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schreibpädagogik und arbeit

schreibpädagogik ist nichts anderes, als der versuch, menschen über die verschiedensten wege zum schreibprozess anzuleiten. am umfassendsten kann man dies in einer schreibgruppen-arbeit verwirklichen. dabei wird man als schreibpädagoge zur anleitenden person der gruppe. und dies bedeutet, sich gedanken über die anleitung einer schreibgruppe machen zu müssen. denn auch in diesem arbeitsfeld gibt es sehr verschiedene vorstellungen von der praktischen umsetzung.

generell, wie bei allen anderen (lern)gruppen, kann man eine grobe vorplanung vornehmen, aber nie abschätzen, wie die einzelne gruppe sich zu den vorschlägen verhält. nun gibt es zwei möglichkeiten: stringent die eigenen vorgaben zu verfolgen und durchzusetzen (zum beispiel, wenn es sich um die umsetzung von lehrplänen handelt) oder dem eigentlichen gruppenprozess mehr gewicht zu geben und auf jede gruppe zugeschnitten das angebot zu verändern (mit der folge, dass die lernergebnisse einer gruppe sehr verschieden ausfallen).

um es einmal platt zu formulieren: die stringenz kostet weniger planungsaufwand dafür aber mehr durchsetzungsaufwand. die ausrichtung auf die gruppe kostet dafür mehr planungsaufwand, dafür ermöglicht sie aber individuelles lernen, das für die anleitung weniger energie benötigt. insgesamt benötigen aber beide vorgehensweisen die aktive auseinandersetzung mit den teilnehmenden durch die schreibpädagogInnen. dies ist arbeit. die wertigkeit sozialer und pädagogischer berufe ist in unserer gesellschaft nicht sehr hoch angesiedelt. es wird davon ausgegangen, dass kommunikation zwischen menschen keinen sehr hohen aufwand bedeutet.

die wissenschaft spricht da eine andere sprache. nimmt man einmal den dienstleistungssektor, dann hat man inzwischen festgestellt, dass ständige freundlichkeit und das eingehen auf die bedürfnisse der anderen, ungemein stresst. grund dafür ist, dass die eigenen emotionen in schach gehalten werden müssen, da sonst die gefahr, einen kunden zu verlieren, groß ist. auch die pädagogischen tätigkeiten verlangen Weiterlesen

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schreibpädagogik und verwandlung

schreibgruppen wandeln sich, wie andere gruppen auch, beständig. die klassischen phasen der gruppendynamischen entwicklung lassen sich bei ihnen ebenso nachvollziehen. doch mir geht hier um die besonderheiten der verwandlung einer schreibgruppe. wie zu erwarten hat dies mit der entwicklung der teilnehmerInnen zu tun.

nach der phase des kennenlernens gibt es in schreibgruppen meist noch eine recht große zurückhaltung, den anderen teilnehmerInnen eigene texte zur verfügung zu stellen. es ist für alle mitglieder einer schreibgruppe ein großer vertrauensvorschuss gegenüber den anderen, eigene geschichten zur diskussion zu stellen. denn in jeden schreibprozess fließen auch persönliche anteile ein und man möchte, dass mit der eigenen veröffentlichung angemessen umgegangen wird. als schreibgruppenleitung kann man diesen prozess steuern, indem man vom ersten moment an feedbackregeln mit den teilnehmerInnen festlegt. auf diese regeln können sich alle verlassen.

im laufe der zeit hilft dieser abgesicherte modus beim schritt in die öffentlichkeit. es ist meist zu beobachten, dass nach anfänglicher zurückhaltung, die eigenen texte vorzutragen, alle das bedürfnis verspüren, rückmeldungen zu ihren texten zu erhalten. hat einmal bei einer feedbackrunde jemand den anfang gemacht, reihen sich meist die teilnehmerInnen willkürlich aneinander. und, was mir an dieser verwandlung am wichtigsten ist, es verursacht weder probleme noch diskussionen, wenn einzelne teilnehmerInnen einzelne texte nicht vorstellen wollen. ohne feedbackregeln kommt es eher zu situationen, in denen einzelne teilnehmerInnen gedrängt werden, ihre texte zu verfügung zu stellen. hier sollte man als gruppenleitung auf die verwandlung der gruppe vertrauen.

für die veränderung des gruppenverhaltens förderlich ist auch die kleingruppenarbeit. diese ermöglicht eine diskussion, überarbeitung und Weiterlesen

schreibpädagogik und coolness

gruppen verleiten manchmal zur übertriebenen selbstdarstellung. kreative gruppen fördern diesen prozess. das kann erst einmal sehr unterhaltsam sein, und es gehört zu gruppenprozessen auch dazu, aber es wird dann lästig, wenn sich die anderen gruppenmitglieder nicht zur wehr setzen oder wenn sich eine gruppe keine regeln gibt. es entwickeln sich alpha-positionen von einzelnen gruppenmitgliedern. früher wurde diese rolle meist von männern besetzt, heute kann man das nicht mehr so eindeutig sagen. die alpha rolle kann sowohl von teilnehmerInnen einer gruppe eingenommen werden als auch von der gruppenleitung.

es soll hier klar unterschieden werden zwischen der rolle der aktiven teilnahme an einem gruppengeschehen und der rolle der coolen führerschaft. bei schreibgruppen sind diese führungsrollen schwieriger einzunehmen, da durch das schreiben viel allein und eigenständig gearbeitet wird, also alle teilnehmerInnen nicht in einem ständigen kommunikativen austausch miteinander stehen. zudem gibt es meist die regel, dass alle teilnehmerInnen ihren text vortragen, was das aufbauen einer hierarchie schwerer macht.

aber natürlich kann es auch in schreibgruppen die teilnehmerInnen geben, die aus ihrer vorstellung vom schöpferischen und künstlerischen die haltung ableiten, dass ihre beiträge so einzigartige seien, dass sie viel (zeit)raum einnehmen dürfen, dass sie nur positive rückmeldungen verdienen und dass ihre wortbeiträge, zum beispiel beim feedback, die einzigen treffenden interpretationen liefern. dies kann schnell zu diskussionen führen, die die ganze gruppe beschäftigen, aber keine weiterentwicklung der schreibprozesse fördern.

die überzeugung der außergewöhnlichkeit geht nicht selten mit einer (lauten) coolness einher. beim film kann man dies zum beispiel schön am verhalten auf dem roten teppich festmachen. in schreibgruppen ist das eher an anderen punkten feststellbar. wenn jemand sich bei leserunden stetig vordrängt, wenn überbetont vorgetragen wird oder wenn stetig scherze über die beiträge Weiterlesen

schreibpädagogik und wohnen

natürlich könnte ich nun darüber schreiben, wie man aus großen wohngemeinschaften auch schreibgruppen machen kann, doch die gefahr, dass während eines wg-plenums die konflikte nur schriftlich ausgetragen werden, besteht nicht.
es geht mir eher darum, wie man von seinem wohnort aus, schreibgruppen-angebote erreichen und finden kann. denn viele menschen leben nicht in großstädten und haben somit auch nicht die möglichkeit zwischen diversen schreibgruppenangeboten zu wählen. auch nicht jede volkshochschule bietet kreatives schreiben an.

also begeben sich menschen, die gern schreiben heutzutage ins internet und suchen in der nähe ihres wohnortes schreibgruppenangebote. im netz ist das angebot wiederum recht unübersichtlich. gibt man nur „kreatives schreiben“ oder „schreibgruppen“ ein, erhält man tausende von angeboten, aber nicht regional sortiert. begrenzt man die suche auf die nächst größere stadt im eigenen lebensumfeld, tauchen alle texte, die mit kreativem schreiben zu tun haben auf. eine zentrale datenbank mit angeboten des kreativen oder biografischen schreibens gibt es leider nicht.

doch ganz gute anlaufstellen für kreatives und biografisches schreiben sind weiterhin die volkshochschulen, alle hochschulen oder fachhochschulen in der nähe oder angebote zu online-gruppen. dazu kommen dann noch diverse online- oder fernstudiengänge zu kreativem oder biografischem schreiben. dabei verlässt man aber die vorstellung einfach an einer schreibgruppe teilnehmen zu wollen und nimmt an einem studium teil.

sollte kein angebot in der nähe des eigenen wohnortes zu finden sein, dann kann man sich noch darüber informieren, ob es kompakte angebote wie schreibwerkstätten an einem wochenende, über mehrere tage, in tagungshäusern oder bei anderen seminaranbietern gibt. auch hierfür gibt es keine zentrale datenbank oder jemanden, der alle angebote sammelt, man kann sich nur regional oder thematisch kundig machen. ohne internet war dies noch viel schwieriger, da es auch wenige zeitungen oder zeitschriften gibt, die die angebote bündeln.

wohnort-nah das ideale angebot zu schreibgruppen und schreibangeboten zu finden, bleibt eine sucharbeit. doch es kann sich lohnen, denn insgesamt nimmt das angebot an kreativem und biografischem schreiben zu. und sollte in der nähe nichts sein, so gibt es doch über das ganze land verstreut etliche attraktive angebote für mehrtägige schreibgruppen. und sollte all das nicht in frage kommen, kann man immer noch eine schreibgruppe gründen. hier im blog hatte ich mal tipps und vorbereitende überlegungen gebündelt. sie sind zu finden unter: schreibgruppen selber gründen.

schreibpädagogik und unsicherheit

zwei aspekte bei schreibgruppen sind nicht zu unterschätzen: die unsicherheit der teilnehmerInnen und die unsicherheit der anleitung. trifft dies aufeinander ergibt sich eine durch und durch unsichere schreibgruppe. da unsicherheit nicht automatisch bedeutet, dass weder kreatives noch biografisches in schreibgruppen entsteht, spielt dies eigentlich erst einmal keine rolle. wenn aber durch die unsicherheiten gruppendynamiken entstehen, die das schreiben behindern, dann sollte dies beachtung finden.

zum einen gibt es das phänomen, dass auch in schreibgruppen strukturen, wie man sie aus der schule kennt, auftauchen. dies bedeutet, obwohl die teilnehmerInnen die gruppe freiwillig und zu ihrem vergnügen besuchen, machen sie aus der leitung eine person, die ihnen unangenehme dinge zumutet, denen sie ausweichen, und eine person, an der sie sich abarbeiten. sollte nun die schreibgruppenleitung unsicherheit ausstrahlen, kann ihr dies schnell zum nachteil werden.

gern werden auch schreibgruppenleitungen auf ihre kompetenzen hin getestet. es gibt ebenso die versuche der alpha-teilnehmerInnen die leitung „vom thron zu stossen“. dies geht nicht selten mit der abqualifizierung der leitung, unberechtigter kritik und einer personalisierung des konflikts einher. leider verstärkt unsicherheit die schwierigkeiten oft noch. man kann in diesem moment zwei strategien verfolgen: man legt alle bedenken und unsicherheiten offen. ab diesem moment wird man in vielem unangreifbar und das abarbeiten an der person beinahe unmöglich. bezieht man die teilnehmerInnen dann noch in die nächsten entscheidungsfindungen explizit mit ein, kann das die ganze lage entspannen.

eine andere strategie wäre es, die leitungsfunktion für einen festgelegten zeitraum den gruppenteilnehmerInnen Weiterlesen

kreatives schreiben und unsicherheit

kreatives schreiben mag die selbstsicherheit in bezug auf das schreiben erhöhen, es mag das spiel mit den wörtern fördern und einen kreativen schub geben. aber es steigert nicht automatisch die selbstsicherheit, mit dem geschriebenen an die öffentlichkeit zu gehen. erst das gemeinsame schreiben in gruppen und die leserunden in den gruppen können ein gespür dafür geben, dass die eigenen texte hörbar und interessant sind.

man kann darüber spekulieren, weshalb es menschen schwer fällt, mit selbstgeschriebenem an die öffentlichkeit zu gehen. zum einen sind es bei vielen menschen die schulerfahrungen, die davor zurückschrecken lassen, das eigene (und teilweise persönliche) einer bewertung auszusetzen. und dann ist es meist die vorstellung von der zu erwartenden bewertung. man ist daran gewöhnt, dass dinge in „gut“ oder „schlecht“ einzuteilen. die wenigsten kennen ein feedback, das aufzeigt, was einzelne hörerInnen oder leserInnen anspricht, welche worte oder textabschnitte ansprechen, wie ein text wirkt.

und so werden im vorfeld selbsturteile gefällt. das vortragen des textes wird eingeleitet mit entschuldigen wie „nur“, „versucht“, „nicht ganz fertig“ oder „habe ich noch nicht überarbeitet“. hier bricht sich die unsicherheit bahn, die durch das kreative schreiben sogar erst einmal verstärkt werden kann. denn man begegnet sich selbst intensiver während des schreibprozesses. persönliches fliesst in den schaffensprozess ein. seien es begebenheiten, gefühle oder erinnerungen, die sich raum im kreativen nehmen, die sich verselbstsständigen.

es ist ähnlich wie mit der psychologie. hier ist auch manchmal zu hören: gehen sie davon aus, dass sie im laufe ihrer auseinandersetzung mit dem fach eher verunsicherter werden, denn sicherer. denn wie beim kreativen schreiben, offenbaren sich für viele menschen plötzlich welten, die bis dahin überhaupt nicht beachtet wurden. persönliche wünsche und bedürfnisse schieben sich in den vordergrund, die man so lang unbewusst im zaum hielt. das eigene wird verglichen, wird seziert, wird maskiert und immer wieder offenbart. wie weit nehmen es die anderen wahr? was machen sie damit? richten sie mein veröffentlichtes gegen mich selbst?

und doch lohnt es sich für die meisten menschen, sich diesen unsicherheiten auszusetzen. das offenbaren des persönlichen ist Weiterlesen

„goethe ruft an“ von john von düffel – ein buchtipp

ein sehr amüsantes buch. vor allen dingen menschen, die schreibpädagogisch, schreibdidaktisch tätig sind oder die schreibgruppen anleiten, werden ihren spaß mit diesem buch haben. aber auch menschen, die schon einmal an schreibgruppen teilgenommen haben, kommen auf ihre kosten. auf dem buchumschlag des buches „goethe ruft an“ von john von düffel steht, es handle sich um „eine komödie über die jagd nach erfolg“.

davon handelt das buch sicherlich auch. aber noch viel mehr spaß machten mir die gedanken und auslassungen zum schreiben an sich. ein schriftsteller mit einer schreibblockade übernimmt die anleitung einer leicht „elitären“ schreibgruppe für einen sehr erfolgreichen schriftstellerkollegen. einer der erfolge des kollegen ist seinem konzept des „leichtschreibens“ geschuldet. verstrickungen, verwicklungen und eifersüchteleien sind der hintergrund vor dem sich die humorvolle tragik der suche nach dem perfekten text, dem perfekten buch abspielt.

wie findet man den genialen ersten satz eines buches? wie schreibt man, wenn man nicht ganz zu dieser welt gehört? wie geht „tiefschreiben“? wie baut man distanz zu seinen literarischen vorbildern auf? warum möchte man schriftsteller bleiben, wenn man erfolglos ist? diese und viele andere fragen werden enorm humorvoll ausgebreitet und erörtert. dazu kommen die verschiedenen charaktere, angefangen beim scheiternden hauptakteur über den allwissenden kollegen, den frustrierten literaturkritiker, die bestsellerautorin von „bahnhofsbuchhandlungs-büchern“, die aketische lyrikerin und ihr homosexueller mann, die der geschichte noch eins draufsetzen.

ein lesenwertes buch, eine schöne satire. das buch ist 2011 im dumont buchverlag in köln erschienen. ISBN 978-3-8321-9649-3 .

schreibpädagogik und verlust

dieses mal ein sehr ernster beitrag zur anleitung von schreibgruppen. vor allen dingen im biografischen schreiben sollte man meines erachtens sehr vorsichtig vorgehen, wenn man schreibübungen zum thema verlust oder tod anleitet. es ist nicht sinnvoll das thema auszusparen, nur um die eventuellen folgen zu umgehen. verlust und tod beeinflussen unser leben sehr. jeder mensch hat seine eigenen strategien damit umzugehen. und doch scheint es, wie wenn vor allen dingen das thema tod mit einem tabu versehen ist. das ist um so erstaunlicher, dass man ab einem höheren alter immer wieder damit konfrontiert wird (und manchmal auch schon viel früher).

schreibt man in schreibgruppen also über verluste, vor allen dingen über persönliche verluste, kann es leicht vorkommen, dass menschen nicht nur darüber schreiben, wie sie durch eine trennung einen partner verloren haben, sondern dass sie darüber schreiben, wie ein mensch in ihrem umfeld gestorben ist. das schreiben darüber kann noch einmal sehr aufwühlend erlebt werden. und dies wiederum kann zu emotionalen reaktionen führen, wenn texte vorgetragen oder besprochen werden. dies sollte eine gruppe aushalten können. doch damit darf man als schreibgruppenleitung nicht rechnen.

viele menschen halten es schwer aus, andere weinen zu sehen. in gruppen kann dies zu hilflosen unterstützungsversuchen und tröstungen führen. in diesem moment sollte eine schreibgruppenleitung einschreiten. denn wenn teilnehmerInnen für sich entscheiden, einen sie selbst sehr berührenden text vorzutragen, dann entscheiden sie sich auch dafür, eventuell beim lesen Weiterlesen

schreibpädagogik und kunst

bildende kunst und kunstausstellungen bieten sich in schreibgruppen natürlich wunderbar als schreibanregungen an. die ideen anderer aufzugreifen, sie zu beschreiben, sie in eigene worte zu fassen und intensiv zu betrachten, sind eine unerschöpfliche quelle. es gibt schon länger das konzept des schreibens im museum (siehe das buch „Fenster zur Kunst: Ideen für kreative Museumsbesuche“ Claudia Cremer, Michael Drechsler, Claus Mischon, Anna Spall, Museumspädagogischen Dienst Berlin (Hg)).

hierbei kann schreibpädagogik verknüpft werden mit museums- und kunstpädagogik. das lässt sich natürlich ganz wunderbar in schreibgruppen umsetzen. es benötigt ein wenig vorausplanung, aber gleichzeitig kann man die schreibanregungen mit jeder altersgruppe zu jeder kunstrichtung in jedem präsentationsmodus durchführen. man kann also mit kindern ein museum besuchen und kurze texte schreiben, kleine geschichten erzählen lassen, wie man auch mit kunstkennerInnen nach einem kurzen vortrag durch kunstexpertInnen zu einer schreibanregung übergehen kann. warum nicht mit einer schreibgruppe auf die bald startende „documenta“ gehen? warum nicht einmal einen platz aufsuchen, auf dem eine skulptur steht und dazu schreiben lassen?

das schöne an schreibpädagogik und kunst ist die tatsache, dass sich durch die orte der kunst auch außergewöhnliche schreiborte aufsuchen lassen. und noch einen schritt weitergehend: man wird früher oder später darüber diskutieren, was denn nun kunst ist und was nicht. auch dies kann in einer schreibanregung münden.
wichtig scheint mir nur, vor einem gemeinsamen museums- oder ausstellungsbesuch mit einer schreibgruppe, sollte man mit den zuständigen abklären, dass man schreibwerkzeuge mit in die räume nehmen darf und dort zumindest teilweise seine veranstaltung durchführen darf. das könnte ohne vorbereitung sonst schnell kompliziert und schwierig werden.

man kann auch noch andere zugänge zur kunst finden. da gibt es den künstler, der kunst aufräumt und bilder sortiert (siehe http://www.kunstaufraeumen.ch/ ), die kann man natürlich in die schreibgruppe tragen und mit literatur machen. computer sind dabei sehr hilfreich. man kann zählen, wie oft bestimmte worte verwendet werden, diese auflisten, sätze zerlegen und Weiterlesen

schreibpädagogik und stärke

in schreibgruppen als leitung stärke zu zeigen, bedeutet, sich um die schreibgruppendynamik zu kümmern. denn es gibt in jeder gruppe situationen darum, wo man die waage zwischen angenehmer anleitung und autoritärem stil wahren muss. da geht es wieder um den goldenen mittelweg. es geht um die frage, wie man es sich bei konflikten oder entscheidungen manchmal durchsetzen muss, wenn man die verantwortung für die gruppe trägt.

zum einen kann es sein, dass man mit minderjährigen teilnehmerInnen in einer schreibgruppe zu tun hat und einen lehrauftrag erfüllt. dann ist man nicht nur für die vermittlung von lehre zuständig, sondern auch für die unversehrtheit der teilnehmerInnen. und kinder oder jugendliche können, auch beim schreiben, sich gegenseitig das leben schwer machen. heikel in einer schreibgruppe ist es zusätzlich, dass durch die kreativen prozesse einzelne teilnehmerInnen etwas von sich preis geben. wenn in diesem moment die rückmeldungen der anderen verletzend sind, dann trifft das doppelt hart.

aber auch bei erwachsenen schreibgruppenteilnehmerInnen kann es ähnliche situationen geben. die wahrscheinlichkeit ist etwas geringer, doch es ist nicht zu unterschätzen, in welche große konkurrenz die teilnehmerInnen miteinander treten können. in den häufigsten fällen ist dies nicht der fall, da die gruppen ein gemeinsames interesse miteinander verbindet. doch selbst in seminaren und fortbildungen gibt es situationen, in denen die teilnehmerInnen sich an der gruppenleitung abarbeiten.

gruppendynamisch ist vieles vorstellbar, in den seltensten fällen geschieht es. man sollte jedoch nicht von anfang an einen relativ autoritären stil pflegen, nur um gleich jede mögliche schwierigkeit im keim zu ersticken. zum einen funktioniert das nicht, zum anderen passt dieser leitungsstil weder zum kreativen, noch zum biografischen schreiben. stärke bedeutet im kontext der schreibpädagogik, dass in den situationen, in denen es notwendig ist, klare positionen eingenommen werden, diese Weiterlesen

schreibpädagogik und sonne

da es gerade sommer wird, greife ich gern den begriff „sonne“ auf und wende mich der frage nach helligkeit und wärme in schreibgruppen zu. nein, ich möchte hier nicht noch mehr schreibanregungen zum thema „sonne“ präsentieren, die finden sich schon beim biografischen und kreativen schreiben. es macht sinn, einmal nach dem wohlfühlen in gruppen zu schauen.

winter und sommer sind inzwischen häufig gezeichnet von extremen wetterverhältnissen. dies führt dazu, dass man in räumlichkeiten entweder die heizung voll aufdrehen muss oder für ein wenig kühlung sorgen sollte. es ist bei schreibgruppen und beim schreiben unangenehm, wenn man friert oder kurz vor dem hitzschlag steht. schwierig wird es dadurch, dass wärme- und kälteempfinden von menschen sehr verschieden sind. darum sollte man zwischendurch einmal fragen, ob sich alle so weit wohl fühlen. ist dies nicht der fall und gehen die meinungen auseinander, muss ein kompromiss gefunden werden.

in diesen momenten ist die schreibgruppenleitung gefragt, denn abstimmungen oder diskussionen über die jeweiligen befindlichkeiten können schnell ausufern. darum sollte man sich selber gewisse standards geben. die raumtemperatur sollte bei 20-21 grad celsius liegen (und es sollte angemerkt werden, wenn dies wegen der wetterlage nicht möglich ist). bei viel sonnenschein und großer hitze sollten genug getränke zur verfügung stehen. man kann bei sehr extremer hitze die gruppe entscheiden lassen, ob man sich eventuell auf einen anderen termin vertagen möchte.

dazu kommt das bedürfnis nach frischer luft. bei mehreren menschen in einem raum ist schnell der sauerstoff aufgebraucht. zumindest sollte in pausen gut gelüftet werden. sauerstoffmangel ermüdet und lässt das schreiben immer schwerer fallen. auch hier müssen eventuell kompromisse wegen der temperaturschwankungen und der frischen luft gefunden werden. am rande macht es sowieso sinn, immer wieder pausen in den ablauf einer gruppe einzubauen. gruppenleitungen vergessen diesen aspekt öfter, wenn sie Weiterlesen

schreibpädagogik und störung

mit dem thema „störung“ bin ich hier aber sowas von im thema gruppendynamik 😉 es gibt die auffassung, dass in gruppen „störungen“ immer vorrang hätten. ich finde diese vorstellung fragwürdig in zeiten der aufgeregtheiten. manche störungen verdienen auch weniger beachtung. nur in dienstleistungslandschaften mag jede störung beachtung finden, da ihre nichtbeachtung unzufriedene kundInnen nach sich zieht. das geht nicht in zeiten der „globalzufriedenheit“ 😀 .

spaß beiseite, störungen haben eine bedeutung in gruppen, aber als gruppenleitung ist man aufgefordert die relevanz der störung abzuschätzen. fällt einem dies schwer, kann man nachfragen. aber man sollte möglichst schnell eine entscheidung treffen, ob man der störung beachtung schenkt. denn es ist nicht selten, dass eine einzige person eine ganze gruppe an ihrer tätigkeit hindert. es hat damit zu tun, das in der störungsaufmerksamen zeit, die emotionale erpressung so leicht umsetzbar wird.

die störung beginnt oft mit dem ausbreiten der eigenen befindlichkeit vor der ganzen gruppe. diese befindlichkeit besteht vor allen dingen aus schlechten gefühlen. man fühlt sich nicht wohl, fühlt sich unter druck gesetzt, es gefällt einem etwas nicht, man fühlt sich nicht aufgehoben, aufgefangen oder genug beachtet. ja, das kann vorkommen, denn es handelt sich um gruppen, also die ansammlung vieler menschen. in der einen gruppe fühlt man sich wohler, in der anderen nicht.

doch erst mit der mitteilung der befindlichkeit wird es ein thema. ab diesem moment hat man die aufmerksamkeit der gesamten gruppe und der gruppenleitung. hier macht es sinn, einmal nachzufragen, was getan werden kann, damit sich ein gruppenmitglied wohler fühlt. wenn nun der emotionalhaushalt ausgebreitet wird anstatt konkrete angaben zu machen, dann wird eine angemessene reaktion der gruppe schwierig. es kommt eher zu rechtfertigungen oder zu personalisierungen, denn zu lösungen. in diesem moment ist eine gruppenleitung gefragt, darauf zu bestehen, dass konkrete vorschläge für veränderungen gemacht werden. denn sonst erschöpft sich die gruppendynamik im gegenüberstellen von emotionen.

ganz anders verhält es sich, wenn die störungen nicht einstimmig vorgebracht werden, sondern mehrstimmig. ab diesem moment sollte von der gruppenleitung Weiterlesen

wie man den spass am schreiben abgewöhnt (02)

fieses feedback

es gibt gruppen, die sich treffen, um gegenseitig texte vorzulesen. das kann erst einmal schön sein. doch in manchen gruppen gilt der ehrgeiz möglichst viele texte in grund und boden zu stampfen, sich zu richterInnen des guten geschmacks zu machen. hier sind kritik und feedback meist nicht förderlich, sondern personalisierend und motivationshemmend. bei diesen gruppen handelt es sich schon um die fortgeschrittenen-variante des fiesen feedbacks.

es fängt oft im kleinen an. auch bei diesem thema kann ich nur wieder die schule heranziehen. dort machen wir alle meist die ersten erfahrungen mit ersten textkritiken. man schreibt aufsätze und die lehrerInnen suchen nicht nur schreibfehler, sondern kommentieren und benoten den geschriebenen beitrag. viele lehrerInnen sind so sensibel, die anfänge kreativer schreibprozesse förderlich zu kommentieren. doch leider kam es immer wieder vor, dass das feedback zu viel oder zu wenig potential bemängelte und somit ein urteil sprach, das einhergehend mit einer note, spuren hinterlässt.

so berichteten mir mehrere menschen, dass lehrerInnen den kindern vor allen dingen zu viel fantasie attestierten, die den rahmen eines schulaufsatzes sprengten. was heisst in diesem zusammenhang zu viel? da galoppieren die geschichten mit einem kind davon. man kann dies auch als großes potential verstehen, das im laufe der zeit in produktive bahnen gelenkt werden könnte. und so wird nicht die fantasie im keim erstickt.

oder es wird jemandem bescheinigt, dass er in den naturwissenschaftlichen fächern ja prima sei, aber die aufsätze einfach zu kurz wären. auch hier wird nicht vorgeschlagen, einmal verschiedene formen der verdichtung auszuprobieren oder mit einer schreibtechnik nachdem alles geschrieben ist, zwischen zwei sätze immer einen weiteren satz einzuflechten und mal zu schauen, was dabei herauskommt.

abseits der schule gibt es die fiesen feedbacks jedoch ebenso. wenn sich ein kind sehr für das schreiben interessiert und überlegt, eigene texte zu veröffentlichen, dann wächst die angst vieler eltern exponentiell an, das kind könne auf die idee kommen, schriftstellerIn zu werden. das muss in den augen vieler erziehungsberechtigter verhindert werden, handelt es sich doch um einen brotlosen und etwas abseitigen berufswunsch. also wird das schreiben in der textkritik strategisch madig gemacht. es wird an den kompetenzen zur veröffentlichung von texten gezweifelt.

ähnliches kann man im berufsleben erleben, wenn man einen etwas lebhaftere, blumige sprache wählt, wenn jemand gern nebenher geschichten oder romane schreibt, wenn jemand überhaupt signalisiert lust am (kreativen) schreiben zu haben. auch diese aussagen werden gern in lächerliche gezogen. die texte werden unerbittlich einer geschäftsfähigkeitsprüfung unterzogen und alle anderen bestrebungen ignoriert.

womit ich zum schluss wieder bei den textkritiken in gruppen „gleichgesinnter“ lande. auch im internet ist in den foren für schreiblustige zu lesen, wie unverhältnismäßig manche kritik daherkommt. es wird nicht die wirkung des textes auf einen selbst diskutiert, sondern es werden wieder noten mit punkten, sternchen oder ziffern erstellt. es wird ein ranking erstellt. leider wird in den seltensten fällen wirklich zum text passend argumentiert. auch hier ist das feedback einfach nicht förderlich. schade, dass dies noch nicht einmal in kreisen von menschen geschieht, die große lust am schreiben haben.

die professionelle variante des fiesen feedbacks ist häufig die literaturkritik. erstaunlich, dass schreiben und geschriebenes solche widerstände verursacht. einzige lösung: sich davon in der eigenen schreiblust nicht behindern lassen.

der schreibgruppen-tüv

ich weiß nicht, ob andere auch schon diese information von ihrem gewerbeamt oder der ähnlichen behörde vor ort erhalten haben? es gibt einen beschluss des wirtschaftsministeriums, dass ab anfang mai 2012 alle anbieterInnen von schreibgruppen sich der kontrolle der schreibräume unterziehen müssen.

dabei sollen vor allen dingen die sitzmöbel und die schreibgeräte geprüft werden. es sei auch in anderen berufsgruppen so, dass bestimmte maßstäbe für die ausübung der tätigkeiten vorgegeben seien. dies müsse man im sinne der kunden und verbraucher auch bei schreibgruppen ernst nehmen. unbequeme und den rücken belastende sitzmöbel seien ebenso problematisch beim regelmäßigen besuch einer schreibgruppe, wie stifte oder kugelschreiber, die schlecht in der hand lägen.

zusammen mit den größten krankenkassen des landes habe man einen katalog einer angemessenen schreibgruppen-einrichtung erstellt. sollten sich viele mängel bei einer überprüfung ergeben, könne die schreibgruppe geschlossen werden, ganz gleich, ob es sich um ein professionelles oder ein privates angebot handle.

was soll das nun schon wieder? da gibt es büros zu hauf, in denen die sitzmöbel eine katastrophe sind, aber niemand überprüft sie. da werden diverse esoterische, religiöse oder politische gruppentreffen angeboten und niemand kontrolliert, wie die menschen sitzen. kaum bilden sich im kreativen bereich interessante angebote, sind auch schon irgendwelche behörden und ministerien zur stelle.

man kann doch davon ausgehen, dass alle sich bemühen, ein angenehmes ambiente für schreibgruppen zu schaffen, da sie selber daran teilnehmen und mitmachen. wieso sollten sie sich irgendwo hinsetzen und schreiben, wo sie sich selber nicht wohl fühlen und es nicht annähernd bequem ist. hier wäre eigentlich gerade vom fdp-regierten ministerium andere handlungen zu erwarten, wenn man schon mehr freiheit im bürgerlich engagierten sektor haben möchte. es nervt.

schreibpädagogik und bewusstes

vor allen dingen beim feedback-geben zu texten ist es manchmal für teilnehmerInnen von schreibgruppen oder schreibwerkstätten verführerisch, die texte in bezug auf die autorInnen zu deuten. dabei handelt es sich um aussagen wie: „du wolltest wahrscheinlich damit sagen, dass …“. oder noch direkter: „diese stelle zeigt, dass du …“. hier wird über die wahrnehmung des bewusst geschriebenen hinausgegangen und ein bezug zu den angenommenen gedanken (bewusste und unbewusste) der autorInnen hergestellt.

in diesen momenten müssen meiner ansicht nach gruppenleiterInnen eingreifen, wenn sich die angesprochenen autorInnen nicht selbstständig dagegen wehren. kein mensch kann von außen beurteilen, welche bewussten und unbewussten gedankenprozesse bei schreibenden während des schreibens stattfinden. man begibt sich in diesen momenten in den bereich der spekulation, die keinen sinn bei textbesprechungen macht. darum kann man entweder entscheiden, nachzufragen, was die intention war, einen text zu verfassen, welche gedanken dabei auftraten, oder man beschränkt sich darauf, zu betrachten, was der text bei einem selbst auslöst.

nicht nur beim biografischen schreiben, sondern bei allen schreibarten fließen auch persönliche anteile der autorInnen ein. ob dies nun bewusst oder unbewusst geschieht, spielt eigentlich keine rolle, da nur das ergebnis von interesse ist. natürlich kann einem beim schreiben manches bewusster werden, können selbstreflexionen verstärkt werden. dies kann man offen legen, wenn es einem notwendig erscheint und zum Weiterlesen

schreibpädagogik und nähe

in schreibgruppen kann sowohl „textliche nähe“ als auch nähe zwischen den teilnehmerInnen hergestellt werden. die beiden varianten hängen oft zusammen. wenn texte verfasst werden, die einem „nahe kommen“, dann gehen sie nicht selten ebenso anderen nahe. und durch den austausch über nahe gehende texte entsteht wiederum zwischen den teilnehmerInnen von gruppen nähe. eindeutig prädestiniert für das erzeugen von nähe in schreibgruppen ist das biografische schreiben. hier wird persönliches untereinander offengelegt. aber, wie schon oft beschrieben, kann beim kreativen schreibn ebenso viel persönliches einfließen und vermittelt werden.

doch was ist nun bei der leitung von schreibgruppen in bezug auf „nähe“ zu beachten? in erster linie die eigene rolle. es ist eine beständige gratwanderung, selber an der nähe teilzuhaben und gleichzeitig eine gruppe zu leiten. hierbei ist immer der arbeitskontext zu beachten: befinden sich die teilnehmerInnen in einem abhängigkeitsverhältnis zu einem? hat man eine aufsichts- oder erziehungpflicht? ist die teilnahme freiwillig und / oder ein lockerer verbund?

wenn man die eigene rolle realisiert hat, dann kann man sich überlegen, wie man in diesem rahmen agieren möchte. es ist zum beispiel zu beachten, wie weit nähe zu einzelnen teilnehmerInnen von schreibgruppen entsteht und welche reaktionen dies bei anderen hervorruft. hierbei wäre eine klare trennung von arbeit und freizeit hilfreich. als gruppenleitung trägt man verantwortung für alle und natürlich gibt es immer ein bedürfnis, gleichberechtigt zwischenmenschlich zu agieren. bevorzugungen und ablehnungen sollten vermieden werden.

auf der anderen seite agiert man als leitung auch nur als mensch, als subjekt, das gefühle entwickelt. dies sollte man nicht ignorieren, so sehr auch immer wieder die nötige distanz betont wird. zu viel distanz macht schreibgruppen schnell zu lehrveranstaltungen, die Weiterlesen

schreibpädagogik und schreiben

beim anleiten von schreibgruppen sollten ähnliche überlegungen zum schreibsetting angestellt werden, wie man sie sich für sich selbst macht. das beginnt bei der frage, ob man schreibwerkzeuge oder diverse papiere bei schreibgruppen zur verfügung stellt. lässt man zu, dass auch auf laptops oder pads geschrieben wird? wie wichtig ist es, dass alle immer um einen tisch herum sitzen? ab wann stört schreibverhalten andere teilnehmerInnen und wie geht man damit um?

vor allen dingen störungen sollten in schreibgruppen vermieden werden. der klassiker ist, dass manche teilnehmerInnen schneller schreiben als andere oder einen kürzeren text verfasst haben und während andere noch schreiben, ein gespräch beginnen. oft beginnt es flüsternd, doch je mehr den schreibprozess beenden, um so angeregter wird die unterhaltung, während andere noch schreiben. in diesem moment ist es an der schreibgruppenleitung einzugreifen.

schon zu beginn einer schreibgruppe sollten ein paar regeln festgelegt werden. ich empfehle folgende:

  • handys bitte ausschalten.
  • gespräche während der schreibphasen bitte außerhalb des raums führen.
  • wer zum schreiben den raum verlässt, möge selber darauf achten pünktlich zurück zu sein, wenn die schreibphase endet.
  • wer lieber auf eine laptop schreibt, achte ein wenig darauf, dass nicht so sehr in die tasten gehauen wird, dass alle das gefühl haben, sich in einem großraumbüro zu befinden.
  • essen und trinken nebenher sind kein problem, aber auch dabei ist auf den geräuschpegel zu achten.
  • schreibmaterialien können natürlich mitgebracht werden, es werden aber auch diverse von der Weiterlesen

Aktuelles Angebot der SchreibBoutique Christof Zirkel

Schreibberatung für AkademikerInnen oder andere Menschen in Schreibkrisen: siehe unter http://schreibboutique.de/schreibberatung/

Termine nach Vereinbarung
Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/informationen/

NEU!!! NEU!!! NEU!!!

Schreibgruppe: „Ich bin schwul und noch viel mehr …“ – Biografisches Schreiben für schwule Männer ab 40
Ab 16.02.2012. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/biografisches-schreiben/

Schreibgruppe: Kreatives Schreiben und Uncreative Writing – Ein Hoch auf den Remix
Ab 18.02.2012. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/kreatives-schreiben/

Anmeldung für die Schreibgruppen:
Weitere Informationen siehe http://schreibboutique.de/informationen/

schreibpädagogik und diskurs

schreibgruppen leiten bedeutet auch, sich auf die diskussionen, die in der gruppe entstehen, einzulassen. in jeder gruppe gibt es früher oder später diskussionen über die vorgehensweise, über den inhalt oder über die beziehungen untereinander. dies lässt gruppen zusammenwachsen und sich weiterentwickeln.

oft werden aber diskurse als bedrohung empfunden, sowohl von der leitung als auch von manchen teilnehmerInnen. es ist hilfreich, wenn man von anfang an signalisiert, dass man bereit, diskurse zu führen. eigentlich kann diesen diskussionen manchmal nur eines im wege stehen, die zeitknappheit. doch man sollte in solchen momenten signalisieren, dass man die gespräche an einem geeigneteren zeitpunkt weiterführt. manchmal können diskurse auch ins internet verlagert und zum beispiel zwischen zwei gruppentreffen per mail weitergeführt werden.

gleichzeitig sollte man als schreibgruppenleitung die quadratur des kreises vollführen. möglichst vielen bedürfnissen der teilnehmerInnen gerecht werden, das eigene konzept nicht vollständig aus den augen verlieren, persönliche betroffenheiten oder zwistigkeiten in eine fruchtbare diskussion überführen, damit sie nach einer gewissen zeit abgeschlossen werden können, und unberechtigte kritiken erkennen und zurückweisen.

um dies zu schaffen, entwickelt man einer gruppe gegenüber eine form der empathie, wie man sie sonst zum beispiel in beratungsgesprächen, einer einzigen ratsuchenden person gegenüber entwickelt. eigentlich kann man viele der massgaben für beratungen auch auf gruppendiskurse übertragen: die menschen ausreden lassen, sie in ihren anliegen ernst Weiterlesen

web 2.0 und kuschelig

das internet ist zwei auf einmal: kuschelig und gruselig. da gibt es die sozialen netzwerke in der digitalen welt, die auf der einen seite kontakte intensivieren können, die aber auf der anderen seite gern mal die kommunikation in eine wortwahl verrutschen lassen, die der situation nicht angemessen ist. was bedeutet es „befreundet zu sein, zu „gruscheln“ oder auch nur einen smiley zu erhalten?

da man sich im web 2.0 nur virtuell begegnet, bedeutet es erst einmal gar nichts. erst im laufe der zeit, kann man feststellen, wie ernsthaft bestimmte emotionen und emoticons gemeint sind. und wirkliche gewissheit erlangen alle erst bei face-to-face-kontakten. das macht es teilweise leichter, im netz kuscheliges von sich zu geben, dann aber auch wieder schwerer, es für bare münze zu nehmen.

so balanciert die kommunikation beständig zwischen der freude über nähe und zuneigung und den gedanken im hinterkopf, wie glaubhaft das alles ist. dies führt zu so zwiespältigen reaktionen, dass zwar beinahe alle nutzerInnen über die abläufe bei facebook lästern und schimpfen, es aber gleichzeitig intensiv nutzen. man kann davon ausgehen, dass ein großer teil der nutzerInnen der meinung ist, sie würden ganz anders mit den sozialen netzwerken umgehen, als der rest. sie wären selbstreflektierter und kritischer.

und dann packt sie doch plötzlich die mitteilungslust über dinge, die sie im realen leben nicht der ganzen welt mitteilen würden. denn wir alle sind gezwungen, sobald wir uns im web 2.0 bewegen und aufmerksamkeit möchten, uns darzustellen. ob durch bilder, worte oder links, es bleibt uns gar nichts anderes übrig. und es würde nicht viel sinn machen, sich im web 2.0 zu platzieren und nicht den wunsch zu verspüren, dass Weiterlesen