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schnickschnack (111)

nicht nur die schreibpädagogik ist eine meiner professionen, sondern auch die psychologie. und in der psychologie schlug mein herz schon immer für die kritische psychologie. eine psychologie, die den menschen, das einzelne subjekt, in den vordergrund stellt, die gesellschaftstheoretische analysen heranzieht, da die gesellschaftlichen zustände untrennbar mit dem leben des einzelnen verknüpft sind. eine psychologie, die sich gegen heilsversprechen und psychologische deutungen, ja die psychologisierung der gesellschaft wehrt.

entstanden ist die kritische psychologie aus den überlegungen der studierenden in den 60er jahren. sie ist ein produkt aus der bewegung „zerschlagt die psychologie“, eine profession, die als herrschaftswissenschaft verstanden werden kann. die kritische psychologie versucht dabei den goldenen mittelweg, also den versuch, kritisch an die eigene profession mit all ihren forschungsmethoden heranzugehen. und das buch, das viele der hier genannten überlegungen in sich vereint ist die „grundlegung der psychologie“ von klaus holzkamp.

das buch beginnt, salopp geschrieben bei adam und eva, also der menschwerdung, um daraus später schlüsse für die strebungen und verhaltensweisen des menschen zu ziehen. und nun gibt es die vorlesungsreihe klaus holzkamps zum buch auf youtube zu hören. die erste folge ist online. mein tipp, unbedingt reinhören (dabei sollte man die organisatorischen fragestellungen zu beginn der veranstaltung den universitären abläufen zurechnen).

zu finden ist die vorlesung unter: http://www.youtube.com/watch?v=DY6Geea_qa4 .

web 2.27 – virtuelle vorlesungen der uni freiburg

wissenschaftler müssen heute nicht nur wissen vermitteln, sie müssen sich in gewisser weise auch dem entertainment widmen. studierende wollen unterhalten werden und wissenschaft will aufbereitet sein. wer sich noch an sein studium mit pflichtvorlesungen erinnert, weiß sicherlich auch noch, dass es nicht selten quälende anderthalb stunden gab, in denen dozentInnen etwas berichteten, das sie seit zehn jahren berichten. man merkte ihnen an, dass es sich um eine lästige pflichterfüllung handelte, die auch gern einmal den wissenschaftlichen mitarbeiterInnen übergeben wurden.

doch seitdem bildungseinrichtungen vermehrt online gehen, kann eine weltöffentlichkeit sehen, was da so gelehrt wird. das bedeutet nicht, dass der stoff automatisch interessanter wird, aber das bemühen, ihn verständlicher rüberzubringen nimmt zu. für die studierenden ergibt sich der vorteil, die studienzeiten selbst zu bestimmen. war es doch nie zu verstehen, weshalb die pflichtveranstaltungen in der biologie immer morgens um acht uhr beginnen mussten. und anderen interssierten eröffnet sich die möglichkeit eines „studium generale“, ohne sich einschreiben zu müssen. die uni freiburg ist in diesem zusammenhang schon recht weit. wer das apple-programm „itunes“ auf seinem computer hat, kann diverse vorlesungen im internet herunterladen. und auch so seltsame filme, wie „nightlife@freiburg“. man sieht, heutzutage werden die studierenden rundum informiert. alle weiteren infos sind zu finden unter: http://www.itunes.uni-freiburg.de/ .