Tagesarchiv: 21. November 2010

biografisches schreiben und farben

in welchen farben ist ihre wohnung gehalten? was sagt das über sie aus? allein diese zwei fragen, geben einen anhaltspunkt über einen selber. man wählt sich sein umfeld nicht ohne grund. beim betrachten der eigenen biografie lohnt ein blick auf das eigene farbempfinden, um sich seiner selbst bewusster zu werden oder auch nur eine beschreibung für sich zu finden. man werfe einmal einen blick um sich herum, wenn man am schreibtisch sitzt: was sticht einem ins auge? welche farbe hat dieser gegenstand, dieser blickfang?

aber man kann noch einen schritt weiter gehen. welche farben verbindet man mit den einzelnen, wichtigen lebensabschnitten? diese überlegungen liefern vielleicht eine gute möglichkeit, worte für das erlebte, für die situation zu finden. umschreiben sie die kapitel ihrer existenz mit farbpaletten und fragen sie sich, was sie damit assoziieren. oder überlegen sie sich, an welche farben sie sich intensiv erinnern. welche farbe hatte ihr lieblingsspielzeug? in welcher farbe war ihr elternhaus gehalten? hatten sie eine bunte oma oder passte sich ihre kleidung der grauen haarfarbe an?

abgesehen davon gibt es menschen, die zum beispiel farben schmecken oder riechen können. das sind zwar sehr spezielle fähigkeiten, aber sie bieten als grundlage noch einmal eine ganz andere betrachtungsweise der eigenen lebensgeschichte. welchen geschmack, welchen geruch verbinde ich mit bestimmten farben? und in der folge, warum ist das eventuell so? habe ich bestimmte erinnerungen in diesem zusammenhang? diese überlegungen können einen an verschüttete erinnerungen heranführen. wichtig dabei ist nur, dass man sich nicht unter druck setzt, etwas assoziieren zu wollen. es kann auch sein, dass es einfach keine eindeutigen bilder gibt. und man sollte sich frei von gesellschaftlichen vorstellungen machen. grau kann zum beispiel eine sehr schöne farbe sein. man stelle einmal verschiedene grautöne nebeneinander und schon befindet man sich in einer bunten welt, ein anderes bunt.

eine weitere aufschlüsselungsmethode wäre es zum beispiel, seine lebenskurve nicht nur mit höhen und tiefen darzustellen, sondern gleichzeitig mit farben. dazu müsste man jeder farbe eine bedeutung geben. auch ein genogramm kann mit farben gestaltet werden. die verbindungen zu ihrem umfeld werden in farben ausgedrückt. die charaktere der einzelnen menschen, die sie kennen und kannten, fassen sie in farben. Weiterlesen

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selbstbefragung (67) – buntes

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um was „buntes„.

  • wie bunt ist ihr leben?
  • was würden sie noch bunter gestalten wollen?
  • welches ist ihre liebste farbkombination aus mindestens zwei farben? warum?
  • in welchen momenten erschien ihnen ihr leben nur grau in grau? beschreiben sie.
  • was löst ein regenbogen in ihnen aus?
  • in welcher farbe möchten sie leben?
  • mit welcher farbe würden sie momentan ihre seelenlage beschreiben? warum?
  • wann wird es ihnen zu bunt? nennen sie beispiele.
  • welche farben gefallen ihnen bei blüten am besten?
  • wen nehmen sie in ihrer umwelt am buntesten wahr? warum?

kreatives schreiben und farben

es fängt schon bei der tinte des füllers an, die gern in verschiedenen farben verwendet wird. dann stellt sich die frage, welche farbe das papier haben soll, das man für die notizen oder geschichten beschreibt. geht man noch einen schritt weiter, kann die wandfarbe im schreibraum die entstehung des textes beeinflussen. platt geschrieben, farben haben eine wirkung. gut, man muss nicht gleich so weit gehen, wie die farbpsychologie und behaupten, dass bestimmte farben, bestimmte wirkungen bei allen menschen haben. die geschmäcker sind verschieden.

denn würde man den verallgemeinerungen der farbpsychologie glauben, dann müsste man sich ernsthaft im herbst und winter um unsere gesellschaft sorgen machen. die vielen grau-, dunkelblau- und schwarztöne stimmen bedenklich. farben unterliegen ebenso moden wie ganz persönlichen stimmungen. doch die kann man für das kreative schreiben nutzen. man kann sich zum beispiel mit gruppen auf eine farbe einstimmen, indem man den raum dementsprechend gestaltet. an diese farbe kann man dann im weiteren schreibprozess anknüpfen.

farben bieten eine gute grundlage für assoziationen. so wie zum beispiel gelb immer noch mit der post, rot mit der feuerwehr oder blau mit himmel und alkohol assoziiert werden, so kann man die farbe als anlass für schreibanregungen verwenden. man versuche doch einmal metaphorisch farben zu umschreiben oder einer farbe menschliche eigenschaften zu zu ordnen. so werden umgangssprachlich gelb oder grün mit neid verbunden, rot mit der liebe und schwarz mit dunklen stimmungen. aber auch politische richtungen lassen sich in einer farbskala verankern.

interessant könnte es beim kreativen schreiben auch sein, farben konträr zu den gesellschaftlich üblichen verknüpfungen zu verwenden. Weiterlesen

schreibidee (191)

ein gern verwendete ausdrucksform ist die farbe. ob bei der kleidung, an den wänden oder auf dem auto, der mensch drückt sich auch über farben aus. da diese heutzutage in allen nuancen gemischt und kombiniert werden können, ist es ein einfaches, der eigenen stimmung ausdruck zu verleihen. die vielfältigste variante ist „bunt“, also eigentlich keine farbe, sondern eine beliebige kombination von farben. um dem herbstgrau etwas entgegenzusetzen, werden in dieser schreibidee anregungen zu „bunten texten“ gegeben.

einstieg wird dieses mal schon gleich ein längerer text sein. im vorfeld sollen keine großen assoziationsübungen oder ideensammlungen durchgeführt werden, sondern die schreibgruppenteilnehmerInnen beginnen sofort mit dem verfassen einer geschichte, die ihnen gerade durch den kopf geht. einzige aufgabe ist es, vor möglichst jeden gegenstand, jede person eine farbeigenschaft zu setzen, die der stimmung des textes entspricht. da trifft also der rothäutige karl auf die dunkelblonde sabine, um bei einem grünen tee über die gelbe leidenschaft beim grauen theaterbesuch zu reden.

die texte werden jeweils vorgetragen, aber nicht weiter kommentiert. anschließend sollten farbpaletten aus heimwerker- oder inneneinrichtungsmärkten vorhanden sein. aus diesen paletten suchen sich alle teilnehmerInnen jeweils ihre lieblingsfarbe aus und verfassen einen einseitigen text, der die stimmung der farbe wiedergibt. nun wird kombiniert oder gemischt. im nächsten schritt werden „passende“ zusätzliche farben hinzugenommen. man kann sich entweder an farbdesign-paletten, am persönlichen geschmack oder an mischungsverhältnissen für farben orientieren. aus allen verwendeten farben soll eine geschichte entstehen, die die buntheit aufgreift und entweder in der stimmung oder in den gegenständen abgebildet wird.

im anschluss tauschen zwei personen jeweils ihre ganz persönliche farbpalette aus und nehmen die zusätzlichen farben zu ihren eigenen für eine weitere, dieses mal sehr ausführliche geschichte hinzu. die verwendung ist freigestellt, aber es sollten alle gewählten und übergebenen farben verwendet werden. diese texte werden in der schreibgruppe vorgetragen und es wird der bunteste text beim feedback gekürt.

sollte in der gruppe interesse bestehen, kann bis zum nächsten treffen, der versuch unternommen werden, die texte zur buntheit passend am computer zu layouten. wie die farbmischung umgesetzt und dargestellt wird, bleibt den teilnehmerInnen überlassen. entweder wird aus allen texten zum abschluss eine präsentation gefertigt oder aus den ausdrucken eine kleine ausstellung organisiert.