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schreibidee (327)

jetzt geht sie wieder los, die zeit der vorbereitung, der einkäufe und der bäckereien für weihnachten. manchmal stressig (hätte nie gedacht, dass am 30.11. eine postamt schon so voll sein kann 😉 ), manchmal besinnlich und manchmal gar nicht. je nach geschmack werden das ritual, das christliche fest oder auch nur die freien tage gefeiert. für die menschen, die weihnachten feiern ist diese schreibanregung für die „weihnachtsbaumtexte“ gedacht.

vielleicht kennen sie diese von der decke hängende lampe, an die beschriftete zettel aus pergamentpapier geheftet werden können und die dadurch ganz individuell gestaltet werden kann. ähnliches kann auch mit einem weihnachtsbaum gemacht werden. man kann diese jahr ja einmal die kugeln und das lametta weglassen. stattdessen nimmt man holzwäscheklammern, malt diese rot, silbern oder golden an, und heftet texte an den baum. was dies für texte sind, kann man sich selber überlegen.

in einer schreibgruppe können die texte für den baum geschrieben werden. dabei wird zum einstieg geklärt, mit einem kurzen schriftlichen statement, wie die position der gruppenteilnehmerInnen zu weihnachten ist. was verbinden sie alle mit weihnachten. alle erstellen ihr persönliches statement, das sie in der gruppe vorlesen. aufgrund der statements wird vereinbart, was man an den baum oder in die wohnung für kurze texte hängen möchte. dementsprechend werden die schreibanregungen in der schreibgruppe gestaltet.

so kann man zum beispiel für alle personen, die man kennt und liebt wünsche zu papier bringen, die an den baum geheftet werden. oder man lädt alle gäste vor und zu weihnachten ein, selber einen kurzen text mit wünschen, mit gedichten oder mit kurz-kurz-geschichten zu verfassen, die dann an dem baum mit wäscheklammern befestigt werden. man kann sich jedoch auch überlegen, eine fortsetzungsgeschichte an den baum zu bringen. die geschichte beginnt mit dem am tiefsten gehängten zettel und wandert spiralenförmig den baum hoch. das ende der geschichte ragt auf der baumspitze, anstatt der weihnachtsspitze hervor.

man kann sich auch animieren jeden tag ab dem 1ten dezember eine geschichte für den baum zu schreiben. diese geschichte kommt dann in einen briefumschlag und wird an einen zwei geheftet, also eine art adventskalender rückwärts. man kann gedichte mit gebäck, das auch in den baum gehängt wird, koppeln. wenn man zum beispiel kringelige kekse backt und in ihre mitte ein gerolltes papier steckt, ähnlich einem glückskeks, wird das gebäckt mit dem gedicht vom baum gepflückt. und je nachdem was gewünscht wird, werden die texte in der schreibgruppe verfasst.

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biografisches schreiben und familienrituale

es ist die zeit der jahresendzeitfeierlichkeiten. zwei wochen vorher werden die menschen in den nahverkehrsmitteln schon genervter, gestresster und mürrisch. abseits der abendlichen alkoholisierten truppen von weihnachtsfeierteilnehmerInnen, bereiten sich viele auf „das fest der liebe“ vor. ein fest, das oft das gegenteil des titels wird. hohe erwartungen, noch höhere erwartungen und viele enttäuschungen vereinen sich mit dem vorhergehenden stress zu einem kleinen pulverfass. aber das ritual der weihnachtlichen zusammenkunft möchten die wenigsten menschen durchbrechen.

bei der betrachtung der eigenen lebensgeschichte könnte jedoch ein blick auf familiäre rituale die augen für das system, in dem man aufgewachsen ist, öffnen. ja, man kann eine erklärung für den nachhall mancher verhaltensweisen in sich selber finden. denn familien sind familien, da sie auf etlichen ritualen basieren.

man werfe einmal einen blick darauf, wie geburtstage in der eigenen familie begangen wurden. wie sah solch ein moment aus? was geschah dann oder was geschah auch nicht, obwohl man es gern gehabt hätte? gab es feste zeitabläufe, gab es die erfüllung von wünschen? oder man schaut sich einmal an, wie weihnachten begangen wurde. wurde dieses ritual allen familienmitgliedern gerecht? konnte man einen emotionalen bezug zu den feierlichkeiten herstellen? führt man das ritual weiter, so wie man es kennengelernt hat?

am spannendsten bei ritualen ist es, festzustellen, wer welche rolle übernommen hat. Weiterlesen

biografisches schreiben und essen

der zusammenhang zwischen der eigenen lebensgeschichte und der ernährung erscheint erst einmal seltsam. was haben die eigenen speise-vorlieben in einer biografie zu suchen?

sie bilden zum einen die eigenen möglichkeiten der versorgung ab. beinahe alle menschen, die kriegszeiten miterlebt haben, erzählen im nachhinein geschichten, welche anstrengungen zur eigenen versorgung, vor allen dingen nach dem krieg, unternommen werden mussten, um sich ernähren zu können. plötzlich tritt ein vitales bedürfnis in den vordergrund, das in unseren gesellschaften als gesichert gilt. ebenso geht es menschen, die von hartz vier oder anderen staatlichen unterstützungen leben müssen. am ende des monats fehlt das geld für eine angemessene ernährung. der mangel wird bestimmend für das eigene leben.

ebenso kann der überfluss eine immer größere rolle spielen, wenn sich in bestimmten gesellschaftlichen kreisen, die freizeit nur noch um die gestaltung der angemessenen einladung mit auf hohem niveau selbstgekochtem dreht und die abendunterhaltung sich vor allen dingen um die bezugsquellen bestimmter zutaten dreht. aber auch von bekannten persönlichkeiten interessieren die gerichte, die sie gern gegessen haben. so wissen wir von helmut kohls saumagen von gerhard schröders currywurst und in berlin wird im brechtkeller gekocht, was helene weigel auf den tisch brachte.

das essen ist meist ein abbild unserer lebenssituation und nicht zu unterschätzen beim blick auf unsere eigene lebensgeschichte. meist stellt es nur eine zierde des verfassten dar, rundet aber das bild der lebensumstände ab. außerdem spielt es eine wesentliche rolle beim aufbau sozialer kontakte, die sich im laufe des eigenen lebens ergeben. da kann es hilfreich sein, zu notieren, welches gericht das liebste war, wozu gäste eingeladen wurden oder wie traditionell weihnachten in der familie verbracht wurde. oder man notiert abseits der biografie noch in ein büchlein die rezepte, die in der familie weitergegeben wurden. denn etliches der überlieferten zubereitungen findet sich in keinem kochbuch.

kreatives schreiben und geschenke

wie jedes jahr kommt die zeit des schenkens ganz unerwartet und so schnell auf uns zu. und wenn man dann neben all den weihnachtsessen und jahresabschlusssitzungen endlich zum einkaufen kommt, dann kommen alle gerade zum einkaufen und quälen sich durch die geschäfte. der stressfaktor bis zu den jahresendzeitfeierlichkeiten steigert so sehr, dass die feierlichkeiten selbst gern zur nervenprobe werden.

hier bietet das kreative schreiben eine wunderbare alternative. wer in regelmäßigen abständen kreativ schreibt, erhält im laufe der zeit eine wunderbare sammlung an texten, die einzig den jeweiligen schreibgruppen, an denen man teilgenommen hat, bekannt sind. aus diesem pool kürzerer und längerer texte lässt sich wunderbar schöpfen.

eine weitere hilfe beim geschenk zusammenstellen ist der computer. dieser ermöglicht es uns, je nach person, einen individuellen strauss an texten zu schnüren. gesteigert wird dies noch durch die möglichkeiten des umfassenden layouts, das auch individuell gestaltet werden kann. wer keinen guten drucker sein eigen nennen kann, kann seine prächtigen kleinen büchlein oder hefte in jedem copyshop ausdrucken und anschließend binden lassen. so erfolgen zur weihnachtszeit die ersten veröffentlichungen im selbstverlag.

noch einfacher mit dem schenken gestaltet es sich, wenn man schon sein erstes buch veröffentlicht hat. geschenkpapier drumherum und allen unter den weihnachtsbaum gelegt. vielen erscheint  so ein geschenk von kreativ selbgeschriebenen texten unangenehm, doch wie früher schon mutti sagte, freuen sich gute freundInnen oft mehr über etwas persönliche gestaltetes und selbstproduziertes, denn über gekauftes. es fehlt nur die traute, dies umzusetzen. und sollten noch ein paar texte fehlen, kann man die dunklen tage nutzen, noch so manches zu verfassen.