biografisches schreiben und wünsche

jeder mensch entwickelt im laufe seines lebens wünsche, die unbedingt erfüllt werden sollte. als junger mensch sind es oft die an den weihnachtsmann oder im spielwarenladen. etwas älter handelt es sich um schulabschlüsse, ausbildungs- oder studienplätze. danach eröffnet sich der wunsch nach finanzieller absicherung und einem arbeitsplatz. irgendwann wünschen sich viele mehr ruhe, einen lottogewinn, die perfekte partnerschaft und beziehung, unterhaltung, erfolg, ein haus, kinder …

wenn man genau hinschaut, wird man feststellen, dass die wunschliste im laufe des lebens eher länger, denn kürzer wird. man erinnert sich vielleicht noch an die wunschzettel an den weihnachtsmann und denkt, was war ich damals begierig bestimmte dinge zu bekommen. doch genau hingeschaut, kann man eventuell für sich feststellen, wie viel man unternimmt um eine bestimmte person für sich zu gewinnen. ja, man möchte der erfüllung der wünsche auf die sprünge helfen.

beim biografischen schreiben kann man einen blick auf seinen aktuellen wunschzettel werfen (und falls man mal als jüngerer mensch ziele und wünsche für das eigene leben notiert hat, diese miteinander vergleichen). man kann sich erinnern, wie viele wünsche in erfüllung gegangen sind. ich möchte hier nicht der askese das wort reden, aber häufig stellt sich heraus, dass eine ganze menge vom gewünschten auch eingetreten ist. die unzufriedenheit ob der aktuellen situation ist nicht selten mit dem phänomen „ist ein wunsch erfüllt, entstehen drei neue“ gekoppelt.

erstellen sie doch einmal ein wunschbarometer für ihre verschiedenen lebensabschnitte – sowohl die vergangenen als auch die bevorstehenden – und notieren sie sich, was sie getan haben oder machen mussten, damit die wünsche in erfüllung gingen. vielleicht erinnern sie sich auch noch an die wünsche, die andere an sie gerichtet haben. war es ihnen möglich, die wünsche zu erfüllen? welche wünsche hätten sie gern erfüllt, konnten es aber nicht? welche wünsche wollten sie auf keinen falle erfüllen? wem erfüllten sie gern möglichst alle wünsche und welche konnten sie erfüllen?

„wünsche“ klingen ein wenig schicksalhaft, wie wenn man wünsche äußert und auf die gute fee wartet, damit sie sie erfüllt. irgendwann glaubt man nicht mehr an die gute fee und den weihnachtsmann. dann kann es helfen einen anderen begriff für „wünsche“ zu verwenden, nämlich „bedürfnisse“. das wort „bedürfnis“ ist in seiner bedeutung ein wenig zurückhaltender aber gleichzeitig auch verhandelbarer. man kann seine bedürfnisse klar äußern, die umwelt mehr einbeziehen und darauf bestehen, dass diese ernst genommen werden. wünsche können leichter mit dem satz „das leben ist kein wunschkonzert“ abgebügelt werden.

formulieren sie doch einmal beim biografischen schreiben ihre wünsche und bedürfnisse an andere menschen. vielleicht wollen sie das aufgeschriebene sogar den anderen geben. oder sie notieren sich, bei welchen wünschen und bedürfnissen sie erkannt haben, dass sie wohl nicht in erfüllung gehen, dass sie zu unrealistisch sind. das kann ernüchternd sein, aber gleichzeitig einen zwischendurch auf den boden der tatsachen bringen. achten sie bei den formulierungen im biografischen schreiben auf sich selber – hüten sie sich vor selbstverurteilungen oder vor übertriebener fehlersuche. manches ist dann doch eventuell schicksal.

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