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„verführung mit worten“ von karen christine angermayer – ein buchtipp

schreiben kann sexy sein, texte und geschichten können verführen, so die grundhaltung der autorin karen christine angermayer in ihrem buch. sie bietet in „verführung mit worten„, „33 quickies für erfolgreiche texte„. die quickies sind übungen und aufgaben, die an das eigene schreiben heranführen. hauptziel der übungen ist es, ein gefühl dafür zu bekommen, welches schreiben einem selber entspricht. was möchte man wirklich sagen, was möchte man ausdrücken, wo fühlt man sich wohl in seinen eigenen texten?

dabei versammelt angermayer bekanntes und eigenes zu schreibanregungen und -ideen, die zeitlich schnell umzusetzen sind, die erst einmal wenig aufwand benötigen. ziel ist aber schon eine regelmäßige anwendung der vorschläge, um die form des eigenen schreibens zu verändern, sich selber näher zu kommen. dies bedeutet auf der einen seite erst einmal zwar einen größeren zeitaufwand, hat aber auf der anderen seite mit großer wahrscheinlichkeit den effekt sexy texte zu schreiben, leserInnen besser zu erreichen. an dieser vorstellung ist auf alle fälle etwas dran.

und doch fand ich das buch etwas zwiespältig. um an die einzelnen schreibtechniken, übungen und ideen heranzuführen, gibt es einen längeren einstieg über die erotik des schreibens und die formen der verführung durch texte. mir ist der erste teil des buches zu defizitär formuliert, wird den leserInnen zu sehr vermittelt, dass sie mit großer wahrscheinlichkeit noch viel an ihrem stil, an ihrer schreibweise ändern müssen. das hätte das buch überhaupt nicht nötig gehabt, die grundidee trägt die vorstellung von allein, dass texte und geschichten sexy gestaltet werden können. denn haben wir nicht alle sowieso im hinterkopf, wir könnten noch besser schreiben und formulieren?

der zweite teil mit den quickies kommt viel versöhnlicher daher, zeigt den spaß und die freude am schreiben auf und motiviert mich als leser, die freiheiten beim schreiben zu nutzen, die mir kreatives herangehen immer bietet, also schüchternheit und zurückhaltung über bord zu werfen. hier eröffnen sich viele anreize, noch einmal an geschriebenem weiterzuarbeiten, texte aufzufrischen und die leserInnen auch ernst zu nehmen.

insgesamt ein lesenwertes buch mit vielen anregungen, das verständlich ist und viele aspekte des schreibens beleuchtet. sehr angenehm fand ich, dass die autorin eine menge eigener erfahrungen in ihre texte einfließen ließ und somit sehr verständlich macht, dass schreiben lernbar und nicht eine frage des talents ist. das buch ist 2011 im kösel-verlag in münchen erschienen. ISBN 978-3-466-30897-2

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