biografisches schreiben und medien (2)

heute sind wir umgeben von den verschiedenen medien, die uns sekündlich mit informationen füttern. wir können vieles ab- und aufrufen, wann wir lustig sind, wir können zwischenspeichern und wir können eine information über drei oder mehr verschiedene geräte erhalten. doch das war einmal anders. anfang des letzten jahrhunderts waren zeitung und wochenschau im kino die einzigen medialen kanäle. kurz darauf kam das radio, ein paar jahrzehnte später den fernseher, erst schwarzweiß, dann in farbe. entgegen aller unkenrufe verschwanden die anderen medien nicht. noch einmal ein paar jahrzehnte später kam das internet, dazu diverse geräte und programme.

zeitungen haben zum beispiel eine eigene homepage, teilweise fernsehsendungen, facebook- und twitter-zugänge, apps für smartphones und pads und sie bieten podcasts oder kooperieren mit radiosendern, ja sie geben bücher heraus, dvds und newsletter. eine einzige nachricht wird so in vielfältiger weise aufbereitet und verbreitet. doch welche medien benutzt man denn selber? womit ist man aufgewachsen? sehnt man sich nach dem ruhigen drei-programm-schema im fernsehen zurück, als die familie am samstagabend die eine große show gemeinsam ansah?

es gab zum beispiel so etwas wie sendeschluss, auch im radio. wie weit hat die entwicklung der medien das eigene leben verändert? und vor allen dingen, fühlt man sich heute wirklich besser informiert? alles fragen, die die eigene lebensgeschichte beeinflussen können. so wie früher mundpropaganda oder telefonate gesellschaftliche entwicklungen hervorrufen konnten, so geschieht dies immer öfter durch das internet. beim biografischen schreiben kann man betrachten, wie weit medien eine rolle im eigenen leben gespielt haben. wo hat man sich informationen besorgt und welche?

welche medienereignisse sind einem hängen geblieben? mit welchen medien ist man aufgewachsen und was beeinflusste einen? wie hat man die negativen seiten der medien erlebt? man erinnere sich an die diktaturen, an kriege, auch an den kalten krieg. und wie viel platz haben medien überhaupt im eigenen leben eingenommen oder nehmen sie heute ein? man kann sich zum beispiel daran erinnern, wie schwer es war, dass die eigenen leserbriefe in zeitungen abgedruckt wurden und wie leicht es heute ist, seine gedanken im internet zu verbreiten.

so kann man zum beispiel an einem zeitstrahl die eigenen medienerinnerungen festhalten. man kann dies beim aufschreiben der lebensgeschichte einflechten, vielleicht immer wieder mit dem blickwinkel, wie weit das eigene denken durch medien beeinflusst wurde. man kann freunde fragen, ob sie ähnliche erfahrungen gemacht haben. alles in allem sind biografien ohne kommunikation nicht vorstellbar. ein teil unserer kommunikation verlagerte sich über die jahrzehnte immer stärker weg vom persönlichen gespräch. was bedeutet das für uns?

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