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schnickschnack (126) – Characters for an Epic Tale

manchmal ist die illustration so schlicht und doch so effektiv. also, ran an die zeichenstifte oder die zeichen-software und die eigenen geschichten bebildern:

Characters for an Epic Tale | Flickr – Fotosharing!.

. es müssen ja nicht immer fotos sein!

schreibidee (335)

je technischer und digitaler die welt daherkommt, desto komplizierter kann einem das leben vorkommen. wer dann hofft, dass er hilfestellung im internet oder gedruckt findet, um die ganzen sich ständig erneuernden geräte bedienen zu können, der kann sich schnell getäuscht sehen. teilweise sind die anleitungen für geräte, aber auch für software und ähnliches, sehr kryptisch. die stichwortverzeichnisse im anhang geben selten das wieder, was im vorderen bereich notiert wurde. darum sollen heute in der schreibanregung „gebrauchsanweisungen“ geschrieben werden.

dieses mal wird als einstieg in die schreibidee gezeichnet. als vorlage könnte eine ikea-zeichnung zum zusammenbau eines möbelstücks dienen. die schreibgruppenleitung bringt einen gebrauchsgegenstand mit und fordert alle teilnehmerInnen auf, die richtige benutzung des gegenstands in zeichnungen festzuhalten. dabei kann es sich zum beispiel um einen dosenöffner, ein handrührgerät oder einen föhn handeln. die piktogramme sollen möglichst für alle verständlich sein.

anschließend wird das gezeichnete von den schreibgruppenteilnehmerInnen in worte gefasst. also am beispiel des föhns: was sind die voraussetzungen, um einen föhn zu verwenden? nasse haare und eine steckdose. was muss man dann machen? für was kann man einen föhn noch verwenden? und was sollte man auf keinen fall mit einem föhn machen? sind die gebrauchsanweisungen fertig, werden sie mit den piktogrammen zusammen in der schreibgruppe vorgestellt. bei einer feedbackrunde wird vor allen dingen betrachtet, wie allgemeinverständlich die beschreibungen sind.

im anschluss wird es noch ein wenig komplizierter. alle schreibenden sind aufgefordert, eine gebrauchsanweisung über sich zu schreiben. wie sollte man mit ihnen umgehen? was ist beim umgang zu beachten? und was muss man tun, um bestimmte handlungen oder ergebnisse zu erreichen. dieses mal wird die vorgehensweise umgekehrt: erst wird die gebrauchsanweisung für einen selber geschrieben und dann wird das ganze in kleine zeichnungen gebracht. darunter können auch verbotsschilder sein. was sollte man auf keinen fall mit ihnen machen.

die aufgabe kann beim vorstellen in der feedbackrunde viel heiterkeit hervorrufen. außerdem bekommen die schreibgruppenteilnehmerInnen vielleicht noch mehr gespür füreinander. sollte im anschluss noch zeit übrig sein, dann kann auch eine gebrauchsanweisung für den umgang mit den eigenen texten verfasst werden, die zum abschluss vorgetragen wird.

„gamestorming“ von brown, gray und macanufo – ein buchtipp

wie der titel schon erahnen lässt, ist das ganze leben ein spiel. oder anders formuliert, an beinahe jede aufgabe kann man spielerisch herangehen. das nimmt der aufgabe zwar nur teilweise ihre ernsthaftigkeit, aber es schafft raum für mehr kreativität. kein anderes ziel hat das buch „gamestorming – ein praxisbuch für querdenker, moderatoren und innovatoren“ von dave gray, sunni brown und james macanufo.

wie peppt man ein meeting auf, damit am schluss neue gedanken und analysen zum vorschein kommen? man arbeitet nicht starr zielorientiert und in einer strikten abfolge, sondern man arbeitet spielerisch verlaufsorientiert und lässt raum für neues. mit dieser behauptung machen sich die autorInnen daran, den heutigen anforderungen an entwicklungen und neuerungen gerecht zu werden. es gibt sie kaum mehr, die stringente lösung eines problems. die welt ist vielfältiger und unübersichtlicher geworden. dem muss auch in wirtschaft und im marketing rechnung getragen werden.

uns so werden im buch eine große auswahl an verschiedenen „spielen“, assoziationstechniken und gruppenaktionen zusammengetragen, die eine veränderte herangehensweise zulassen. angenehm ist dabei, dass auch ergebnislose prozesse zugelassen werden. unangenehm scheint mir die beschwörung des spielerischen in prozessen, die für die einzelnen teilnehmerInnen existentiell sein können. es gibt nicht viel raum für die eigene befindlichkeit. doch die kommt ins spiel, wenn man der kreativität raum gibt.

insgesamt lohnt es sich die große sammlung an spieltechniken anzuschauen und zu nutzen, wenn man seminare und meetings organisiert. man benötigt post-its ohne ende, flipcharts, stifte (dem zeichnen wird im buch eine große bedeutung zugesprochen), zeit und ideen. dann kann mit großer wahrscheinlichkeit eine menge entstehen und entwickelt werden. positiver nebeneffekt: hierarchien werden zeitweise aufgehoben. das buch ist bei o´reilly 2011 in köln erschienen. ISBN 978-3-89721-326-5. es gibt eine homepage zum buch, auf der beinahe alle spiele versammelt sind: http://www.gogamestorm.com/?page_id=234 .

kreatives schreiben und comics

comics oder cartoons sind kleine bildergeschichten mit möglichst wenig text. die bilder sind meist gezeichnet oder gemalt und transportieren ausschnitthaft eine geschichte. sie leben von schlagfertigen sehr kurzen dialogen und überzeichneten charakteren. dabei kann es sich um superhelden, witzfiguren, tiere oder sprechende gegenstände handeln.

die bildergeschichten können als anregung für eigene geschichten und schreibübungen verwendet werden. so kann man sich einen comic vornehmen und versuchen, die handlung in eine kurzgeschichte oder erzählung zu verwandeln. ebenso kann man sich einen eigenen superhelden ausdenken, der besondere fähigkeiten besitzt und eine geschichte über ihn oder sie schreiben. man kann sich zudem die lebensgeschichte des helden ausdenken, denn es sollte eine begründung geben, sei sie noch so abstrus, woher denn die superkräfte kommen.

aber auch einzelne bilder eines comics können für einen ausführliche bildbeschreibung herangezogen werden. zum beispiel das übliche abschluss-wildschwein-essen bei asterix und obelix. man kann eine geschichte aus einem comic weiterführen, vielleicht auch nur den dialog dazu verfassen. man kann die comicsprache in prosatexte aufnehmen (krrraaawummmm), selbst cartoons können die grundlage für absurde geschichten werden.

oder es wird der spieß umgedreht und eine eigene kurzgeschichte, ein eigener text wird in einen comic verwandelt, in einen cartoon. so versuche man einmal, die schräge alltagsbegebenheit, die man in den letzten tagen erlebte, in eine abfolge von gezeichneten bildern zu bringen. diese bilder müssen erst einmal nicht toll gezeichnet sein, mancher cartoonist arbeitet mit strichmännchen oder collagetechniken. suchen sie zum beispiel werbefotos oder tierfotografien und legen sie den figuren worte in den mund.

es gibt sehr viele möglichkeiten die techniken der comics und cartoons für das eigene kreative schreiben zu verwenden. die daraus entstehenden schreibanregungen lassen sich auch in schreibgruppen anwenden. und sie können durch die kurzen knappen texte eventuell jugendliche leichter für das schreiben begeistern. das erfinden eines eigenen comics und superhelden ist ein lockerer einstieg ins kreative schreiben.

schreibidee (94)

möbelstücke haben charakter, zumindest, nachdem sie eine zeitlang benutzt wurden. viele drücken aber auch schon vorher einen lebensstil aus. deshalb sollen dieses mal texte nach dem motto „frisch möbliert“ verfasst werden. um diese schreibanregung in einer gruppe durchführen zu können, sollten von den leiterInnen weißes papier mindestens in der größe din a3, bleistifte und farbstifte mitgebracht werden.

zu beginn sollen sich die teilnehmerInnen der schreibgruppe überlegen, was für ein möbel sie sein wollen. anschließend schreiben sie eine kurze beschreibung, maximal eine halbe seite über das möbelstück. dabei sollen vor allen dingen die eigenschaften, die sie mit dem möbel verbinden berücksichtigt werden. diese texte werden in der runde vorgelesen. anschließend zeichnen alle jeweils ihr möbel. dabei kann der fantasie freier lauf gelassen werden. diese bilder werden später im raum aufgehängt, doch erst sollte eine geschichte geschrieben werden, in der das möbelstück eine rolle spielt. anschließend werden die die geschichten zu den ausgehängten bildern vorgelesen. wenn noch zeit vorhanden ist, können sich auch alle ein weiteres möbelstück als schreibanregung auswählen.

schnickschnack (33)

die welt wird steriler. es war einmal interessant auf die toiletten in verschiedenen kneipen berlins zu gehen. konnte man doch in den kabinen ganze romane lesen, die an die wände geschrieben waren. doch inzwischen wird vieles überstrichen, gereinigt oder eine oberfläche angebracht, die beschriftungen unmöglich machen. seit etlichen jahren gibt es eine alternative, vor allen dingen in den usa. „1000 journals“ ist der versuch, durch das weitergeben und liegenlassen von festgebundenen journalen an verschiedenen orten, wie kneipen, parkbänken und zügen, menschen aufzufordern sie vollzukritzeln. wenn so ein journal voll ist, sollte es an den absender zurückgeschickt werden. seit 2000 wurden 1000 journale verteilt. viele kamen zurück und seiten davon wurden eingescannt. sie sind auf folgender seite zu sehen: http://1000journals.com/index.php?view=Journals%2FIndex . das projekt ist inzwischen abgeschlossen.

das folgeprojekt, auch aus san francisco, nennt sich „1001 journals“ und läuft noch. es nutzt inzwischen die möglichkeiten des internet und macht das angebot, nicht nur reale journale weiterzugeben, sondern auch virtuelle journale zu erstellen. um daran teilzunehmen muss man sich einloggen. doch auch hier gibt es viele eingescannte journale zum ansehen, zumindest ausschnitte davon. das ganze entwickelt sich immer mehr zu einem kunstprojekt, aber einem interessanten. zu finden ist die seite unter: http://1001journals.com/ .

vielleicht sollte man auf den toiletten berlins journale auslegen. das wird aber sicherlich gefährlich für das journal, wenn das toilettenpapier ausgeht.