kreatives schreiben und sport

das so genannte „sommermärchen“ oder „das wunder von bern“ sind im cineastischen bereich versuche, den sport für die unterhaltung zu gewinnen. im film lassen sich spannende wettkämpfe und konkurrenzen gut umsetzen. in der literatur gelingt dies sehr viel schwerer. es wird irgendwann trist, einen spielzug um den anderen erklärt zu bekommen. zudem haben schriftstellerInnen anscheinend eine geringere affinität zum sport als journalistInnen und filmemacherInnen.

und doch bietet der sport für geschichten genug stoff. dies lässt sich auch beim kreativen schreiben berücksichtigen, wenn man möchte. so kann man mit einer schreibgruppe zum beispiel ein sportliches ereignis besuchen und anschließend darüber schreiben, so wie man es sonst mit theateraufführungen und museumsbesuchen macht. man kann sportlerInnen in gruppen einladen und lässt sie über ihre lebensgeschichte berichten, über das leben mit dem leistungssport zum beispiel.

im krimi taucht der sport häufiger auf, wenn es um neid, missgunst oder chemische zusatzstoffe zur leistungssteigerung geht. doch der sport bietet mehr. er bietet einen der orte, an denen soziale kontakte geknüpft werden, eine der freizeitvergnügungen, denen viele menschen folgen. warum nicht ein dreiecksverhältnis in den badminton-club oder in den handballverein verlegen? warum nicht die ver“körperung“ im sportstudio in eine geschichte des alterns integrieren?

je stärker unsere gesellschaft den perfekten körper von uns erwartet, je größer der wert eines solchen körpers eingeschätzt wird und karrierechancen erhöht, desto häufiger wird sport in den geschichten auftauchen. der tages- und wochenrhythmus von immer mehr menschen wird von der körperlichen „ertüchtigung“, wie es früher so schön hieß, bestimmt. und dieses umfeld wird dadurch auch immer öfter der ort von tragödien und komödien sein.

um noch einmal ein paar ideen für das kreative schreiben aufzugreifen: man kann sich an die strecke eines marathons mit seiner schreibgruppe setzen und die versuche der menschen, den eigenen inneren schweinehund zu überwinden, beobachten. man kann einen „schreibmarathon“ initiieren, dem theatersport gleich, auf zuruf schreiben und vieles mehr. und man kann sich der frage zuwenden, warum menschen körperliche bewegungen so stark organisieren müssen.

und dann natürlich die innenschau: wie fühlt es sich an, in bewegung zu geraten? wenn beim marathon ab einem bestimmten punkt die endorphine ausgeschüttet werden oder in extremsportarten der kick gesucht wird, was passiert dann mit einem? sport kann der charakterisierung von protagonisten in geschichten dienen, no sports ebenso.

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