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schreibidee (300)

eine schwierige anregung zum 300ten schreibidee-jubiläum, es darf ja auch einmal „ans eingemachte“ gehen 😉 selbstkritik ist sehr beliebt, sie kommt nicht selten unerbittlich, direkt und unverblümt zur sprache. es wurde gelernt, gern nach den eigenen fehlern zu suchen, um ein besserer mensch zu werden. und so bemühen wir uns alle vehement. gelernt haben wir nämlich, dass die andere seite stinkt, das eigenlob. gut, bei der selbstvermarktung, da wird dann gern mit dem eigenlob marktschreierisch übertrieben, das ist aber marketing und fällt vielen schwer. hier sei das bodenständige „perfekte eigenlob“ angeregt.

schon der einstieg mag manchen schreibgruppenteilnehmerInnen schwer fallen. man kann sie an bewerbungsunterlagen, die man irgendwann einmal in seinem leben erstellen musste, erinnern. denn in stichworten sollen die persönlichen vorzüge notiert werden. die liste wird nicht vorgetragen.

anschließend erhalten alle teilnehmerInnen eine liste in die sie nur ihren namen eintragen. dann wird die liste rundherum an alle anderen schreibgruppenmitglieder weitergegeben. alle sind aufgefordert, für die jeweils namentlich vermerkte person eine positive eigenschaft zu notieren. wenn es geht, sollten sich keine aussagen doppeln und es genügen stichworte, gern auch ein oder zwei sätze. zum schluss erhalten alle ihre jeweilige liste zurück und können ihre eigene aufstellung durch die aussagen der kollegInnen erweitern.

nun wird mit einzelnen sätzen begonnen: zehnmal soll der satz „ich finde an mir gut, dass … “ vervollständigt werden. auch diese sätze werden nicht vorgetragen. anschließend erstellt man aus allen vorarbeiten ein „zeugnis“. der text ist in der dritten person formuliert und beginnt zum beispiel mit „frau / herr zeichnet sich dadurch aus, dass …“. so ein „zeugnis“ bietet noch die möglichkeit der distanz und klingt, wie wenn es durch andere formuliert wurde.

zum abschluss wird dann das ultimative „perfekte eigenlob“ in der ich-form verfasst. einzelne eigenschaften und vorzüge dürfen ausgeschmückt, begründet oder in ein beispiel gefasst werden. es kann und darf ein längerer text entstehen. so weit es geht, sollte der innere zensor überwunden werden. im anschluss werden das zeugnis und das perfekte eigenlob in der schreibgruppe vorgetragen. vor und nach dem vortrag dürfen keine einschränkungen oder relativierungen vorgenommen werden. anschließend findet eine feedbackrunde statt, die sich hauptsächlich mit der frage, wie schwer es war, solch einen text zu verfassen, auseinandersetzt. und es gibt die hausaufgabe, den text auszudrucken und über das eigene bett zu hängen 😉

schreibidee (266)

das web 2.0 lässt menschen zur marke werden. jede(r) versucht eine marke zu sein. es geht weniger darum, spezielle dinge anzubieten, es geht darum speziell zu sein. denn menschen zählen, wie viele follower, freunde, oder verlinkungen sie ihr eigen nennen können. und dafür braucht es ideen. es genügt nicht mehr so zu sein, da zu sein und selbst zu sein, es muss schon was geboten werden. diese schreibanregung soll hilfestellung geben bei der „eigen-werbung„.

zum einstieg schreiben alle schreibgruppenteilnehmerInnen einen text von maximal einer seite länge über ihre eigenen vorzüge. welche eigenschaften machen sie zur marke „xy“? womit können sie für sich werben? in der wirtschaft nennt sich dies alleinstellungsmerkmal, doch so weit muss die selbstdarstellung nicht gehen. es geht nicht um außergewöhnlichkeit, sondern darum, was einem an einem selber gefällt. die kurzen texte werden in der schreibgruppe vorgelesen. dies sollte vor der übung angesagt werden, denn menschen fällt es oft nicht leicht, sich selbst positiv darzustellen. das vorlesen macht aber sinn, um die späteren ergebnisse der schreibanregungen zu verstehen.

anschließend soll ein kurzer werbetext von maximal einer halben seite geschrieben werden, in dem die teilnehmerInnen jeweils sich selbst anpreisen. es geht also über die vorzüge hinaus, denn nun soll werbung für einen selber gemacht werden. dazu suchen sich die schreibgruppenteilnehmerInnen eine person aus der gruppe aus, und schreiben auch für sie einen halbseitigen werbetext. die texte über sich selber werden von der gruppe vorgetragen, die über einen weitere person nicht.

nun geht es um das „verdichten“. im marketing wird gesagt, dass ein slogan oder motto in der werbung möglichst nicht länger als 8 wörter sein soll. alle teilnehmerInnen sollten für sich selber einen eigenen werbeslogan entwickeln. es können auch mehrere geschrieben werden und die schreibgruppe stimmt später ab, welchen slogan sie am besten findet. die einzige vorgabe besteht darin, dass der eigene vorname in dem slogan auftauchen muss. nun werden die slogans vorgetragen und es gibt eine kurze feedbackrunde.

zum abschluss entwickeln alle teilnehmerInnen für sich eine kleine werbekampagne. wie möchten sie sich den anderen menschen gegenüber als marke „verkaufen“? was würden sie dafür tun, um sich selber auf dem markt zu etablieren? diese kampagnen werden vorgestellt, und wer lust hat, kann nach der schreibgruppe mit der eigen-werbung und -vermarktung beginnen 😉 und sei es auch nur im web 2.0.