Schlagwort-Archive: vorsatz

biografisches schreiben und engel

die überschrift mag ein wenig befremdlich für menschen klingen, die nicht an engel glauben. es handelt sich dabei auch eher um ein gedankenspiel, denn um eine glaubenseinstellung. mit engeln verbindet man gewisse eigenschaften: dass einem gutes durch sie widerfährt, dass sie hilfreich sind, dass sie einen beschützen, betreuen, hegen und pflegen, dass sie selbstlos sind und keine gegenleistung erwarten und vieles mehr.

beim biografischen schreiben kann man einmal schauen, ob es mitmenschen im laufe des eigenen lebens gibt, die diese eigenschaften widerspiegeln. oder hat man selber die rolle eines engels für andere menschen übernommen? werfen sie einen blick auf ihre sozialen interaktionen. nutzen sie das konstrukt des engels, um unterschiede zwischen den verhaltensweisen ihrer mitmenschen festzustellen und fragen sie sich, wie sie damit umgehen. gibt es zum beispiel menschen, denen sie noch einmal dafür danken möchten? gibt es menschen, von denen sie sich distanzieren möchten, da sie weder engel noch angenehmer mitmensch sind oder waren?

die vorstellung von engeln ist eine brücke, sich der beziehung zu anderen menschen ein wenig bewusster zu werden. man kann natürlich noch einen schritt weiter gehen und sich fragen, wann man in seinem leben einen schutzengel hatte. es gibt eigentlich im leben jedes menschen situationen, die auf die eine oder andere weise brenzlig waren und man das glück hatte, dass einem nichts geschah, dass alles gut ausging. wie ist man im nachhinein mit solchen Weiterlesen

liste (42) – vorsätze

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um „vorsätze„.

was ich mir für die nächste zeit vornehme:

was ich mir in meinem leben vornahm und umsetzte:

was ich mir in meinem leben vornahm und nicht umsetzte:

was andere von mir erwarten, ich aber nicht erfüllen will:

schreibberatung und vorsätze

„ja, heute setze ich mich hin und schreibe endlich. die frist wird schon knapp. aber ich habe mir einen zeitplan erstellt. wenn ich jeden tag drei stunden an der arbeit schreibe, dann schaffe ich es gut bis zum abgabetermin. ist ja klar, dass jetzt das telefon klingelt. nein, ich geh nicht ran. aber es könnte doch der anruf sein, auf den ich schon so lang warte. na gut, aber nur kurz.

mist, jetzt hat das gespräch wieder so lang gedauert. war aber nett. es muss ja auch noch privates neben der arbeit geben. ich habe hunger. schnell was kochen und essen, dann schreibt es sich viel konzentrierter. ich kann mich beim kochen immer ganz gut entspannen. vielleicht kann ich mir noch ein paar gedanken zur abschlussarbeit machen. irgendwie fehlt der rote faden noch. kann ja mal zettel und stift in die küche legen.

na viel ist da an ideen nicht rüber gekommen. ich bin so satt und so müde. ein kurzes mittagsschläfchen wird mich erfrischen. … oh je, ich würde die schon alle gern mal wieder treffen. aber heute abend? ich muss mich doch an meine arbeit setzen. habe heute noch keine zeile geschrieben. aber wann sehe ich sie alle mal wieder. und wie sieht eigentlich die küche aus? da muss ich erst mal klar schiff machen, dann ist es für die nächste zeit ordentlich und ich kann mich besser auf die arbeit konzentrieren. doch, ich geh da heute abend hin, so schnell ergibt sich die möglichkeit nicht mehr, alle zu sehen.“

solche situationen kennt fast jeder. man hat den ganzen tag was gemacht, nur nicht das geschrieben, das wichtig wäre. dabei hatte man sich so viel vorgenommen und so einen tollen zeitplan gemacht. aber jede mögliche ablenkung scheint willkommen, um nur nicht vor dem leeren blatt oder weißen bildschirm zu sitzen. gründe für das aufschieben kann es viele geben. man hat nicht das gefühl, dass einem was einfällt. es fehlt einem eine klare struktur für den text. der text soll perfekt werden, aber alle versuche waren bis jetzt mittelmäßig. es sind noch so viele andere dinge zu erledigen. …

durch dieses verhalten wird der berg an noch zu schreibendem immer größer und der druck nimmt zu. dies blockiert ein entspanntes schreiben. Weiterlesen

selbstbefragung (73) – vorsätze

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „vorsätze„.

  • welche persönlichen veränderungen haben sie sich für die nächste zeit vorgenommen?
  • wie konsequent sind sie bei der umsetzung von guten vorsätzen? warum?
  • welche vorsätze im laufe ihres lebens haben sie umgesetzt? hat es sich gelohnt?
  • welche veränderung schieben sie schon sehr lang auf? warum?
  • wie nah fühlen sie sich ihrem idealen lebensplan? beschreiben sie.
  • welche menschen hatten den meisten einfluss auf ihre persönlichen veränderungen?
  • wie gehen sie mit kritik an ihren lebenskonzepten um?
  • zu welchen fragestellungen in ihrem leben könnten sie einen guten rat gebrauchen?
  • welcher vorsatz war ein großer fehler? oder verlief ihr lebensplan bis jetzt fehlerfrei? warum?
  • würden sie alles in ihrem leben wieder so machen, wie sie es gemacht haben?

biografisches schreiben und vorsätze

jeder kann an einen punkt geraten, an dem er sich eigestehen muss, dass es so nicht weitergehen kann. das kommt meist nicht nur einmal im leben vor, sondern wiederholt sich in regelmäßigen abständen. gründe gibt es viele dafür: man möchte vertrauen, glauben, nicht immer der miesmacher sein, gut zu allen sein … . also begibt man sich in situationen, macht etwas, das sich später als ein fehler herausstellt. man findet sich nach einem fiasko im chaos wieder.

dies ist die zeit der guten vorsätze. man möchte von grundauf vieles ändern. dies ist die fähigkeit, die den menschen vom tier unterscheidet: situationen reflektieren zu können und sein handeln daraufhin ändern zu können. auch die änderungen im verhalten bleiben oft genug ergebnisoffen, da man nicht abschätzen kann, wie sich etwas entwickelt. aber änderungen erscheinen sinnvoller, als den status quo beizubehalten.

beim biographischen schreiben sind gerade die umbrüche, die selbstbestimmten veränderungen die interessanten. wie hat ein mensch es geschafft aus einer verfahrenen situation wieder rauszukommen? wie konnte jemand seine sucht los werden? wie konnte jemand die tretmühlen so leicht verlassen?

schauen sie doch einmal bei sich selbst, welche gewichtigen vorsätze sie sich in ihrem leben vorgenommen haben und was aus den folgenden handlungen wurde. würden sie sich als konsequenten menschen bezeichnen? haben sie sich damit gutes getan oder eigentlich nur tiefer in den sumpf begeben? auf welchen reflexionen basierten ihre vorsätze? und vor allen dingen, wie selbstbestimmt waren ihre entscheidungen wirklich?

denn bei genauerer betrachtung kann man oft feststellen, dass nicht reflexionen grundlage der vorsätze und entscheidungen waren, sondern die angst. menschen unterschätzen regelmäßig ihre angst vor der welt da draußen. Weiterlesen

wortklauberei (59)

„der vorsatz“

es ist schwer, wenn man den jahreswechsel dazu nutzt, alles ändern zu wollen. denn schon zwei wochen später stellt man fest, dass sich das leben nicht so leicht ändern lässt, wie man es sich vorstellte. aber was soll´s, man kann auf den nächsten jahreswechsel warten und sich wieder etwas vornehmen. ja, man hat die absicht etwas zu tun, etwas zu ändern. man benennt gute „vorsätze“ für das neue jahr.

der „vorsatz“ steht aber vor keinem satz. sonst wäre ein vorsatz „ähem“ oder „apropos“ oder „also“, aber eben keine absicht. dabei wären vorsätze, wie ähem, apropos und also, wahrscheinlich die sinnvolleren. aber der mensch ist bemüht sich beständig zu bessern, mehr zu erreichen. da braucht etwas vor jedem satz, etwas, bevor man zum sprung ansetzt. sonst macht man den großen satz, den sprung in die falsche richtung.

die demonstrantInnen von stuttgart 21 haben dies erkannt. sie wollen nicht nur eine änderung der bauvorgaben, sie wollen auch gleich sich ändern. da nehmen sie sich viel vor. um ihre haltung zu bestärken, legten sie gemeinsam gelübde ab, die fragwürdig, wie jeder vorsatz sind. so konnte man im tv sehen, dass sie alle die aussage trafen: „ich sage nie wieder alternativlos“.

dieser vorsatz muss aus dem managment kommen, aus der mitarbeiterschulung. für jedes problem gibt es eine lösung, man muss sich nur ordentlich anstrengen, bei jeder handlung sollte schon die alternative mitgedacht werden. ein vorsatz, der nach hinten losgehen kann. der eigentliche vorsatz ist in diesem zusammenhang wohl „ich sage nie wieder …“. und ich antworte mit dem nachsatz: „sag niemals nie“.

denn sonst landet man mit dem vorsatz bei „ich sage nie wieder bedingungslos“, „ich sage nie wieder haltlos“ oder „ich sage nie wieder vorsätzlich“. sollte man die vorsätze wegen ihrer unerfüllbarkeit abschaffen, dann sollte man aber darauf bestehen, dass der nachsatz bleibt. der ist viel wichtiger und kann richtig gehaltvoll krachen. habe mit vorsatz diesen schwachsinn geschrieben. sorry.

liste (17) – neujahrsgedanken

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um allgemeine „neujahrsgedanken„.

davon hatte ich zu viel im letzten jahr:

davon hatte ich zu wenig im letzten jahr:

davon möchte ich eine gehörige portion im nächsten jahr:

das wird im nächsten jahr passieren:

davon träume ich:

kreatives schreiben und neujahr

das kreative schreiben bietet die spielerische möglichkeit, sich mit seinen sehnsüchten und wünschen auseinanderzusetzen. so kann über das verfassen von kleinen geschichten, auch der versuch unternommen werden, sich gedanken zum neuen jahr zu machen. klar, es ist heute mode, lieber keine vorsätze mehr zu fassen und höchstens die nächste diät anzugehen. aber irgendein datum benötigt man für sich, wenn man etwas an seiner lebenssituation verändern will. in diesen momenten bietet sich silvester natürlich an.

ein cluster zum thema „wünsche zum neuen jahr“, kann ein erster schritt sein, sich seinen vorstellungen anzunähern. anschließend verfasst man aus dem cluster heraus eine wunschgeschichte. sie sollte einen persönlichen bezug haben, ihr ende ist aber offen. der nächste schritt könnte nun darin bestehen, eine „umsetzungsgeschichte“ zu verfassen. hier verlässt man wahrscheinlich endgültig das kreative schreiben und wendet sich eher dem selbst-coaching zu. aber die techniken des kreativen schreibens können weiterhin verwendet werden.

es geht darum, eine umsetzung des vorsatzes in eine geschichte zu packen. die muss erst einmal keinen bezug zur eigenen person haben. sie sollte sich vor allen dingen die freiheit nehmen, wege zu denken, die bis jetzt nicht beschritten wurden. inwieweit dies umsetzbar ist sollte erst einmal keine rolle spielen. denn nur wenn das unmögliche überhaupt gedacht werden darf, denn kann es vielleicht doch irgendwann in angriff genommen werden. so lang aber schon bei der reflektion über lösungsmöglichkeiten verschiedene richtungen verhindert werden, so lang wird es schwerer sein, eine eigene umsetzung zu finden. viele situationen scheinen ausweglos oder vorsätze nicht durchführbar, da nur wenig raum für außergewöhnliches gegeben wird.

geschichten des kreativen schreibens dürfen alles. auch gute feen auftauchen lassen oder einem zauberkräfte verleihen. und schon der schritt zum neujahr, kleine wunder geschehen zu lassen, kann einem neue perspektiven eröffnen. damit das jahr 2009 eines der besten wird 😉

schreibidee (79)

jedes jahr zu silvester greifen menschen zu den jahreshoroskopen für das nächste jahr, gießen blei und nehmen sich vor allen dingen neues vor. letzterem widmet sich die folgende schreibidee, den „gute-vorsätze-geschichten„. die schreibanregung lässt sich vor allen dingen in schreibgruppen, die am jahresende stattfinden, gut umsetzen.

hier kann zum jahresabschluss aufgefordert werden, dass alle teilnehmerInnen für sich notieren, welche vorsätze sie für das nächste jahr haben. nach dem brainstorming sollten sie auswählen, zu welchem vorsatz sie eine geschichte schreiben möchten. anschließend wird zum ausgewählten vorsatz geclustert. anschließend schreiben alle eine geschichte, in der ihr eigener vorsatz auftaucht. die geschichten werden in der schreibgruppe vorgelesen und feedbacks gegeben.

doch damit soll das thema noch nicht abgeschlossen sein. der nächste schritt besteht darin, die kleinen dramen des lebens aufzugreifen, die den besten stoff für geschichten liefern. entweder kann eine fortsetzung der vorherigen geschichte verfasst werden oder es wird eine neue geschichte geschrieben. dieses mal mit der vorgabe, dass der gute vorsatz scheitert, dass die teilnehmerInnen ihren zielen untreu werden. etwas, was vielen bekannt sein dürfte, aber ungern eingestanden wird. denn es gibt immer „gute gründe“, weshalb gute vorsätze nicht umgesetzt werden konnten 😉  die begründungen dafür müssen nicht in die geschichte einfließen, es geht nur darum, zu scheitern und schriftlich einen umgang damit zu finden. wie das ergebnis dann aussieht, ist der eigenen fantasie überlassen. die geschichten werden sich am ende wieder gegenseitig vorgestellt.