Schlagwort-Archive: wild

web 2.0 und wildnis

der wildwuchs im internet und explizit im web 2.0 nimmt unaufhörlich zu. kein mensch wird mehr den überblick haben, was eigentlich wann wo anfängt zu wuchern, was sich ausbreitet, was gelöscht wird und was vor sich hin kümmert. das können nur noch computer mit hohen rechenleistungen erfassen, doch selbst die werden nur das festhalten, das von menschen gesucht wird.

das netz ist wie ein dschungel. oben blühen die aufgesetzten pflanzen, die gar nicht im boden wurzeln, sondern das wasser aus der luft entnehmen und nährstoffe mit dem regen und kleinem getier aufnehmen. aber prächtig sehen sie aus. dazwischen ranken lianen und anderer pflanzen, die es gerade noch vom boden nach oben schaffen. halt geben die riesigen stämme der so genannten urwaldriesen, die ihr blätterdach nur ganz oben ausbreiten.

und ganz unten modert das, was oben nicht mehr genug licht oder nahrung bekommt. es bildet die grundlage für alles oben wuchernde. vom bildschirm aus betrachtet ist das netz bunt, von den rechnern aus betrachtet eher sumpfig, chaotisch und flott in der verwertung. grundsätzlich bietet der boden nichts außer strom, „1“ und „0“.

und doch, auch dies gleicht dem urwald: es herrscht eine enorme artenvielfalt. es finden sich prächtige pflanzen und vögel in dem grünen chaos. man kann sie oft nur zufällig entdecken, nur teilweise zu fassen kriegen und ein teil der pracht ist sehr flüchtig. doch allein dafür lohnt sich der besuch im web. und werden die blüten des netzes oft genug aufgerufen, regnen klicks Weiterlesen

schreibidee (330)

man kann wild essen oder auch wild schreiben, vor allen dingen bald in der weihnachtszeit. doch ebenso in den besinnlichen zeiten, lässt sich mild essen und mild schreiben. was besser gefällt lässt sich wahrscheinlich erst nach dem jeweiligen versuch sagen. darum eine schreibanregung „mild vs. wild“ für die nächste zeit.

man kann sich ein wenig an den „stilübungen“ von raymond queneau als einstieg orientieren. man nehme eine kurze knappe beschreibung einer alltäglichen begebenheit. diese erhalten die teilnehmerInnen der schreibgruppe als kopie. nun ist von der beschreibung eine milde version und eine wilde version zu verfassen. die texte werden im anschluss in der gruppe vorgelesen und man kann einen kleinen vergleich anstellen, wie die attribute „mild“ und „wild“ jeweils umgesetzt werden.

im anschluss werden keine vorgaben mehr gemacht. die teilnehmerInnen wählen für sich aus der letzten woche drei begebenheiten aus, die sie in einer ausführlichkeit von maximal einer halben seite möglichst neutral notieren. zu allen begebenheiten zusätzlich eine milde und eine wilde version notiert. eine der begebenheiten wird an andere teilnehmerInnen weitergegeben, die nun auch jeweils eine milde und eine wilde version dazu verfassen. die texte werden nicht vorgetragen, sondern dienen nur der fingerübung.

nun wird der anfang einer geschichte den teilnehmerInnen der schreibgruppe ausgeteilt. die fortsetzung der geschichte ist zu schreiben. dabei wiederum zwei varianten, mild und wild. eine variante wird nach dem schreiben ausgewählt und in der gruppe kurz vorgetragen, es findet keine feedbackrunde statt.

zum abschluss findet dann eine längere schreibübung statt. dieses mal wird nur das thema oder die überschrift vorgegeben. die schreibenden können selbst wählen, ob sie für eine geschichte noch assoziationstechniken anwenden wollen, oder ob sie gleich eine geschichte dazu verfassen möchten. es ist nicht notwendig, eine neutrale version zu schreiben. ziel sind zwei versionen ein und derselben geschichte: die milde und die wilde variante. dies sollte sich nicht nur in der wortwahl widerspiegeln, sondern kann auch einfluss auf die gesamte handlung neben. am ende des treffens werden jeweils beide geschichten hintereinander vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt. beim feedback werden vor allen dingen die kontraste zwischen mild und wild und die angewendeten schreibstile betrachtet.

wissenschaftliches schreiben und wildnis

die wissenschaftlerInnen vor allen dingen der biologie oder auch der archäologie, der limnologie, der zoologie und all der richtungen, die mit natur und geschichte zu tun haben, begeben sich ab und zu auf exkursionen. dabei kann es schnell zur konfrontation mit der wildnis kommen. denn vieles noch zu entdeckende ist sehr verborgen, an orten, die bis dahin kaum ein mensch besucht hat. und natürlich sollten die funde und entdeckungen möglichst gleich protokolliert werden, zudem schnell berichte geschrieben und eventuell ein reisetagebuch geführt werden.

das wissenschaftliche schreiben ist in diesem moment mit ähnlichen problemen konfrontiert wie das kreative schreiben. oft sind aber equipment und gerätschaften besser ausgestattet als beim durch die pampa hüpfenden kreativen schreiberling. daher lassen sich texte manchmal einfacher festhalten. aus eigener erfahrung kann ich aber sagen, das kommt immer darauf an, wohin die exkursion führt. selbst am rand der europäischen zivilisation wird das schreiben schwierig, wenn man tagsüber durch die landschaft streift und nachts schreiben möchte. es fehlt das licht, sollte man camping-plätze mit einem zelt aufsuchen.

ich erinnere mich eine käfer-forschers, der immer nachts auf der toilette der camping-plätze saß, um seine käfer präparieren zu können. ebenso können die steckdosen fehlen, die das beleuchtete laptop in betrieb halten. dazu kommen die widrigkeiten, die die wildnis gerade bei forschungsreisen noch bereit hält: entweder ist die gegend sehr unwirtlich oder so wild, dass einem ständig nicht ganz harmlose tiere begegnen. eine regel: das zelt immer schließen, sonst gesellen sich gern schlangen in den schlafsack, da es dort wärmer ist. meine zeltnachbarin vergaß diese regel und mir kroch Weiterlesen

biografisches schreiben und wildnis

auf viele menschen übt das unbekannt, wilde eine ungeheure faszination aus, vor der sie gleichzeitig zurückschrecken. dabei ergeben sich zwei überlegungen: vielleicht ist das wilde gar nicht so wild, wie es scheinen mag? und vielleicht ist das eigene leben wilder, als es scheinen mag? diese überlegungen sollen beruhigen, besänftigen, damit man nicht weiter dem romantischen verlangen nach wildem folgt. die folgen sind nicht abzuschätzen.

aber es gibt noch viel mehr besänftigungsüberlegungen: vielleicht möchte man nur das haben, das man nicht haben kann? wahrscheinlich ist die wildnis unglaublich anstrengend und unbequem? man sollte viel mehr das schätzen, was man hat. es wäre an der zeit, sich dies noch einmal vor augen zu führen. und so verharren die menschen in einem gezähmten zustand, und die wildnis wird in ihren augen beständig bedrohlicher und verlockender zugleich.

im biografischen schreiben kann man mal einen blick darauf werfen, wie weit man sich in festgefügten bahnen bewegt und in welchen momenten man ausbrach oder ausbrechen wollte. es gibt keine negative bewertung für festgefügte bahnen, so sie sich gut und angenehm anfühlen. sind aber obige überlegungen vorrangig angestellt worden, dann wäre die frage, warum nicht einfach mal geschaut wurde, wie wildnis wirklich ist. denn das erleben von wildnis ist ebenso wenig verallgemeinerbar, wie alles andere erleben auch.

wildnis muss nicht nur natur sein, wildnis kann sich auch im dickicht der städte befinden. die midlife-krise ist nichts anderes, als an etwas gewagtes, unbekanntes und wildes anknüpfen zu wollen. das wird bei uns oft lächerlich gemacht, und die scheu vor Weiterlesen

beinahe-wildnis auf arte – ein fernsehtipp

skandinavien hat noch viele flecken auf denn kein mensch lebt. auch wenn in manchen regionen die holzbewirtschaftung, der bau von staudämmen und der tourismus der wildnis in den ländern sehr zusetzt, es gibt regionen, die dem menschen kaum zugänglich sind. es gibt zum beispiel einen wanderweg, den man nur betreten darf und sollte, wenn man sich vorher anmeldet. jährlich sterben dort weiterhin menschen, da die wildnis wild bleibt.

arte stellt nun in einem porträt die skandinavischen länder und ihre menschen vor. dazu gehören natürlich auch städte und zivilisation. aber schon in folge 1 der 15 folgen von „europas hoher norden“ werden die lofoten an der westküste norwegens vorgestellt. eine region, die aussieht, wie wenn jemand die alpen ins meer geschmissen hätte. leider sind hauptsächlich bilder aus dem winter zu sehen, dabei sehen die lofoten vor allen dingen im sommer sehr wild aus und sind es auch.

also, tolle bilder, interessante länder, viel natur, eine menge wildnis und interessante porträts. ach ja, und wer bis jetzt folgen verpasst hat, sie werden wiederholt und man kann sie im internet anschauen. mehr infos hier: http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Europas-hoher-Norden/4293566.html . es lohnt sich.

liste (77) – wildnis

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um die „wildnis“.

die wildesten orte, die ich gesehen habe:

wilde orte, die ich unbedingt noch sehen möchte (das muss nicht in der freien natur sein):

das erschreckendste an der wildnis ist für mich:

das schönste an der wildnis ist für mich:

was ich am häufigsten mache, wenn ich wirklich wild bin:

selbstbefragung (130) – wildnis

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um die “wildnis“.

  • waren sie schon einmal in der wildnis? warum?
  • wann waren sie das letzte mal in der wildnis? warum?
  • welche wildnis gefällt ihnen am besten? beschreiben sie.
  • was würden sie unter „menschlicher wildnis“ verstehen? beschreiben sie.
  • lassen sie in ihrem garten, auf ihrem balkon wildwuchs zu?
  • ab wann ist etwas für sie wildnis?
  • wie viel natur darf es in ihrem leben sein?
  • was macht ihnen in der wildnis angst? warum?
  • wen möchten sie gern mit in die wildnis nehmen?
  • mit wem waren sie in der wildnis?

selbstbefragung (88) – saftig

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „saftiges„.

  • welchen saft mögen sie am liebsten? warum?
  • wann erscheint ihnen ihr leben besonders saftig? beschreiben sie.
  • welche deftige tat möchten sie in ihrem leben noch vollbringen? wann?
  • was tun sie, wenn sie voller energie sind und vor kraft strotzen?
  • ab wann werden für sie texte und bücher vulgär? erklären sie.
  • in welchen lebenssituationen reissen sie sich zu sehr zusammen, würden sie gern direkter sein?
  • wenn sie alle möglichkeiten der welt hätten, womit würden sie sich als erstes berauschen (hier sind keine drogen gemeint)?
  • was bringt sie in ekstase? beschreiben sie.
  • was frisst ihre energie und wie wehren sie sich dagegen?
  • welche menschen im umfeld führen ein saftiges leben?