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mein computer und ich – eine umgangslehre (25)

entwicklungen und schluss

seit oktober 2011 habe ich hier eine nabelschau der digitalen art betrieben. ich habe versucht, unterschiedliche aspekte der nutzung von computer und internet zu thematisieren. denn die digitale welt hat unser arbeiten und unser leben in den letzten jahren stark verändert, selbst wenn wir uns standhaft weigern, einen computer zu nutzen. wie findet man den eigenen angemessen umgang mit den anforderungen der virtuellen und elektronischen welt? diese gedanken sind erst einmal ausgeschöpft und heute endet diese serie.

zum abschluss möchte ich noch einmal einen blick in die zukunft werfen. am auffälligsten ist dabei die entwicklung des handys zum smartphone, also inzwischen zum kleinen taschencomputer, der mit sich herumgetragen wird. und so ist die abhängigkeit von den funktionen dieses kleinen digitalen gerätes bei vielen menschen enorm. man betrachte nur die immer öfter auftauchende gebeugte haltung im alltagsbild, die den fussgänger, die autofahrerin oder die nutzerInnen des nahverkehrs als besitzerInnen eines smartphones ausweist.

diese entwicklung wird sicherlich noch eine zeitlang eine weitere steigerung erfahren. aber man stellt inzwischen fest, dass manche menschen wieder die abkehr vom zwang der geräte erproben. nachdem sie irgendwann selber feststellten, dass sie alle fünf sekunden auf das display blicken, da es sein könnte, dass sich jemand gemeldet hat oder neueste nachrichten eingetroffen sind.

doch menschen merken, dass ihre persönliche und authentische kommunikation unter den aufmerksamkeitsunterbrechungen leiden. und manch einer fängt selber an zu leiden: es gibt keine ruhe, keine pausen mehr. es ist kaum auszuhalten, wenn das smartphone nicht mehr zur verfügung steht. dies wird kein dauerzustand bis in die zukunft bleiben. die suche nach dem stressabbau wird sich in den nächsten jahren verstärken und die digitalen geräte werden bestimmt selbstbewusster eingesetzt werden.

schwer aufzuholen bleibt der vorsprung jüngerer generationen bei der nutzung neuester technik im gegensatz zur älteren generationen. immer noch sind viel zu viele menschen nicht darauf vorbereitet, die technik effektiv für sich nutzen. immer noch sitzen zu viele menschen zu frustriert vor dem computer. aber auch hierbei wird das internet seine kraft entfalten. denn die user werden kritischer. sie formulieren es immer öfter und klarer, dass manche technische neuerung unter einer schlechten usability leidet.

die kritische haltung ist vor allen dingen im zusammenhang mit dem datenschutz schon jetzt zu verpüren. die menschen werden sensibler, wenn es um ihre privatspäre im netz geht und sie setzen sich zur wehr. darum werden mit großer wahrscheinlichkeit viele horrorszenarien doch nicht eintreten, da sie von mündigen usern verhindert werden. auch die teilweise erpresserische haltung Weiterlesen

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web 2.0 und bewusstes

sich bewusst im internet bewegen bedeutet sehr aufmerksam zu surfen. es bedeutet, stetes misstrauen zu haben, wenn daten abgefragt werden und sich dadurch doch nicht vom surfen abhalten zu lassen. das scheint eine quadratur des kreises zu sein. man kommt nicht drumherum, daten zur verfügung zu stellen, wenn man angebote nutzen will. allein die vollständige installation von software und der download von updates bedeutet, daten zur verfügung zu stellen.

ja, das netz kann bedrohlich wirken und werden. aber es kann eben auch eine fantastische form der kommunikation sein. das problem liegt meist darin, dass das kleingedruckte nicht gelesen wird. die grenzen zwischen arbeiten am computer und sich im netz bewegen verschwimmen, werden teilweise gar nicht mehr wahrgenommen. es sollte einem bewusst sein, dass die zur verfügungstellung von kapazitäten nie ohne irgendeinen grund stattfindet. das web 2.0 ist keine welt außerhalb der üblichen welt, in der es dinge für lau gibt und keine gegenleistung erwartet wird.

die erste gegenleistung ist allein der besuch einer seite. die zweite gegenleistung ist oft der datenaustausch im hintergrund beim besuch einer seite. dann kommen manchmal gegenleistungen die direkt erwartet werden: zum beispiel ist die vollständige freischaltung einer programmversion gekoppelt an die vorherige überweisung von geld. oder es muss die bereitschaft da sein, werbung zu akzeptieren, die man nicht beeinflussen kann. alles andere wäre ein antikapitalistisches wunder, mit dem niemand rechnen kann.

darum gehört es zum bewussten surfen, sich diese prozesse ständig zu vergegenwärtigen. manch einer mag meinen, dies sei eine spassbremse. aber man kann dagegen halten, dass es sich viel Weiterlesen

mein computer und ich – eine umgangslehre (13)

internet

bei computer denkt man heute beinahe automatisch das internet mit. wenn ich hier also über den computer schreibe, schreibe ich meist auch über das internet. wenn man sich anschaut, wie stark sich unsere kommunikation in den letzten 10 jahren verändert hat, dann kann man von einer großen anpassungsfähigkeit des menschen sprechen. wurde vor einigen jahren noch von der „generation internet“ gesprochen, lässt sich dies heute gar nicht mehr aufrechterhalten.

erhebungen zeigen, dass die generation der mittelalten und älteren schon längst gegenüber den jüngeren generationen aufgeholt hat bei der nutzung des internet. unterschiede zeigen sich eher dabei, was im web genutzt wird. jüngere bewegen sich in sozialen netzwerken und auf spieleplattformen, ältere nutzen wissen, informationen, einkauf und buchungen verstärkt. so hat sich auch gezeigt, dass die ältere generation mit den suchmaschinen meist besser klarkommt als die jüngere.

das hat mit der formulierung der stichworte zu tun. umschreibende suchbegriffe sind den älteren geläufiger. jüngere erwarten auf kryptische fragen klare antworten. besonders interessant scheint mir in dem zusammenhang, dass sinnvolles suchen, ausschöpfen der informationsquellen und recherchieren im netz kaum gelehrt wird. hatte man früher in der hochschule zum beispiel eine führung durch bibliotheken, wurden einem im laufe der zeit stichwortkataloge und sortierarten vermittelt, so macht das kaum jemand mit dem internet. man liefert sich den angaben Weiterlesen

nabelschau (62)

schutz, der kein schutz ist. oder – wer kennt sich überhaupt aus? je mehr meldungen es über die diskussionen um acta, um die datensammlungen bei sozialen netzwerken, um urteile des bundesverfassungsgerichts oder um das verhalten deutscher behörden im netz geht, um so stärker kommt das gefühl auf, dass ein großteil der politischen entscheidungsträger keinen blassen schimmer davon hat, um was es überhaupt geht.

da werden ausschusssitzungen in dokumentationen über facebook gezeigt, die schon bei den fragestellungen der ausschussmitglieder erahnen lassen, dass man sich nicht auskennt. das ist nicht weiter schlimm, es kommt bei anderen themen auch vor und es ist menschlich. man kann nicht zu allem alles wissen. wenn man dann wenigstens an den entscheidenden stellen kompetente menschen mit entsprechenden befugnissen sitzen hat.

aber offizielle datenschützerInnen sind orchideenposten wie die frauenbeauftragen oder die drogenbeauftragten. da wird eine gesellschaftliche problematik ausgegliedert, um ein feigenblatt vorweisen zu können, wenn es kritisch wird. es können jedoch keine entscheidungen getroffen werden. den rest lässt man irgendwie laufen. gut, irgendwann greift man teilweise die bedenken der expertInnen auf, entscheidet halbherzig etwas und lässt es dann weiterlaufen. die folge: nun rennen alle dem davongelaufenen hinterher.

die technik, die handhabung der technik und die missbräuchliche anwendung der technik sind so weit vorangeschritten, dass zwar immer mal jemand an der reissleine zieht, aber der fallschirm nicht aufgehen will. gerade hat das bundesverfassungsgericht wieder darauf hingewiesen, dass im netz, web, internet praktiken herrschen, die mit den grundrechten nicht vereinbar sind. ist das nicht mal jemandem vorher aufgefallen? man hat den eindruck – irgendwie schon, aber man hat es erst einmal laufen lassen.

da erwarten institutionen und entscheidungsträgerInnen von der bevölkerung angemessenes verhalten in der digitalen welt und überschreiten selber eine grenze nach der anderen. es ist auf allen ebenen kein (daten)schutz und keine privatheit mehr gewährleistet. wen wundert es dann, dass von allen alle möglichkeiten Weiterlesen

digitaler diskurs (2) – ein lesetipp

es gibt einen zweiten sehr interessanten artikel zu den folgen des internets in „lettre international“ – frühjahr 2011, Nr.92. manuel arias maldonado schreibt über den „planet wikipedia – eine digitale enzyklopädie oder ein spiel um vernetztes wissen„.

der titel des textes verrät eigentlich schon alles. die auseinandersetzung ist auch keine neue: ist wikipedia wirklich ein gutes lexikon, eine gute enzyklopädie? kann das funktionieren, bürgerInnen bei der erstellung einer wissenssammlung zu vertrauen und die sammlung ihnen zu überlassen? spannend scheint, dass etliche untersuchungen gezeigt haben, dass das digitale lexikon in vielen bereichen den vergleich mit anderen lexika nicht scheuen muss.

und doch tickt der „planet wikipedia“ ein wenig anders. es werden stärker aktuelle und populäre themen aufgegriffen. schadet das einem lexikon oder verändert sich nicht auch unsere form der wissensbeschaffung? man kann noch einen schritt weitergehen und fragen, ob durch die vernetzung von wissen unser denken beeinflusst wird, wir also anders denken? manuel arias maldonado trägt viel wissen um wikipedia in dem langen artikel zusammen.

dabei diskutiert er die frage, ob es sich inzwischen nicht um ein wissenspiel handelt, dessen ausgang immer offen bleibt. wikipedia ist ein prozess. dies kann ein großer vorteil sein, wenn man wissenschaften und forschung betrachtet, die inzwischen ihre erkenntnisse in vielen bereichen nicht mehr mit der gleichen absolutheit vertreten können, wie dies früher der fall war. auch die natur und der mensch basieren auf formen der vernetzung, verändern sich ständig, erreichen nie einen absoluten status quo. eventuell kommt wikipedia diesem prinzip viel näher als die bis dahin üblichen enzyklopädien.

doch die schnelligkeit und teilweise laienhafte bearbeitung von themen verlangen abstriche bei der tiefe des wissengehalts mancher einträge bei wikipedia. schadet dies den gesellschaften nun oder macht das nichts aus? die folgen von wikipedia sind noch nicht geklärt, aber da der prozess ja nicht endet, sind viele zukunftsszenarien vorstellbar. mit etwas misstrauen genossen, bietet wikipedia eine enorme vernetzung, die ganze wissensgebilde vermittelbar macht. hier ein kleiner vorgeschmack: http://www.lettre.de/aktuell/92-Arias-Maldonado.html

web 2.0 und urheberrecht

wer hat die hat die macht über das wissen? die frage wird im internet immer drängender. es geht nicht nur um wikileaks, um informationen in ländern, die offen und direkt zensur ausüben, nicht nur um das abschalten von knotenpunkten und datenleitungen. es geht vor allen dingen auch darum, welches wissen wird wem für welchen preis zugänglich gemacht. und ab diesem moment geht es auch darum, ob in zukunft im internet informationen, die eigentlich allen zur verfügung stehen sollten, kostenpflichtig sind.

diese fragen sind eng verknüpft mit dem urheberrecht. denn wenn die gesetzgebung die hand über veröffentlichungen hält, dann schützt das zwar das geistige eigentum der autoren, macht aber auch grundsätzliches wissen nur für die zugänglich, die bezahlen können. die krux war absehbar, wenn auch nicht in bezug auf die digitalisierung. schon damals, als die forschungsförderungsgesetze geändert wurden und die drittmittelforschung haus- und hoffähig gemacht wurde, kritisierten einige, dass ab diesem moment die geldgeber der forschung darüber entscheiden werden, wann erkenntnisse an die öffentlichkeit kommen.

und siehe da, auch die staatlich geförderte wissenschaft hat nachgezogen. da die forschung und wissenschaft inzwischen aufgefordert sind möglichst zu vermarktende ergebnisse zu liefern, gerät in manchen bereichen die grundlagenforschung ins hintertreffen. doch nicht genug damit, auch wenn die steuern aller bürger dazu verwendet werden, die forschung zu finanzieren, haben die bürger noch lange keinen ungehinderten zugang zu den forschungsergebnissen. selbst interessante abschlussarbeiten sind zwar in bibliotheken zugänglich, aber noch lang nicht im internet.

dabei wandelt sich die welt so schnell, dass die geschwindigkeit inzwischen einen vermarktungsvorsprung darstellt. private konzerne scannen bücher, filmen museen und sammeln fotografien. die urheber dieser daten können teilweise keinen einfluss darauf nehmen. und auf der anderen seite ist vieles davon öffentlich gefördert, würde also auch eher einen leichten öffentlichen zugang erwarten lassen. darum scheint ein schon etwas älterer aufruf zum urheberrecht weiterhin aktuell zu sein: http://www.urheberrechtsbuendnis.de/, ebenso wie das buch von rainer kuhlen „erfolgreiches scheitern – eine götterdämmerung des urheberrechts?“, das unter creativ-commons-lizenz (die man sich genau durchlesen sollte) als pdf datei aufgerufen werden kann: http://www.kuhlen.name/MATERIALIEN/RK2008_ONLINE/files/HI48_Kuhlen_Urheberrecht.pdf .

schreibpädagogik und technik

je mehr menschen sich der technischen entwicklungen des computers öffnen und je öfter sie mit dem computer arbeiten, um so mehr raum muss das schreibwerkzeug computer in schreibgruppen thema werden. die technische entwicklung ist chance und fluch zugleich für das arbeiten mit gruppen.

als chance kann man es verstehen, dass abseits der gruppentreffen ein austausch von feedbacks und texten ganz einfach möglich wird. man muss auf der eigenen homepage den teilnehmerInnen von schreibgruppen nur eine plattform und ein forum einrichten. oder man tauscht eine mailliste aus, damit die teilnehmerInnen schnell und einfach miteinander in kontakt treten können. so können texte, die nach dem feedback in der gruppe noch einmal überarbeitet wurden, weitergeleitet werden. es können zusätzliche informationen oder veranstaltungshinweise mit einem newsletter an andere versendet werden.

noch einen schritt weiter geht die möglichkeit, relativ einfach, verfasste texte aus der schreibgruppe in die welt zu streuen und zu veröffentlich, dadurch, dass man sie ins internet stellt. doch dazu müssen entweder die teilnehmerInnen der schreibgrupp im umgang mit dem computer versiert sein oder die leitung der gruppe muss die zusätzliche arbeit übernehmen. aber es lohnt sich, um die arbeit der gruppe zu dokumentieren und letztendlich auch andere menschen zum schreiben zu animieren.

der fluch der technischen entwicklung kommt jedoch auch nicht zu kurz, bei solchen aktionen mit schreibgruppen. das fängt schon beim tippen der handgeschriebenen texte an. da meist alle teilnehmerInnen sehr verschiedene computer, betriebssysteme und schreibprogramme haben, muss man sich möglichst schnell auf textformate einigen, die alle öffnen können. dann ist der zugang zum internet für viele mit fragen verbunden, die browser sind verschieden, etliche funktionen oft unbekannt und die anleitung zur angemessenen umsetzung verbraucht zeit, die die gruppe lieber zum schreiben nutzen würde.

man kann heute nicht voraussetzen, dass die teilnehmerInnen von schreibgruppen sich auf einem annähernd gleichen niveau im umgang mit dem computer befinden. Weiterlesen

schreibpädagogik und schreibmotivation

warum schreibt der mensch überhaupt? was bewegt einen dazu, zum stift oder zur tastatur zu greifen und etwas niederzuschreiben? kulturgeschichtlich hat dies sicherlich mit der zunahme der komplexizität zu tun, soll heißen, es wurde notwendig, daten für längere zeit zu speichern, also festzuhalten. irgendwann wurde es zu schwierig, diese daten mündlich zu überliefern, zu erzählen. so wurden zählsysteme, aber auch formen der notiz entworfen. es war eine lange entwicklung von bildern, zeichen, kerben und steinen zu buchstaben, texten und büchern.

doch warum schreibt heute noch ein mensch abseits des beruflichen aufnehmens von daten? warum kommunizieren wir nicht ausschließlich mündlich miteinander? das schreiben ist doch meist zeitaufwendiger und benötigt mehr werkzeuge. wahrscheinlich hat es mit der möglichkeit etwas dauerhaft festzuhalten zu tun. der gedanke, der nachwelt etwas von den eigenen ideen und überlegungen zu hinterlassen ist ein sehr menschlicher. unsere gesellschaftsform und vor allen dingen unser lernen basiert auf traditionen und gesellschaftlicher vermitteltheit. wir müssen in unserer persönlichen entwicklung nicht mehr alle entwicklungsschritte der menschheit nachvollziehen. ich muss als kind nicht mehr lernen, dass ich erst das feuer, dann das rad, dann die viehzucht entwickeln muss, um zu einem sozialen miteinander zu kommen. ich kann wissen über andere wege erhalten.

der hauptweg, wissen abzulegen, besteht im schreiben. das schreiben ist platzsparend und verbraucht vergleichsweise wenig kapazitäten. müssten sich heutzutage menschen das wissen der welt merken, um es weiter zu erzählen, würde die momentane überbevölkerung auf keinen fall genügen, bräuchte es viel mehr menschliche „speicherkapazität“.
doch das schreiben, und das interessiert hier natürlich am meisten, ist auch eine gute form, das wissen um sich selbst zu erweitern und zu entwickeln. je mehr der mensch gefordert ist, sich im alleingang zu verstehen, soziale kompetenzen zu entwickeln (ein luxus der dienstleistungsgesellschaft), desto stärker ist er gefordert, sich selbst zu reflektieren.

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damit die digitale revolution auch wirklich eine revolution wird

revolutionen haben das ziel, dass sich gesellschaftliche bedingungen so weit verändern, damit für viele mitglieder der gesellschaft eine verbesserung eintritt. nachdem in den vorherigen beiträgen die problematiken des web beleuchtet wurden, möchte ich hier einmal darauf eingehen, was es bräuchte und was es schon gibt, um eine positive veränderung hervorzurufen.

man kann es negativ sehen und von einer informationsflut schreiben. doch eigentlich handelt es sich dabei um eine sehr positive entwicklung. noch nie war es für den einzelnen menschen bei uns so leicht an verschiedene informationen zu allen aspekten des wissens zu gelangen, wie heute. und selbst wenn die überprüfbarkeit mancher informationen schwer ist, so habe ich doch viele vergleichsmöglichkeiten. wenn man die situationen mit bibliotheken vergleicht, so war die auswahl in den bibliotheken um einiges schwerer, ich konnte nur einen ausschnitt der vorhandenen literatur erhaschen und hatte selten vergleichsmöglichkeiten oder andere positionen dazu.

gut, ich habe oft immer noch nicht die möglichkeit, ganze bücher im internet zu lesen. dies wird auf absehbare zeit auch weiterhin aufgabe der bibliotheken sein. aber ich kann zum beispiel die bücher direkt über das internet ausleihen. ich muss meine wohnung seltener verlassen, um überhaupt an informationen zu kommen. Weiterlesen

web 2.0 und lesen – ein zeitschriftentipp

die aktuelle ausgabe der zeitschrift „geo“ (august 2009) widmet sich in dem artikel „die revolution des lesens“ von johanna romberg der entwicklung des lesens im zusammenhang mit der entwicklung der modernen medien.

die auseinandersetzung um den einfluss des internets auf das lese- und schreibverhalten vieler menschen findet schon seit jahren statt. da stehen sich meist unversöhnlich die wahrer des bildungsbürgerlichen ideals den propagandisten einer digitalen revolution gegenüber. beide gruppen haben mit ihren positionen teilweise recht. ja, es verändert sich etwas, sowohl das schreiben als auch das lesen betreffend.

bis heute nicht geklärt ist, ob sich das schreiben und lesen aufgrund der neuen medien verändert oder aufgrund der neuen anforderungen bei bildung und im arbeitsleben wegen des einsatzes der neuen medien. das medium an sich kann nicht unbedingt einen einfluss haben, sondern die vertreterInnen, die die verwendung der medien steuern.

der artikel von frau romberg regt sicherlich den diskurs über die veränderungen an. vor allen dingen deshalb, weil er erfrischend unaufgeregt daherkommt. so zeigt sie auf, dass es schon immer veränderungen in der aneignung und weitergabe von wissen gegeben hat. was sollte also so bedrohlich an einer weiteren veränderung sein? ob diese entwicklung „gut“ oder „schlecht“ sein wird, kann kein mensch vorhersehen. sie wird anders sein. darum einfach lesen und weiterdiskutieren und vielleicht die entwicklung beeinflussen. http://www.geo.de/GEO/heftreihen/geo_magazin/61305.html

nabelschau (12)

suchanfragen für blogs geben interessante auskunft über das wissen der gesellschaft. bloggen bei wordpress.com hat zum beispiel den vorteil, dass man im administratorbereich auch eine liste erhält, durch welche suchanfragen die jeweilige homepage finden. an den fragen lässt sich teilweise ablesen, was die menschen beschäftigt. diesen blog hier findet man teils über recht skurrile anfragen, wie ich hier schon einmal beschrieben habe. noch interessanter ist aber die homepage des jugendbereichs einer meiner arbeitsstellen: http://www.jungschwuppen.de .

diese seite klärt unter anderem zum thema schwulsein auf. weshalb menschen mit fragen zu diesem thema auch die seite finden. und anscheinend ist die sexuelle orientierung weiterhin für viele ein rätsel mit sieben siegeln. die direkteste frage lautete: „wie funktionieren schwule?“. nun, solch eine frage reizt den kenner natürlich zu kleinen bösartigen antworten, zum beispiel schwule funktionieren nur, wenn sie die farbe pinkt in ihrer nähe haben. oder, einwandfrei nie, da nicht alle schwule frisöre sein können. doch es ist ja nun einmal eine aufklärungsseite. aber das erstaunen meinerseits ist groß: wie kommt jemand auf so eine frage? wie sollen schwule denn funktionieren? um welche vorstellung geht es dabei.

etwas kritischer kommt dann die folgefrage zum funktionieren von schwulen daher: „lieben schwule männer überhaupt?„. auch eine frage, die schon die vorstellung beinhaltet, das können nicht sein. auch hier wieder meine frage: woraus entsteht so ein bild?

und dann gibt es die fragen, die mit den eigenen ängsten, ja der uninformiertheit zu tun haben. so zum beispiel die suchbegriffe „eltern, freund, vorstellen, schwul„; „angst davor zum ersten mal in ein lesben…“ oder „wie wird ein junge schwul?„. erstaunlich dass es weiterhin öffentliche einrichtungen und geldgeber gibt, die glauben homosexuelle seien inzwischen emanzipiert und in der mitte der gesellschaft angekommen. Weiterlesen

web 2.0 und wissenspool

anhand von archiven und bibliotheken habe ich in diesem blog schon häufiger darauf hingewiesen, welche möglichkeiten sich durch das web 2.0 ergeben. was dabei nicht so klar zu tage trat, ist der punkt, dass dies eine herausragende neue qualität gegenüber früher darstellt. man betrachte nur einmal die möglichkeit des zugangs zu wissen in ländlichen regionen. es gab dort zwar auch kleinere bibliotheken, doch deren ausstattung war erwartungsgemäß eingeschränkt. in manchen zusammenhängen war vielleicht fernleihe möglich, aber auch hierzu war der zugang sehr beschränkt.

nun hätte man sicherlich viele bücher und fachzeitschriften per post bekommen können, doch auch dies gestaltete sich schwieriger, da der zugang zu den katalogen und verlagsmitteilungen nicht leicht war. denn nicht nur bibliotheken waren schwer zu erreichen, sondern ebenso buchläden oder gut sortierte kioske. das internet bietet für all dies eine lösung, die inzwischen selbst das angebot in metropolen bei weitem überschreitet. das heisst, wenn ein anschluss ins internet vorhanden ist, was sicherlich in manchen ländlichen regionen weiterhin schwierig ist, dann lässt sich die gesamte bandbreite des wissens im netz nutzen. abgesehen von den möglichkeiten der unkomplizierten bestellung der bücher und zeitschriften.

dazu kommt, dass der wissenspool inzwischen dimensionen erreicht hat, dass die üblichen suchformen nicht mehr ausreichen. zuerst ist es für jeden einzelnen hilfreich, sich auf bereiche zu beschränken. denn die recherche könnte im netz ausufernd werden. und dann sind die suchbegriffe wohlüberlegt einzugeben. denn gibt man einen zu übergreifenden begriff ein, hat man mal locker mehrere millionen treffer. wie sollte man diese bewältigen? also besteht die gefahr eines riesigen wissenspools sicherlich darin, dass in suchmaschinen schlechter platzierte ergebnisse übersehen werden. deshalb ist eine schrittweise eingrenzung der suche sehr hilfreich um sich den eigenen interessen anzunähern.  wenn das geschafft ist, dann bietet das web 2.0 allerdings informationen in einer bandbreite, die kein anderer ort leisten kann. und dies beinahe unbegrenzt an jedem standort. das ist eine chance für die jeweils eigenen interessen, die früheren generationen nicht zur verfügung standen.