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wissenschaftliches schreiben und kombinieren

in wissenschaft und forschung spielt das kombinieren eigentlich vor dem niederschreiben der forschungsergebnisse oder der abschlussarbeit eine rolle. denn der eigentliche akt des forschens ist eine folge aus gedanklichen kombinationen, die wiederum zur entwicklung von thesen und zum entwurf des forschungssettings führen.

doch auch beim verfassen eines wissenschaftlichen textes geht es um die richtige kombination: von eigenen worten und von zitaten. von beschreibungen und messergebnissen. von logischen schlussfolgerungen und von belegen. die mischung machts. eine eindeutige orientierung wie viel von was in einem wissenschaftlichen text verloren hat, gibt es nicht. entweder man fragt die betreuenden wissenschaftlerInnen nach der gewünschten zusammensetzung der mischung oder man lässt sich ein feedback von fachfremden personen geben.

zusätzlich kann man sich seinen text, ja seine ganze abschlussarbeit, selber laut vorlesen. rhythmus und gedankenfolgen lassen sich dann noch einmal mit einem anderen sinn erfahren und holperige stellen fallen einem leichter auf. aber das wichtigste an einem wissenschaftlichen text sind die abfolgen logischer gedanken. nur aus dem einen ergebnis kann ich den schluss ziehen, der wiederum die voraussetzung für den gedanken und das nächste ergebnis ist. gedanken bauen hier in einer logischen kombination aufeinander auf.

ganz einfaches beispiel: gäbe es keine schwerkraft könnten reifen nicht abgefahren werden. würden reifen nicht abgefahren, kämen sie nicht so leicht ins rutschen und kämen reifen nicht so leicht ins rutschen würden nicht so viele menschen im graben landen. das ist nun natürlich eine verkürzte darstellung und ganz viele andere faktoren spielen auch eine rolle. aber man kann nicht sagen, auch ohne schwerkraft würden reifen stark abgefahren.

so lässt sich in der wissenschaft und beim wissenschaftlichen schreiben nicht so beliebig remixen, wie im kreativen schreiben. man muss bei allen texten einer vorstellungsrichtlinie und beweiskette folgen. dabei kann man zwar den rückblick zur ursuppe also die ersten ursachen einer reaktion, eines ergebnisses außer acht lassen, aber dies auch nur, da Weiterlesen

schreibberatung und kombinieren

wie in der vorigen schreibidee dargestellt, kann das absurde kombinieren von textsorten und schreibtechniken das herangehen an eine schreibaufgabe etwas auflockern. dabei ist damit zu rechnen, dass auch der innere zensor, dass die eigenen erwartungen an einen text etwas in den hintergrund treten. die schreibenden wissen, dass ein beipackzettel als gedicht kein „ernsthafter“ text ist, und lässt sie mit großer wahrscheinlichkeit entspannt in den schreibprozess einsteigen.

in der schreibberatung kann man auch ein paar anleihen bei der systemischen therapie machen. eine der vorstellungen dieser therapieform besteht darin, dass das individuelle (denk)system, in dem ein mensch lebt, verstört werden kann, damit sich ein neues system herausbildet. wenn es also bei schreibprozessen immer wieder die gleichen hemmungen und blockaden gibt, dann könnte man versuchen, sie zu verstören und zu umgehen.

in diesem moment kann es hilfreich sein, zum beispiel einen wissenschaftlichen text(abschnitt) erst einmal als kurzgeschichte oder kochrezept schreiben zu lassen. dabei verlässt man die inhaltliche fragestellung nicht, soll heißen, man sammelt weiter stichpunkte und wissen im text an, aber die form und struktur widerspricht jeglicher norm. das verschwinden der norm kann die nötige freiheit geben durch die neukombination von inhalt und struktur neues zu denken und zu formulieren. ganz abgesehen davon besteht zusätzlich die möglichkeit, andere worte für den gleichen sachverhalt zu finden, die eventuell später in den fachtext übernommen werden können. dadurch wird der lesefluss aufgelockert und der text eventuell ansprechender.

duch neu- oder rekombinationen von schreiberlebnissen in der schreibberatung nimmt man den teilweise blockierenden mustern erst einmal Weiterlesen

vier jahre schreibschrift-blog und die rubriken

im laufe der zeit sammelten sich rubriken an, die nicht weniger werden, sondern weiter anwachsen:

352 schreibideen

169 biografisches schreiben und …

160 kreatives schreiben und …

157 selbstbefragungen

143 schreibpädagogik und …

115 schickschnacks

105 web 2.0 und …

101 listen

101 wortklaubereien

085 web 2.xy – webtipps

083 buchtipps

062 nabelschauen

054 schreibberatung und …

025 schreibaufgaben

025 wissenschaftliches schreiben und …

013 umgangslehren zum computer

010 tipps zur schreibgruppen-gründung

und schon jetzt kann ich ankündigen, dass bald eine rubrik eröffnet wird, die sich mit der verhinderung des schreibens beschäftigt.

die rubriken „xy und …“ sind noch einmal gesondert hier aufgelistet: https://schreibschrift.wordpress.com/suchhilfe-fur-den-blog/ (die kombinationen in die suchfunktion des blogs eingeben und schon findet sich der passende artikel)

viel spaß beim lesen

christof zirkel

vier jahre schreibschrift-blog

wissenschaftliches schreiben und bewusstes

wissenschaftliches schreiben ist sicherlich eine schreibform, die keinen raum für unbewusstes zulässt. es mag sein, wie hier schon öfter thematisiert, dass unbewusstes das schreiben an einem wissenschaftlichen text erschwert, also erfahrungen, die man bisher mit dem schreiben gemacht hat, doch darum soll es heute nicht gehen. es stellt sich für wissenschafltiche schreibende daneben auch die frage, wie man das, was man im kopf schon bewusst vorgedacht hat, zu papier bringen kann.

oft ist es leichter gesagt als getan, die passenden worte für das zu schreibende zu finden. entweder klingen die texte dann buchhalterisch, zu flappsig oder eventuell sehr holprig. grundvoraussetzung für einen ansprechenden text ist häufig ein relativ entspannter schreibfluss. natürlich sind die notwendigen daten und verweise ebenso wichtig, doch sie können ohne probleme noch nachträglich eingefügt werden.

vorbereitend für wissenschaftliche arbeiten werden texte gelesen und untersuchungen angestellt. um später nicht ständig noch einmal alles nach verwendbarem material durchsuchen zu müssen, bietet es sich an, während des lesens und untersuchens, exzerpe oder protokolle zu erstellen. wenn man im vorfeld den roten faden der eigenen arbeit entwickelt hat (wurde hier im blog auch schon thematisiert), weiß man oft welche zitate oder ergebnis für den text brauchbar scheinen. so kann man sich eine sammlung der wichtigen „einzelteile“ erstellen. zum beispiel kann man dafür den „zettelkasten“ von daniel lüdecke als programm verwenden oder zitier-software für die jeweiligen betriebssysteme. wichtig ist es, gleich die randdaten der zitate, links oder untersuchungen nach einem vorher überlegten system mit anzugeben, um sie später nicht noch einmal suchen zu müssen.

nun kann man sich bei den ersten schreibschritten für den haupttext ein wenig zurücklehnen und im wahrsten sinne des wortes „loslegen“. dies bedeutet, dass man die bewussten gedanken, die man zum thema, zur arbeit oder zum text hat, möglichst ungefiltert zu papier bringt. dazu bietet sich das freewriting oder fokussierte freewriting an. in regelmäßigen abständen kann man diese schreibtechnik ohne großen zeitaufwand Weiterlesen

ab 10ten april seminar zum schreiben einer wissenschaftllichen abschlussarbeit

Ob Master-, manche noch Diplom- und Magisterarbeit oder ob Doktorarbeit, manchmal gerät man in die Situation, nicht zu wissen, wie man beginnen soll. Oder es stellt sich die Frage, wie man einen regelmäßigen Schreibfluss beibehalten kann, wo der rote Faden ist, wie die Struktur der wissenschaftlichen Arbeit am sinnvollsten ist und vieles mehr. Dann kann dieses Seminar der SchreibBoutique Christof Zirkel ab Anfang April 2012 mit fünf jeweils 3-stündigen Treffen bestimmt weiterhelfen. Es werden Arbeits- und Schreibtechniken vermittelt, die das Verfassen von Abschlussarbeiten erleichtern. Zudem steht Raum zur Klärung persönlicher Schwierigkeiten beim Schreiben zur Verfügung.
Hier die Daten zum Seminar:

Termine: 10./17./24.04., 08./15.05.2012 (dienstags 17.00 – 20.00 Uhr)
Ort: SchreibBoutique Christof Zirkel, Heesestr. 6, 12169 Berlin
Informationen: http://schreibboutique.de/wissenschaftliches-schreiben/
Teilnehmerzahl: Maximal 10 TeilnehmerInnen
Rückfragen / Anmeldung: Mail: info@schreibboutique.de

Aber auch hier im Blog sind viele Gedanken und Anregungen zum Wissenschaftlichen Schreiben zu finden. Einfach in die Suchfunktion die Worte „wissenschaftliches schreiben und“ eingeben und schon werden die Posts zum Thema angezeigt. Vielleicht helfen ja einzelne Gedanken weiter. Außerdem finden sich unter obigem Link auf der Homepage der SchreibBoutique neben der Seminarankündigungen weitere Infos.

wissenschaftliches schreiben und medien

die wissenschaften verlangen heute die nutzung aller zur verfügung stehenden medien. sie sind in vielen bereichen die vorreiter bei der etablierung des internets. zudem reduzierten die hochschulen und wissenschaftlichen einrichtung den druck von büchern und zeitschriften. in deutschland hat dies viel mit den kosten zu tun. bibliotheken bestellten aus einspargründen abonnements ab und schafften weniger bücher an.

teilweise geht es aber auch um die geschwindigkeit der kommunikation im internet und um die möglichkeiten der (sozialen) vernetzung. schriftliche wissenschaftliche arbeiten sind oft auf plattformen zu stellen oder direkt per mail an die bewertenden wissenschaftlerInnen zu senden. pdf-dateien benötigen viel weniger platz und papier als kopien und drucke. die belegung von seminaren und anderen veranstaltungen lassen sich online einfacher organisieren.

und dann ist da noch die präsentation. früher wurden so genannte „thesenpapiere“ zu vorträgen und referaten erstellt. irgendwann wurden sie umbenannt in „handouts“ und gleichzeitig kam die möglichkeit der powerpoint-präsentation auf. dies ließ den overhead-projektor und die ausgedruckten folien verschwinden. zudem konnte die präsentation leicht in ein handout umgewandelt werden, es musste also keine zusätzliche zusammenfassung erstellt werden.

mit der erweiterung des datentransfers durch online-konferenzen und chat-ähnlichen strukturen, verlagert sich der wissenschaftliche diskurs mehr und mehr ins internet. vieles kann inzwischen von zuhause aus verfolgt werden. hochschulen stellen vorlesungen und seminare als digitale aufzeichnungen in ihr internes netz oder ins internet. somit sind hochschulen wegbereiter eines kollaborativen internets und auch des arbeitens von zuhause aus. wahrscheinlich werden sie nur noch von der it-branche übertroffen.

auf der anderen seite ist die umfassende nutzung von medien und vor allen dingen vom internet, eine zusätzliche hürde für studierende. letztendlich muss, wer heute studiert, einen großen teil seiner zeit auf die richtige nutzung von hard- und software verwenden. es gibt zwar rechenzentren an den hochschulen, doch die sind meist zahlenmäßig zu gering ausgestattet, soll heißen, es fehlt personal und es fehlen computer.

und als lehrender in einem fernstudium mit der thematik „schreiben am computer“ finde ich vor allen dingen einen aspekt für lehrende, forschende und lernende problematisch: die individualität im umgang mit den technischen voraussetzungen. das wäre beim wissenschaftlichen schreiben dann kein problem, wenn alles mit allem kompatibel wäre. doch dies ist nicht der fall. es ist so, dass man sehr viel zeit darauf verwenden muss Weiterlesen

alle angebote der „schreibboutique christof zirkel“ im märz 2012

Schreibberatung für AkademikerInnen oder andere Menschen in Schreibkrisen: siehe unter http://schreibboutique.de/schreibberatung/ oder per Mail beratung@schreibboutique.de

Termine nach Vereinbarung
Telefonsprechzeiten: Dienstag 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr; Donnerstag 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/informationen/

Schreibgruppe: „Ich bin schwul und noch viel mehr …“ – Biografisches Schreiben für schwule Männer ab 40
Ab 15.03.2012. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/biografisches-schreiben/ oder per Mail biografie@schreibboutique.de

Schreibgruppe: Kreatives Schreiben und Uncreative Writing – Ein Hoch auf den Remix
Ab 17.03.2012. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/kreatives-schreiben/ oder per Mail kreativ@schreibboutique.de

Seminar: Ein Einstieg in das Wissenschaftliche Schreiben
Ab 06.03.2012. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/wissenschaftliches-schreiben/ oder per Mail info@schreibboutique.de

Anmeldung für die Schreibgruppen und Seminare:
Telefonsprechzeiten: Dienstag 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr; Donnerstag 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Weitere Informationen siehe http://schreibboutique.de/informationen/

wissenschaftliches schreiben und nähe

nun, man kann darüber nachdenken, wie zwischen wissenschaftlerInnen nähe entsteht oder wie wissenschaftlerInnen während des schreibens einer abschlussarbeit andere wissenschaftlerInnen zum beispiel in bibliotheken oder auf vorträgen kennenlernen. doch dies hat nicht viel mit dem wissenschaftlichen schreiben zu tun, sondern mit den zwischenmenschlichen interaktionen, die in allen sozialen zusammenhängen auftauchen können. mit scheint es wichtiger, einmal darauf zu schauen, welche bindungen bei wissenschaftlerInnen zu ihren forschungsfragen und in der folge zu ihren texten entstehen können.

sicherlich bauen sich in bezug auf hausarbeiten und referate nicht die gleichen bindungen auf wie bei größeren abschlussarbeiten. doch es geht immer wieder im zusammenhang mit wissenschaftlichen texten, um bewertungen von außen. beschäftigt sich zum beispiel jemand in seinem referat mit themen, die ihn selber berühren, die er sehr interessant findet und die ihm existentiell scheinen (das kommt teilweise auch auf das fachgebiet an), so wird kritik schnell als kritik an der person, am eigenen charakter verstanden. verstärkt wird dieses gefühl oft noch durch benotungen, die inzwischen bei fast allen studienleistungen vorgenommen werden, da diese prüfungsleistungen sind.

bei abschlussarbeiten wiegt für viele kritik noch schwerer. hier bekommt die note und bewertung teilweise eine noch existentiellere bedeutung. bei freier themenwahl bei master- oder doktorarbeiten wurde mit großer wahrscheinlichkeit ein forschungsthema ausgewählt, das man selber spannend und interessant findet. es besteht über einen längeren zeitraum eine emotionale nähe zum geschriebenen. zählt man noch die ganzen zweifel und anstrengungen hinzu, dann ist für viele die schriftliche arbeit ihr erstes wirklich großes geschriebenes werk. und das wird nun öffentlich gemacht, unterliegt einer bewertung und beurteilung durch andere. hier können gefühle von ohnmacht und hilflosigkeit aufkommen.

doch schon im vorfeld fällt es vielen schwer, ihre abschlussarbeit überhaupt loszulassen. so manche wissenschaftliche schreibende zögern die abgabe ihrer arbeit hinaus, da sie sich von ihr nicht trennen können. dafür gibt es sehr verschiedene gründe. es kann eine rolle spielen, Weiterlesen

ein seminar zum einstieg ins wissenschaftliche schreiben in der schreibboutique christof zirkel

es fällt schwer, eine hausarbeit zu verfassen? man hat schwierigkeiten, längere texte für ein handout oder thesenpapier kurz und knapp zu verfassen? man möchte sich auf spätere, längere schreibprozesse im wissenschaftlichem schreiben vorbereiten?

dann gibt es ab dem 28.02.2012 ein seminar in der schreibboutique christof zirkel. an fünf terminen von jeweils drei stunden länge werden die verschiedenen grundlagen des wissenschaftlichen schreibens vermittelt. gleichzeitig werden schreibtechniken vorgestellt, die es leichter machen, ideen zu generieren, thesen zu formulieren, einen roten faden zu finden, eine verständliche und aufgelockerte schreibsprache zu verwenden und gleichzeitig den wissenschaftlichen anforderungen gerecht zu werden.

in dem seminar werden vorgehensweisen des wissenschaftlichen arbeitens kombiniert mit schreibtechniken des kreativen schreibens. die teilnehmerInnen können mit hilfe diverser formen der selbstreflexion ihren wissenschaftlichen schreibprozess selbst analysieren und optimieren. der einstieg in den schreibfluss soll erleichtert werden und vieles mehr. weitere informationen zu den terminen und modalitäten finden sich hier: http://schreibboutique.de/wissenschaftliches-schreiben/.

web 2.84 – bremer schreibcoach

so wünscht man sich die verwendung des internets bei fragen und problemen: als verschachtelten abfragekatalog mit hilfreichen tipps. eigentlich muss man beim „bremer schreibcoach der uni bremen“ immer nur mit „ja“ oder „nein“ auf die gestellten fragen antworten. antwortet man mit „ja“, sollte man das angebot anklicken. so wird man stück für stück durch die eigene schreibproblematik geleitet und landet am schluss bei vorschlägen und übungen.

besonders gut gefallen mir die anleitungen zur selbstreflexion zum schreibprozess. natürlich liegen bei einer universität die schwerpunkte auf dem wissenschaftlichen schreiben, aber trotzdem kann man den „schreibcoach“ auch zweckentfremden für andere schreibprozesse und -projekte. was auch noch freude macht: nicht nur der pure schreibprozess wird beleuchtet, auch die verwendung der schreibwerkzeuge. da werden vorschläge für das textverarbeitungsprogramm gemacht, ebenso wie für das lernen des schreibmaschine schreibens.

der bremer schreibcoach zeigt, wie einfach sich ein content-management-system in eine strukturierte datenbank mit vielen informationen umwandeln lässt und wie durch richtige fragestellungen beinahe alle schreibprobleme thematisiert werden können. dies ersetzt zwar immer noch nicht das „face-to-face“-gespräch mit beraterInnen, aber wenn dies parallel angeboten wird, wie in bremen, dann ist die eine hervorragende versorgung für akademikerInnen (und könnte es sicherlich auch für alle anderen menschen sein, wenn man so eine homepage noch um manche fragestellung erweitert).

also eine empfehlenswerte hilfe, die man hier finden kann: http://www.bremer-schreibcoach.uni-bremen.de/cms/ .

wissenschaftliches schreiben und lust

das ist eine kombination, die vielen unvorstellbar erscheint. heutzutage sind die funktionen des studiums ganz andere als früher. das studium dient nur zum teil der forschung und wissenschaft, es ist vor allen dingen berufsvorbereitung, also eine akademische berufsausbildung. auch wenn sich hochschulvertreterInnen immer noch dagegen wehren, so ist vor allen dingen auch durch die bachelor- und masterstudiengänge die schule in die hochschulen getragen worden.

der zeitliche spielraum für eigenständiges forschen wird immer stärker eingeschränkt. dabei ist das forschen, das finden des eigenen interesses und einer eigenen fachlichen position basierend auf wissenschaftlichen überlegungen, das spannende am studieren. hochschulen verlagern ihre tätigkeiten immer mehr in richtung wissensvermittlung, geben aber kaum anlass für lustvolles forschen, suchen und entdecken. genau dies würde aber das wissenschaftliche schreiben lustvoll werden lassen. haben sie schon einmal eigene gedanken und ideen schriftlich weitergesponnen? haben sie schon einmal einen position eingenommen, die sie mit diversen notierten thesen untermauerten?

das sind die momente, wo sich das schreiben mit dem denken verbindet und einem während des schreibens immer mehr ideen und belege und argumente in den sinn kommen. dazu gehört, keine scheu vor der eigenen meinung zu haben. gelernt zu haben, dass man auch daneben liegen darf mit eigenen gedankenkonstrukten und dass ein widerspruch zu eigenen position nicht ein angriff auf meine person bedeutet. beim wissenschaftlichen schreiben kann sich kreativität mit forschendem handeln verbinden. man denkt für sich dinge „neu“, auch wenn man später vielleicht feststellt, dass schon 10 andere forscher diesen gedanken hatten.

es hat etwas befriedigendes, schrankenlos dinge neu zu kombinieren, problemen auf den grund zu gehen und eventuell Weiterlesen

wissenschaftliches schreiben und schreiben

im gegensatz zum vorherigen post ist das wissenschaftliche schreiben ein ort der konventionen. kaum eine schreibform ist so klar reglementiert und standardisiert. es gibt einen beinahe weltweiten konsens für veröffentlichungen, formen des zitierens, abschlussarbeiten und dergleichen mehr. ziel des ganzen ist der (krampfhafte) versuch, wissenschaftliche erkenntnisse vergleichbar zu machen. leider leidet unter diesen konventionen meist die schreibsprache und ein großteil der wissenschaftlichen schreibe kommt unglaublich langweilig daher.

dass es auch anders geht, zeigen meist vorträge, vorlesungen oder „populärwissenschaftliche“ texte. hier darf wieder ausgeschmückt, animiert oder akzentuiert werden auf teufel komm raus. von sehr ernsten wissenschaftlern werden diese formen der äußerung abgewertet und gleichzeitig ihr gehalt in frage gestellt. wie wenn wissenschaft frei von jeder schreiblust sein müsse. so lange nicht fabuliert wird, also behauptungen aufgestellt werden, die nicht beweisbar und nachvollziehbar sind, dürfte eine entkrampfte sprache den wissenschaften eigentlich nicht schaden. (übrigens wird in den konventionellen forschungstexten teilweise versteckt unglaublich viel fabuliert, werden ganze forschungsergebnisse gefälscht.)

wer also nicht seinen status in den forschenden welten verlieren möchte, der halte sich an die konventionen. und wenn er mutig ist, dann veröffentlicht er noch nebenher ein knalliges populärwerk. doch auch dabei sei vorsicht geboten, denn zu viel aufmerksamkeit kann schnell bei anderen den oben beschriebenen reflex auslösen: zweifel an der ernsthaftigkeit des wissenschaftlichen vorgehens. es ist faszinierend, wie durch diese bewertungen eine form der Weiterlesen

ab montag schreibberatung in der schreibboutique christof zirkel

jetzt geht es wirklich los, mit den angeboten rund um die schreibpädagogik, das kreative, das biografische und das wissenschaftliche schreiben. wie vielleicht manche leserInnen schon gemerkt haben, tauchen neuerdings in diesem blog in der spalte rechterhand die feeds der schreibboutique auf. dort werden die neuesten angebote angekündigt.

denn ich möchte aus den vielen überlegungen hier im blog, aus dem master für biografisches und kreatives schreiben und aus meiner über 10-jährigen beratungserfahrung in einer niedrigschwelligen beratungseinrichtung, ein professionelles angebot machen. zum einen natürlich, um geld zu verdienen, der lebensunterhalt will gesichert sein, zum anderen aber, um den verschiedenen formen des schreibens noch mehr aufmerksamkeit zu verschaffen.

es ist weiterhin erstaunlich, selbst wenn die angebote gerade zunehmen, welches schattendasein bei uns die möglichkeiten des schreibens spielen. nicht dass die menschen weniger schreiben, das ist eher nicht der fall, dem internet sei dank, sondern, dass für viele das schreiben eine qual ist. dass in den schulen und hochschulen das schreiben eher als lästige pflicht, denn als spass machende möglichkeit des eigenen ausdrucks betrachtet wird.

unsere sprache bietet eine unendliche zahl an möglichkeiten, sich auszudrücken, genutzt wird meist ein minimum davon. und dies nicht, da alle menschen schreiben ätzend und langweilig finden, sondern da die meisten sich den schritt zum kreativen schreiben nicht zutrauen. so gern sie gut bücher und geschichten lesen, so schwer können sie sich vorstellen, selber schriftliches zu veröffentlichen. in frühen jahren wurde das korsett der korrekten rechtschreibung und grammatik angelegt, das schwer wieder wegzukriegen ist.

viele lassen sich in der freien rede, im persönlichen auftreten, in der leitung von mitarbeitern coachen, doch die wenigsten versuchen sich in der „freien“, ausdrucksstarken und auf den punkt bringenden schreibe. hier ist mehr möglich als man denkt. und man kann auch noch spass daran haben. darum http://schreibboutique.de und natürlich dieser blog hier 😉

wissenschaftliches schreiben und diskurs

forschung und wissenschaft leben vom diskurs. von der auseinandersetzung um ergebnisse und erkenntnisse. was meldet die zeitung von heute? auch nach 20 jahren streiten die wissenschaftler immer noch darüber, ob es so etwas wie „multiple persönlichkeiten“ geben kann. vielleicht gibt es erst nach weiteren zwanzig jahren eine klare antwort. viele erkenntnisse in der forschung, vor allen dingen auch in der grundlagenforschung, haben nur eine beschränkte halbwertszeit.

und doch bedarf es erst einmal einer these, einer behauptung, die aufgestellt und be- oder widerlegt wird. dieses ergebnis wird dann in kontakt mit anderen erkenntnissen gebracht. und nun kann der diskurs beginnen. im hintergrund agieren die wissenschaftlerInnen als vertreterInnen dieser positionen, als in diese richtung forschende. also vertreten sie auch ihre these, die sie näher untersuchen.

das skurrile beim wissenschaftlichen schreiben ist aber, dass viele betreuende wissenschaftlerInnen von abschluss- und forschungsarbeiten der meinung sind, persönliche meinungen hätten in wissenschaftlichen schriften nichts verloren. wie soll da bitteschön ein diskurs entstehen? eine wissenschaftlicher text solle möglichst neutral formuliert sein. was für eine seltsame auffassung von wissenschaft.

wissenschaft war nie neutral, sie verfolgte immer ziele und vorstellungen. inzwischen gibt es in den verschiedensten fachgebieten untersuchungen, die zeigen, dass versuchsanordnungen und ergebnisse stark von den auffassungen der forschenden beeinflusst sind. doch diese sollen nicht offengelegt werden. höchstens im schlusskapitel des wissenschaftlichen textes darf noch ein wenig persönlich stellung bezogen werden. das mutet seltsam an und verhindert einen fruchtbaren diskurs.

da in vielen bereichen nicht mehr klar position bezogen wird, ist vielen wissenschaftlich schreibenden auch unbekannt, wie persönliche positionen in wissenschaftlichen texten zu verankern sind. sie werden als solche nicht gekennzeichnet, sondern fließen textlich im hintergrund ein. wenn zum beispiel formulierungen wie „man …“ auftauchen, dann klingt dies, wie wenn Weiterlesen

selbstbefragung (146) – schreiben

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um das „schreiben“.

  • worüber schreiben sie am liebsten?
  • wo schreiben sie am liebsten?
  • wann fällt ihnen das schreiben schwer?
  • wenn sie einen bestseller schreiben würden, welchem buch wäre er ähnlich? warum?
  • von wem würden sie gern einen brief geschrieben bekommen?
  • wem würden sie gern eine geschichte schreiben? was für eine?
  • wieviel schreiben sie in der woche?
  • würden sie gern mehr schreiben? warum?
  • schreiben sie über sich selber und ihre erlebnisse?
  • woher kommen ihre ideen für das, was sie schreiben?

hier können sie weitere 1000 fragen als pdf-datei runterladen.

wissenschaftliches schreiben und wildnis

die wissenschaftlerInnen vor allen dingen der biologie oder auch der archäologie, der limnologie, der zoologie und all der richtungen, die mit natur und geschichte zu tun haben, begeben sich ab und zu auf exkursionen. dabei kann es schnell zur konfrontation mit der wildnis kommen. denn vieles noch zu entdeckende ist sehr verborgen, an orten, die bis dahin kaum ein mensch besucht hat. und natürlich sollten die funde und entdeckungen möglichst gleich protokolliert werden, zudem schnell berichte geschrieben und eventuell ein reisetagebuch geführt werden.

das wissenschaftliche schreiben ist in diesem moment mit ähnlichen problemen konfrontiert wie das kreative schreiben. oft sind aber equipment und gerätschaften besser ausgestattet als beim durch die pampa hüpfenden kreativen schreiberling. daher lassen sich texte manchmal einfacher festhalten. aus eigener erfahrung kann ich aber sagen, das kommt immer darauf an, wohin die exkursion führt. selbst am rand der europäischen zivilisation wird das schreiben schwierig, wenn man tagsüber durch die landschaft streift und nachts schreiben möchte. es fehlt das licht, sollte man camping-plätze mit einem zelt aufsuchen.

ich erinnere mich eine käfer-forschers, der immer nachts auf der toilette der camping-plätze saß, um seine käfer präparieren zu können. ebenso können die steckdosen fehlen, die das beleuchtete laptop in betrieb halten. dazu kommen die widrigkeiten, die die wildnis gerade bei forschungsreisen noch bereit hält: entweder ist die gegend sehr unwirtlich oder so wild, dass einem ständig nicht ganz harmlose tiere begegnen. eine regel: das zelt immer schließen, sonst gesellen sich gern schlangen in den schlafsack, da es dort wärmer ist. meine zeltnachbarin vergaß diese regel und mir kroch Weiterlesen

wissenschaftliches schreiben und spiel

die wissenschaft ist eine ernste angelegenheit, wenn man den wissenschaftlerInnen glauben möchte. doch das spannende am forschen und am experimentieren, ja am durchdenken von fragestellungen und thesen, besteht darin, dass im hintergrund immer eine spielerische komponente stattfinden. ähnlich dem kreativen schreiben oder andere kreativen techniken, besteht der fortschritt in wissenschaften immer wieder in der neukombination von wissen und gewohntem.

in vielen denkfabriken wird ein gehöriges quantum an zeit für spielerische momente verwendet. schaut man sich an unseren hochschulen und instituten um, ist davon leider nicht viel zu merken. es herrscht immer noch die auffassung, dass eine streng statistisch-naturwissenschaftliche herangehensweise (auch in sozialwissenschaftlichen fächern) den forschungsprozess begünstigt. schaut man sich zum beispiel die natur und das ökosystem an, dann gibt es diese form der eindeutigkeit und klarheit an kaum einem punkt.

so stellt sich die frage, ob auch beim wissenschaftlichen schreiben nicht mehr „spielraum“ genutzt werden kann. es geht nicht darum, das grundprinzip der wissenschaftlichen herangehensweise, die belegpflicht für behauptungen und schlussfolgerungen, abzuschaffen. es geht darum, dass allein die formen der formulierung, das einfließen eigener position und die verankerung von gedankenspielen, mehr platz finden könnte. abgesehen davon, dass die texte lesbarer würden, ist damit zu rechnen, dass sie auch zu mehr nachdenken und weiteren gedankenspielen anregen.

es wird oft unterschätzt, wie groß das interesse, auch von menschen, die nicht an hochschulen oder in instituten forschen, an wissenschaftlichen erkenntnissen ist. man schaue sich nur Weiterlesen

wissenschaftliches schreiben und fremde

es gehört heute zu einer wissenschaftlichen karriere, dass man möglichst schon während des studiums einen auslandsaufenthalt absolviert. das kann interessant und spannend sein, doch wer glaubt, der aufenthalt würde angemessen finanziell gefördert, der sieht sich getäuscht. es gibt zuschüsse, doch die bewegen sich in einer größenordnung, dass sich eigentlich nur menschen mit einem guten finanziellen hintergrund diesen schritt leisten können.

so ein aufenthalt zeigt zudem, dass es von land zu land sehr verschieden ist, welche sprachen in wissenschaft und forschung überhaupt gesprochen werden. in vielen ländern wird es schwierig, sich auf die kenntnisse des englischen zu verlassen (gut, in deutschland ist das nicht anders). das hat aber zur folge, dass auch wissenschaftliche arbeiten (hausarbeiten) nicht unbedingt in englisch abgegeben werden können.

soll aber in der landessprache geschrieben werden, dann kann in allen ländern, die nicht auf dem lateinischen basieren, die auswahl der fachbegriffe eine schwieriges unterfangen werden. denn in diesen momenten können die termini, die bei uns verwendet werden, ein sprachliches eigenleben erhalten haben und nicht übertragbar sein. in den naturwissenschaften mag dies noch recht übersichtlich sein, aber in den sozial- und geisteswissenschaften können sich hier schwierigkeiten ergeben.

darum empfiehlt es sich, vor einem studienaufenthalt in einem anderen land, sich an der eigenen hochschule kundig zu machen, welche wörterbücher oder sprachkurse im vorfeld ganz hilfreich sein können. meist bestehen schon kontakt oder fachliche kenntnisse über die studiensituation in dem favorisierten land. doch insgesamt ist nicht immer mit unterstützung Weiterlesen

wissenschaftliches schreiben und textauswahl

was ist ein standardwerk? diese frage stellt sich allen menschen, die eine wissenschaftliche arbeit verfassen. denn die behauptung, dass ein buch oder ein text standard sei, ist leichter gesagt als geglaubt. ganz gleich, welches wissenschaftsgebiet und welches „fach“ man betrachtet, die aussagen, was standard in diesem forschungsbereich sei, gehen meist weit auseinander.

manchmal einigt sich ein forschungsverbund oder eine bestimmte wissenschaftliche schule auf ein grundlegendes werk, auf das sich alle weiteren schritte des forschens beziehen. somit kann man dieses buch oder diesen text für die jeweilige forschungsrichtung als standardwerk betrachten. und ich garantiere ihnen, es gibt mindestens einen vertreter, eine vertreterin dieser forschungsrichtung, die den „standard“ in frage stellen. das macht zwar zum einen überhaupt wissenschaft aus, also der diskurs über die grundlagen der eigenen annahmen und untersuchungen, es verunsichert aber gleichzeitig alle wissenschaftlich schreibenden, die überlegen, auf welches standardwerk sie sich in ihren betrachtungen beziehen sollten.

ein beispiel: sigmund freud hat großen einfluss auf die heutige psychologie gehabt. er wird oft erwähnt, zitiert und es wird sich auf ihn bezogen. noch häufiger stellen seine betrachtungen die grundlage für späteres psychotherapeutisches vorgehen und psychotherapeutische theorien dar. aber in der forschungsrichtung psychologie, an den hochschulen, wird freud kaum einbezogen. er wird mal kurz betrachtet, jedoch in vielen zusammenhängen als unwissenschaftlich abgetan. so werden die vorlesungen von freud sicherlich von den meisten lehrenden nicht als standard für ihre forschung in der psychologie betrachtet. bei den praktikern außerhalb der hochschulen sieht dies aber ganz anders aus.

doch wie soll man nun damit in einer wissenschaftlichen abschlussarbeit umgehen. einziger rat, den man geben kann, klären sie dies mit den wissenschaftlerInnen, die ihre arbeit betreuen. die vorstellung von „standardwerken“ ist eine zutiefst subjektive. das fiese daran ist, die verantwortlichen, darauf angesprochen, werden mit großer wahrscheinlichkeit immer sagen, dass ihre auswahl der standardwerke objektive kriterien folge und keinesfalls subjektiv sei. denn es handle sich schließlich um den standard aller. ohne diesen standard ist in ihren augen wissenschaftlliches arbeiten unvorstellbar. noch ein tipp: glauben sie es. verhalten sie sich strategisch und gehen sie erst einmal davon aus, wenn sie keine lust auf einen langen diskurs im rahmen einer abschlussarbeit haben.

noch einen schritt weiter: welche anderen texte und bücher sind für ihr wissenschaftliches schreiben relevant? auch hier ist die auswahl enorm, irgendwann müssen sie sich begrenzen. doch auf welcher grundlage? Weiterlesen