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web 2.0 und verwandlung

das web 2.0 verwandelt sich sowohl stetig selbst als auch die nutzerInnen, die wiederum einfluss auf veränderungen des web 2.0 haben. es ist wie wellenreiten, stetig tauchen neue angebote des web 2.0 auf: zur zeit ist es pinterest und vor einer weile war es google+, um nur etwas größere und von den usern angenommene angebote zu nennen. die einen user geben dafür andere angebote des web 2.0 auf, um der neuesten welle zu folgen. andere nehmen die neue welle zusätzlich in ihre sammlung an internet-angeboten, an denen sie teilnehmen, auf.

der effekt der verwandlung: die vielfalt der angebote kann zu einem tag-und-nacht-job werden. zum einen muss man ständig mitbekommen, was gerade angesagt ist und angeboten wird. zum anderen muss man diese angebote auch mit eigenem füllen, wenn man wahrgenommen werden will. und hier verwandelt das web 2.0 uns menschen. bei der teilhabe am interaktiven web sollten wir auch inhalte produzieren. und so produzieren wir stetig neue inhalte, die in immer mehr foren und an immer mehr orten ihren platz finden.

da wir aber weder über unerschöpfliche zeitkapazitäten noch über unendliche ideenressourcen verfügen, nimmt der emotionale druck auf den einzelnen menschen stetig zu. auch die zahl der internetuser und deren zeitkontingente wächst nicht mehr im gleichen ausmaß, wie noch vor ein paar jahren. es ist also in zeiten des follower-zählens und der content-vervielfältigung nicht mehr mit weiterem stetem wachstum zu rechnen. sondern es ist nur mit wanderbewegungen und einer enormen ausdifferenzierung zu rechnen. die entropie des netzes nimmt zu.

wie es sich schon in anderen lebensbereichen abzeichnet, werden viele menschen irgendwann des emotionalen und sozialen drucks eines web 2.0 überdrüssig werden und die distanz oder abstinenz propagieren. so wie es teilweise mit dem medium fernsehen geschah, das menschen aus ihrem haushalt verbannten, so werden einige dem web 2.0 abschwören. doch dieser prozess ist viel schwerer umzusetzen, da uns gleichzeitig das öffentlliche leben und Weiterlesen

web 2.0 und unsicherheit

die nutzung des web 2.0 ist eine gratwanderung zwischen unsicheren und selbstsicheren momenten. man nehme nur einmal facebook als beispiel. bei facebook vernetzt man sich mit menschen, die man von „sehr gut“ bis „kaum“ kennt. inzwischen kann man staffelungen einstellen, wen man über was informieren möchte. alle nutzerInnen wissen außerdem, dass eigentlich der anbieter dieses netzwerks ständig mitliest. es kann also in keinem moment von privatheit gesprochen werden. doch das spielt bei facebook für viele keine rolle mehr – privates wird zu öffentlichem – immer gekoppelt mit einer leichten unsicherheit im hinterkopf, was denken die anderen über mich.

erst wenn hunderte zur eigenen party kommen, die man nicht kennt, aber da man den verteiler nicht korrekt bedient hat sie sich eingeladen fühlen. erst dann spürt man, wie öffentllich das private bei facebook werden kann. und dann wird man vorsichtig. man möchte teil eines netzes sein, doch eigentlich nur eines sicheren und verlässlichen netzes. aber diese gewissheit gibt es im web 2.0 nicht mehr. die gab es eigentlich auch vorher im internet nicht mehr. der grund ist leicht auszumachen: es ist die virtualität der digitalen welt: ich sehe nicht eins zu eins, mit wem ich kommuniziere, wer was von mir lesen kann. ich kann nur einen vertrauensvorschuss geben, den ich nie überprüfen kann.

wenn man sich dessen bewusst ist, dann kann man sich eigentlich nicht mehr selbstsicher durch das netz bewegen. dann wird immer unsicherheit im spiel sein. dann tauchen fragen auf: bin ich zu weit gegangen? wieso habe ich mich spontan mit meiner meinung so weit aus dem fenster gelehnt? sollte ich mich überhaupt noch im internet bewegen? wie gut sind die freundschaften mit anderen wirklich? auf wenn kann ich mich verlassen? ohne eine reale überprüfung durch treffen und Weiterlesen

mein computer und ich – eine umgangslehre (19)

lust

in dieser rubrik wurde bisher über die digitalen wunderkisten viel gemeckert und gegrummelt. aber es muss auch einmal ein anderer blick darauf geworfen werden.

hätte man sich vor ein paar jahren vorstellen können, dass man eben mal ein interview am eigenen pc mit jemandem von einer ngo in kabul durchführt (via skype)? oder hätte sich jemand träumen lassen, dass man ratzfatz für wenig geld ein buch veröffentlicht, das weltweit gekauft werden kann? hätte man sich überhaupt vorstellen können, ein buch zu tippen, zu layouten, die seiten zu gestalten, den buchumschlag selbst zu entwerfen und alles druckreif fertigzustellen?

die computer erweitern unsere kompetenzen nicht selten um enorme fähigkeiten. schaut man sich einfach mal an, wie viele menschen, wie tolle fotos machen, sie bearbeiten, einen blick für interessantes entwickeln und dafür kaum etwas bezahlen müssen. oder wie viele menschen sich im november zusammentun, gleichzeitig an büchern und längeren geschichten schreiben, sich darüber austauschen und am ende des monats 50 000 wörter geschrieben haben. oder wie viele menschen zusammen spielen, und seien es auch irgendwelche ballerspiele, aber sie treffen sich regelmäßig grenzübergreifend und virtuell.

der computer und das internet können lust auf mehr machen. das mag manchmal fatal sein, da beinahe nur noch zeit vor dem gerät verbracht wird, aber es unterscheidet sich gravierend vom fernseher. der computer ist nicht nur ein medium, er ist viele medien – abwechslung ist also möglich. und der computer verlangt von den nutzerInnen eher eine aktive rolle, denn eine ausschließlich passive rolle wie der fernseher. ganz spannend scheint mir, dass meist die generationen Weiterlesen

mein computer und ich – eine umgangslehre (09)

emotionen

in diesem abschnitt der betrachtungen zum computer, komme ich dem titel der reihe besonders nahe: „mein computer und ich“ signalisiert schon einen bezug, der über die nutzung eines werkzeugs oder eines dings hinausgeht. so wie es scheint, entsteht ein emotionaler bezug zu dem werkzeug des schreibens, surfens und kommunizierens.

ein grund mag in der multimedialität des computers liegen. er ist inzwischen die schaltstelle vieler lebensbereiche und deckt etliche werkzeuge gleichzeitig ab. verschwindet ein computer (also fällt der strom aus oder gibt die festplatte den geist auf), scheint dies schlimmer zu sein, als der ausfall des kühlschranks.

und noch eine tatsache macht den kontakt zum computer so emotional, ja beinahe menschlich: der computer deckt viele bereiche unserer sozialen interaktion ab. wie die geschichte von kaspar hauser zeigte, benötigen wir diese interaktion zum überleben. neben der direkten, realen kommunikation machte die einführung des internets ein weiteres virtuelles feld der kontakte auf, das inzwischen zum alltag gehört und in das sich vieles aus der realen welt verlagert.

ein letzter aspekt der emotionen ist die undurchschaubarkeit der rechenprozesse im hintergrund. schon der bildschirm eines computers, die nutzeroberfläche suggeriert einen schreibtisch, aktenordner oder ein blatt papier. auch ohne internet bewege ich mich in einer virtuellen welt, die der computer generiert. ich arbeite an der oberfläche im wahrsten sinne des wortes und nicht direkt mit der festplatte, in die ich informationen kratze oder mit kleinen schaltern, die ich an und aus schalte. diese distanz zwischen werkzeug und benutzer erhöht das gefühl von ohnmacht, wenn etwas geschieht, das ich nicht steuern kann und das ich nicht wollte.

und so muss die maschine als stellvertreter für kollegInnen, für mitmenschen und teils für beziehungspartner herhalten. dabei kann es dann zu ähnlichen konflikten kommen, wie sie im realen leben auch stattfinden. es ist schwer sich dieser vorstellung zu entziehen und es wird immer schwerer, je mehr tätigkeiten computer übernehmen können.

wird zum beispiel der haushalt zu großen teilen vom computer gesteuert (ein ziel vieler neuer entwicklungen) und der computer ist für die müllentsorgung zuständig, erledigt das aber nicht korrekt, dann bekommt er die rolle anderer menschen, die nie den müll rausbringen. sich in diesem moment zurückzunehmen und sich zu sagen, dass die maschine einen defekt hat, also einfach nur repariert werden muss, fällt sichtlich schwer. denn es sind alltäglichkeiten, die Weiterlesen

web 2.0 und diskurs

diskussionen nehmen im internet oft einen seltsamen verlauf. besonders auffällig finde ich dies in fachforen und ganz speziell in foren rund um computerfragen. es ist wahnsinn, wie schnell jemandem von anderen erklärt wird, dass er seinen computer einfach überhaupt nicht kapiert. besonders faszinierend finde ich es, dass diese foren explizit dazu angelegt sind, sich gegenseitig zu unterstützen und schwierigkeiten zu klären. doch selten werden sie geklärt, oft halb beantwortet und meist driftet der diskurs dann ab.

anscheinend werden auch viele fachforen nicht wirklich von administratorInnen gepflegt, denn auf der suche nach antworten, findet man zwar schnell eine identische frage zur eigenen, aber man findet eben kein brauchbares ergebnis, dafür diskurse über diskurse ohne viel inhalt. dies wiederum kostet viel zeit. da die foren bei den suchmaschinen jedoch recht weit oben als am anfang angesiedelt sind, kann davon ausgehen, dass noch mehr menschen außer mir dies seiten aufrufen.

was für diskurse in foren im web 2.0 definitiv noch fehlt, das ist der „enttäuschungs-button“. an solch einem button könnten sich die suchmaschinen orientieren und somit unbrauchbare foren im nirvana des netzes verschwinden lassen.

doch auch ohne das absprechen der fachlichkeit, gestalten sich diskurse im netzt immer etwas unklar. man hat das gefühl, dass vieles schnell ins persönliche kippen kann und oft auch kippt. dies hat wahrscheinlich mit der erheblichen distanz zwischen den diskutierenden und vor allen dingen mit dem schreiben zu tun. man kann den tonfall des geschriebenen Weiterlesen

web 2.0 und kuschelig

das internet ist zwei auf einmal: kuschelig und gruselig. da gibt es die sozialen netzwerke in der digitalen welt, die auf der einen seite kontakte intensivieren können, die aber auf der anderen seite gern mal die kommunikation in eine wortwahl verrutschen lassen, die der situation nicht angemessen ist. was bedeutet es „befreundet zu sein, zu „gruscheln“ oder auch nur einen smiley zu erhalten?

da man sich im web 2.0 nur virtuell begegnet, bedeutet es erst einmal gar nichts. erst im laufe der zeit, kann man feststellen, wie ernsthaft bestimmte emotionen und emoticons gemeint sind. und wirkliche gewissheit erlangen alle erst bei face-to-face-kontakten. das macht es teilweise leichter, im netz kuscheliges von sich zu geben, dann aber auch wieder schwerer, es für bare münze zu nehmen.

so balanciert die kommunikation beständig zwischen der freude über nähe und zuneigung und den gedanken im hinterkopf, wie glaubhaft das alles ist. dies führt zu so zwiespältigen reaktionen, dass zwar beinahe alle nutzerInnen über die abläufe bei facebook lästern und schimpfen, es aber gleichzeitig intensiv nutzen. man kann davon ausgehen, dass ein großer teil der nutzerInnen der meinung ist, sie würden ganz anders mit den sozialen netzwerken umgehen, als der rest. sie wären selbstreflektierter und kritischer.

und dann packt sie doch plötzlich die mitteilungslust über dinge, die sie im realen leben nicht der ganzen welt mitteilen würden. denn wir alle sind gezwungen, sobald wir uns im web 2.0 bewegen und aufmerksamkeit möchten, uns darzustellen. ob durch bilder, worte oder links, es bleibt uns gar nichts anderes übrig. und es würde nicht viel sinn machen, sich im web 2.0 zu platzieren und nicht den wunsch zu verspüren, dass Weiterlesen

web 2.72 – diaspora

die „diaspora“ ist übersetzt „verstreutheit„. man kennt den begriff am ehesten von kirchlichen ansiedelungen und glaubensrichtungen. doch die „diaspora“ im internet soll ein gegenstück zu facebook & co werden. es geht vor allen dingen darum, ein soziales netzwerk im web 2.0 aufzubauen, in dem die nutzerInnen definitiv selber über die verwendung und weitergabe ihrer daten entscheiden. das projekt soll nicht über einen großen server laufen, sondern über verstreute knotenpunkte.

die begriffe „netz“ und „netzwerke“ soll wieder seine alte bedeutung zurückerhalten, nämlich dadurch dass alle nutzerInnen nicht nur ein datennetzwerk bilden, sondern im laufe der zeit auch ein hardware-netz spinnen. zudem sollen alle verknüpfungen und formen des datenaustauschs allein vom user festgelegt werden. die daten werden nicht gesammelt, sondern die hoheit liegt bei den besucherInnen. auf dem weg dorthin ist es auch möglich, sich nicht mit seinem vollständigen namen anmelden zu müssen.

der versuch entspringt der idee, selbstbestimmter die technischen möglichkeiten des web 2.0 zu nutzen. bisher existiert „diaspora alpha„, also eine vorversion, die nicht allen internetbesucherInnen die möglichkeit gibt, sich anzumelden. man muss sich einladen lassen, an dem versuch teilzunehmen. dies geht über die startseite, indem man seine mailadresse angibt. ob man dann eingeladen wird, das kann anscheinend eine gewisse zeit dauer. vorher empfiehlt es sich, einmal in den blog der seite zu schauen, um eine ahnung von den geplanten vorgehensweisen zu erhalten. zu finden sind die informationen unter: https://joindiaspora.com/ .

mal sehen, ob es noch andere formen des sozialen netzwerkens im internet geben, spannend klingt es allemal.

web 2.0 und qual

eigentlich sollen ja das internet und im besonderen das web 2.0 die nutzung der digitalen kommunikation erleichtern und beschleunigen. in vielen bereichen ist dies auch geschehen und es bieten sich möglichkeiten, die vor ein paar jahren nicht vorstellbar gewesen wären. aber einem punkt hakt die ganze kiste: an der usability.

die vernetzung und verknüpfung der produzierten daten und der veröffentlichungen, gestaltet sich alles andere als einheitlich. wer sich wirklich aktiv durch das internet bewegt, der hat in kurzer zeit mindestens ein dutzend passwörter, hunderte von festgelegten und individualisierten einstellungen, dutzende zugänge und genug inkompatible situationen.

wie bei der hardware ergibt sich bei der software eine konkurrenzsituation, die ausschließlichkeiten produzieren will. man möge nur den einen anbieter nehmen und keine anderen daneben. einzig manche dateiformate und software-produkte sind auf allen betriebssystemen ohne größere probleme nutzbar. und wer glaubte, dass das cloud-computing oder die nutzung von internetplattformen durch alle, diesen konflikt auflösen würden, sieht sich getäuscht. die deutsche finanzbehörde schafft es bis heute nicht, für mac-user einen identischen zugang zur datenübertragung zu schaffen, wie für windows-user.

das geht noch weiter: google lässt sich nicht mit facebook vernüpfen, wordpress nicht vollständig mit google und facebook, nur ein teil der funktionen können genutzt werden, und alles in allem sammelt jeder anbieter seinen eigenen datenpool. durch diese aufsplittung kann weder auf einen einzigen datenpool zugegriffen werden, noch können die pools klar beschränkt und der datenschutz verwirklicht werden.

das lässt manche versuche, die möglichkeiten des web 2.0 auszuschöpfen, wenn man sich weitestgehend schützen will, zur qual werden. der traum, mit einem klick, alles notwendig auf- oder abrufen zu können, wird sich Weiterlesen

web 2.0 und angst

ja, das internet kann angst machen. je mehr meldungen durch die welt schwirren, wie hoch die kriminalität im netzt ist, wie sie anwächst, wem gerade wieder daten gestohlen wurden und dergleichen mehr. dazu vorab zweierlei: das netz wird immer häufiger genutzt, die zahl der nutzer und die verweildauer nehmen zu. in dieses verhältnis wären die vorfälle zu setzen. außerdem wäre es sinnvoll einmal zu schauen, wie weit staat und anbieter nicht die gleichen mittel verwenden, an informationen zu kommen, den nutzer zu erfassen. oder andersrum gefragt: warum wird per se von staatlicher seite vor allen dingen im internet so wenig unternommen, den bürger zu schützen.

doch wie nun umgehen (mit der vielleicht nicht ganz so großen) bedrohung? sich zurückhalten ist die devise. dazu gehört: wenn jemand schon auf der startseite von mir verlangt die cookies freizuschalten, dann sollte ich am besten, wenn ich auf die seite nicht angewiesen bin und den anbieter nicht ganz bewusst ausgewählt habe, diese seite einfach verlassen. dann gibt es die möglichkeit über versuche, an daten zu gelangen, jemanden unter druck zu setzen, zu berichten. das wäre zum beispiel eine aufgabe des staates, öffentlichkeit zu schaffen.

zur zurückhaltung gehört auch, sich nicht in eine welt zu begeben, die man nicht kennt. das soll heißen, wenn ich nicht genau weiß, wie weit ich einem forum vertrauen kann, wer mich alles liest, dann sollte ich zurückhaltend mit privaten informationen sein. ich verschicke ja auch nicht an menschen briefe, die ich nicht kenne. warum sollte ich das im netz machen?

außerdem sollte man sich überlegen, weshalb man immer noch konzerne unterstützen, die ihre angebote nicht wirklich offenlegen, die vor lauter kleingedrucktem kaum mehr zu erkennen sind? warum ihnen auch noch das gefühl geben, dass der laden trotzdem brumme? Weiterlesen

web 2.0 und liebe

das web 2.0 verheisst die wahre liebe, das perfekte pendant zu einem selber. auf diese kurze aussage lassen sich die funktionsmechanismen einer (beinahe) globalisierten kommunikation reduzieren. wie schon in dem buch „das ende der liebe“ von sven hillenkamp aufgezeigt wird, suggeriert das internet ein unendliches angebot an potentiellen partnerInnen.

doch dies ist ein trugschluss, beschränkt sich das angebot doch auf die menschen, die einen netzzugang haben, die sich in soziale netzwerke einklinken und die darüber partnerInnen suchen. so wird sich die auswahl im absoluten idealfall auf die weltbevölkerung im beziehungsfähigen alter beschränken, wenn man nicht glaubt, dass in absehbarer zeit zusätzlich potentielle partnerInnen aus dem weltall teil der kommunikationsnetze werden.

und es folgen weitere einschränkungen: jeder mensch kann für sich prioritäten benennen, die potentielle partnerInnen erfüllen sollten. doch allein diese prioritäten gehen durch einen engen filter, den der virtuellen kommunikation. es ist nicht nachvollziehbar, wie weit die angaben in profilen der realität entsprechen, wie weit das aussehen dem digitalisierten bild entspricht und wie weit die schriftliche kommunikation ein spiegel des gegenübers ist.

also muss die versprochene möglichkeit, perfekte partnerInnen durch das netz finden zu können, abermals eingeschränkt werden: die eigentlich menschlichen komponenten kann das web 2.0 nicht abbilden. dazu zählen der körpergeruch, der klang der stimme, die ganz subjektive bewegung, die gelebten emotionen und vor allen dingen die nicht in worte zu fassende ausstrahlung. im computer strahlt nur ein abbild, das eventuell und maximal einen vorgeschmack Weiterlesen

web 2.0 und gier

nicht ohne grund wird inzwischen von internet“sucht“ geschrieben und geredet. es gibt userInnen, die das surfen im web nicht mehr beenden können. sie legen ein ähnliches verhalten wie ein süchtiger an den tag. ohne den täglichen, vielleicht sogar stündlichen blick ins mailkonto und ins netz werden sie unruhig. wenn sie sich dann in die virtuelle welt begeben, dann gibt es kein stoppen. stunden später fühlen sie sich angespannt und erschöpft. und wenn sie ihren besuch im netz beenden haben sie eher ein gefühl von leere und befriedigung stellt sich nicht ein.

die schwierigkeiten mit dem surfen verstärkten sich sicherlich noch durch das web 2.0, da die bedienung eine viel einfachere wurde und gleichzeitig angebot und auswahl nochmals enorm angewachsen sind. das internet ist inzwischen so unübersichtlich, dass selbst suchmaschinen schwer eine ordnung schaffen können. in gierigen momenten verfestigt sich beim surfen der gedanke, dass man nur weiter schauen muss, um die perfekte seite, die absolut richtige information oder das ultimative angebot findet. das internet wird auch exakt so beworben: wenn man sich nur darauf einlässt, dann findet man alle antworten, die man benötigt im netz.

das ist ein trugschluss, denn es würde bedeuten, dass das internet auf jedes subjektive bedürfnis eine antwort hat und dieses befriedigen kann. wir bewegen uns aber in einer virtuellen welt. und virtuell bedeutet auch, dass uns etwas vorgegaukelt wird, das nicht ausschließlich real ist. „second life“ war ein gutes beispiel dafür, wie man in fantasiewelten abtauchen kann. Weiterlesen

web 2.0 und die unattraktivität für schriftstellerInnen

die tägliche literaturseite der süddeutschen zeitung hat es aufgegriffen: deutsche schriftstellerInnen machen sich im internet rar. im vergleich zu autorInnen von ratgeberbüchern oder von business-werken, den marketing-experten und den psychologInnen, die gern und ausführlich das internet nutzen.

die gleiche erfahrung hat schon eine studentin gemacht, als sie ein referat zum thema „literarische blogs“ halten wollte. sie fand nicht so viel, wie sie erwartet hatte. sie musste die suchmaschinen sehr bemühen, um ein paar autorInnen zu finden, die das netz nutzen, um literatur zu produzieren, zu veröffentlichen und zur diskussion zu stellen.

der autor florian kessler hat sich daran gemacht, zu schauen, wer überhaupt noch literarisch im netz arbeitet. siehe: http://www.sueddeutsche.de/kultur/literatur-im-internet-die-sind-dann-mal-weg-1.1081133 . schriftstellerInnen selber kaum mehr. viele haben sich inzwischen zurückgezogen, andere sind nie aufgetaucht. es gibt nur wenige angebote mit „purer“ literatur. dagegen gibt es eine unmenge von promotion durch die verlage. nun lässt sich natürlich spekulieren, woran das liegen mag.

vielleicht wird man im netz nicht gelesen. aber es gibt auch wenige verschränkungen zwischen gedrucktem und digitalem im literarischen bereich. eigentlich könnte man mit diesen verschiedenen medien spielen. das wird auch von manchen autorInnen gemacht, aber eben nicht von den deutschen. manche blogs sind inzwischen gedruckt, aber es waren auch keine blogs, die einen literarischen anspruch hatten, sondern eher plaudereien und gedankensammlungen, die inzwischen in buchform erschienen sind.

wiederum in den büchern hat das internet, ebenso wie im fernsehen, schon längst einzug gehalten. in gedruckten romanen sind die neuen medien angekommen, ebenso wie im fernsehen. die gegenbewegung fehlt. wahrscheinlich lässt sich bis jetzt kaum geld damit verdienen. aber auch der versuch, zu experimentieren wird kaum unternommen. dabei bietet das netz inzwischen unendliche möglichkeiten für collagen, animationen, text-bild-ton-verschränkungen. doch dies wird eher in der bildenden kunst, denn in der literatur verwendet. schade eigentlich und vielleicht ein zukunftsmarkt.

die transmediale.11 startet am 01. februar in berlin

der technische und digitale fortschritt ist kaum aufzuhalten. geht man nur fünf jahre zurück, gab es weder twitter noch interessierte sich jemand groß für facebook. die menschen beschäftigten sich mit virtuellen welten, lebten aber nur zum kleinen teil in ihnen. heute bewegen sich milliarden in diesen welten. und heute werden abermilliarden datensätze gespeichert. alle intensiven nutzerInnen der digitalen welt sind zu herausgeberInnen, layouterInnen, programmiererInnen und wahrscheinlich im weitesten sinne künstlerInnen geworden.

unter dem motto „response: ability“ (irgendwas wie „erwiderung: befähigung“) startet am nächsten dienstag, den 01ten februar die „transmediale.11“ (http://www.transmediale.de) in berlin. die veranstaltung bietet raum für diskussionen rund um die digitale zukunft, um die sozialen auswirkungen und um die kreativen möglichkeiten der digitalisierung. sie wird begleitet von der „clubtransmediale.11“ (http://www.clubtransmediale.de). die clubtransmediale ist ein raum für musik, perfomances und kreatives im digitalen kontext. also diskurs und kultur zur gleichen zeit.

wie schon die beiden parallelen veranstaltungen zeigen, geht es vor allen dingen um die verschränkung des virtuellen mit dem realen, um die fragen nach zukünftigen entwicklungen und trends und um die teils politischen antworten auf die vielen fragen. die transmediale begann einmal als ein kleines treffen von computerfreaks und ist inzwischen eine großveranstaltung von freundInnen des digitalen (natürlich mit kritischem blickwinkel). viele veranstaltungen können besucht, im netz gesehen oder gehört werden und sie können nachgelesen werden. zur untermalung dann noch ein paar kulturelle events mit neuen medien und schon taucht man in eine neue welt ab. mal sehen, wo sich diese welt befindet.

web 2.0 und transparenz

 

das internet wirkt inzwischen sehr offen und zugänglich. jeder mensch kann sich eine eigene plattform ohne größere anstrengung einrichten. jeder mensch kann bilder ins netz stellen, andere einträge oder texte kommentieren und sich über gott und die welt auslassen. daneben kann schnell miteinander kommuniziert werden und kontakt aufgebaut werden. das klingt nach einer anderen dimension der offenheit im umgang miteinander.

doch leider läuft im hintergrund des teile der welt umspannenden netzes eine gigantische maschinerie aus rechenmaschinen und vernetzungswerken ab. und diese sind allein von der codierung her den meisten nutzerInnen nicht transparent. allein an den jeweiligen geschäftsbedingungen, die oft mehrere seiten füllen, kann man sich orientieren. das lesen der nutzungsbedingungen ist schon eine wissenschaft für sich und am besten hätte man noch gleich juristInnen neben sich sitzen, um die fallstricke zu entdecken. das hinterlässt bei allen das gefühl, dass unklar ist, wer welchen nutzen aus welchen angeboten und möglichkeiten zieht. so wird bei der nutzung des web 2.0 immer ein gewisses misstrauen im hintergrund mitschwingen.

leider wird dieses misstrauen durch einzelne vorfälle immer wieder bestätigt, was bedeutet, dass man sich selber absichern muss. also verstecken viele nutzerInnen ihre eigentliche identität, um nicht einen nachteil aus dem besuch des netzes zu erfahren. das hat zur folge, dass das web allen noch weniger transparent erscheint. dieser kreislauf des „fakens“ wird schwer zu durchbrechen sein, ist aber eine hürde für authentische kommunikation.

einzige lösung scheint Weiterlesen

web 2.0 und soziale netzwerke

 

die menschen scheiden sich in zwei gruppen. die einen sagen zu netzwerken wie „facebook“, „studivz“ oder „xing“, dass sie iher kontakte lieber persönlich und real-kommunikativ pflegen. andere sagen, dass sie über die im web 2.0 existierenden netzwerke kontakt zu menschen bekommen, zu denen sie nie in ihrem leben kontakt bekommen hätten. vollständig vergleichbar sind reale und virtuelle netzwerke auf keinen fall. es sind unterschiedliche kommunikationsformen, die jeweils angewendet werden. und es wird deshalb eben auch verschieden kommuniziert.

beide formen haben ihre vor- und nachteile. die netzwerke im web sind sicherlich viel größer, als man sie im realen zusammensein überhaupt erleben kann. gleichzeitig besteht aber das problem im internet, dass sich die betreiber gerade stück für stück das vertrauen ihrer nutzer verspielen. gerade letzte woche änderte „facebook“ mal kurz seine nutzungsbedingungen und versuchte die hoheit über alle existierenden daten auf dauer zu sichern. unter protest wurde dies wieder zurückgenommen. „studivz“ hatte schon seine auseinandersetzung um werbemöglichkeiten und datenverwendung.

anscheinend sind datenansammlungen, die natürlich gehäuft in netzwerken vorkommen (oder bei großen arbeitgebern wie bahn und telekom), extrem verführerisch für jegliche nutzung. Weiterlesen

web 2.27 – virtuelle vorlesungen der uni freiburg

wissenschaftler müssen heute nicht nur wissen vermitteln, sie müssen sich in gewisser weise auch dem entertainment widmen. studierende wollen unterhalten werden und wissenschaft will aufbereitet sein. wer sich noch an sein studium mit pflichtvorlesungen erinnert, weiß sicherlich auch noch, dass es nicht selten quälende anderthalb stunden gab, in denen dozentInnen etwas berichteten, das sie seit zehn jahren berichten. man merkte ihnen an, dass es sich um eine lästige pflichterfüllung handelte, die auch gern einmal den wissenschaftlichen mitarbeiterInnen übergeben wurden.

doch seitdem bildungseinrichtungen vermehrt online gehen, kann eine weltöffentlichkeit sehen, was da so gelehrt wird. das bedeutet nicht, dass der stoff automatisch interessanter wird, aber das bemühen, ihn verständlicher rüberzubringen nimmt zu. für die studierenden ergibt sich der vorteil, die studienzeiten selbst zu bestimmen. war es doch nie zu verstehen, weshalb die pflichtveranstaltungen in der biologie immer morgens um acht uhr beginnen mussten. und anderen interssierten eröffnet sich die möglichkeit eines „studium generale“, ohne sich einschreiben zu müssen. die uni freiburg ist in diesem zusammenhang schon recht weit. wer das apple-programm „itunes“ auf seinem computer hat, kann diverse vorlesungen im internet herunterladen. und auch so seltsame filme, wie „nightlife@freiburg“. man sieht, heutzutage werden die studierenden rundum informiert. alle weiteren infos sind zu finden unter: http://www.itunes.uni-freiburg.de/ .

web 2.0 und cloud computing

weiß der geier, weshalb diese form der verwendung von programmen „cloud computing“ heißt, vielleicht weil es so wolkig und hübsch klingt. aber es ist ein trend, der nicht ohne vorsicht zu genießen ist. den anfang hat im größeren stil „google“ gemacht, als es anfing programmpakete anzubieten, die nicht mehr auf der eigenen festplatte installiert werden müssen, sondern die über das internet auf der webseitenoberfläche verwendet werden können.

das bedeutet, dass die eigentlichen arbeits- und rechenvorgänge auf netzwerk-computern, in diesem fall, denen von google, stattfinden. microsoft möchte solche möglichkeiten auch demnächst im größeren stil anbieten. doch der vorgang bedeutet, dass ich nicht mehr nur daten virtuell auf externen festplatten von anbietern im internet ablegen kann, sondern, dass ich meine arbeitsweisen auf deren rechnern ausführe. das erscheint problematisch, da sowohl arbeitsschritte als auch inhalte zwischengespeichert werden können. selbst wenn ich die datei zum schluss auf meinem eigenen computer abspeichern sollte, habe ich doch eine breite spur beim anbieter hinterlassen und kann nicht kontrollieren, was er damit macht. es scheint empfehlenswert sich bei heiklen daten auf keinen fall auf solch eine arbeitsweise zu verlassen. an der eigenen arbeitstelle lässt sich so etwas sicherlich nicht verhindern, erhöht aber auch die kontrollmechanismen durch den arbeitgeber. sozusagen bündelt er die gesamten tätigkeiten seiner mitarbeiter auf einem zentralen computer.

es ist heute kein problem mehr an preiswerte textverarbeitungs-, bildbearbeitungs- oder präsentationsprogramme zu kommen, die, wenn sie open source sind, sogar oft freeware sind und sich leicht auf der festplatte installieren lassen. sie bieten eindeutig eine sinnvolle und kompatible alternative zu dem „cloud computing“. und der datenschutz scheint auf alle fälle mehr gewahrt zu werden.

web 2.0 und ehrlichkeit

 

menschen agieren im web 2.0 ihrer meinung nach ehrlicher. dabei schreiben sie nur schonungsloser. es gibt aber ehrlichkeit, die verletzen kann. das zu realisieren ist notwendig, um auch im netz eine gewisse zurückhaltung zu pflegen.

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web 2.0 und virtuelle festplatten

 

inzwischen haben wir alle gelernt (oder fast alle), einen computer ohne firewall und antivirenprogramm sollte man nicht auf das internet loslassen. anhänge in unbekannten mails sollten nicht geöffnet werden. seine persönlichen daten gibt man nicht aufgrund einer angeblichen mail von der eigenen bank in ein online-formular ein.

das ist die vorsichtige seite des surfens, der vorsichtige kontakt mit mail und web 2.0. auf der anderen seite deponieren viele menschen ihren kalender mit terminen, ihr adressbuch, bilder, texte oder arbeitsdaten auf kostenlosem oder gegen eine gebühr eingerichteten virtuellen speicherplatz außerhalb der eigenen festplatte. wie kommt man auf so eine idee?

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