web 2.0 und störung

im internet oder netz lassen sich störungen leicht benennen: es konnte keine verbindung hergestellt werden oder es werden daten geklaut. im gegensatz zu den anderen im laufe der woche hier benannten störungen wird die störung im web 2.0 immer existentieller. viele menschen verbringen einen großen teil ihrer arbeitszeit in der einen oder anderen weise im internet. ob nun mit dauerkontakt durch das smartphone oder am computer im firmennetzwerk.

auch freizeit, beziehungen, freundschaften und familienleben verlagern sich immer öfter ins web 2.0. da wird gechattet, gemailt, sich in der cloud bewegt oder es werden flashmob-treffen organisiert. ganz abgesehen von den fernseh- oder radiosendern, die inzwischen den abruf des programms zeitverzögert zulassen. wenn man dann noch das handy als fotoapparat oder den pc als spielkonsole in online-rollenspielen nimmt, dann ist die freizeit eng mit dem web 2.0 verknüpft.

störungen im netz sind somit für die nutzerInnen inzwischen schwer auszuhalten. die geschäftliche wie auch die private kommunikation käme zu einem großen teil zum erliegen. wie aufgebracht die menschen reagieren kann abgelesen werden, wenn zeitweise handynetze ausgefallen sind oder die zugangsmöglichkeiten ins netz nicht funktionieren. und man möge es nicht unterschätzen, inzwischen werden auch viele logistische aktionen und dienstleistungen über das netz abgewickelt.

störungen sollten also möglicht vermieden werden. so betreiben etliche firmen ein internes und ein externes netz. im web 2.0 kann auf alternative server ausgewichen werden und selbst bei stromausfall springen teilweise ersatzaggregate an. denn die abhängigkeit ist so groß, dass inzwischen bücher gefragt sind, die darüber berichten, wie es sich anfühlt, wenn man für längere zeit das internet ruhen lässt, sich zurückzieht. abhängigkeiten sind immer sehr anfällig für störungen, denn sie stellen nicht nur die technik in frage, sondern auch gleich den menschen mit.

zumindest empfindet der einzelne das dann so. da spielt die technik nur noch eine nebenrolle. es geht um die sozialen fähigkeiten des menschen, die das zusammenleben überhaupt erst möglich machen. wenn ein teil der kommunikation wegbricht, dann kommen gefühle von einsamkeit, ohnmacht, langeweile oder frustration auf. das macht die reaktionen bei störungen so groß und unberechenbar. dazu kommt, dass das die digitale technologie suggeriert, eine störung liege in erster linie am verhalten der nutzerInnen. also machen sich viele auf die suche nach der fehlerquelle.

ganz anders sieht es aus, wenn die störung angekündigt wird. dann ist es ähnlich wie mit der nachricht, dass für ein paar stunden das wasser abgestellt wird, darauf kann man sich einrichten, einen umgang damit finden. die ungeplante störung ist das problem für viele. auf der anderen seite kann es lehrreich sein, festzustellen, wie viel zeit man plötzlich für sich zur verfügung hat. da man dies gern aus den augen verliert, empfiehlt es sich, einmal festzuhalten, wie viel zeit am tag man an digitalen geräten verbringt, um dann zu hoffen, dass nie eine ernsthafte störung auftritt.

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