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mein computer und ich – eine umgangslehre (23)

anleitung

die verlagerung vieler techniken und daten des computers ins internet und in die cloud ist problematisch, wenn man nach unkomplizierter hilfe sucht. denn viele handbücher, anleitungen und hilfe-funktionen werden nicht mehr auf der festplatte abgelegt, sondern sind mit dem netz gekoppelt. dabei ist es ganz gleich, ob es sich um fragestellung zur software oder zur hardware handelt.

ein kleines gedankenspiel: stellen sie sich vor, ihre soft- oder hardware hakt und rumpelt in die falsche richtung. nun rufen sie die jeweilige hilfefunktion auf. sie lässt sich noch aufrufen, aber die eigentlichen informationen sind nicht mehr auf ihrer festplatte zu finden, sondern es muss dafür eine verbindung zum internet hergestellt werden. das dumme bei diesem problem ist aber, dass wegen des rumpelns und hakens ihres computers, der internetzugang nicht mehr möglich ist. ab diesem moment finden sie keine ausreichenden und ausführlichen anleitungen zur fehlerbehebung mehr.

ähnlich kann es sich mit installationen verhalten. die anleitung für eine korrekte installation ist meist nur noch online abrufbar und eben nicht mehr in einem handbuch nachlesbar. doch manche installation benötigt die trennung vom internet. man kann aber auch noch einen schritt weiter gehen: manche suchfunktionen der hilfe-angebote finden bei eingabe der schwierigkeiten keinen anleitungen mehr, sondern irgendwelche unerquicklichen foren, die sich eher in diskursen über die richtige formulierung ergehen als in der lösung eines problems.

bei den anleitungen ergibt sich ein dritter aspekt: sie sind zum teil so schlecht formuliert, dass man sie einfach nicht versteht. zum glück gibt es für viele schwierigkeiten inzwischen von usern selbst gedrehte filmchen in blogs und foren. die sind oft hilfreicher als die auskünfte der produzenten von hard- und software.

man hat also nur zwei möglichkeiten: entweder verlässt man sich auf learning bei doing oder man hofft, dass nie der kontakt zum internet verloren geht und informiert sich noch zusätzlich in privaten foren und auf privaten homepages. das vorhandene angebot ist in vielen zusammenhängen zu gering und zu unklar. das absurde in diesem kontext ist aber, dass eine umfassende anleitung heute viel zu leichter mit querverweisen und brauchbaren suchfunktionen versehen und auf einer festplatte verankert werden kann.

doch die arbeit macht sich niemand mehr. beliebter bei den herstellerInnen ist es, die nutzerzahl auf den eigenen webseiten in die höhe zu treiben und die kontrolle über die installierten produkte nicht zu verlieren. dies scheint mir der einzige grund zu sein, weshalb viele informationen ins internet verschoben werden. an den speicherkapazitäten der pcs und der anderen digitalen geräte kann es nicht liegen.

schreibidee (335)

je technischer und digitaler die welt daherkommt, desto komplizierter kann einem das leben vorkommen. wer dann hofft, dass er hilfestellung im internet oder gedruckt findet, um die ganzen sich ständig erneuernden geräte bedienen zu können, der kann sich schnell getäuscht sehen. teilweise sind die anleitungen für geräte, aber auch für software und ähnliches, sehr kryptisch. die stichwortverzeichnisse im anhang geben selten das wieder, was im vorderen bereich notiert wurde. darum sollen heute in der schreibanregung „gebrauchsanweisungen“ geschrieben werden.

dieses mal wird als einstieg in die schreibidee gezeichnet. als vorlage könnte eine ikea-zeichnung zum zusammenbau eines möbelstücks dienen. die schreibgruppenleitung bringt einen gebrauchsgegenstand mit und fordert alle teilnehmerInnen auf, die richtige benutzung des gegenstands in zeichnungen festzuhalten. dabei kann es sich zum beispiel um einen dosenöffner, ein handrührgerät oder einen föhn handeln. die piktogramme sollen möglichst für alle verständlich sein.

anschließend wird das gezeichnete von den schreibgruppenteilnehmerInnen in worte gefasst. also am beispiel des föhns: was sind die voraussetzungen, um einen föhn zu verwenden? nasse haare und eine steckdose. was muss man dann machen? für was kann man einen föhn noch verwenden? und was sollte man auf keinen fall mit einem föhn machen? sind die gebrauchsanweisungen fertig, werden sie mit den piktogrammen zusammen in der schreibgruppe vorgestellt. bei einer feedbackrunde wird vor allen dingen betrachtet, wie allgemeinverständlich die beschreibungen sind.

im anschluss wird es noch ein wenig komplizierter. alle schreibenden sind aufgefordert, eine gebrauchsanweisung über sich zu schreiben. wie sollte man mit ihnen umgehen? was ist beim umgang zu beachten? und was muss man tun, um bestimmte handlungen oder ergebnisse zu erreichen. dieses mal wird die vorgehensweise umgekehrt: erst wird die gebrauchsanweisung für einen selber geschrieben und dann wird das ganze in kleine zeichnungen gebracht. darunter können auch verbotsschilder sein. was sollte man auf keinen fall mit ihnen machen.

die aufgabe kann beim vorstellen in der feedbackrunde viel heiterkeit hervorrufen. außerdem bekommen die schreibgruppenteilnehmerInnen vielleicht noch mehr gespür füreinander. sollte im anschluss noch zeit übrig sein, dann kann auch eine gebrauchsanweisung für den umgang mit den eigenen texten verfasst werden, die zum abschluss vorgetragen wird.