Schlagwort-Archive: zensur

protest gegen ein gesetz der internetzensur in den usa

in den usa liegt ein gesetz im us-senat, das auswirkungen auf alle anbieter und schreiberlinge im www haben könnte. darum protestieren heute diverse netzanbieter und schwärzen ihre seiten. mehr informationen findet man hier bei wordpress.org: http://wordpress.org/news/2012/01/help-stop-sopa-pipa/ .

möge dieser protest erfolg haben.

nabelschau (29)

kurze unterbrechung. dieser beitrag darf im internet aus rechtlichen gründen nicht gezeigt werden. das ist ja ein ding. als surfer, der gerade den drang verspürte, schnell die nachrichten im livestream zu betrachten, bekommt man das gefühl, etwas illegales zu machen. dabei ist es ein öffentlich-rechtliches angebot. doch schlagartig als ein schrubbeliges fussballspiel thema war, waren auch schon ton und bild weg. eben nur die botschaft „dieser beitrag darf im internet aus rechtlichen gründen nicht gezeigt werden“ prangte auf dem bildschirm.

und man weiß nicht, wie lang wird denn nun der beitrag dauern. reicht es für einen gang zum klo oder zum kühlschrank? oder verpasst man dann die wettervorhersage? auf der anderen seite kommt freude auf. der ganze abend des ersten öffentlich-rechtlichen stand unter dem motto fussball. dies passiert immer häufiger. man fragt sich, ob es nicht noch andere mitbürger gibt, die diesem sport nichts abgewinnen können. warum spielen die am abend? und wenn sie am abend gespielt haben, weshalb darf dann in der nacht kein ausschnitt gezeigt werden?

da sind sie wieder, die widersprüche des lebens. zum einen unterliegen die sportnachrichten ausschließlich vermarktungsstrategien. der konsument staatlicher sendebetriebe wird diesen vermarktungsstrategien unterworfen und kann nichts dagegen machen. im internet kann er nicht sehen, was zu den tagesnachrichten gehört. aus finanzgründen findet zensur statt. eine tolle sache.
zum anderen ist es eine labsal, dass immer dann, wenn fussball kommt, bild und ton verschwinden. das sollte patentiert werden. man könnte ein wenig unterhaltungsmusik im hintergrund einblenden und im vordergrund eine zeitangabe, wann es weitergeht, abbilden. hier wäre dem fussballphoben zuschauer genüge getan. vielleicht sollte dies auch bei den tv-übertragungen als alternative angeboten werden, um bei schöner musik ein buch lesen zu können.

natürlich kann man das ding auch ausschalten, aber man wollte ja nur die nachrichten sehen.

web 2.0 und die freie schreibe

der zunehmende diskurs im internet hat den vorteil, dass überhaupt wieder mehr diskutiert wird. der nachteil besteht aber darin, dass bei diesen diskussionen verschwimmt, was denn nun toleranz ist und was nicht oder anders formuliert, wann es an der zeit ist nicht mehr tolerant zu sein.

schaut man sich die diskussionen vor allen dingen auf den kommentarseiten an, kann man feststellen, dass es oft erst inhaltliche kritik gibt, vor allen dingen, wenn jemand missstände in bezug auf gesellschaft und toleranz im post formuliert hat. dies ruft widerspruch hervor und es wird oft genug aufgefordert, die kirche doch im dorf zu lassen. es werden gründe benannt, weshalb die gesellschaft sich intolerant und sanktionierend verhält. das löst bei betroffenen reflexe aus, die sich gegen die beschuldigungen positionieren.

und dann kommt irgendwann die obligatorische toleranz-stimme, die eigentlich keine ist. es wird gefordert, dass es doch auch möglich sein müsse mal zu schreiben, was man denke, ohne gleich angegriffen zu werden. auch die folgenden reaktionen seien ein zeichen von intoleranz und keinen deut besser als das, was man kritisiere. diesen umkehrschluss finde ich immer wieder faszinierend. denn er fordert ein, dass unter dem zeichen der toleranz intolerantes verhalten toleriert werden muss. kommt noch jemand mit oder haben schon alle aufgehört zu lesen?

so jedenfalls schleicht sich in viele diskurse im internet aber auch auf den leserbriefseiten der zeitungen eine form von forderung nach freier schreibe, also man sollte doch schreiben können, was man denkt, die vor allen dingen intolerante haltungen stützen soll. dadurch wird versucht, die im post geübte gesellschaftskritik ein für alle mal zu entsorgen. denn wer gesellschaftliche missstände kritisiert, muss bereit sein, die gegenposition stehen zu lassen. nein, muss man nicht, kann man. denn die gegenposition transportiert genau das, was man kritisiert. es scheint, hinter allem steckt die forderung bei uns, dass der der kritisiert generell ein in allen lebenslagen viel besserer mensch zu sein hat. wie soll das gehen?

web 2.0 und verhältnismässigkeit

 

es war nur eine kleine meldung, aber es zeigt, wie sich die bewertung beim internet in eine bedenkliche richtung verschiebt. ein landesabgeordneter der linkspartei fand sich bei wikipedia falsch dargestellt und verleumdet. das ist sein gutes recht, eventuell wurde ihm auch etwas unterstellt, was er nie gemacht hatte, so wie es immer wieder in journalistischen zusammenhängen öffentlichen personen passiert. das ist aber nicht der eigentliche knackpunkt der geschichte.

der abgeordnete erwirkte eine einstweilige verfügung beim gericht, die dazu führte, dass die startseite „wikipedia.de“ vollständig abgeschaltet wurde. wer sich auskannte fand zwar wikipedia, das größte online-lexikon in deutscher sprache, noch über einen anderen zugang, aber man musste sich auskennen.

fragwürdig bleibt, wie ein gericht solch eine entscheidung treffen kann. wenn man einmal vergleiche anstellt, dann kommt das vollständige aus dem netz nehmen eines angebots, wegen einer kleinen unterrubrik dem gleich, dass fernsehsender abgeschaltet werden, wenn in einer sendung, ein beitrag nicht den üblichen journalistischen gepflogenheiten entspricht. Weiterlesen

web 2.0 und geschäftsbedingungen

 

dass das web 2.0 keine so freie einrichtung ist, wie es sich gern gibt, zeigt sich dann, wenn man in ruhe einmal die geschäftsbedingungen der verschiednen angebote durchliest. die kriterien für das geschäft setzen die anbieter. sie speisen sich aus verschiedenen quellen.

zum einen aus den gesetzlichen vorgaben. die sind in demokratisch gewählten ländern recht weit gefasst und es bestehen etliche freiheiten, die ins netz gesetzt werden können. das birgt zwar immer die gefahr in sich, dass auch unliebsame äußerungen im netz gemacht werden, doch so etwas sollten demokratische strukturen und vorstellungen von redefreiheit schon aushalten, so wie es auch bei gedruckten haltungen gang und gäbe ist. in anderen ländern sind die einschränkungen sehr viel größer. da zeigt sich, dass die geschäftsanbieter den finger auf den verbindungen und auf den positionen haben. und sind es nicht die anbieter, dann sind es die staatlichen behörden. die schwierigkeit virtueller daten besteht darin, dass sie leicht gefiltert werden können. im unterschied zu gedruckten und handgeschriebenen texten, lassen sich so leichter daten löschen und beseitigen.

zum anderen speisen sich aber die kriterien für das geschäft aus einer ethisch-moralischen grundhaltung, Weiterlesen

web 2.0 und olympia und zensur (2)

 

langsam empört man sich über das verhalten chinas in bezug auf die pressefreiheit und die beschränkung des internetzugangs für journalisten. es geht anscheinend noch einen schritt weiter. die tageszeitungen im „deutschen haus“ werden vorher von der zensur überprüft und landen wahrscheinlich nicht auf dem tisch der delegation.

wolfgang schäuble, der minister, der ein gespaltenes verhältnis zum datenschutz hat, hat heute der frankfurter allgemeinen sonntagszeitung ein interview gegeben zur lage um die zensur in china. leider werden keine klaren aussagen bezüglich des verhaltens der zurückhaltenden sportfunktionäre getroffen. interessant ist die argumentationslinie. erst hat man gesagt, dass man china auch deshalb die olympiade ausrichten ließ, da man sich einen demokratischen schub für das land verspricht. doch als sich herausstellte, dass sich china eher verbarrikadiert, da betont man immer wieder, dass es sich bei der olympiade um eine sportliche veranstaltung und um keine politische handle.

Weiterlesen

web 2.0 und olympia und zensur

erst vor ein paar tagen war hier die macht der administratoren thema. und schon zeigt sich die verletztlichkeit des „freien internets“. die chinesische regierung versperrt den journalisten der gesamten welt den weg ins internet. nicht vollständig, auf sportseiten dürfen sie noch. und das ioc schafft es gerade einmal zu der aussage, dass ihnen das wichtigste sei, dass über den sport berichtet werden könne.

das bedeutet also, dass hinter dem sport keine menschen mehr stecken mit eigenen geschichten. und dass im publikum des großevents auch keine menschen mehr mit eigenen geschichten sitzen. hat man doch immer soviel davon gehalten, mit den olympischen spielen gleichtzeitig land und leute vorzustellen. das ist vorbei.

nur noch schlimmer scheint eins. bis jetzt konnte man nichts davon hören, dass sich einer der sponsoren aus dem geschäft zurückgezogen hätte oder dass eine zeitung, ein sender gesagt hätte, unter solchen bedingungen übertrage man nicht aus china. die ethik des journalismus ist endgültig hopps. wäre es doch ein leichtes, wenn alle sich zusammenschließen würden und erklärten, ab diesem moment nicht mehr von der olympiade zu berichten. wie schnell würde wohl einen chinesische regierung reagieren und vor allen dingen wie schnell wären die sportfunktionäre bemüht dem missstand abhilfe zu schaffen.

und so sind also an den verteilerknoten des internets sperren eingerichtet, um binäre codes der ungerechtigkeit nicht durch die leitungen zu lassen. man kann nur hoffen, dass manche findiger sind und trotzdem von land und leuten berichten. und man sollte das ioc vollständig austauschen, hier werden junge menschen nicht in sportlich faire wettkämpfe geschickt, sondern sie werden in eine propagande-maschinerie eingespannt, und ihre karriere steht auf dem spiel, sollten sie sich nicht darauf einlassen. dass alles politisch ist, auch ein sportgroßereignis, wird von den offiziellen geleugnet. na dann können wir endlich die nationalen wettkämpfe abschaffen.

bloggen und zensur

hier wurde schon häufiger auf die macht der administratoren und der webhoster hingewiesen, die einfluss auf die eingaben im internet nehmen können. meist handelt es sich dabei um politische und diskriminierende entscheidungen bestimmte informationen zu unterdrücken. besonders beliebt ist dies in ländern, die weit entfernt von demokratischen strukturen sind. hier wird von allen technischen möglichkeiten gebrauch gemacht, um unliebsamen kritikern die möglichkeit der veröffentlichung im web zu nehmen.

denn einen vorteil hat das web gegenüber gedruckten kritischen haltungen, die veröffentlichung ist nur eine frage von sekunden und dadurch teilweise schwerer zurück zu verfolgen. außerdem muss man wissen, wo veröffentlicht wird. man kann zwar versuchen, jede leitung ins ausland zu blockieren, doch kabellose kommunikationstechniken erlauben auch eine ungebundene veröffentlichung.

also bleibt den staatsmachten nichts anderes übrig, als das netz zu durchkämmen nach offentsichtlicher kritik am eigenen system. und dann muss über die sendedaten ermittelt werden, wer wohl hinter diesen politischen botschaften steckt. um der kritiker herr zu werden, werden viele veröffentlichungen nach bestimmten begriffen gefiltert. die kommunikation wird überwacht. doch inzwischen kann dem begegnet werden. es gibt ein angebot im internet, dass es regimekritikern erlaubt, ihre nachrichten so zu verändern, dass sie über die textfilter nicht aufgespürt werden können. und zwar werden an einen anbieter die zu veröffentlichenden daten gesendet, die in kürzester zeit in ein bild verwandelt werden, das dann statt text hochgeladen wird. bilder sind aber von suchprogrammen erst einmal nur als bilder, eventuell mit einem namen versehen, erkennbar. somit verschwindet der inhalt der daten in einer einzigen pixelei.

das hat den vorteil, dass die zensur eigentlich gefordert ist, sich all die veröffentlichten bilder genauer anzuschauen. sicherlich wird inzwischen an programmen gearbeitet, die auch bilder lesen können und erkennen, wenn es sich bei den pixeln um buchstaben handelt, doch dies ist um einiges schwieriger. und die virtuelle kommunikation vollständig untersagen, kann sich heute fast kein land mehr leisten, möchte es sich nicht absolut der globalisierung verweigern.

zu finden ist solch eine pixelwerkstatt unter: http://www.picidae.net/