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web 2.0 und medien

das web 2.0 ist irgendwie ein medium für sich, das wiederum auf alle möglichen medien zurückgreift, sie verknüpft, neu arrangiert und ganze netze durch mediale welten spannt. es entstehen im web 2.0 gebilde, die keiner katalogisierten bibliothek oder einem filmarchiv entsprechen. es sind verwebungen, die lebendiger und interdisziplinärer erscheinen. dabei entstehen zusätzlich verknüpfungen mit subjektiven ausdrücken, bewertungen und emotionalen darstellungen.

neben der bedrohlichen sehr persönlichen datensammlung entsteht noch etwas ganz anderes: das web 2.0 erhält durch seine „leichte“ bedienung und die medienfülle eine dermaßen große vielfalt, wie sie für menschen vor einem jahrzehnt nicht vorstellbar schien. am spannendsten scheint mir dabei, dass auch eine geringe leserInnenzahl nicht verhindert, dass grandiose einzelne auftritte überall im web 2.0 glänzen. menschen drücken sich in einer vielfalt aus, die ihrer vielschichtigkeit gerechter wird, als alles zuvor dagewesene.

man schaue sich an, dass neben dem ganzen marktgeheul im netz, viel persönliche energie und kompetenz in ein stetig wachsendes gewebe eingespeist wird. es bestätigt die vorstellung, dass der mensch viel kreativer und schillernder ist, als ihm oft eingeredet wird. wäre da nicht eine teilweise enervierende urheberrechtsdebatte, die manches engagement schon wieder im keim erstickt, dann könnten sich noch mehr ausdrucksformen im web 2.0 finden (ich meine hier nicht die kriminellen download-seiten).

das web-2.0-bashing ist zwar weiterhin in mode, doch viele lassen sich dadurch nicht beirren und folgen einfach ihren interessen. so lang sich niemand gezwungen fühlt im sozialen netzwerk agieren zu müssen, kann das web 2.0 einen produktiven austausch befördern, der sich abseits der gewohnten kunst-, kultur- und medienpfade bewegt. dass daraus dann immer wieder neue pfade entstehen können, die im laufe der zeit Weiterlesen

web 2.50 – zettelkasten von daniel lüdecke

verknüpfen ist das zauberwort. der computer und das internet bieten die möglichkeit einer umfassenden verknüpfung von texten untereinander oder mit dateien wie musik, bildern oder filmen. da verknüpft man und verknüpft man (zum beispiel in diesem blog) und verliert bei der fülle leicht den überblick. wenn man dies als hobby macht, lässt es sich aushalten. doch wenn am schluss ein werk entstehen soll, dann kann das zusammensuchen der einzelnen dateien und vor allen dingen textbausteine anstrengend werden.

da freut es, wenn es einer benutzeroberfläche gibt, die einem einen digitalen zettelkasten zur verfügung stellt. so ein zettelkasten ermöglicht einem ganz neue sichtweisen, sogar eventuell ein anderes arbeiten und denken. niklas luhman hat sich über diese veränderungen viele gedanken gemacht, daniel lüdecke hat sie aufgegriffen und einen digitalen zettelkasten entwickelt. dieser wächst auch in seinen anwendungsmöglichkeiten. natürlich muss der mensch noch den großteil der daten angeben, auch die passenden stichwörter und teilweise die verknüpfungen.

aber das programm sucht auch einmal gern eigenständig ähnlichkeiten und übereinstimmungen heraus, wenn man es machen lässt. so lässt sich jedenfalls eine übersichtliche literaturdatei, ein gedankenpool, eine doktorarbeit 😉 erstellen. und dies sowohl für apple-computer, für windows und für linux. gefunden habe ich diese wunderbare programm nicht allein, es stand bei frederick weitz im blog ( http://frederikweitz.blogspot.com/ ). und es ist für lau herunterladbar bei daniel lüdecke unter http://zettelkasten.danielluedecke.de/index.php . viel spaß mit all den zetteln ohne sich zu verzetteln 🙂