Schlagwort-Archive: witz

kreatives schreiben und lachen

zwei blickwinkel zum lachen im rahmen des kreativen schreibens möchte ich hier kurz einnehmen.

zum einen die frage, wie man lachen in texten beschreibt. man kann natürlich notieren „sie / er lacht“. doch wie schon beim biografischen schreiben aufgezeigt, gibt es unendlich viele varianten des lachens. so kann man verhalten, laut, prustend oder scheppernd, schallend, … lachen. man kann kichern, kreischen, giggeln, gackern oder glucksen. wegen der großen bandbreite sollte man vielleicht bei der beschreibung des lachens nach passenden metaphern suchen, die das lachen abbilden, zumindest dann, wenn die emotionale äußerung in der geschichte eine rolle spielt.

auch beim schreiben von dialogen wird gern ein lachen oder lächeln dazwischen geschoben. doch werden die dialoge vorgelesen, vorgetragen oder vorgespielt, bedarf es meist mehr, als nur ein schlichtes lachen zu notieren. es ist ein großer unterschied, ob sich jemand amüsiert oder jemand anderen auslacht, ob jemand eine situation belacht oder mit seinem lachen ins lächerliche zieht. darum kann man bei szenen oder dialogen kaum darauf verzichten, das lachen näher zu beschreiben, anhaltspunkte für die form der äußerung zu geben.

beinahe noch schwieriger ist es, texte zu verfassen, die zum lachen bringen. ja gut, gags und kleine witzigkeiten enthalten viele texte des kreativen schreibens. manchmal entstehen in schreibgruppen regelrechte wettbewerbe, wer denn den witzigsten text geschrieben habe. aber eine durch und durch humorvolle geschichte nach david-sedaris-art oder auf Weiterlesen

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liste (90) – lachen

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um das „lachen“.

die witzigsten momente meines lebens:

dafür haben mich andere ausgelacht:

mit diesen menschen lache ich am liebsten zusammen:

in diesen momenten verging mir das lachen vollständig:

über diese bücher, fernsehserien, kleinkunstprogramme etc. habe ich am meisten gelacht:

biografisches schreiben und lachen

„heiter weiter“ könnte man zum motto seines lebens machen. doch oft gestalten sich lebensläufe nicht ganz so entspannt und fröhlich. aber jeder mensch kennt situationen, in denen er sich vor lachen ausschüttelte. jeder mensch hat freunde und bekannte, die es immer wieder schaffen, einen zum lachen zu bringen. nur wenigen menschen ist das lachen vollständig vergangen. etliche untersuchungen sollen auch gezeigt haben, dass lachen gesund sei, so dass sich inzwischen menschen zu „lach“-gruppen zusammengeschlossen haben.

also kann man die eigene biografie auch einmal unter einem humorvollen gesichtspunkt betrachten. kann man sich an situationen erinnern, die randvoll mit lachanfällen waren? was war der auslöser? wie erinnert man sich heute an die situationen? waren drogen im spiel 😉 ? mit welchen menschen hat man immer sehr viel zusammengelacht und tut es vielleicht auch heute noch? wie viel lachen kam in den eigenen beziehungen vor? kann man über sich selbst lachen?

noch interessanter wird es oft, wenn man bei der eigenen lach-lebensgeschichte genauer betrachtet, was einem zum lachen beigebracht wurde. sehr oft wird menschen beigebracht, dass man nicht zu laut und nicht zu auffällig lacht. vor allen dingen männern wird anscheinend das tiefe, kumpelhafte lachen vermittelt, aber so aus voller inbrunst laut loslachend erlebt man sie selten. genetisch bedingt kann das nicht sein, da es auch anders geht. also gibt es wohl die unausgesprochene regel, dass männer nicht kreischen, nicht losprusten und nicht den ganzen raum mit ihrem lachen füllen.

doch wer hat einem dies vermittelt? ebenso, wie manche frauen ausschließlich die hohen tonlagen bedienen, obwohl ihre stimmfrequenzen Weiterlesen

selbstbefragung (155) – lachen

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um das „lachen“.

  • wann haben sie das letzte mal gekreischt vor lachen?
  • über was lachen sie am liebsten? beschreiben sie.
  • wie oft lachen sie am tag?
  • wie gehen sie damit um, wenn sie sich einmal lächerlich gemacht haben? warum?
  • wer hat für sie die schönste „lache“?
  • mit wem würden sie gern viel zusammen lachen?
  • bei was vergeht ihnen zur zeit das lachen? beschreiben sie.
  • welche künstler bringt sie am meisten zum lachen?
  • welche fernsehserie bringt sie am meisten zum lachen?
  • welches war der (aber)witzigste moment in ihrem leben?

die letzten 150 selbstbefragungen sind als links hier gebündelt: https://schreibschrift.wordpress.com/2012/01/05/1500-fragen-zur-selbstbefragung-aus-diesem-blog/

wissenschaftliches schreiben und comic

die wissenschaften sind meist eine recht ernste angelegenheit und nicht unbedingt ein ort des humors. doch die wissenschaften sind auch orte, an denen sich menschen begegnen, an denen skurrilitäten blühen und gelebt werden. nicht ohne grund gibt es eine menge filme über verschrobene wissenschaftlerInnen, deren forschungsgebiete oder arbeitsweisen mehr als unkonventionell sind. wer einmal an hochschulen war, der kennt die mischung aus kognitiver brillanz und organisatorischem chaos. wer schon einmal an abschlussarbeiten saß, der weiß von der qual, einen eigenen forschungsansatz in einem sehr intellektuellen umfeld zu verfolgen.

darum gibt es wissenschaftliches schreiben nicht nur als schreibdidaktische oder schreibpädagogische fragestellung, sondern die unterhaltsame comicreihe von jorge cham, die seit vielen jahren in us-amerikanischen zeitungen erscheint, die inzwischen verfilmt wurde und die im internet zu finden ist. der name der reihe lautet „Piled Higher and Deeper“ (PhD = ist in englischsprachigen ländern der wissenschaftliche doktorgrad in fast allen fächern und der höchste abschluss des postgraduiertenstudiums (wikipedia)).

den witz (oder auch die reale abbildung von gegebenheiten) versteht man am ehesten, wenn man selber einmal an wissenschaftlichen abschlussarbeiten und forschungsprojekten saß. das archiv der homepage ist groß, sehr groß, und die comicstrips beziehen sich nur teilweise aufeinander. also eine datenbank zum stöbern nach passenden darstellungen des eigenen wissenschaftlichen schreibens. und wenn man gerade in einer schreibkrise bei der abschlussarbeit steckt, dann kann man vielleicht einen eigenen comic über sein forschungsthema verfassen (und schon befindet man sich wieder im wissenschaftlichen schreiben, wenn auch verkürzt). die seite ist zu finden unter: http://www.phdcomics.com/comics.php .

schreibpädagogik und freude

es gibt schreibgruppen, die dermaßen harmonisch zusammenspielen, dass die gemeinsame freude am schreiben und texte hören aus jeder pore quillt. das ist nicht standard in schreibgruppen, aber es kann gefördert werden. am hinderlichsten für diese entwicklung ist die unterschwellige konkurrenz, die in gruppen vorkommen kann. als anleitung einer schreibgruppe kann man dies im laufe der zeit feststellen und dinge dagegen unternehmen.

am wichtigsten scheint die gegenseitige achtung und akzeptanz, dass niemand der anwesend ein perfekter schreiber, eine perfekte schreiberin ist. oft wird dies nach außen auch so formuliert, doch bei den gegenseitigen feedbacks und leserunden stellt man fest, dass eine andere stimmung herrscht. die grundlage eines achtenden umgangs sollte am anfang gelegt werden, indem man in der schreibgruppe das feedback-verhalten abklärt und festlegt. die gruppe sollte also eine abmachung treffen.

zweite grundlage ist der versuch die jeweiligen erwartungen an sich und an andere ein wenig zu reduzieren. sie erzeugen nur gegenseitigen und gegen sich selbst gerichteten druck. erst wenn entspannt geschrieben und gelesen werden kann, dann gibt es auch raum für freude in schreibgruppen. dies bedeutet für die leitung einer gruppe zum beispiel, die dauerkritiker ein wenig zu stoppen. nichts ist fürchterlicher, wenn jemand sich über das selbstgeschaffene werk freut und direkt nach dem vortrag eingekocht wird. es ist der freude über das vollbrachte raum zu geben.

feedbacks können als geschenke verstanden werden, Weiterlesen

schreibidee (225)

was ist lustig? das ist geschmacksache. irgendwo hat das wort mit „lust“ zu tun, lust auf lachen, kurz davor sein, ein kitzeln in der magengrube, ein glucksen im hals verspürend, amüsiert man sich ob des geschehenen. lustig hat etwas possierliches im gegensatz zu jedem humorvollen kracher, zum schenkelklopfer. lustig sind hunde in röckchen, die auf ihren hinterpfoten tanzen. lustig ist der mann, der sich nach einer tollen frau umschaut und dabei gegen den laternenpfahl läuft. also eine schreibanregung zu „lustigen geschichten„.

der einstieg in die schreibanregung ist dieses mal eine mündliche angelegenheit. alle schreibgruppenteilnehmerInnen werden vor dem treffen aufgefordert ihren lieblingswitz rauszusuchen. es findet zu beginn eine runde des witze erzählens statt. jede(r) gibt seinen besten witz zu gehör. dabei wird schon auffallen, dass auch das erzählen eines witzes gelernt sein will. aus der runde heraus soll der versuch unternommen werden, selber einen witz zu kreieren.

dabei kann man im vorfeld gemeinsam darüber nachdenken, was witze ausmacht. diese lustigen kurz-kurz-geschichten basieren oft auf ähnliche mechanismen. es gibt die wiederholungen, es gibt die missverständnisse, vor allen dingen die wortspiele und die sich steigernden vergleiche (treffen sich eine maus, ein löwe und ein elefant…). es gibt fein- und grobschlächtiges, teilweise werden dabei tabus verletzt, die sonst kaum thematisiert werden können.
der anspruch der kleinen übung sind keine superwitze, es soll nur der versuch unternommen werden, eigene kombinationen mit humor zu verbinden. die witze werden anschließend vorgetragen.

dann erstellen alle teilnehmerInnen der schreibgruppe eine liste mit fünf lustigen situationen, die sie einmal erlebt haben. jede begebenheit wird in ein paar sätzen beschrieben. manchmal genügen schlagfertige aussagen, ein andermal bedarf es einer etwas längeren beschreibung. die situationen werden nicht vorgestellt. die teilnehmerInnen wählen ihre liebste situation aus.

aus dieser situation wird nun eine längere geschichte geschrieben. handelte es sich um einen dialog, kann dieser in eine begebenheit eingebettet und fortgeführt werden. handelte es sich um ein skurriles ereignis, kann es weitergesponnen und in eine kurz-kurz-komödie überführt werden. es gibt keine vorgaben. einzige forderung ist es, dass die schreibenden ihre geschichte selber lustig finden. die geschichten werden anschließen vorgetragen und da kein applaus-o-meter vorhanden ist, wird eine bewertung abgegeben, wie lustig die geschichte gefunden wurde.
zum abschluss können weiter witze erzählt werden. trifft ein breitmaulfrosch einen storch …

selbstbefragung (19) – humor

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich ab nun ein wenig unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „humor„.

  • können sie über sich selbst lachen? warum?
  • wie geht es ihnen, wenn andere über sie lachen? beschreiben sie.
  • was halten sie von unfreiwilliger komik, slapstick im alltag?
  • lachen sie laut oder leise?
  • ist es ihnen unangenehm, wenn sie sehr laut loslachen? begründen sie.
  • sind sie schlagfertig?
  • können sie witze erzählen?
  • wie oft lachen sie am tag? zählen sie einmal durch.
  • welches buch, welchen film und welche musik finden sie am witzigsten? notieren sie.
  • sind sie eine stimmungskanone auf partys? wie kam es dazu?

biografisches schreiben und humor

bis jetzt waren viele der beiträge zum biografischen schreiben hier im blog, der versuch ernsthafte techniken der selbstvergewisserung aufzuzeigen. dabei wurde ein aspekt des lebens vollständig außer acht gelassen. humor und heiterkeit im alltag und im leben. beständig wird darauf hingewiesen, dass lachen sehr gesund sei. und schaut man sich um, wird viel gelacht. sind trotz aller widrigkeiten viele menschen zwischenzeitlich sehr fröhlich.

welche begebenheiten im leben sind hängengeblieben, die voller witz und situationskomik waren. aus der kindheit kennt man sie meist, da sie die grundlage mancher erzählungen bei familienfeierlichkeiten oder anderer zusammentreffen bilden. doch danach, welche scherze hat man sich als teenager erlaubt? wie war das in der schule. auch beim backen von plätzchen für eine schulweihnachtsfeier einmal einen hundekuchen mit glasur bestrichen und mandeln belegt, um ihn zwischen all den leckeren teilen zu verstecken?

oder vielleicht kannte man einen menschen, der immer wieder für witzige überraschungen im eigenen leben gesorgt hat. jemand, der keine hemmungen hatte, skurrilitäten auszusprechen und ganze gruppen zum lachen brachte. wie sieht es mit dem eigenen galgenhumor aus? war eine der grundlagen der eigenen beziehungen das gemeinsame lachen? alles fragen, deren beantwortung stichwortartig in der rückschau auf die eigene lebensgeschichte, der eigenen biografie notiert werden kann.

im anschluss kann man sich überlegen, ob man beim schreiben der eigenen biografie auch anekdoten einfügt. diese lockern meist das geschriebene auf und stehen nicht selten im zusammenhang mit der eigenen lebenseinstellung. der hundekuchen war gleichzeitig ein ausdruck gegen die allzu seligen weihnachtsfeierlichkeiten an der schule, die die grundkonflikte kaschierten. und man kann feststellen, wie oft im laufe der zeit doch gelacht wurde und das eigene leben nicht nur von dramatik bestimmt war.