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schreibidee (148)

hochsommer- und vollmondnächte verbindet der teils unruhige schlaf. auslöser können hitze, langer besuch eines biergartens oder die wirkung des mondes sein. unruhiger schlaf geht nicht selten mit träumen einher, die sich in eine richtung entwickeln, die man als träumender schwer steuern kann und die sehr emotional leider in die negative richtung sind. manche literarischen werke bedienen sich dieser traumsequenzen. deshalb dreht sich dieses mal die schreibanregung um „albtraumgeschichten„.

zu beginn mögen die teilnehmerInnen der schreibgruppe zwei bis drei sehr schöne sequenzen aus ihrem leben auf jeweils einer seite umschreiben. das können selbst erlebte dinge sein oder auch geschichten aus ihrem umfeld. die beschreibung soll nur das ereignis wiedergeben und die protagonisten benennen. sollten keine ideen zu hand sein, kann man auch das happyend eines romans oder einer kurzgeschichte nehmen und diese noch einmal mit eigenen worten umschreiben.

nun wird in kurzen stichworten notiert, wie die geschichten aussehen würden, wenn sie sich in einen „albtraum“ verwandelten. es muss also überraschend an einer stelle der geschichte eingehakt werden, um eine garstige, böse und unangenehme wendung einzuführen. wichtig ist bei den stichworten, dass keine idee einer wendung zum guten verwendet wird. ein albtraum entwickelt sich selten zum guten, sondern lässt einen irgendwann aufwachen.

anschließend wählen die teilnehmerInnen der schreibgruppe für sich die idee aus, die ihnen am prägnantesten und grausamsten erscheint. nun wird eine längere geschichte um den albtaum geschrieben. wie aus schockerfilmen bekannt und den albtraum verstärkend empfiehlt sich ein einstieg über die beschreibung eines „harmonischen“ alltags oder eines kleinen, unbedeutenden problems. dann kann alles anwachsen und sich umkehren. im anschluss werden die geschichten in der schreibgruppe vorgelesen. beim feedback fließt mit ein, wie gut die ausweglosigkeit in der geschichte gefasst wurde.

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kreatives schreiben und überraschungseffekte

 

geschichten leben meist davon, dass sie nicht geradlinig verlaufen. schon im titel ist es möglich, die leserInnen neugierig auf das geschriebene zu machen. so hätte ich hier den titel „kreatives schreiben und fusspilz“ wählen können. da sich niemand darunter etwas vorstellen kann, wäre der text sicherlich angelesen worden. deshalb lohnen sich beim kreativen schreiben übungen in den schreibgruppen, die erst einmal absurde situationen entstehen lassen und die vor allen dingen mit brüchen arbeiten.

denn eine geschichte, die nach dem prinzip „und dann…“ funktionieren werden von leserInnen selten interessant empfunden. Weiterlesen