Tagesarchiv: 5. Oktober 2011

web 2.72 – diaspora

die „diaspora“ ist übersetzt „verstreutheit„. man kennt den begriff am ehesten von kirchlichen ansiedelungen und glaubensrichtungen. doch die „diaspora“ im internet soll ein gegenstück zu facebook & co werden. es geht vor allen dingen darum, ein soziales netzwerk im web 2.0 aufzubauen, in dem die nutzerInnen definitiv selber über die verwendung und weitergabe ihrer daten entscheiden. das projekt soll nicht über einen großen server laufen, sondern über verstreute knotenpunkte.

die begriffe „netz“ und „netzwerke“ soll wieder seine alte bedeutung zurückerhalten, nämlich dadurch dass alle nutzerInnen nicht nur ein datennetzwerk bilden, sondern im laufe der zeit auch ein hardware-netz spinnen. zudem sollen alle verknüpfungen und formen des datenaustauschs allein vom user festgelegt werden. die daten werden nicht gesammelt, sondern die hoheit liegt bei den besucherInnen. auf dem weg dorthin ist es auch möglich, sich nicht mit seinem vollständigen namen anmelden zu müssen.

der versuch entspringt der idee, selbstbestimmter die technischen möglichkeiten des web 2.0 zu nutzen. bisher existiert „diaspora alpha„, also eine vorversion, die nicht allen internetbesucherInnen die möglichkeit gibt, sich anzumelden. man muss sich einladen lassen, an dem versuch teilzunehmen. dies geht über die startseite, indem man seine mailadresse angibt. ob man dann eingeladen wird, das kann anscheinend eine gewisse zeit dauer. vorher empfiehlt es sich, einmal in den blog der seite zu schauen, um eine ahnung von den geplanten vorgehensweisen zu erhalten. zu finden sind die informationen unter: https://joindiaspora.com/ .

mal sehen, ob es noch andere formen des sozialen netzwerkens im internet geben, spannend klingt es allemal.

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schreibpädagogik und qual

ja, manche schreibgruppen können auch qualvoll sein, aber darum soll es hier nicht gehen, denn dies kann nur von gruppe zu gruppe betrachtet werden und benötigt einen blick auf die gruppendynamik. mir scheint es wichtiger, einen blick darauf zu werfen, wie man als schreibgruppenleitung damit umgeht, wenn es für einzelne teilnehmerInnen beim schreiben qualvoll wird.

es kann gut sein, dass man erst einmal nicht registriert, wie sehr sich einzelne teilnehmerInnen beim schreiben abquälen. die schreibatmosphäre in gruppen kann einerseits als anregend und motivierend empfunden werden, andererseits kann die atmosphäre enorm unter druck setzen. man registriert, dass die anderen sich in einem schreibfluss befinden und einem selber fällt nichts ein. da sitzt man nun und überlegt. eventuell kommt noch die erwartung dazu, dass man einen besonders guten text erstellen möchte.

ab diesen momenten können teilnehmerInnen von ihren selbstzweifeln so überwältigt werden, dass sich während der teilnahme an einer schreibgruppe, schreibblockaden einstellen. dies wird selten offen und direkt geäußert, selbst wenn eine entspannte stimmung in der schreibgruppe herrscht. die teilnehmerInnen schämen sich für ihr, in ihren augen, versagen. als schreibgruppenleitung kann man darauf aufmerksam werden, wenn jemand nie einen text vorlesen möchte oder bevor sie ihren text vorlesen schon einmal alles geschriebene in frage stellen.

es ist schwierig in diesem moment jemanden direkt anzusprechen, da dies die scham bei den teilnehmerInnen noch erhöhen kann. wenn man versuchen möchte, ein gespräch zu führen und nachzufragen, sollte man dies nie in der gruppe machen. in einem einzelgespräch kann man signalisieren, dass man für fragen und gepräche zur verfügung steht, wenn es schwierigkeiten mit dem schreiben gibt. in der gruppe kann man die regel aufstellen, dass die texte und geschichten vorgetragen werden, ohne vorab eine eigene bewertung oder einen kommentar abzugeben.

außerdem kann man als schreibgruppenleitung immer wieder feedbacks einfordern, wie die schreibanregung oder -übung für die teilnehmerInnen umsetzbar war. zusätzlich kann es hilfreich sein, ab und zu einmal einen selbstreflexiven text Weiterlesen