Tagesarchiv: 15. November 2010

schreibidee (189)

auch wenn es momentan bei den frühlingstemperaturen unwahrscheinlich erscheint, bald wird es bitterkalt werden und der winter sorgt für die abkühlung der gemüter. ähnlich wie die laue sommernacht, haben winternächte eine ganz eigene stimmung. wenn die luft klar, kalt und die die bäume kahl sind, wirkt die welt um einen herum distanzierter. darum einmal die schreibanregung zu „winternacht-geschichten„.

in schreibgrupppen bietet sich diese schreibidee natürlich für die wintermonate an. sollte die schreibgruppe abends stattfinden, könnte man die gunst der stunde nutzen, die wettervorhersage abfragen, und sich hinaus in die kälte begeben, wenn das klima dementsprechend ist. dazu sollten die teilnehmerInnen aufgefordert werden, handschuhe mitzubringen, die es ihnen ermöglichen ein paar stichworte zu notieren.

denn als erstes begibt man sich gemeinsam in die winternacht, möglichst mit viel natur und landschaft um sich herum (perfekt ist es, wenn auch noch schnee liegt). während man sich also durch die kälte bewegt sollen assoziationen und beobachtungen notiert werden. zurückgekehrt in die räumlichkeiten der schreibgruppe bei ansprechenden heissgetränken ist dann die erste geschichte aus den beobachtungen zu schreiben. einzige auflage: es soll keine weihnachtsgeschichte werden (da zu diesem genre gern beim thema winternächte gegriffen wird). anschließend werden die geschichten in der schreibgruppe vorgetragen und ein feedback gegeben.

im zweiten schritt sind die geschichten zu überarbeiten. es soll der winternachtsstimmung rechnung getragen werden, indem alle emotionen und warmen gedanken der vorherigen geschichte entzogen werden. es soll eine geschichte entstehen, die eine kalte und klare sprache hat, so dass beim vortrag alle ins frösteln geraten. es besteht für die schreibgruppenteilnehmerInnen die möglichkeit, eine neue geschichte zu verfassen, wenn sie das gefühl haben, dass sich ihre vorherige geschichte nicht zum überarbeiten anbietet. anschließend werden auch diese geschichten vorgetragen und beim feedback wird darauf geachtet, wie kalt die geschichte wirkt.

als abschluss kann, so weit noch zeit übrig ist, das genaue gegenteil verfasst werden: eine winternacht-geschichte, die nur so von wärme und herzlichkeit strotzt. die leserunde bietet einen versöhnlichen abschluss des treffens.

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selbstbefragung (65) – abschied

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um den „abschied„.

  • von wem haben sie sich zuletzt intensiv verabschiedet? beschreiben sie?
  • wie leicht oder schwer fallen ihnen abschiede? worin unterscheiden sie sich?
  • von wem oder was haben sie sich im laufe ihres lebens gern verabschiedet?
  • welcher abschied fiel ihnen am schwersten? warum?
  • wie verabschieden sie sich von menschen, die ihnen nahe stehen? beschreiben sie.
  • welchen menschen, der sich von ihnen verabschiedet hat, würden sie gern wiedersehen? warum tun sie es nicht?
  • ihr dramatischster abschied?
  • was machen sie, wenn sie nach dem abschied allein sind, am liebsten?
  • von welchen menschen oder situationen wollten sie sich in ihrem leben nie verabschieden, hätten gern die zeit angehalten?
  • wie erlebten sie berufliche abschiede (schule, uni, job…)? stellten diese für sie einen neuanfang oder einen verlust dar?