Schlagwort-Archive: verbot

schreibspiel (04) – spiel der verbote

für dieses schreibspiel benötigt es einen spielleiter, der zwar auch mitschreiben kann, aber gleichzeitg die uhr im blick und den ablauf kennen sollte. das spiel basiert darauf, dass stück für stück neue regeln für den zu schreibenden text hinzu kommen. die regeln sprechen vor allen dingen verbote aus. so wird es im laufe der zeit immer schwieriger weiterzuschreiben.

bevor das spiel losgeht, werden alle teilnehmerInnen einer gruppe aufgefordert, auf einen zettel eine regel zu schreiben. die kann zum beispiel lauten: „ab sofort dürfen keine worte mehr verwendet werden, die mit „e“ beginnen.“ oder „keine namen mehr verwenden“ oder „ohne adjektive“. diese zettel werden vom spielleiter eingesammelt, kurz vorgestellt und dann gefalltet. anschließend wird zeitgleich angefangen, an einer kleinen geschichte zu schreiben. nach fünf minuten schreiben stoppt der spielleiter das schreiben und zieht den ersten zettel mit der ersten regel.

nun kann weitergeschrieben werden, aber die regel muss von allen befolgt werden. nach weiteren fünf minuten wird wieder gestoppt und die zweite regel gezogen. nun ist nicht nur die erste regel, sondern auch die zweite regel zu befolgen. und so geht es immer weiter. schon ab vier regeln kann das schreiben sehr schwer werden. das bedeutet, dass sich in fünf minuten nur noch ein paar sätze schreiben lassen.

dieses spiel kann in viele richtungen variiert werden. man kann zum beispiel sagen, dass regel eins nicht mehr gültig ist, wenn regel zwei in kraft tritt. oder man reduziert die regeln auf die anfangsbuchstaben der wörter, man reduziert auf worttypen, man reduziert auf satzlängen und so weiter. hier sind der fantasie keine grenzen gesetzt. es kann die schreibzeit beständig verlängert werden, da es immer schwieriger wird, aussagekräftige texte zu formulieren.

vor allen dingen werden teilnehmerInnen feststellen,, dass sie plötzlich ihre gesamte handlung verändern müssen, da sie bestimmte worte nicht mehr verwenden dürfen. im anschluss werden die texte sich gegenseitig vorgestellt.

schreibidee (61)

dieses mal geht es darum, aus einem verbot eine utopie zu entwickeln. das klingt jetzt kompliziert, ist es aber nicht, sondern eine möglichkeit persönliche vorstellungen kreativ zu fassen.
die teilnehmerInnen der schreibgruppe werden als erstes aufgefordert, etwas für sie wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste zu benennen. dabei sollte es sich am besten um einen gegenstand handeln. also zum beispiel ist der satz zu vervollständigen „ich kann nicht leben ohne…“. dann kann geantwortet werden, ohne schokolade, ohne meinen pc, ohne strom für die musikanlage, ohne gutes essen, ohne mein auto oder dergleichen mehr.


haben alle für sich notiert, auf was sie auf keinen fall verzichten wollen, dann tritt genau dieser moment ein. es ist ein text zu schreiben, wie das leben „ohne“ wäre. entweder für alle menschen oder auch nur für die autorInnen der schreibgruppe. wie lebt es sich in einer gesellschaft ohne schokolade, wie wäre es ohne autos oder wie sieht der alltag ohne strom aus. es sind viele alternativen und utopien denkbar.


die idee und schreibanregung ist sicherlich auch erweiterbar auf nicht-gegenständliche sachen, wie „liebe“, „luft“ oder „freundschaft“. doch die texte, die daraus resultieren werden, werden auf alle fälle schwerer zu schreiben sein, da die utopie schwerer vorstellbar ist. wie würde denn ein leben ohne luft aussehen? insgesamt können bei der umsetzung dieser schreibidee sicherlich tolle ideen und schräge gesellschaften entstehen.