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schreibidee (187)

beim elfchen und beim schneeball werden die wörter gezählt, beim haiku die silben. wie schon dargestellt, kann man auch die zeichen zählen. dies ist ein wenig umständlicher, aber eine gute möglichkeit für das schreiben von kurz-kurz-geschichten. darum dreht sich diese schreibidee um die „50-100-200-zeichen-geschichten„.

diese geschichten benötigen für die anleitung von schreibgruppen ein wenig vorbereitung. damit nicht alle teilnehmerInnen beständig die zeichenzahl ermitteln müssen, können blätter vorbereitet werden, auf denen durch unterstriche die jeweilige zeichenzahl aufgedruckt sind. beim computer ist dies einfacher, da stellt man einfach nur auf den zeichenzähler, leerzeichen sollten übrigens mitgezählt werden.

als einstieg werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, einen 50-zeichen-krimi zu verfassen. 50 zeichen sind sehr wenige, was bedeutet, in einem text mit wenigen worten eine spannung zu erzeugen (z.b.: „als er schoss stand sie noch im schrank. schade!„). die kurzen geschichten werden in der schreibgruppe vorgetragen. nun werden die teilnehmerInnen aufgefordert, aus dem 50-zeichen-krimi, einen 100-zeichen-krimi zu machen. dafür können die geschichten auf ein neues blatt übertragen und noch informationen hinzugefügt werden.

mit hundert zeichen wird dann zusätzlich eine liebesgeschichte verfasst, beide geschichten werden vorgetragen. anschließend werden krimi und liebesgeschichte jeweils auf eine 200-zeichen-geschichte erweitert. zusätzlich soll noch ein dialog mit 200 zeichen geschrieben werden. diese staffelung kann beliebig fortgesetzt werden.

es lässt sich der schreibprozess auch umkehren. als erstes wird eine 200-zeichen-geschichte verfasst, die dann zu reduzieren ist, auf eine 100- und dann 50-zeichen-geschichte. außerdem kann man sich viele weitere variationen überlegen, die durchgespielt und eventuell auch sofort veröffentlicht werden.

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web 2.45 – tiny_tales

der versuch, ganze geschichten in einen satz zu bringen, war hier schon einmal eine schreibanregung. bei cnn gibt es auch die möglichkeit kurz-kurz-geschichten und -nachrichten loszuwerden. im letzten semester kamen studierende des studiengangs „biografisches und kreatives schreiben“ zum thema „schreiben am computer“ auf die idee, alle teilnehmerInnen des seminars einen text in twitter-größe zu schreiben (also mit 140 zeichen zu verfassen).

es ist erstaunlich, was man in diesen kurzen text für spannende stories packen kann. florian meimberg hat diesen versuch perfektioniert und man kann seine ergebnisse (die in großer regelmäßigkeit getwittert werden) auf seiner seite „tiny tales“. dafür gab es einen preis beim grimme-online-award.

warum also nicht in einer schreibgruppe, die durch die bank von handybesitzerInnen besucht wird, auf die eigene eingerichtete seite geschichten twittern lassen, die dann auch gleichzeitig die weltöffentlichkeit erreichen. das ist der schnellste weg einer eigenen veröffentlichung aus der schreibgruppe und schreibanregung heraus. die schönen ergebnisse von florian meimberg können dafür eine anregung sein. sie sind zu finden unter: http://twitter.com/tiny_tales sorry, der link war dann kurz falsch eingegeben, müsste nun klappen. viel spaß beim lesen und eigenen geschichten verfassen.