Tagesarchiv: 6. November 2011

web 2.76 – the postmodernism generator

eigentlich befinden wir uns schon in der ära der post-post-moderne, doch in den wissenschaften tummeln sich weiterhin fleissig überreste der postmoderne. die postmoderne zeichnete sich durch eine gewisse theoretische beliebigkeit aus, soll heissen „alles hat auf alles einen einfluss“ (eine böse verkürzung von seiten des autors) und verliert somit an relevanz.

so bereitete die postmoderne, die wie ein stillhalteabkommen für gesellschaftskritik klang, den boden für neoliberale und globalisierende tendenzen. es stellte sich beständig die frage, welche handlungsmöglichkeiten sich aus den theoretischen betrachtungen der postmoderne für eine humane gesellschaftsentwicklung ergeben. da die theoretischen texte in gewisser weise eklektisch wirkten, aber die begründung für diese vorgehensweise sich nicht erschloss, schienen sie auch austauschbar.

und die theoretischen annahmen schienen rekombinierbar. dies kommt einer computergenerierten, auf zufällen basierenden theorie recht nahe. warum das ganze nicht auf die spitze treiben und postmoderne theorien den computer erstellen lassen. der „postmodernism generator“ leistet dies in vortrefflicher weise. wenn man die webseite “ http://www.elsewhere.org/pomo/ “ besucht, werden einem „communications from elsewhere“ angeboten. es wird ein kurzes essay sichtbar, das sich sofort in ein neues verwandelt, wenn man die homepage neu lädt (refresh).

wer möchte, kann sich beständig neue postmoderne essays erstellen lassen, die sich vortrefflich an bekannte und verwandte versenden lassen 😀

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flarf des zweiten tages

wunder und abfall

Ein kleines Wunder mitten im Müll
Ein längst aufgegebener und mit Abfall gefüllter Brunnen
mehr als nur ein blaues Wunder erleben
die Prophetie lehren

Heilige der Letzten Tage glauben an
Papier aus Bananen-Abfall
Die Natur kennt keinen Abfall
Abfall ist mit Wundern verbunden, Zeichen.

Im Winter frieren die Abfälle in Ihrer Restmülltonne fest?
Kein Wunder, denn hier kochen wir ja auch Wasser
Wie kommt der Zucker aus der Rübe?
Die Wirtschaft wirkt Wunder

Entdeckungen bis hin zu Tier- oder Menschenleichen
Das tödliche Wunder
Defektes Wunder.
Müll gibt es, seit es Menschen gibt.
Rentnerblog: 1 Million Jahre? Wohl kaum!
Regenwurmspiel

Kein Wunder, dass in so einem Chaos leicht etwas verlorengeht

stadtautobahn vs. öffentlicher personennahverkehr in berlin

fährt noch irgendetwas in dieser weltmetropole? 😯

U2
von 24.06.2011 03:30
bis 09.12.2011 02:00
Sperrung wegen Bauarbeiten der BVG; Linieneinstellung/ -teileinstellung
U6
von 06.11.2011 22:00
bis 10.11.2011 03:30
Sperrung wegen Bauarbeiten der BVG; Linienunterbrechung/ Pendelverkehr
U7
von 06.11.2011 22:00
bis 11.11.2011 03:30
Sperrung wegen Bauarbeiten der BVG; Linienunterbrechung/ Ersatzverkehr

M4
von 05.11.2011 05:30
bis 07.11.2011 21:55
Sperrung wegen Bauarbeiten der BVG; Linienunterbrechung/ Ersatzverkehr

M8
von 01.08.2011 04:00
bis auf Weiteres.
Sperrung wegen Bauarbeiten der BVG; Linieneinstellung/ -teileinstellung

M13
von 28.10.2011 05:00
bis 11.12.2011 03:40
Sperrung wegen Bauarbeiten der BVG; Linienunterbrechung/ Ersatzverkehr

Habe das alles mal ein wenig abgekürzt (füllt ja den ganzen Blog, aber wer die Angaben der BVG und der S-Bahn für den 06ten November in Ruhe lesen und genießen möchte, der klicke einfach hier und lese weiter: Weiterlesen

schreibidee (321)

auch die schreibidee soll dieses mal im zeichen der un-woche des uncreative writing stehen. nutzen sie den text, der schon in der welt ist, um neuen text zu remixen und gestalten. dabei können sie auf verschiedene formen zurückgreifen, um „analog- und digital-flarf“ zu verfassen.

als einstieg in der schreibgruppe werden informationen und texte gesammelt. alle teilnehmerInnen werden aufgefordert mindestens eine tageszeitung und drei bücher mitzubringen. diese textlieferanten werde zusammengetragen. nun wählen sich zu beginn die teilnehmerInnen eine tageszeitung aus. die zeitung wird von oben links nach unten rechts seite für seite durchgearbeitet. im vorfeld sollte festgelegt werden, wie viele sätze, zeilen oder begriffe den zeitungen entnommen werden.

nun wird aus jedem artikel der zeitung eine zeile, ein wort, ein satz oder halbsatz notiert. bei der auswahl kann man entweder beliebig vorgehen und mit geschlossenen augen auf eine stelle tippen oder man wählt nach vorliebe aus. die auszüge werden untereinander auf ein blatt geschrieben. wenn die vorgegebene zahl erreicht ist, setzen sie die teilnehmerInnen daran, die notierten worte und sätze in einen für sie schlüssigen zusammenhang zu bringen. daraus kann entweder ein neuer text, ein gedicht oder ein artikel werden. die neuen texte werden in der schreibgruppe vorgetragen.

ähnliches geschieht mit den büchern, aber hier soll der zufall eine noch größere rolle spielen. dazu wählen alle teilnehmerInnen für sich eine seitenzahl. dies kann ihr geburtstag sein oder ihre lieblingszahl, ganz gleich wie sie wollen. nun werden in beliebiger reihenfolge die seiten entsprechend der gewählten seitenzahl in den büchern aufgeschlagen. der erste satz der seite wird notiert (man kann auch vorgeben, dass der zweite oder dritte oder … satz notiert wird). sind alle bücher verwendet worden, wird ebenfalls aus den notierten sätzen ein neuer text entworfen, der in der schreibgruppe vorgetragen wird. solche analogen flarfs zu schreiben kann in vielfältigen anderen formen durchgeführt werden.

zum abschluss sollte man sich den digitalen flarfs zuwenden. am besten wäre es, wenn alle teilnehmerInnen einen computer für sich zur verfügung hätten, der einen internetzugang besitzt. dann kann man eine suchmaschine nutzen, um zu den selbstgewählten suchbegriffen aus den ergebnissen text für einen digitalen flarf zu ziehen. dies kann man aber auch als gruppenaufgabe mit computer und beamer in einer schreibgruppe bewerkstelligen. dazu werden im vorfeld abstimmungen zu den suchbegriffen durchgeführt, anschließend werden diese in eine suchmaschine eingegeben und alle teilnehmerInnen wählen für sich aus den suchergebnissen sätze oder wörter aus. auch aus diesen ergebnissen wird wieder ein flarf erstellt.

ganz am ende des schreibgruppentreffens wird darüber diskutiert, inwieweit es sich bei dieser vorgehensweise um eine kreative technik handelt oder nicht, ist es doch eine form des „zufälligen“ collagierens.