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schreibberatung und schreiben

vorab die klärung eines missverständnisses: eine schreibberatung ist keine rechtschreibberatung. darum geht es auch nur in zweiter oder dritter linie bei einer schreibberatung, um grammatik, schreibfehler oder die korrekte schreibweise. in erster linie geht es um die initiierung eines relativ entspannten schreibprozesses, der frei von qual und großen emotionalen belastungen ist.

darum suchen meist menschen die schreibberatung auf, deren schreibfluss ins stocken geraten ist, für die schreiben eine unglaubliche anstrengung darstellt. in der schreibberatung können dann techniken vermittelt werden, die einen eventuell schritt für schritt an freieren schreibprozess heranführen, zu dem es erst in zweiter oder dritter linie gehört, die entstandenen texte und geschichten grammatikalisch oder unter rechtschreibgesichtspunkten zu korrigieren.

bei der vermittlung von schreibtechniken in der schreibberatung können kleinere schreibübungen mit den ratsuchenden durchgeführt werden. das ausprobieren der vorgeschlagenen vorgehensweise lässt klientInnen leichter einschätzen, ob diese schreibtechnik für sie überhaupt eine sinnvolle ist. es kann gut sein, dass sich beim schreiben in der beratung herausstellt, diese technik ist schwer umsetzbar, sie bereitet ebenso schwierigkeiten, wie Weiterlesen

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schreibidee (296)

eine fundgrube für geschichten sind die orte, an denen viele menschen aufeinandertreffen und in kommunikation treten. dies kann an parteitagen, auf demonstrationen oder auch in grossraumwagen der züge sein. doch am reichhaltigsten sind die momente, in denen die menschen, die aufeinander treffen auch noch recht entspannt sind: bei parties. und wenn man dann gerade daran sitzt, dialoge schreiben zu wollen, dann sollte man einfach gut zuhören. hier eine schreibanregung zu „party-geplapper„.

am besten gestaltet man das schreibgruppentreffen zu einem kleinen stehempfang. wenn die teilnehmerInnen eintreffen, bekommen sie erst einmal ein gläschen sekt oder orangensaft, es stehen häppchen bereit und im hintergrund läuft unterhaltsame musik. wenn die schreibgruppe nachfragt, kann man sagen, es gäbe etwas zu feiern, man würde noch darauf zurückkommen. diese kleine stehparty kann man eine viertelstunde oder noch ein wenig länger stattfinden lassen. dann fordert man die teilnehmerInnen auf, bitte platz zu nehmen, und ohne lang zu überlegen, notizen zu machen, über was sie sich mit den anderen unterhalten haben und mit wem sie sich unterhalten haben.

erst jetzt wird eröffnet, dass es in diesem schreibgruppentreffen um den gepflegten smalltalk auf parties gehen wird. nun sollen die schreibenden versuchen, einen dialog, den sie geführt haben, niederzuschreiben. er sollte möglichst so unverkrampft klingen, wie er stattgefunden hat. vorab wird mitgeteilt, dass der dialog nicht vorzulesen ist, da es zu sehr persönlichen äußerungen gekommen sein kann. es geht eher darum den lockeren klang in schriftform zu bekommen, so dass er auch vorgelesen erkennbar wird.

im anschluss notieren sich die teilnehmerInnen drei veranstaltungen, bei denen menschen unverkrampft aufeinander stoßen. dies können partys aber auch vernissagen oder bierzelte sein. die veranstaltungen werden in der schreibgruppe kurz vorgestellt. aus allen veranstaltungen wählen sich die schreibenden jeweils eine aus – und beginnen ein gespräch (zu notieren). das gespräch muss nicht zwischen zwei personen stattfinden, es können auch mehrere beteiligt sein. alle sollten eine längeres „party-geplapper“ notieren. worum könnte es gehen, wer trifft aufeinander und was sind das für charaktere, die aufeinandertreffen? dies ergibt sich alles aus dem gespräch, das zum abschluss vorgetragen wird und es findet eine feedbackrunde statt. in dieser runde wird vor allen dingen betrachtet, wie gut der unverkrampfte tonfall getroffen wurde.

zum schluss kann die stehparty vom anfang wieder aufgenommen werden und noch ein vergnüglicher abschluss stattfinden, der vielleicht stoff für den nächsten geschriebenen dialog bietet.