheint dieser kontrast einzig zynisch. vielleicht sollten wir uns alle direkt an die bundesregierung wenden und eine stützung unserer gerade gegründeten privatbank einfordern 😀

selbstbefragung (44) – gerechtigkeit

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „gerechtigkeit„.

  • wie gerecht finden sie unsere welt? warum?
  • was empfinden sie als sehr ungerecht? beschreiben sie.
  • wer soll gerechtigkeit ihrer ansicht nach definieren, festlegen?
  • wie wehren sie sich gegen ungerechtigkeit? wie oft haben sie dies gemacht? beschreiben sie.
  • wer ist für sie in ihrem umfeld der gerechteste mensch?
  • wann waren sie das letzte mal ungerecht zu jemandem?
  • was würden sie an unserem rechtssystem verändern? begründen sie.
  • wo oder an wem wird gerade das größte unrecht begangen? wer ist ihrer ansicht nach dafür verantwortlich?
  • wann ist ihnen wirkliche gerechtigkeit widerfahren? zählen sie auf.
  • wie gerecht empfanden sie ihre eltern?