Schlagwort-Archive: verirrungen

kreatives schreiben und verirren

wie schon beim verirren während des verfassens einer abschlussarbeit kann man sich beim kreativen schreiben auch in der eigenen geschichte oder im eigenen text verheddern. doch hier gehört es eher zum schreiben dazu als bei wissenschaftlichen arbeiten.

viele große romane sind dadurch entstanden, dass die autorInnen ihren protagonisten freie hand ließen und schauten, wo die story letzten endes landete. sie konnten nicht vorhersagen, wie alles verlaufen wird. bei diesem schreibkonzept ist das verirren mit eingeplant und übernimmt sogar die funktion die geschichte am laufen zu halten. sicher, es gibt schriftstellerInnen die anders vorgehen und auch große romane verfassen, aber es geht auch anders.

einzige gefahr bei dieser form des schreibens: ich kann in einer sackgasse landen. das kann bei manchen geschichten oder romanen eine interessante irreführung für die leserInnen sein (vor allen dingen bei kriminalromanen), kann aber auch dazu führen, dass man ganze kapitel, abschnitte oder protagonisten rausschmeissen muss. die sackgasse würde den lesefluss unterbrechen und die frage aufwerfen, wozu erzählen uns dies die autorInnen.

ähnliches kann bei gegebenen schreibanregungen geschehen. plötzlich tauchen assoziationen auf, die überhaupt nichts mehr mit der anregung zu tun haben. auch dies ist legitim, kann die fantasie anregen und unterliegt keiner bewertung. denn es gibt nicht die vorgabe des „richtigen“ und „falschen“ assoziierens. schreibende haben immer die freiheit, das zu thematisieren, das ihnen gerade in den kopf kommt oder für sie in dem moment große bedeutung hat. es ist dann zum beispiel eher von der schreibgruppe auszuhalten, dass sie texte zu hören bekommen, die von der anregung weit fortführen.

wirkliche bezüge mussten nur im schulaufsatz hergestellt werden. das kreative schreiben bietet immer einen gelassenen umgang mit dem „verirren“. für außenstehende mag dies beliebig wirken. Weiterlesen

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liste (19) – verirrungen – verwirrungen

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um „verirrungen – verwirrungen„.

hierhin würde ich mich gern verirren:

diese dinge können mich am stärksten verwirren:

manches hat sich zu mir verirrt:

diese menschen möchte ich verwirren:

tage, an denen ich verirrt – verwirrt bin, bedeuten für mich:

biografisches schreiben und verirren

tja, man kann sich in seiner eigenen lebensgeschichte verirren. oder besser geschrieben, man kann sich in seiner biografie verheddern. das ist nicht schlimm, schadet den texten nicht, sondern zeigt einem, dass man an einem punkt ist, der einem gerade sehr wichtig ist.

da beschäftigt man sich gerade mit seiner schulzeit, erinnert sich an seine mitschülerInnen und fängt an, über das persönliche verhältnis zu den einzelnen personen zu schreiben. nicht genug damit, fallen einem noch die ganzen lehrerInnen ein, mit denen man zu tun hatte. und weiter geht es, plötzlich kommen einem die sitznachbarInnen des jeweiligen jahrgangs in den sinn. so schreibt und schreibt man über seine schulzeit, obwohl man eigentlich nur einen kurzen abschnitt dafür eingeplant hatte.

man hat sich in seinen erlebnissen verirrt, hat sich in der schulzeit verheddert. es ist nur ein zeichen dafür, dass es sich um eine wichtige zeit handelte, dass es viele erlebnisse gab und dass man sich noch an viel erinnert. beim schreiben der eigenen lebensgeschichte sollten solche verirrungen immer beachtung finden. man kann entweder entscheiden, ob man das kapitel über die schulzeit nicht ein wenig ausweitet. man kann einen eigenständigen zur schulzeit schreiben. man kann den entstandenen text radikal im nachhinein auf das wesentliche zusammenstreichen und sich freuen, dass man sich noch einmal an alles erinnert hat. man kann sich fragen, warum einem die schulzeit so wichtig war. und man kann einfach ein klassentreffen organisieren, da man gern alle mal wieder sehen möchte.

beim biografischen schreiben sollte man dem, was einen beschäftigt, raum geben. Weiterlesen