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schreibidee (356)

„theater, theater…“ sang einmal katja ebstein (http://www.youtube.com/watch?v=aVIw5axKze8). ein lied, dass vor lauter metaphern beinahe platzt und doch so langsam auf die heutige schreibidee zuführt. es geht um das, was gespielt ist, was man sonst nicht sieht. darum eine schreibanregung zu „hinter-dem-vorhang-geschichten“.

zu anfang erstellen alle schreibgruppenteilnehmerInnen eine lange liste, wo es im alltag wichtige und weniger wichtige vorhänge gibt. sie begegnen uns sehr oft, doch man nimmt sie teilweise kaum war. mag es ein kämmerlein oder eine geisterbahn sein, beim arzt oder im zug, überall finden sich vorhänge. diese listen werden in der schreibgruppe am flipchart zusammengetragen. anschließend wählen sich alle teilnehmerInnen aus dem pool ein beispiel aus.

nun werden das ambiente und die üblichen situationen aus der sicht des vorhangs beschrieben. was erlebt der vorhang an einem tag in einem monat oder über die zeiten hinweg. die geschichten werden in der schreibgruppe vorgetragen und es gibt eine kurze feedbackrunde.

doch viel interessanter ist es ja, was hinter dem vorhang passiert, wenn er zu gezogen ist. dafür wird abermals ein vorhang-beispiel von den teilnehmerInnen gewählt. es soll eine kurze geschichte geschrieben werden, in der jemand einen geschlossene vorhang wahrnimmt und anfängt darüber zu spekulieren, was dahinter geschieht. so eine art schlüsselloch-geschichte, ohne wirklich zu wissen, was sache ist. die spekulation steht im vordergrund. auch diese geschichte wird in der gruppe vorgetragen und es findet eine kurze feedbackrunde statt.

die eigentliche story ist dieses mal zu anfang vorgegeben. die schreibgruppenleitung hat einen kurze text verfasst, in dem jemand an einen unbekannten ort kommt, sich durch ein labyrinth aus gängen und treppen bewegt und plötzlich vor einem vorhang steht und seltsame geräusche hört. in diesem moment bricht die vorgabe ab und alle teilnehmerInnen sollen die geschichte zu ende führen. es kann viel spaß machen zu spekulieren, wer den, die protagonistIn durch den vorhang schreiten lässt und was sich dahinter verbirgt. die geschichten werden vorgetragen und es findet eine ausführliche feedbackrunde statt.

zum abschluss kann noch ein kurzer dialog zwischen eine person hinter dem duschvorhang und einer davor geschrieben werden.

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selbstbefragung (123) – finden

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um das „finden„.

  • was haben sie in letzter zeit gesucht und gefunden?
  • was haben sie in letzter zeit gesucht und nicht gefunden?
  • was haben sie in letzter zeit vor anderen versteckt, damit sie es nicht finden?
  • was wurde vor ihnen versteckt?
  • welcher fund (dabei muss es sich um keinen gegenstand handeln) war der für sie wertvollste in ihrem leben?
  • wie oft verlegen sie etwas? warum?
  • welchen fund möchten sie nie machen?
  • wie finden sie am schnellsten dinge wieder?
  • wer oder was hat sie gefunden? beschreiben sie.
  • wann wird finden für sie eine echte überraschung? beschreiben sie.

schreibidee (265)

in einem sehr witzigen lied heisst es: „der mensch ist ein suchender. such, such, such!“. das bringt wahrscheinlich auf den punkt, was wir einen großteil unserer zeit machen. abgesehen von der suche nach schlüsseln, verlegten dingen oder weggelaufenen kindern, suchen wir anscheinend noch nach anderem. zumindest machen viele einen recht angestrengten eindruck bei der suche nach dem „richtigen“, „wahren“ oder „schönen“ leben. na dann, seien wir doch mal angeregt, geschichten „auf der suche“ zu schreiben.

die schreibgruppe beginnt damit, dass im raum mehrere gegenstände versteckt wurden, die zu suchen sind. die gruppenteilnehmerInnen erkennen sie daran, dass sie nicht an den ort passen, an dem sie sich befinden. während der suche machen sie die schreibenden teilnehmerInnen notizen zu suche. warum schauen sie wohin, wie fühlt es sich an oder was empfindet man, wenn man etwas entdeckt hat. sollten die teilnehmerInnen etwas entdeckt haben, dürfen sie die den anderen nicht mitteilen, sondern notieren sich den gegenstand. nun wird ein maximal zweiseitiger text über die suche geschrieben und dann wird noch über einen gegenstand und dessen entdeckung ein kurzer text geschrieben.

führt man diese schreibidee öfter durch, könnte man alle teilnehmerInnen auch mal auf die suche schicken, ohne etwas versteckt zu haben. natürlich müssten in dem raum etliche gegenstände sein. es wäre interessant, was die schreibgruppenteilnehmerInnen für entdeckungen halten. nach dem schreiben, werden nur die kurzen texte zu jeweils einer entdeckung vorgelesen.

anschließend notieren alle teilnehmerInnen jeweils eine liste mit fünf dingen oder eigenschaften oder ereignissen, die sie gerade oder schon länger suchen. davon wird ein punkt ausgewählt. nun schauen alle noch einmal die notizen und den text zur suche an. und in der folge wird eine längere geschichte zur suche nach der einen sache geschrieben. dabei kann diese gefunden werden, nicht gefunden werden, aufgegeben werden mit der suche oder dergleichen mehr. die geschichten werden vorgelesen und es gibt eine feedbackrunde.

zum schluss werden noch kurze suchanweisungen verfasst . alle schreibgruppenteilnehmerInnen schreiben oben auf ein blatt etwas, das sie suchen. dieses blatt wird reihum gegeben und alle schreibenden geben notieren unter den begriff einen tipp, was man tun kann, um die sache zu finden. am interessantesten wird es, wenn man die schon notierten tipps umfaltet, damit alle nicht sehen, was ihre vorgängerInnen geschrieben haben. ist der zettel wieder bei den begriffsfinderInnen angelangt, werden die begriffe mit allen suchtipps vorgetragen.