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wordpress.com geht immer verschlungenere pfade

das anliegen ist ein schönes, die ergebnisse werden immer anstrengender und rauben vermehrt zeit. wordpress.com versucht seit längerer zeit stück für stück die angebote auszubauen. darum erhalten die bloggerInnen immer mehr funktionen für den webauftritt. so kann man nun formulare einrichte, sich mit diversen plattformen und angeboten verschränken, die mediathek vielfältigst nutzen, immer mehr am layout verändern, von phones und pads den blog bestücken und vieles mehr.

leider gibt es einen nebeneffekt, der von woche zu woche stärker in den vordergrund rückt. allein die einstellungen, die zu beachten und vorzunehmen sind, haben inzwischen eine dimension erreicht, bei der man sich an photoshop erinnert fühlt 😉 das kommentieren ist inzwischen eine kunst für sich geworden, die vor allen dingen oft gar nicht mehr funktioniert. für jeden schnickschnack muss man inzwischen angemeldet und noch einmal angemeldet sein. man muss drei tricks anwenden, damit der blog nicht ein einziger ewig langer wurmfortsatz auf den bildschirmen der userInnen wird. die verschränkung mit facebook fordert immer wieder zu einer neuverknüpfung auf, obwohl alles hübsch funktioniert.

liest man sich die foren durch, häufen sich in letzter zeit die unzufriedenheiten – vor allen dingen von menschen, die viel bloggen. jeder kritik wird letztendlich damit begegnet, dass erklärt wird, die mehrheit hätte aber gern diese veränderung oder es geschehe alle aus sicherheitsgründen. dabei werden dann durch die hintertür follows und abos aufgebaut, die man erst wieder verneinen oder auch nur schweigend aushalten muss. abgesehen von den bugs und technischen problemen, stellt sich die frage, wozu das alles? andere web-2.0-angebote verschlanken eher, aber hier wuchert an jeder ecke etwas neues. will man das wirklich haben? braucht man das?

ein vorteil des bloggens war es einmal, dass es schnell und unkompliziert geht. dass andere menschen schnell darauf reagieren können und dass jeder, der lustig ist, individuell zusätzliche schnickschnack installieren kann. doch nun wird verstärkt pauschal für alle installiert, ob man will oder nicht. das rückgängig-machen liegt beim user und fordert stete zusätzliche schritte.

ich beschreibe dies hier nur, um aufzuzeigen, dass die nutzung von wordpress.com immer mehr zeit in anspruch nimmt. etwas, wofür man eigentlich nicht bloggt. und auch wordpress.org ist auf dem weg einer immer unüberschaubareren komplexität. ist das wirklich gewünscht – von allen anderen? ich bin mir da nicht mehr so sicher. will man wirklich jede woche wieder etwas neu einrichten, einstellen und überprüfen müssen? also ich eigentlich nicht. – schade!

mein computer und ich – eine umgangslehre (19)

lust

in dieser rubrik wurde bisher über die digitalen wunderkisten viel gemeckert und gegrummelt. aber es muss auch einmal ein anderer blick darauf geworfen werden.

hätte man sich vor ein paar jahren vorstellen können, dass man eben mal ein interview am eigenen pc mit jemandem von einer ngo in kabul durchführt (via skype)? oder hätte sich jemand träumen lassen, dass man ratzfatz für wenig geld ein buch veröffentlicht, das weltweit gekauft werden kann? hätte man sich überhaupt vorstellen können, ein buch zu tippen, zu layouten, die seiten zu gestalten, den buchumschlag selbst zu entwerfen und alles druckreif fertigzustellen?

die computer erweitern unsere kompetenzen nicht selten um enorme fähigkeiten. schaut man sich einfach mal an, wie viele menschen, wie tolle fotos machen, sie bearbeiten, einen blick für interessantes entwickeln und dafür kaum etwas bezahlen müssen. oder wie viele menschen sich im november zusammentun, gleichzeitig an büchern und längeren geschichten schreiben, sich darüber austauschen und am ende des monats 50 000 wörter geschrieben haben. oder wie viele menschen zusammen spielen, und seien es auch irgendwelche ballerspiele, aber sie treffen sich regelmäßig grenzübergreifend und virtuell.

der computer und das internet können lust auf mehr machen. das mag manchmal fatal sein, da beinahe nur noch zeit vor dem gerät verbracht wird, aber es unterscheidet sich gravierend vom fernseher. der computer ist nicht nur ein medium, er ist viele medien – abwechslung ist also möglich. und der computer verlangt von den nutzerInnen eher eine aktive rolle, denn eine ausschließlich passive rolle wie der fernseher. ganz spannend scheint mir, dass meist die generationen Weiterlesen

kreatives schreiben und kombinieren

der kreative remix des uncreative writing wurde hier schon oft und öfter thematisiert. wenn jemand mehr darüber erfahren möchte, einfach hier in der suchfunktion den begriff „remix“ oder „uncreative writing“ eingeben. darum hier noch ein weiterer blickwinkel zum kombinieren. dabei beziehe ich mich eher auf die frage, „wer definiert das kreative schreiben?“.

es gibt einen diskurs darüber, ob kreatives schreiben ausschließlich als literarisch-ästhetisches schreiben, ob es einzig als schreiben für den persönlichen ausdruck oder ob es in anlehnung an das „creative writing“ zu verstehen ist. die diskussion krankt daran, dass es keine umfassende definition des begriffes „kreativ“ gibt, dass man unter „schreiben“ jegliche schriftliche formulierung verstehen kann und dass die bezeichnung „kreatives schreiben“ sehr vielfältig verwendet wird.

doch muss man sich denn festlegen? welchen sinn macht dies? ich bin der meinung, dass es im hintergrund der vorgehensweisen und debatten einen grundkonsens gibt, an dem man sich orientieren kann. ganz gleich, welches buch man aufschlägt oder wessen meinung man hört, in einem punkt sind sich alle einig: schreiben und in der folge „kreatives schreiben“ kann jeder mensch lernen. der genie-gedanken von der veranlagung zum bestseller-autor, zur bestseller-autorin ist veraltet und widerlegt.

schreiben ist verknüpft mit lernen und arbeit, kreatives schreiben basiert in allen vorstellungen auf die anwendung bestimmter schreib- und assoziationstechniken. die vorstellung, welche techniken zum kreativen schreiben gehören, variieren ein wenig, aber sind sich doch in vielen aussagen zumindest ähnlich, wenn nicht sogar identisch. mit diesem pool verschiedener vorgehensweisen lässt sich das kreative schreiben ganz gut umschreiben und fassen.

wiederum der kreativität zugehörig ist die vorstellung der neukombination von bereits vorhandenem. kreativität basiert auf spiel, experiment und kombination. dinge werden kombiniert und in verbindung gebracht, die bis dato kaum in kontakt kamen. so lassen sich natürlich auch diverse arbeitsfelder mit dem Weiterlesen

web 2.0 und bürokratie

das internet suggeriert, dass viele arbeitsabläufe einfacher und nutzerfreundlicher werden. viele würden dem heute widersprechen. es möge einzelne, kurze momente sein, in denen man das gefühl hat, dass etwas einfacher umsetzbar ist. doch wenn man viel am computer arbeitet und einen großen teil seiner kommunikation über das internet und web 2.0 laufen lässt, wird man schnell eines besseren belehrt.

das fängt schon bei den diversen passwörtern an. manch einer schwört ja immer noch auf sein einziges, umfassendes passwort, empfehlenswert ist die nicht. in kombination mit diversen nutzernamen, pins und anderem sammelt sich schon bürokratisches material an. zudem werden heute gern informationen und nachrichten zusätzlich, neben anderen informationsquellen, per mail versendet. da kein papier verbraucht wird, wachsen die berge an dateien und elektropost bei allen an.

und diverse abläufe werden inzwischen ins netz verlagert. doch leider nicht ohne hürden. ob es die finanz- oder die arbeitsverwaltung, ob bezirke oder bahnfahren, das internet wird zum digitalen büro. nur leider sind viele angebote nicht kompatibel, nicht für jeden nutzbar, das nachfragen ist kompliziert und dergleichen mehr. so schaffen es etliche berliner ämter, nur eine zentrale mailadresse zur verfügung zu stellen. dadurch erreicht man zuständige mitarbeiterInnen nur noch, wenn diese sich vorher schon einmal bei einem gemeldet habe.

im web 2.0 und internet sind wir inzwischen aufgefordert mehrgleisig zu fahren. manche menschen reduzieren die möglichkeiten der telefonischen erreichbarkeit (haben keinen ab oder keine mailbox mehr) mit der begründung, per mail seien sie ja erreichbar. doch da alle so viele mails erhalten, verzögern sich die reaktionen immer stärker. das hat den effekt, dass man heute eigentlich nicht erwarten kann, auf eine mail auch eine antwort zu erhalten. durch die vervielfältigung der kommunikationswege schwillt somit die bürokratie an.

und schnell fließt in die unbewältigbarkeit der auflaufenden kommunikation eine form der überforderung oder verweigerung. dies wiederum wird von anderen personalisiert und zur unhöflichkeit degradiert. die unklarheiten und unsicherheiten der digitalen welt lassen manche berufliche kommunikation Weiterlesen

web 2.0 und medien

das web 2.0 ist irgendwie ein medium für sich, das wiederum auf alle möglichen medien zurückgreift, sie verknüpft, neu arrangiert und ganze netze durch mediale welten spannt. es entstehen im web 2.0 gebilde, die keiner katalogisierten bibliothek oder einem filmarchiv entsprechen. es sind verwebungen, die lebendiger und interdisziplinärer erscheinen. dabei entstehen zusätzlich verknüpfungen mit subjektiven ausdrücken, bewertungen und emotionalen darstellungen.

neben der bedrohlichen sehr persönlichen datensammlung entsteht noch etwas ganz anderes: das web 2.0 erhält durch seine „leichte“ bedienung und die medienfülle eine dermaßen große vielfalt, wie sie für menschen vor einem jahrzehnt nicht vorstellbar schien. am spannendsten scheint mir dabei, dass auch eine geringe leserInnenzahl nicht verhindert, dass grandiose einzelne auftritte überall im web 2.0 glänzen. menschen drücken sich in einer vielfalt aus, die ihrer vielschichtigkeit gerechter wird, als alles zuvor dagewesene.

man schaue sich an, dass neben dem ganzen marktgeheul im netz, viel persönliche energie und kompetenz in ein stetig wachsendes gewebe eingespeist wird. es bestätigt die vorstellung, dass der mensch viel kreativer und schillernder ist, als ihm oft eingeredet wird. wäre da nicht eine teilweise enervierende urheberrechtsdebatte, die manches engagement schon wieder im keim erstickt, dann könnten sich noch mehr ausdrucksformen im web 2.0 finden (ich meine hier nicht die kriminellen download-seiten).

das web-2.0-bashing ist zwar weiterhin in mode, doch viele lassen sich dadurch nicht beirren und folgen einfach ihren interessen. so lang sich niemand gezwungen fühlt im sozialen netzwerk agieren zu müssen, kann das web 2.0 einen produktiven austausch befördern, der sich abseits der gewohnten kunst-, kultur- und medienpfade bewegt. dass daraus dann immer wieder neue pfade entstehen können, die im laufe der zeit Weiterlesen

kreatives schreiben und wasser

im beitrag zum biografischen schreiben und dem wasser habe ich schon einige schreibideen aufgezeigt. beim kreativen schreiben scheint mir „wasser“ unendliche möglichkeiten anzubieten. da wasser so eine enorme bedeutung für uns menschen hat, taucht es auch überall auf. man kann geschichten zu allen aspekten und formen des wassers schreiben.

und doch scheint das wasser immer erst eine form annehmen zu müssen, um es wirklich gefasst zu bekommen. es ist so verwandlungsfähig. im gegensatz zu den elementen wind, erde und feuer scheint die vielfalt beim wasser größer. und um dem ganzen die krone aufzusetzen, ist das schlichte wasser schriftlich ebenso schwer zu fassen wie für die naturwissenschaftler. die gründe für die konsistenz von wasser waren schwer zu entschlüsseln. und warum wasser zum beispiel bei vier grad celsius die grösste dichte hat, warum eis oben schwimmt, warum schneeflocken so auskristallisieren, wie sie kristallisieren, bleibt weiterhin schwer zu erklären.

darum scheint mir das kreative schreiben gefragt, um mit fantasie anstatt mit wasserstoffbrücken, märchen über das wasser zu erfinden. es können nicht nur drei atome sein, die so viel hervorbringen. da muss ein zauber wirken, eben wie frau holle oder eiswesen, da muss es wassergeister und meeresgötter geben. warum schafft es der mond ebbe und flut mit dem wasser zu erschaffen, aber keine kleinen erdhügel oder größere flammen im kamin?

warum kann wasser gestein zerbersten lassen, aber ein stein ins wasser geworfen nur ringe und keine löcher verursachen? warum kann wind wellen verursachen aber wasser keine luft schlucken? warum Weiterlesen

web 2.0 und wildnis

der wildwuchs im internet und explizit im web 2.0 nimmt unaufhörlich zu. kein mensch wird mehr den überblick haben, was eigentlich wann wo anfängt zu wuchern, was sich ausbreitet, was gelöscht wird und was vor sich hin kümmert. das können nur noch computer mit hohen rechenleistungen erfassen, doch selbst die werden nur das festhalten, das von menschen gesucht wird.

das netz ist wie ein dschungel. oben blühen die aufgesetzten pflanzen, die gar nicht im boden wurzeln, sondern das wasser aus der luft entnehmen und nährstoffe mit dem regen und kleinem getier aufnehmen. aber prächtig sehen sie aus. dazwischen ranken lianen und anderer pflanzen, die es gerade noch vom boden nach oben schaffen. halt geben die riesigen stämme der so genannten urwaldriesen, die ihr blätterdach nur ganz oben ausbreiten.

und ganz unten modert das, was oben nicht mehr genug licht oder nahrung bekommt. es bildet die grundlage für alles oben wuchernde. vom bildschirm aus betrachtet ist das netz bunt, von den rechnern aus betrachtet eher sumpfig, chaotisch und flott in der verwertung. grundsätzlich bietet der boden nichts außer strom, „1“ und „0“.

und doch, auch dies gleicht dem urwald: es herrscht eine enorme artenvielfalt. es finden sich prächtige pflanzen und vögel in dem grünen chaos. man kann sie oft nur zufällig entdecken, nur teilweise zu fassen kriegen und ein teil der pracht ist sehr flüchtig. doch allein dafür lohnt sich der besuch im web. und werden die blüten des netzes oft genug aufgerufen, regnen klicks Weiterlesen

mein computer und ich – eine umgangslehre (05)

software

eines meiner liebsten themen: die programme, die den computer erst zum laufen bringen. sie können immer mehr, sind immer schneller und bündeln unglaublich viele funktionen. aber, und da bin ich wieder bei der usability, sie kommen irgendwie unfertig auf den markt. dafür gibt es gute und schlechte gründe. die guten gründe sind: da die menschen ihre software auf computern immer individueller zusammenstellen, können nicht alle kombinationen bedacht werden. nimmt man noch die peripherie (also die angeschlossenen geräte) dazu, kann man beim programmieren nicht alle eventualitäten bedenken. also muss nachgerüstet werden. die schlechten gründe: das produkt wird unfertig auf den markt gebracht, damit sich die nutzerInnen als testgruppe nützlich machen. es wäre zu zeitaufwendig, alle eventualitäten durchzutesten.

bei vielen technischen geräten ist dies aber üblich. erst die abnahme durch den tüv oder eine andere institution ermöglicht es, etwas auf den markt zu bringen. oder was glauben sie, was los wäre, wenn in einer produktionsstrasse eine autokonzerns software zum einsatz käme, die unvollständig ist und ständig durch fehler in der produktion auf sich aufmerksam macht. dass das vorkommen kann, das ist logisch und menschlich. dass es aber beinahe eingeplant ist, ein update nach dem anderen nachzuschieben, das macht sauer.

und dann noch die ständigen automatischen updates. viele programme haben die voreinstellung, dass man nicht mehr selber entscheidet, wann sich der eigene computer mit wem im internet verbindet. das macht das ding automatisch. das kann aber zur folge haben, dass plötzlich veränderungen in programmen auftauchen, die man gar nicht möchte. will man diesen ablauf verhindern, muss man sich jedesmal in die tiefen der einstellungen begeben, um das automatische updaten oder die automatische suche nach updates zu verhindern.

womit ich eigentlich schon bei meinem zweitliebsten thema bin: die usability. etliche programm werden mit neuerungen so vollgepackt, dass man stunden benötigt, um alle details in den einstellungen beachtet zu haben. macht man dies nicht, machen programme Weiterlesen

wissenschaftliches schreiben und textauswahl

was ist ein standardwerk? diese frage stellt sich allen menschen, die eine wissenschaftliche arbeit verfassen. denn die behauptung, dass ein buch oder ein text standard sei, ist leichter gesagt als geglaubt. ganz gleich, welches wissenschaftsgebiet und welches „fach“ man betrachtet, die aussagen, was standard in diesem forschungsbereich sei, gehen meist weit auseinander.

manchmal einigt sich ein forschungsverbund oder eine bestimmte wissenschaftliche schule auf ein grundlegendes werk, auf das sich alle weiteren schritte des forschens beziehen. somit kann man dieses buch oder diesen text für die jeweilige forschungsrichtung als standardwerk betrachten. und ich garantiere ihnen, es gibt mindestens einen vertreter, eine vertreterin dieser forschungsrichtung, die den „standard“ in frage stellen. das macht zwar zum einen überhaupt wissenschaft aus, also der diskurs über die grundlagen der eigenen annahmen und untersuchungen, es verunsichert aber gleichzeitig alle wissenschaftlich schreibenden, die überlegen, auf welches standardwerk sie sich in ihren betrachtungen beziehen sollten.

ein beispiel: sigmund freud hat großen einfluss auf die heutige psychologie gehabt. er wird oft erwähnt, zitiert und es wird sich auf ihn bezogen. noch häufiger stellen seine betrachtungen die grundlage für späteres psychotherapeutisches vorgehen und psychotherapeutische theorien dar. aber in der forschungsrichtung psychologie, an den hochschulen, wird freud kaum einbezogen. er wird mal kurz betrachtet, jedoch in vielen zusammenhängen als unwissenschaftlich abgetan. so werden die vorlesungen von freud sicherlich von den meisten lehrenden nicht als standard für ihre forschung in der psychologie betrachtet. bei den praktikern außerhalb der hochschulen sieht dies aber ganz anders aus.

doch wie soll man nun damit in einer wissenschaftlichen abschlussarbeit umgehen. einziger rat, den man geben kann, klären sie dies mit den wissenschaftlerInnen, die ihre arbeit betreuen. die vorstellung von „standardwerken“ ist eine zutiefst subjektive. das fiese daran ist, die verantwortlichen, darauf angesprochen, werden mit großer wahrscheinlichkeit immer sagen, dass ihre auswahl der standardwerke objektive kriterien folge und keinesfalls subjektiv sei. denn es handle sich schließlich um den standard aller. ohne diesen standard ist in ihren augen wissenschaftlliches arbeiten unvorstellbar. noch ein tipp: glauben sie es. verhalten sie sich strategisch und gehen sie erst einmal davon aus, wenn sie keine lust auf einen langen diskurs im rahmen einer abschlussarbeit haben.

noch einen schritt weiter: welche anderen texte und bücher sind für ihr wissenschaftliches schreiben relevant? auch hier ist die auswahl enorm, irgendwann müssen sie sich begrenzen. doch auf welcher grundlage? Weiterlesen

mein computer und ich – eine umgangslehre (02)

werkzeug

der computer ist wie ein schweizer taschenmesser: eigentlich gibt es für beinahe jede lebenslage ein kleines werkzeug, eine kleine app oder ein kleines programm. im vordergrund stehen die allumfassenden werkzeuge wie schreibprogramme („das messer“) oder tabellenkalkulationsprogramme („die schere“) … und noch manche andere „größere“ erweiterung.

ich als nutzer kann nun wählen, wozu ich den computer verwenden möchte. im gegensatz zum schweizer taschenmesser, kann ich etliche werkzeuge gleichzeitig verwenden, sie miteinander verbinden und einige handhabungen automatisieren. aber in letzter konsequenz bestimme immer ich, wofür ich welches werkzeug verwende.

der große unterschied zum schweizer taschenmesser besteht in der grundausstattung. das schweizer taschenmesser ist ein hilfswerkzeug. das bedeutet, es hat zwar ein messer, doch ein relativ kleines. so werde ich das taschenmesser eher selten zum schlachten oder kuchen schneiden verwenden, dafür gibt es andere werkzeuge, die größer sind. beim computer können die programme manchmal noch so klein sein, und doch können sie beinahe ganze berufszweige ersetzen. schaue man sich nur manche (kleinen) bildbearbeitungsprogramme an. im zusammenspiel mit einem drucker, kann man sein eigenes fotoentwicklungslabor aufbauen. mit der schere im schweizer taschenmesser kann ich aber keine schneiderei ersetzen.

somit erhält der computer als werkzeug eine dimension, die sonst kaum eine maschine in dieser vielfalt vereinen kann. die passenden peripheriegeräte und man hat ein fotostudio, ein grafikdesignbüro, ein schreibbüro, ein filmstudio, ein musikstudio, eine buchhaltung und eine bibliothek. nimmt man noch das internet dazu, erweitert sich das werkzeug zu einem nachrichtenstudio, einem buchverlag, einem vertrieb, einem einzelhandel und einem bankhaus.

das hat aber zur folge: je komplexer die werkzeuge werden, desto individueller werden sie eingesetzt. das schweizer taschenmesser ist zwar vielfältig, aber nicht sehr komplex. natürlich kann man mit einem taschenmesser auch eine schraube rausdrehen, aber ein schraubenzieher macht es meist einfacher. dagegen kann ein hochkomplexes bildbearbeitungsprogemm neben der entwicklung des bildes, der bearbeitung, Weiterlesen

web 2.0 und finden

das internet ist eine große wolke an informationen und nicht-informationen. die wolke wächst von tag zu tag, die speicherkapazitäten nehmen enorm zu und die datenfülle kann nur noch eine rechenmaschine bewältigen, der mensch wäre dazu überhaupt nicht mehr fähig. dies erscheint manchmal bedrohlich, da kein mensch den überblick hat, was überhaupt vorhanden ist. es wird niemanden geben, der die informationsflut bewältigen kann.

bis zur digitalen ära glaubte der mensch, er habe all seine technischen errungenschaften unter kontrolle (wie aber zuletzt fukushima zeigte, war auch dies ein aberglaube). hier kommt ein emotionale komponente ins spiel, die mit logik nicht viel zu tun hat. bei selbstgeschaffenem, abstraktem erwartet der mensch die vollständige verfügung über die produkte in händen zu halten. etwas, das er in bezug auf die ihn umgebende natur nicht erwartet. würde man sich nur die prozesse auf einem quadratmeter wiese vergegenwärtigen wollen, würde man ebenso scheitern wie im internet.

und so ist die hoffnung groß, wenn man im internet beginnt zu suchen, auch auf anhieb das richtige zu finden. auch wenn suchmaschinen versuchen, das unübersichtliche angebot ansatzweise geordnet zu bekommen, so werden immer daten dabei übersehen werden. politisch wird es, wenn bestimmte daten gewollt übersehen werden. wenn also die verfügung über die suchmaschinen in den händen einzelner liegt, die wiederum nach eigenen vorstellungen das finden lenken.

und doch hilft einem im web gelassenheit beim finden wollen weiter. es beginnt schon bei der eingabe der suchbegriffe. oft wird das gesuchte zu wenig eingegrenzt. der glaube, zwei wörter eingeben zu müssen und gleich einen volltreffer zu landen, folgt dem aberglauben der beherrschung von technik und natur. die erweiterten suchfunktionen werden viel zu selten Weiterlesen

schreibidee (279)

unserer welt, unsere kommunikationen und unser alltag quellen über vor angeboten. jede minute, jede sekunde muss eine entscheidung getroffen werden, was man möchte und was nicht. einmal an den supermarktregalen entlang, einmal durch die straßen gegangen und schon steht man wieder vor einer entscheidung. mancher mensch leidet inzwischen unter der „qual der wahl“, dem druck immer mehr entscheidungen treffen zu müssen, immer mehr zu wissen. darum ist der wunsch groß, sich nur auf eine einzige sache zu konzentrieren. das wird möglich in der schreibanregung „1-treffen-1-gegenstand-stories„.

die qual der wahl liegt dieses mal bei der schreibgruppenleitung: was für einen gegenstand soll man auswählen für das nächste treffen der schreibgruppe? sinnvoll könnte es sein, sich auf einen gegenstand zu konzentrieren, von dem man allen teilnehmerInnen ein exemplar mitbringen kann, damit der gegenstand genau betrachtet werden kann. also zum beispiel eine spülbürste, einen tesafilm oder einen knopf.

als erstes wird der gegenstand von den schreibgruppenteilnehmerInnen beschrieben. auf maximal zwei seiten soll der gegenstand in seinem äußeren erscheinungsbild umschrieben werden, ohne dass sein name erwähnt wird. es sollen keine verwendungsmöglichkeiten des gegenstandes erwähnt oder andere zusammenhäng hergestellt werden. dann werden die beschreibungen in der gruppe vorgetragen und in der feedbackrunde wird darüber diskutiert, wie gut der gegenstand getroffen wurde.

im anschluss erstellen alle teilnehmerInnen ein cluster zu dem gegenstand. danach wird abermals eine beschreibung des gegenstands verfasst. diese darf um etliches länger sein, als die vorherige, dafür dürfen auch metaphern, verwendungsmöglichkeiten und vieles mehr erwähnt werden. der gegenstand darf beim namen genannt werden. die beschreibungen werden vorgetragen. abermals findet eine feedbackrund statt.

nun orientiert man sich an der musik und schreibt „variationen“ zu den vorherigen texten. dabei kann man sich auf andere details des gegenstands konzentrieren oder auf andere „typen“ des gegenstands (also zum beispiel anstatt eines roten, großen knopfs einen kleinen grauen betrachten). die texte werden nicht vorgetragen.

zum abschluss wird eine lange geschichte geschrieben, in der der gegenstand die hauptrolle spielt, als protagonist auftritt, man sich auf ihn konzentriert. in diese geschichte können die vorherigen studien, beschreibungen, metaphern und mehr einfließen. anschließend wird die geschichte vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt. und falls die gruppe lust hat, kann man aus allen texten zum beispiel ein „buch des knopfes“ oder ähnliches erstellen.

liste (51) – vielfalt

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um die „vielfalt„.

bei diesen dingen/sachen ist mir eine große vielfalt am wichtigsten:

in diesen bereichen ist mir das angebot zu groß:

aus der vielfalt der natur gefiel mir schon immer am besten:

aus der vielfalt des schreiben, des geschriebenen gefiel mir schon immer am besten:

bei diesen formen der vielfalt verliere ich den überblick:

web 2.62 – booooooom.com

vielfältiger kann ein angebot im netz kaum sein, also zumindest was den kreativsektor angeht. die seite „booooooom.com“ versammelt kunst, design, musik, film, fotografie und generell kunst in den verschiedensten variationen. dazu bietet sie immer wieder eine interaktive beteiligung an. so gibt es zur zeit zum beispiel einen wettbewerb, für den man grafikdesign-entwürfe zum einem vorgegebenen thema einreichen kann. der entwurf der gewinner wird anschließend auf geldbeutel gedruckt.

aber man kann die webseite auch nur als ideenpool nutzen, um sich inspirieren zu lassen für eigene projekte und werke. vieles, was visuell angeboten wird lässt sich auch leicht in schriftliches überführen. zudem kann man schriftlich mitdiskutieren, stellung beziehen und sich eben beteiligen. booooooom.com zeigt wunderbar, in wie vielfältiger weise das internet genutzt werden kann, um virtuellen kreativen raum zu schaffen und eine form der vernetzung herbeizuführen. die seite verbindet alle interessierten miteinander und es gibt vor allen dingen erst einmal kein ausschlusskriterium. das ist wahrscheinlich der interessanteste aspekt, wenn man dem gedanken folgt, dass jeder mensch ein künstler ist.

zu finden ist die seite unter: http://www.booooooom.com/ .

schreibpädagogik und vielfalt

schreibgruppen sind gruppen, die ein riesiges potential an möglichkeiten bieten. im gegensatz zum beispiel zum sporttraining, zum kochkurs oder zur selbsthilfegruppe für alkoholiker, benötigt eine schreibgruppe ausschließlich zwei dinge: papier und einen stift (natürlich gibt es noch viele zusätzliche hilfsmittel, die auch verwendet werden können). mit diesen zwei dingen lässt sich anschließend die ganze welt erschreiben.

so gibt es schreibgruppen, die vielleicht nur kreatives oder biografisches schreiben im titel tragen und nicht mehr. dies ermöglicht es den gruppenleiterInnen ihre angebote an der gruppe auszurichten. und da eine solche vielfalt an möglichkeiten herrscht, müssen die gruppen nie enden, wenn dies nicht gewünscht ist (sicherlich ist dies abhängig vom zeitkontingent der schreibgruppenleitung und vieler anderer dinge).

daneben gibt es aber auch unendlich viele möglichkeiten, schreibgruppen zu bestimmten aspekten anzubieten. man kann die thematik des schreibens einkreisen und sich beim biografischen schreiben zum beispiel auf die kindheit konzentrieren oder beim kreativen schreiben auf das schreiben von fabeln. man kann nur eine einzige form von assoziationstechniken verwenden und schauen, was für ergebnisse dabei herauskommen, man kann ausschließlich über den eigenen wohnort schreiben, man kann ein wochenende lang miteinander schreiben, man kann eine feste anzahl von terminen für die schreibgruppe verwenden. die variationsbreite ist unerschöpflich Weiterlesen

biografisches schreiben und vielfalt

manche menschen glauben im alter, ihr leben wäre doch ein ruhiges, ja geradezu langweiliges gewesen, das keinen anderen menschen interessieren könnte. kommt man jedoch mit ihnen ins gespräch, stellt sich sehr schnell heraus, was in ihrem leben alles los war. manchmal waren es kleinigkeiten oder weltereignisse, die etwas auslösten, veränderten und vor allen dingen von den menschen alles forderten. alle sind bemüht aus ihrer perspektive, das beste aus ihrem leben zu machen. allein dieses bemühen ist einen bericht wert.

und wenn man dann mal anfängt nachzufragen oder die menschen sich hinsetzen und anfangen, sich schriftlich an manches zu erinnern, dann wird das erlebte mehr und mehr. schön öfter habe ich in schreibgruppen den effekt erlebt, dass die teilnehmerInnen über die vielfalt ihres eigenen leben erstaunt waren. wen hatte man nicht alles in der zwischenzeit vergessen, welche schwierigkeiten hatte man so gut verdrängt, dass man glaubt, nichts erlebt zu haben. auch die schönen ereignisse verblassen teilweise, wenn man sie sich nicht immer wieder ins gedächtnis ruft. und das biografische schreiben ist eine der besten möglichkeiten, es sich ins gedächtnis zu rufen.

einmal mit der erinnerungen angefangen, ergibt gern eins das andere, und immer mehr details werden wieder erinnerbar. wenn man sie dann aufschreibt, schützt man sich davor, vieles schnell wieder zu vergessen. wer ernsthaft noch einmal einen blick auf seine vergangenheit werfen möchte, der führe am besten ein kleines notizbuch bei sich, um erinnerungsfetzen, die einem an verschiedenen orten begegnen können, gleich zu notieren. auslöser können dabei zum beispiel gerüche, geräusche, bilder oder auch Weiterlesen

kreatives schreiben und vielfalt

es gibt nichts, worüber man im kreativen schreiben nicht schreiben kann. aus jedem atemzug kann eine geschichte, ein text oder ein elfchen gemacht werden. selbst über uhrzeiten, zentimeter oder beton lässt sich schreiben. alles kann zum leben erweckt werden. das ist ein großer vorteil der menschlichen fantasie: wir sind fähig toten, bedeutungslosen und störenden dingen, ein neues kleid zu geben und aus ihnen plötzlich eine handlung mit emotionen oder eine story mit spannung zu machen.

der weg dort hin mag manchmal ein wenig holprig sein, aber eigentlich bietet auch hierfür das kreative schreiben eine vielfalt an techniken. vor allen dingen die assoziationstechniken verknüpfen jedes detail oder jeden gegenstand mit eigenen gedanken. ich muss nur eine sache auswählen, meine gedanken darauf fokussieren und sie dann frei fließen lassen, schon entstehen geschichten. in diesen momenten kann das kreative schreiben einen meditativen charakter bekommen, sich auf eine sache zu konzentrieren den eigenen gedanken dann den nötigen raum geben.

der vorteil besteht darin, dass der stoff für geschichten eigentlich nicht ausgeht. auch wenn der mensch für bestimmte menschliche dramen, happy-ends und konflikte ein faible hat, so ist der ort des geschehens doch austauschbar und sorgt für die jeweils eigene nuance. was machen zum beispiel zwei betonwände, die auf gedeih und verderb nebeneinanderstehen und sich entweder lieben, aber nicht näher kommen können oder sich nicht verstehen und leider nicht gegenseitig ausweichen können? und wie geht es den wänden, wenn das gebäude, das sie tragen, dann gesprengt wird?

es lässt sich also aus jeder sache eine persönliche geschichte machen. jedes detail einer geschichte kann plötzlich eine hauptrolle bekommen und andere details bleiben unerklärt am rand liegen. diese unerschöpfliche vielfalt stellt für schreibende gleichzeitig die krux dar: Weiterlesen

schreibberatung und vielfalt

aus langjähriger erfahrung als berater im psychosozialen bereich ergibt sich eine erkenntnis: jede beratung ist anders. es mag ähnliche fragestellungen und probleme geben, aber die beratungen sind nie identisch. es lohnt ein subjektwissenschaftlicher blick. da jeder mensch eigene lebens- und lernerfahrungen hat, hängen auch bei jedem menschen probleme und schwierigkeiten mit sehr unterschiedlichen erfahrungen zusammen. darum ergeben sich bei der suche nach lösungsmöglichkeiten unterschiedliche ansätze.

wenn man davon ausgehen kann, dass jede beratung anders ist, dann sind auch die in der beratung vorgeschlagenen schreibanregungen oder schreibtechniken unterschiedlich zusammengesetzt und auf die fragestellung abzustimmen. die beraterInnen sollten deshalb eine große vielfalt an lösungsmöglichkeiten parat haben. es geht nicht darum, diese den klientInnen zu „verschreiben“, sondern mit ihnen gemeinsam nach den handlungsalternativen zu suchen. es ist aber nützlich viele schreibtechniken und schreibanregungen zu kennen oder im gespräch entwickeln zu können.

wenn dies möglich ist, dann sind schreibberatungen sehr anregende und auch wiederum vielfältige erfahrungen für beraterInnen. professionalität entsteht auch dadurch, dass man im laufe der zeit immer mehr beratungserfahrung sammelt. leider ist dies ab und zu damit gekoppelt, dass beraterInnen in ihren vorstellungen über die klienten und deren probleme verallgemeinern. es ist wichtig, den blick auf die subjektivität der klientInnen nicht Weiterlesen

selbstbefragung (104) – vielfalt

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um die „vielfalt„.

  • in welchen zusammenhängen oder bei was kann sie vielfalt berauschen? beschreiben sie.
  • wo wünschen sie sich mehr vielfalt? begründen sie.
  • was erscheint ihnen sehr einfältig?
  • wie vielfältig ist ihr allgemeinwissen? beschreiben sie.
  • wie finden sie sich bei den vielfältigen informationen auf dieser welt zurecht?
  • wann wird ihnen die vielfalt zu viel?
  • wonach entscheiden sie in einem großen supermarkt was sie aus dem vielfältigen angebot kaufen?
  • in welchen bereichen möchten sie sich in der vielfalt besser auskennen und mehr darüber lernen?
  • was würden sie gern vervielfältigen und allen menschen in die hand drücken?
  • was sollte einmalig bleiben? warum?

web 2.0 und verheissungen

die fülle des internets kann man genießen oder als anstrengend empfinden. sie fordert uns auf, uns beständig zu entscheiden, was wir denn nun genau betrachten und lesen wollen. manch eine(r) fühlt sich unter druck gesetzt, die qual der wahl zu haben. man kann im web 2.0 versinken und erfasst doch nur einen bruchteil des vorhandenen. ob es sich dabei um informationen, spaß oder soziale interaktion handelt, es spielt keine rolle. man muss sich im web 2.0 selbst beschränken.

die andere seite der medaille sieht aber so aus, dass einem plötzlich eine unendliche welt zur verfügung steht. die virtuelle grenzenlosigkeit verheisst input zu allem. egal was mich interessiert, wen ich treffen möchte oder wozu ich fragen habe, ich finde es im internet. das kann spaß machen, wenn es mich nicht stört, mich ab und zu zu verirren oder in einer sackgasse zu landen. es wird anstrengend, wenn ich gern eine klare, eindeutige antwort suche. denn kaum habe ich eine antwort oder einen kontakt gefunden, bieten sich auch schon zehn alternativen an.

ich kann die alternativen ignorieren und mich für die eine antwort, für die eine person entscheiden, aber ich habe die alternativen wahrgenommen. sie sitzen bildlich geschrieben, in meinem hinterkopf und quengeln dort rum. wie kann ich mir sicher sein, dass der von mir gewählte weg der richtige ist, wenn andere menschen im internet anderer meinung sind. das sind überlegungen, die man auch ohne das internet anstellt. immer wieder entscheidet man sich für einen weg, obwohl es noch andere abzweigungen gibt.

aber die scheinbare unendlichkeit an möglichkeiten im internet verheisst die chance, die wirkliche, ja wahre antwort finden zu können. dies setzt unter druck, zu suchen. nicht aufhören zu suchen, bis man die richtige seite, die perfekte person oder die allgemeingültige antwort auf die eigenen fragen gefunden hat. Weiterlesen