Schlagwort-Archive: visualisierung

web 2.58 – visuelle poesie

das auge liest mit. auf diesen nenner könnte man den blog von anatol knotek aus wien bringen. visuelle poesie hat eine lange tradition. sie ist der versuch, wortspiele nicht mit abfolgen und lauten darzustellen, sondern mit der anordnung des geschriebenen.

früher war visuelle poesie das starre darstellende bild. doch heute bietet das web 2.0 in kombination mit den digitalen animationstechniken eine unglaubliche bandbreite an neuen möglichkeiten, bewegung in die sprache zu bringen. in dem blog „visuelle poesie“ wird dies in wunderbarer weise umgesetzt. es gibt eine menge sehr humorvoller wortspiele in bewegung.

der inzwischen recht einfach zu erstellenden flash-animation sei dank, dass unsere sprache, dass die worte und einzelne buchstaben durch die luft gewirbelt werden können, um zur nachahmung anzuregen. wer sehr schöne bilder genießen möchte, besuche doch einfach mal http://visuelle-poesie.blogspot.com/ .

Werbeanzeigen

schreibidee (158)

das internet verursacht nicht nur, dass immer mehr geschrieben wird, es führt auch zu einer verstärkten visualisierung unseres lebens. wir nehmen vieles nur noch ausschließlich mit den augen auf und andere formen der kommunikation treten in den hintergrund. dabei spielt es eine große rolle, in welcher abfolge zum beispiel bilder betrachtet. eine veränderte abfolge hinterlässt auch einen veränderten eindruck. diese schreibidee versucht, „bilder-folge-texte“ entstehen zu lassen.

sie wählen vor dem treffen der schreibgruppe 8 in ihren augen aussagestarke bilder aus. am besten haben sie sie schon in ihrem computer als dateien oder sie scannen sie ein. denn sie benötigen für jede(n) teilnehmer(in) den vollen satz der 8 bilder. variieren sie diese bilder für alle teilnehmerInnen in jeweils einer anderen reihenfolge. verteilen sie die stapel an alle.

nun werden die schreibenden aufgefordert, die bilder der reihe nach anzusehen und zu jedem bild 5 assoziationen zu notieren. dies sollten nur stichworte oder kurze gedanken sein. dabei soll die reihenfolge der bilder nicht verändert werden. anschließend wird noch ein freewriting zu den acht bildern geschrieben, dauer ungefähr fünf minuten.

aus der abfolge der bilder und den notierten assoziationen soll durch die teilnehmerInnen der schreibgruppe jeweils eine geschichte entstehen. dabei sollen die bilder in irgendeiner weise in die geschichte einfließen. und auch hierbei soll wieder die reihenfolge eingehalten werden. es wird genug zeit zur verfügung gestellt, eine längere geschichte zu verfassen.

wenn die geschichten geschrieben sind, stellen alle teilnehmerInnen kurz ihre bilderfolge vor, lesen ihre geschichte und reflektieren noch ganz kurz darüber, was sie zu der geschichte animiert hat. es gibt dieses mal keine klassische feedbackrunde, sondern es wird, nachdem alle geschichten vorgelesen wurden, darüber diskutiert und reflektiert, inwieweit die reihenfolge der bilder einfluss auf die jeweiligen geschichten hatte.

web 2.0 und kreatives schreiben

„möglichkeiten“ ist das zauberwort des web 2.0. im gegensatz zum schlichten begriff „web“ soll das „2.0“ suggerieren, dass es um eine fortentwicklung des vorgängers geht. das stimmt nicht ganz. der technische hintergrund ist immer noch der gleich, nämlich meist die programmiersprachen „html“ und „java“. doch das web 2.0 ist sozusagen benutzerfreundlicher. es verlangt vom einzelnen keine großen kenntnisse mehr in den programmiersprachen und im hypertext. es bietet eine art formular, das mit inhalten, bildern, musik oder anderen audiodaten gefüllt werden kann.so leicht wie dieser blog zu erstellen war, so leicht kann sich jeder an die öffentlichkeit mit eigenem begeben. und dabei sind der kreativität kaum grenzen gesetzt. außer der tatsache, dass es visuell abbildbar sein sollte. das ist bei geschriebenem aber nicht das problem, ist lesen doch eine visuelle angelegenheit. und viele computer können die texte auch vorlesen, sollte man selber verhindert sein, zu lesen.doch web 2.0 bietet dem kreativ schreibenden menschen noch viel mehr möglichkeiten. die vielfältigsten finden sich im layout. soll heißen, wenn lesen schon visuell ist, dann kann ein text natürlich sehr leicht weiter visuell aufbereitet werden. auch hierzu gibt es die entsprechenden programme, um nicht mehr alles selber in binäre formeln packen zu müssen. das layout kann das kreative schreiben beflügeln, wenn man sich zum beispiel die präsentation des textes während des schreibens schon überlegt. es kann den text und seine aussagen verstärken. ebenso kann der text aber auch überfrachtet werden mit visuellen reizen, so dass die eigentliche aussage dahinter verschwindet. oder tolle und wichtige texte können vom publikum ignoriert werden, da sie kein ansprechendes layout bieten.es ist heute feststellbar, dass die visualisierung voranschreitet. man wird in absehbarer zeit, wenn man mit seinen kreativen schriftstücken beachtet werden will, wahrscheinlich nicht darum herumkommen, sie visuell aufzubereiten. deshalb zum beispiel auch einen weblog zur schreibpädagogik. das medium nicht zu nutzen, trennt einen in der zukunft von vielen potentiellen interessenten und lesern. die verlagerung des lebens in die virtualität wird kaum aufzuhalten sein. das kann man bedauern, widerstand leisten, oder, soweit es einem möglich ist, nutzen. beim kreativen schreiben ist das web 2.0 meiner ansicht nach auch eine bereicherung, neben allen (gesellschaftlichen) problematiken.