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web 2.28 – zeitzeugenberichte von zwangsarbeiterInnen

deutschland tut sich sehr schwer mit der aufarbeitung seiner vergangenheit. dazu gehörte auch die unsägliche debatte über die entschädigung von zwangsarbeiterInnen. diese diskussion schien nur möglich, da vielen nicht bewusst war, wie mit zwangsarbeiterInnen im dritten reich umgegangen wurde. gut, es gibt auch immer noch menschen, die das verhalten der deutschen angemessen fand, doch darüber brauch man nicht diskutieren.

über 60 jahre später werden endlich berichte von zwangsarbeiterInnen ins netz gestellt. sie sind von arbeitsbereichen der freien universität digitalisiert und erstellt worden, in zusammenarbeit mit dem deutschen historischen museum. so können mehrere hundert berichte betrachtet oder gehört werden. zu finden ist die seite unter: http://www.zwangsarbeit-archiv.de/ .

ärgerlich dabei ist, dass schon in den nutzungsbedingungen der homepage steht, dass die berichte vor allen dingen menschen mit einem forschungs- oder pädagogischen interesse vorbehalten sind. man muss sich vorher einloggen, um die zeitzeugenberichte vollständig zu sehen. das ist nicht nachzuvollziehen. sollte man sich doch heute wünschen, dass die chancen den internet ergriffen werden, um solche zeugnisse der vergangenheit allen zugänglich zu machen. je länger die grausamkeiten vorüber sind, um so dringlicher scheint es, ewiggestrigen etwas entgegenzusetzen. weshalb man in solchen momenten künstliche hürden des zugangs errichtet, ist nicht zu verstehen. welche unrechtmäßigkeit sollte jemand damit begehen? das internet bietet nun einmal die einmalige chance, archive alle zugänglich zu machen. dagegen gibt es eine andere webseite mit zeitzeugenberichten von jungen menschen gemacht, die allen zugänglich ist. siehe älteres post: https://schreibschrift.wordpress.com/2008/06/14/zeitzeugengeschichte-homepage-und-lebensgeschichten/ .

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