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schreibidee (372)

für manche menschen sind geschichten und bücher wie lebensmittel: sie können sich ihr leben ohne nicht vorstellen. heute werden für verbraucherInnen die lebensmittel ausführlicher gekennzeichnet als vor ein paar jahren. da werden nährwerte und zutaten aufgelistet. auch wenn die produkte nicht immer so zusammengesetzt sind wie es in der werbung über sie lautet, so geben die daten doch einen anhaltspunkt für die käuferInnen. warum ähnliches nicht für geschichten erstellen. hier eine schreibanregung zu „nährwert und zutaten von geschichten“.

alle schreibgruppenteilnehmerInnen werden dazu eingeladen, für diese schreibidee einen eigenen text mitzubringen. dieses mal startet das treffen mit der bearbeitung eines schon geschriebenen textes. im vorfeld einigen sich die teilnehmerInnen auf die kategorien zu den nährwerten und zutaten, die für die jeweiligen texte erhoben werden sollen. dies kann zum beispiel ein „kuschelfaktor“, eine „literarische herausforderung“ oder ein „genusspotential“ für die nährwerte sein. und es kann freigestellt werden, wie die zutaten beschrieben werden, z.b.: ein hauptprotagonist, zwei weitere personen, liebe (10%), spannung, ein mord, … .

nun werden die texte an andere gruppenteilnehmerInnen verteilt und von ihnen bearbeitet. sie listen die jeweiligen stoffe und zusatzstoffe auf, geben den nährwert an und stellen das ergebnis dann in der runde vor. hat man einmal kategorien und tabellen für die auswertung der texte erstellt, kann man dies in der zukunft auch für feedbackrunden verwenden.

doch im nächsten schritt soll der prozess umgekehrt werden. zwei varianten bieten sich an: zum einen können die schreibenden aufgefordert werden, die zutaten und den nährwert für eine ideale geschichte zu notieren. diese schreib-lebensmittel-packungsaufschrift wird innerhalb der schreibgruppe weitergereicht und soll nun passend zur aufschrift geschrieben werden.
zum anderen können spontan nährwert und zutaten notiert werden. doch die schreib-lebensmittel-packungsaufschrift wird nicht an andere teilnehmerInnen weitergereicht, sondern die verfasserInnen der listen schreiben eine geschichte zu den eigenen vorgaben. hierbei sollte nicht die ideale geschichte verfolgt werden, sondern eine spontan notierte kombination.

die geschichten werden anschließend in der schreibgruppe vorgetragen und in einer feedbackrunde mit der packungsaufschrift verglichen. das gleiche kann man nun noch mit gedichten, mit wissenschaftlichen texten oder mit biografischen geschichten durchführen. im laufe der zeit kann eine schreibgruppe dadurch ganz eigene kategorien des schreibens für sich selbst entwickeln (und vielleicht veröffentlichen).

kreatives schreiben und essen

essen kann genuss sein, neben der zufuhr von lebensnotwendiger nahrung. schreiben kann genuss sein, neben der beruflichen notwendigkeit. da scheint es eine logische folge zu sein, dass man beides öfter miteinander verbinden sollte. so kann es ein genussreicher moment sein, erst gemeinsam zu schreiben, dann gemeinsam zu kochen und als dessert gemeinsam texte vorzulesen.

aber kreatives schreiben und essen lassen sich noch ganz anders miteinander verbinden. man kann zum beispiel restaurantkritiken mit elementen des kreativen schreibens erstellen. also seine formulierungen und assoziationen über die bekannten schreibtechniken erlangen. oder auch gemeinsam essen gehen und später darüber schreiben.

allein das thema „geschmack“ bietet eine unglaubliche bandbreite für kreative ideen. eine der eindrücklichsten übungen besteht zum beispiel darin, mit verbundenen augen gefüttert zu werden. die geschmackssensationen werden viel intensiver erlebt, die spannung ist enorm. nicht ohne grund sind viele menschen von den restaurants begeistert, die in absoluter dunkelheit ihr essen anbieten.

und man schaue sich einmal die arbeitsweise der großen köchInnen an. in den berühmten küchen herrscht ein großes kreatives potential. letztendlich baut sich ein neues rezept ähnlich auf, wie ein neuer text: es werden bekannt dinge in unbekannter weise miteinander kombiniert. daraus entstehen durch experimentieren und erproben sensationelle gerichte. warum also nicht einmal in beiderlei hinsicht experimentieren: Weiterlesen

selbstbefragung (90) – kochen und essen

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „kochen und essen„.

  • kochen und essen zählen heute zu den führenden sozialen kompetenzen. bei ihnen auch? begründen sie.
  • was kochen sie am liebsten?
  • was essen sie am liebsten?
  • mit wem essen sie am liebsten?
  • ab welchem moment ist essen für sie kein genuss mehr? beschreiben sie.
  • was schmeckt ihnen überhaupt nicht? warum?
  • wie viel geben sie in der woche für lebensmittel aus?
  • ging bei ihnen schon einmal liebe durch den magen?
  • wenn sie kochen, kochen sie lieber allein oder dürfen andere mitmachen? warum?
  • wohin gehen sie am liebsten, wenn sie zum essen ausgehen?

schreibidee (179)

wenn ich hier gerade schon auf dem listentripp bin, dann kann dies ja auch in eine schreibidee münden. denn listen liefern stichworte. stichworte aus denen geschichten entstehen können. oder ein stichwort liefert den anlass für einen text. oder eine reihenfolge, ein ranking bietet stoff für einen autobiografische betrachtung. darum dieses mal die schreibidee zu einer „listen-geschichte„.

die teilnehmerInnen der schreibgruppe notieren zu beginn die für sie persönlich fünf wichtigsten zutaten, die sie gern in einer schönen geschichte hätten:

dies können gegenstände, figuren, handlungen oder atmosphären sein. dabei soll es nicht um stilistische mittel oder genres gehen, sondern wirklich um „zutaten“.
nachdem diese notiert wurden, werden sie reihum vorgestellt in der schreibgruppe. anschließend können alle teilnehmerInnen ihre listen noch einmal überarbeiten und wenn sie wollen verändern, indem sie ideen von anderen teilnehmerInnen aufgreifen oder verändern.

nun schreiben alle für sich eine geschichte mit diesen fünf zutaten, die sie aufgelistet haben. anschließend geben sie jeweils ihre liste an die nachbarInnen zu ihrer linken seite weiter. jetzt schreiben alle teilnehmerInnen noch eine geschichte zu den neuen zutaten, die sie erhalten haben. zum abschluss werden die beiden geschichten, die zu einer zutaten-liste geschrieben wurden nacheinander vorgelesen und es wird feedback gegeben. dabei soll das augenmerk auf die verschiedenheit der umsetzung gelenkt werden. es zeigt, wie groß die unterschiede allein bei fünf zutaten zu einer geschichte sein können.

diese listen-geschichten lassen sich vielfältig variieren. so können die listen auf bestimmte wortgruppen begrenzt werden, es können protagonisten aufgelistet werden, es können die fünf wichtigsten sätze im vorfeld notiert werden und dann geschichten drumrum gebaut werden… listen bieten einfach einen guten einstieg in eine schreibübung.