23. Oktober 2009 von christof
das biografische schreiben bietet die chance, sich vielen erlebnissen aus dem eigenen leben noch einmal zu erinnern. dies kann sowohl ein freudiges entdecken sein, es kann aber auch schlimme ereignisse noch einmal bewusst machen. gerade bei traumatischen erlebnissen ist es schwer überhaupt die passenden worte oder eine sprache dafür zu finden. sollte ich mich also situationen zuwenden, die mich sprachlos machen, sollte ich für mich selber genau prüfen, ob es sinnvoll ist, sie niederzuschreiben.
es gibt eindeutige zeichen des selbstschutzes, die verhindern, dass ich erlebtes nicht verkrafte. erstaunlicherweise hat die psyche des menschen dafür die verdrängung entwickelt. dies wird gern als etwas schlechtes dargestellt, und der mensch wird aufgefordert, sich seiner selbst immer mehr anzunähern. doch die ausführliche befassung mit traumatisierenden situationen kann auch retraumatisieren. das bedeutet, dass das abermalige durchleben, auch mit hilfe des schreiben, zu einem neuerlichen trauma führen kann.
und selbst wenn ich mir sicher bin, dass es mir gut tut, wenn ich mich mit den unangenehmen seiten meiner lebensgeschichte auseinandersetze, kann ich mir immer noch nicht sicher sein, ob ich die richtigen worte dafür finde. wie lässt es sich zum beispiel schildern, was man als junger mensch in einem kz erlebt hat? manch einem zeitzeugen wird es dabei die sprache verschlagen. man kann für sich selber vielleicht eine finden, aber nicht für andere menschen. ich sollte mir in diesen momenten zumindest bewusst machen, dass ich mein biografisches schreiben in erster linie für mich durchführe. ich sollte nicht die leserInnen mitdenken, sondern auf meine eigene befindlichkeit achten.
sowohl für andere, als auch für sich selbst grenzen zu ziehen ist ein wichtiger aspekt beim biografischen schreiben. dafür entwickelt man, auch durch das aufschreiben der eigenen biografie im laufe der zeit ein immer feineres gespür, wenn man es nicht schon vorher hatte.
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22. Oktober 2009 von christof
die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich ab nun ein wenig unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „opportunismus“ (gesinnungslosigkeit, prinzipienlosigkeit).
- haben sie feste prinzipien? wenn ja welche?
- wie stellt sich ein leben ohne prinzipien, ohne gesinnung, für sie dar?
- in welchen momenten haben sie sich mit ihrer eigenen meinung zurückgehalten? warum?
- wie gehen sie mit opportunismus in ihrem lebensumfeld um?
- zu welchen themen sollte man ihrer ansicht nach immer eine meinung haben? zählen sie auf.
- wann haben sie es erlebt, dass sie für ihre prinzipien oder ihre gesinnung sanktioniert wurden?
- finden sie, dass heutzutage nur noch selten klare positionen eingenommen werden? begründen sie.
- wie fanden und finden sie in ihrem leben zu ihren haltungen und meinungen?
- welche folgen hat ihrer meinung nach opportunismus?
- lebt es sich nicht viel angenehmer und bequemer, wenn man sich mit seiner meinung zurückhält? begründen sie.
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21. Oktober 2009 von christof
kaum wieder ins schreiben gekommen nach verdienter pause, zeigt mir das zählwerk zum einen an, dass die pause nicht unbedingt leserInnen davon abhielt, den blog zu besuchen, zum anderen, dass nach anderthalb jahren eine ganz ordentliche marke überschritten wurde.
es freut, wenn ein interesse am geschriebenen besteht. vieles notiert man ja auch für sich, wie zum beispiel die schreibideen und schreibaufgaben, da man sie selber in schreibgruppen und anderen arbeitszusammenhängen anwenden kann. ebenso die ganzen überlegungen zum kreativen schreiben, zum biografischen schreiben und zur schreibpädagogik an sich. dies bringt einen im laufe der zeit fachlich weiter.
wenn dann noch ein interessanter diskurs entsteht (der immer noch zu gering ist, den ich aber auch nicht immer aufrecht erhalten kann (die zeit, die zeit …
)), freut das um so mehr. hier auch schon häufiger betont, das faszinierende am web 2.0 ist es, dass solche klitzekleinen nischen tatsächlich wahrgenommen werden. diese faszination wird sich bei mir nicht so schnell legen. anders geschrieben: „es funktioniert“. und noch einmal anders formuliert: es spricht sich auch herum. dazu muss man noch nicht einmal sehr häufig verlinkt sein, es braucht anscheinend nur ein wenig geduld.
so werde ich wohl ein tässchen mineralwasser auf diesen kleinen erfolg trinken, mich bemühen, nicht zu viele negative kommentare abzusondern (obwohl mir da schon wieder eine menge einfallen würde) und weiterhin den gesamtgesellschaftlichen blick nicht aus den augen zu verlieren. und ich danke natürlich für die aufmerksamkeit.
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21. Oktober 2009 von christof
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21. Oktober 2009 von christof
„sprachbox“
stellen sie sich eine schachtel vor. in diese schachtel führt ein gartenschlauch, der wiederum in einem trichter endet. nun sprechen sie in den trichter und hinterlassen für den besitzer der schachtel eine nachricht. in der schachtel sitzen kleine elektronen, die wie fleissige bienchen ihre nachricht speichern. jedes elektron vielleicht einen buchstaben oder eine kleine melodie ihres sprech-singsangs. so stelle ich mir jedenfalls eine „sprachbox“ vor.
also erst einmal stelle ich mir nur eine box vor. diese boxen stapelt anscheinend der deutsche telekommunikationsanbieter mit der magenta-farbe in großen lagerhallen. denn wenn man versucht, menschen telefonisch zu erreichen, wird man darauf hingewiesen, dass man auf eine sprachbox eine nachricht sprechen kann. das ist seltsam, da bis dahin diese box anders hieß. aber wahrscheinlich haben sich findige mitarbeiter überlegt, oder sprachschützerInnen beschwert und die telefongesellschaft aufgefordert, diese anglizismen aus ihrem angebot zu beseitigen. nun, das ergebnis kann sich hören lassen.
allein der begriff „box“ ist nun doch kein urdeutscher. aber dann auch noch „sprach“ als erklärenden begriff zu verwenden ist klasse. sinnvoller wäre dann schon die besprechungsbox oder die nachrichten-speicher-box oder aufzeichnungsbox zu erfinden. denn mit sprache hat die box nicht viel zu tun. man könnte natürlich die vergangenheitsform von „sprechen“ heranziehen, da die nachricht ein wenig gealtert ist, bis sie abgehört wird. nach dem motto: er sprach´s und es war vergebens. ob dann die kundInnen am anderen ende unterrichtet werden, dass etwas auf ihrer „gehört“-box zu finden ist? und was für boxen nehmen die da eigentlich? der begriff wirft mehr fragen auf, als dass er klarheit schafft.
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20. Oktober 2009 von christof
schreibpädagogInnen und andere kreativ oder biografisch schreibend tätige, tragen sich häufiger mit dem gedanken, ihre tätigkeit, manchmal schon freiberufliche, auf soliden boden zu stellen. es geht um das gründen einer agentur, eines unternehmens oder dergleichen mehr. hier schon vorgestellt hatte ich das buch „kopf schlägt kapital“ von günter faltin (siehe http://schreibschrift.wordpress.com/2009/05/11/kopf-schlagt-kapital-von-gunter-faltin-ein-buchtipp/ ).
nun besteht die möglichkeit an einem ganztägigen workshop, der von der stiftung entrepreneurship mit der freien universität berlin zusammen veranstaltet wird, teilzunehmen. der schwerpunkt liegt, soweit dies der ankündigung im internet zu entnehmen ist, diverse gründungsideen vorzustellen, hinweise und tipps zur gründung zu geben und sich einzelnen fragen der gründung zu widmen. wie kann ich ein innovatives konzept entwickeln, ohne mich ausschließlich auf den businessplan zu konzentrieren? welche komponenten benötige ich für eine gründung und wer stellt mir vielleicht von außerhalb diese komponenten preisgünstig zur verfügung?
die veranstaltung findet am 07ten november statt. weitere vielfältige infos, anmeldemodalitäten, der (geringe) preis und überhaupt informationen zur idee der gründungsidee und des entrepreneurships finden sich hier: http://labor.entrepreneurship.de/tiki-page.php?pageName=Workshop-Vision-Summit-2009 .
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20. Oktober 2009 von christof
das leben treibt manchmal blüten. diese erscheinen prächtig, schwarz oder auch glitzernd wie eine schneeflocke. eine blüte ist ein ausdruck von farbe, pracht oder unscheinbarkeit, von fruchtbarkeit oder auch nur purer duftender lockstoff. da scheint es unumgänglich einmal „fantasieblüten-texte“ zu schreiben.
einstieg in die schreibübung kann es sein, ein paar besonders prächtige blüten als bilder entweder über den beamer oder als fotografien in der schreibgruppe zu zeigen. nun werden alle teilnehmerInnen nicht zum schreiben, sondern zum malen aufgefordert. sie sollen ihre eigene fantasieblüte entwerfen. dabei kann man sich entweder an den natürlichen vorgaben orientieren oder eine blüte kreieren, die noch nie so gesehen wurde.
sind die blüten gemalt, werden sie ohne große erklärungen der schreibgruppe gezeigt. danach können an der eigenen blüte noch kurz kleine veränderungen oder ergänzungen vorgenommen werden. anschließend wird jedem detail der eigenen blüte wörter zugeordnet. dabei kann es sich um eine farbe, einen gegenstand oder auch eine beschreibung handeln. was symbolisiert dieses detail für einen, was empfindet man beim betrachten der blüte, was drückt sich darin aus?
anschließend werden blüte und und begriffe, die ruhig in die zeichnung eingefügt werden können, in ruhe betrachtet und dazu eine geschichte geschrieben. es kann eine differenzierte betrachtung der blüte sein, es kann eine geschichte sein, die einem dabei einfällt, es kann eine geschichte aus den gefundenen begriffen sein, es kann aber auch eine eine beschreibung der momentanen befindlichkeit sein, die sich in der blüte ausdrückt. hier sind wie immer keine grenzen gesetzt. wenn die geschichten geschrieben sind, werden sie mit den blüten zusammen präsentiert. sollte noch genug zeit vorhanden sein, können die blüten auch weitergereicht werden und andere schreibgruppenteilnehmerInnen verfassen noch eine geschichte zu den fremden fantasieblüten.
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8. September 2009 von christof
Schwupps! Ich bin 48 Jahre alt, werde unvermittelt (und leider meistens) in überaus unpassenden Momenten knallrot, am Scheitel grau und an den Füßen hornhäutig. Top die Watte quillt!
Wechseljahre nennt sich das. Eine zweite Pubertät sagt man. Damit ist nicht nur die hormonelle Umbruchsstimmung gemeint. Wechseljahre sind neben heißen Dauer-
oder Kurzwellen vielleicht sogar eine Zeit der Neu- und Weiter- Orientierung jenseits von Familiengründung und erster Beruf(ung)sfindung.
Das Alter steht auf der Türschwelle und schaut schon mal keck um die Ecke. Das Mädel auf im Schönheitsmagazin könnte die eigene Tochter sein. Werbung für „die reife Frau“ scheint sich auf Celluliteglättende oder Mimiklähmende Präparate zu konzentrieren.
Echt prickelnd!
Die Wechseljahre haben (Gott sei´s gepfiffen und getrommelt) auch ihre angenehmen Seiten: ich habe plötzlich ungeahnte Freiheiten, kann kompromissloser meine Interessen durchsetzen. Reife paart sich mit Kraft. Ich bin mir meiner selbst viel bewusster als früher und werde nicht mehr so leicht verunsichert. Wechseljahre sind eine Chance, frei nach dem Motto „Ist der Ruf erstmal ruiniert, lebt´s sich gänzlich ungeniert“. Wenigstens zum Teil.
Und was hat das mit Kreativem Schreiben zu tun?
Schreibend kann ich reflektieren, träumen, Neues und gänzlich Unerhörtes wagen. Schreiben heißt: Kreative Hitzewallungen beziehungsweise heiße Kreativitätswallungen.
Kreatives Schreiben mit anderen Frauen ist ein Ventil! Mit Leidenschaft, Schweiß auf der Stirn und Lachtränen. Nix trauernde Jugendwahnsinns-Gruppe. Im Gegenteil. grandiose Ideen, Weisheit, philosophische Erkenntnisse, bodenlose Zickereinen, herrliche Schimpfkanonaden und verschämte Unverschämtheiten etc pp. Genial!
Und hier kommt der Aufruf zum Mitmachen:
Blood, Sweat & Tears – Kreative Schreibgruppe für Frauen ab 40.
Neue Termine:
ab Dienstag, 15. September, 19.30 – 21.30 Uhr in Berlin-Charlottenburg, Grolmanstraße Nahe Kudamm
ab Dienstag, 22. September, 10.00 – 12.00 Uhr in Berlin Schöneberg, Kiezoase
alle 2
Wochen
Kosten 6x (12 Stunden)für 95 Euro
Weitere Information: http://www.schreibcollagen.de
Neue Gesichter sind herzlich willkommen!
Beste Grüße, Sabine Samonig, Tel.: 547 07 48 10
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8. September 2009 von christof
eigentlich war es nicht geplant, hat sich so ergeben, dass in diesem blog eine sommerpause eingelegt wurde. doch wenn die nächte wieder kälter werden, ein aufenthalt im freien nicht unbedingt das wohlgefühl steigert, dann kann auch weitergeschrieben werden
ob sich in dieser pause erfrischende ideen für das schreiben und allem drumherum entwickelt haben, kann noch nicht beurteilt werden. doch kommt zeit, kommen texte.
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19. August 2009 von christof
es gibt einzelne versuche, eine verbindung zwischen schreiben, politik und abendunterhaltung herzustellen, die schon in der ankündigung viel spaß bereiten. eine dieser gruppen, die sich ein wenig von dem inzwischen weit verbreiteten poetry slam unterscheiden, sind in berlin die „surfpoeten„.
sie laden wöchentlich zur versammlung ein, die inzwischen im „klub der republik“ stattfindet. begonnen werden die veranstaltungen mit einem „gebet gegen die arbeit“ (zu finden auf der homepage der surfpoeten unter: http://www.surfpoeten.de/gebet_gegen_die_arbeit ). im anschluss werden texte, die im laufe der woche entstanden sind, vorgetragen. daneben wird musik, teil passend zum text, präsentiert, es gibt eine offene bühne und es kann getanzt werden. auch den wünschen nach preiswertem eintritt, relativ preiswerten getränken und der möglichkeit zu rauchen, wird gefolgt. denn wie schon bemerkt, geht es nicht allein um das geschriebene, sondern um den versuch dieses in einen gesellschaftlichen kontext zu bringen.
wer einen kleinen vorgeschmack davon bekommen möchte, sollte auf alle fälle die homepage aufsuchen: http://www.surfpoeten.de . diese bietet auch die möglichkeit, eigene texte den kritischen leserInnen zur verfügung zu stellen und diese bewerten zu lassen. zudem wird ein sudoku-lösungsrechner, ein wahl-automat und eine automatische entscheidungshilfe angeboten. man kann manches über das konzept der „surfpoeten“ erfahren, texte nachlesen und aktuelle ankündigungen finden. viel spaß bei dieser empfehlenswerten einrichtung.
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19. August 2009 von christof
wasser, es ist warm, also wasser. viel wasser soll der mensch zu sich nehmen, er besteht auch hauptsächlich aus wasser. wasser ist sowohl existentiell, umkämpft, teilweise sehr knapp, wird verschwendet, überschwemmt und macht nass. es kühlt, es friert, es fließt vor allen dingen und regt zu vielem an, wie zum beispiel „wassermusik“. darum eine schreibanregung zu „wassergeschichten„.
hier kann der einstieg in das schreiben auf vielfältige weise geschehen. man kann ein flussufer, einen bachlauf oder den meeresstrand aufsuchen. man kann diverse trink- und tafelwasser mitbringen, man kann den klimawandel mit seinen zunehmenden meeresspiegeln ansprechen, dokumentationen über das wasser zeigen, die verschiedene aggregatzustände des wassers präsentieren oder einfach reden wie ein wasserfall. diese einstiege dienen dazu, die teilnehmerInnen der schreibgruppe aufzufordern, ein cluster mit all den assoziationen zu wasser zu erstellen.
als nächstes ist von allen ein fokussiertes freewriting durchzuführen, das sich der frage des persönlichen bezuges zum wasser widmen soll. nun wird zur anregung gemacht, dass eine kurze zweiseitige geschichte zu verfassen ist, die entweder „im wasser“, „am wasser“ oder „auf dem wasser“ spielt. diese geschichten werden in der schreibgruppe vorgetragen.
und in der folge soll aus all den vorbereitenden texten und assoziationen eine idee für eine „wassergeschichte“ ausgewählt werden, die über eine längere schreibzeit verfasst wird. diese geschichten werden nochmals in der runde der schreibgruppe vorgestellt und anschließend bei einem gemeinsamen schluck wasser gewürdigt.
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17. August 2009 von christof
die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich ab nun ein wenig unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „soziales gewissen„.
- fühlen sie sich durch das elend auf der welt unter druck gesetzt?
- wo sehen sie ihre beteiligung an den sozialen bedingungen für alle menschen? beschreiben sie.
- glauben sie etwas verändern zu können? begründen sie.
- wie wichtig ist für soziales engagement?
- können sie „nein“ sagen, wenn sie um hilfe gebeten werden?
- was beeinflusste ihr soziales gewissen?
a.) die erziehung
b.) die schule
c.) der glaube, die kirche
d.) das elternhaus
e.) eigene erkenntnisse
f.) vorgelebtes engagement
g.) eigene notsituationen
h.) eigene kinder
i.) anderes
- haben sie in ihrem leben schon einmal wirklich hilfe benötigt? was geschah dann?
- in welchen zusammenhängen geben sie gern unterstützung, in welchen nicht? nennen sie beispiele.
- glauben sie, dass der mensch nur auf seinen vorteil bedacht ist? begründen sie.
- haben sie eher ein gutes soziales gewissen oder ein schlechtes? warum?
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17. August 2009 von christof
hochsommer- und vollmondnächte verbindet der teils unruhige schlaf. auslöser können hitze, langer besuch eines biergartens oder die wirkung des mondes sein. unruhiger schlaf geht nicht selten mit träumen einher, die sich in eine richtung entwickeln, die man als träumender schwer steuern kann und die sehr emotional leider in die negative richtung sind. manche literarischen werke bedienen sich dieser traumsequenzen. deshalb dreht sich dieses mal die schreibanregung um „albtraumgeschichten„.
zu beginn mögen die teilnehmerInnen der schreibgruppe zwei bis drei sehr schöne sequenzen aus ihrem leben auf jeweils einer seite umschreiben. das können selbst erlebte dinge sein oder auch geschichten aus ihrem umfeld. die beschreibung soll nur das ereignis wiedergeben und die protagonisten benennen. sollten keine ideen zu hand sein, kann man auch das happyend eines romans oder einer kurzgeschichte nehmen und diese noch einmal mit eigenen worten umschreiben.
nun wird in kurzen stichworten notiert, wie die geschichten aussehen würden, wenn sie sich in einen „albtraum“ verwandelten. es muss also überraschend an einer stelle der geschichte eingehakt werden, um eine garstige, böse und unangenehme wendung einzuführen. wichtig ist bei den stichworten, dass keine idee einer wendung zum guten verwendet wird. ein albtraum entwickelt sich selten zum guten, sondern lässt einen irgendwann aufwachen.
anschließend wählen die teilnehmerInnen der schreibgruppe für sich die idee aus, die ihnen am prägnantesten und grausamsten erscheint. nun wird eine längere geschichte um den albtaum geschrieben. wie aus schockerfilmen bekannt und den albtraum verstärkend empfiehlt sich ein einstieg über die beschreibung eines „harmonischen“ alltags oder eines kleinen, unbedeutenden problems. dann kann alles anwachsen und sich umkehren. im anschluss werden die geschichten in der schreibgruppe vorgelesen. beim feedback fließt mit ein, wie gut die ausweglosigkeit in der geschichte gefasst wurde.
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14. August 2009 von christof
qual der wahl. der wahlkampf ist eröffnet und er scheut sich nicht, soweit dies ein wahlkampf kann, sehr inhaltslos daherzukommen. es wird eher auf platitüden gesetzt, obwohl man momentan anderes erwarten sollte. es wäre zu vermuten, dass nach all den finanzdebakeln und verfassungskorrekturen, ein wenig die nerven bloß liegen und mal wieder politisch gestritten wird.
doch anscheinend hat man in diesem land den diskurs um wirkliche gesellschaftliche prozesse und entwicklungen verlernt. man echauffiert sich über dienstwagen, wirbt mit oberweiten und hinterteilen, ja, man verspricht konstantes, bewahrendes. doch was wäre zu bewahren? die einzige veränderung, die angesprochen wird, ist der abbau der arbeitslosigkeit. dabei stellt sich heraus, dass die unterschiede zwischen den parteien vor allen dingen ein zahlenspiel sind.
da bietet die spd vollbeschäftigung in geraumer zeit, die cdu will sich doch nur auf mehrere millionen festlegen und die grünen zählen eine million abbaubarer arbeitslosigkeiten. man könnte das spiel eröffnen: „wer bietet mehr?“ (oder weniger). in die eine richtung ließe sich die steigerung vorstellen, vollbeschäftigung bis zum 75sten Lebensjahr, fehlen uns doch sowieso Arbeitnehmer in den nächsten Jahren und verlängert sich die Beschäftigungsdauer von Jahr zu Jahr.
oder aber die linke wird ihrem namen noch einmal gerecht und verspricht anstatt der schaffung von arbeitsplätzen endlich die weltrevolution. doch auch damit ist nicht zu rechnen. Weiterlesen »
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14. August 2009 von christof
eine der konsequenzen aus der mitbestimmung durch arbeitnehmer besteht in relativ viel freizeit im gegensatz zu den arbeitszeiten anfang des letzten jahrhunderts. diese freizeit will gefüllt sein, eine möglichkeit ist zum beispiel das kreative schreiben, und verbracht werden. manch einer gestaltet seine freizeit noch stressbehafteter als seine arbeitszeit. doch man kann diese zeit auch anders betrachten, indem man über sie schreibt.
man könnte sich vornehmen, zu jedem freizeitvergnügen, das man in nächster zeit absolviert, einen zettel und einen stift mitzunehmen und sich ein paar eindrücke und gedanken notieren. oder nach vollbrachter freizeitgestaltung, immer ein kurzes fokussiertes freewriting dazu verfassen. denn die freizeit bietet viele anhaltspunkte für zukünftige geschichten oder schreibanregungen, ist sie doch eine der kommunikativsten und emotionalsten zeit des menschen. hier kann man beobachten, mitfühlen oder auch nur teilnehmen.
wenige geschichten und romane spielen ausschließlich in der arbeitswelt. viele storys werden in der freizeit erzählt. um zum beispiel einen minigolfplatz beschreiben zu können, vielleicht als ort eines mordes mit dem minigolfschläger, sollte man zumindest schon einmal auf einem gewesen sein. da es aber nur noch wenige minigolfplätze gibt (ist bestimmt das wii-zeug dran schuld
), wäre es jetzt gut, wenn man noch notizen davon hätte, als man auf einem war.
diese kurzen notizen oder reflexionen können vor allen dingen auch die atmosphäre der jeweiligen orte und vergnügungen einfangen. Weiterlesen »
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13. August 2009 von christof
da sich berlin gerade darauf vorbereitet, dass eine ganze menge menschen hier rennen, werfen und andere körperliche anstrengungen ausüben, erscheint mir eine schreibanregung mit sportlichem flair als angemessen. darum wird es dieses mal um ausdauersportarten gehen, die eines gemeinsam haben: neben der körperlichen anstrengung haben die sportlerInnen viel zeit. es sollen „ausdauersporttexte“ verfasst werden.
denn, was denkt ein marathonläufer, während er so dahintrabt? oder, was betrachten radfahrerinnen bei ganzen rundfahrten? wie gehen triathleten für gedanken durch den kopf? hier können die sportarten eine art klammer der geschichten bilden, also als rahmen einer erlebten geschichte dienen, aber auch reflexive anstrengungen einleiten oder landschaftsbeobachtungen beinhalten.
der einstieg kann ein sehr beweglicher sein, wenn alle teilnehmerInnen der schreibgruppe ein fahrrad besitzen. denn dann könnte eine kleine radtour unternommen werden und alle teilnehmerInnen werden zur selbstbeobachtung aufgefordert. was denken sie während die tour stattfindet, was geht ihnen durch den kopf? es sollte möglichst wenig gesprochen werden und aus eigener erfahrung wird viel zeit damit verwendet werden, nicht auf die vor einem fahrenden aufzufahren. und doch regt körperliche bewegung so manche gedanken an.
ist dies nicht möglich kann natürlich auch erst einmal gesammelt werden, was es für ausdauersportarten gibt, es können cluster dazu erstellt werden und es kann gesammelt werden, welche sportart, welche beobachtungen zulässt. es kann ein kurzer text dazu verfasst werden, wie sportlerInnen mit ihrem inneren schweinehund diskutieren. es kann überlegt werden, welche gedanken zum aufgeben beim wettbewerb führen.
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13. August 2009 von christof
kurzgeschichten haben den großen vorteil, dass sie sich schneller lesen lassen als romane und eine unterbrechung des lesens nach einer geschichte, keinen einfluss auf das gesamtverständnis des buches hat. dem ist nicht ganz so in dem buch „ruhm“ von daniel kehlmann, denn es handelt sich um einen „roman in neun geschichten„.
jede geschichte kann ohne schwierigkeiten für sich allein stehen. doch bei genauem lesen fällt auf, dass die geschichten miteinander verknüpft sind. teilweise nur am rande, teilweise durch perspektivwechsel und teilweise durch zeitliche verschiebungen. dabei drehen sich viele geschichten um die schwierigkeiten der menschen, miteinander zu kommunizieren. das buch handelt von missverständnissen, von sprachbarrieren oder von schwierigkeiten auf einer lesetour.
meist beginnen die geschichten mit einer recht profanen angelegenheit, wie es die kurzgeschichte mag, um dann einem höhepunkt zuzusteuern, der an witz und absurdität selten zu wünschen übrig lässt. wenn man sich dann das gesamtnetzwerk der verwobenheit der protagonisten am schluss betrachtet, dann fragt man sich schon, wie eigentlich so viel geredet werden kann, ohne dass es den gewünschten effekt hat. wieviel doch wiederum vom zufall oder von persönlichen stimmungen abhängig ist, ob kommuniziertes zum erfolg führt. und eines lässt sich auch festhalten, die modernen kommunikationsmittel und -formen kommen nicht unbedingt gut dabei weg.
also ein kurzweiliges buch mit gesellschaftlichem tiefgang und humor. es wurde vom rowohlt-verlag in reinbek bei hamburg 2009 veröffentlicht. ISBN 978-3-498-03543-3
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11. August 2009 von christof
arbeit dient der eigenen absicherung und der existenzsicherung oft für mehrere menschen. somit lässt sie sich schwer umgehen. um diese nutzung der eigenen lebenszeit ein wenig attraktiver zu machen, ist arbeiten an lohn und an wertschätzung gekoppelt worden. wer arbeitet leistet nicht nur für den arbeitgeber etwas, sondern auch für den erhalt der gesellschaft. das klingt schön, versucht aber auszublenden, dass arbeit auch nur der veräußerung der eigenen arbeitskraft dient.
beinahe jeder arbeitnehmer gelangt im laufe seines lebens einmal an den punkt, sich nach dem sinn des ganzen zu fragen. der diskurs um die arbeit hat auch dieses problem aufgegriffen und propagiert die vorstellung von einer sinnvollen tätigkeit. so bemühen sich viele im laufe ihrer lebensgeschichte, um einen erfüllenden job, der nicht nur wert schöpft, sondern ideelle vorstellungen transportiert. dies kann sicherlich befriedigender sein, bedeutet aber auch nichts anderes, als seine arbeitskraft zur verfügung zu stellen. nur die ideellen erwartungen sind noch ein wenig größer.
beim betrachten der eigenen biografie, lohnt sich ein blick auf die eigene einstellung zum arbeitsleben. wieweit hat man sich strategisch verhalten, sich gesagthat, ich muss es machen, also augen zu und lohn erhalten? oder wollte man gleichzeitig mit seiner eigenen tätigkeit größere ziele erreichen, die einem einen platz in der gesellschaftlichen anerkennung sicherten? wie stark beeinflusste das arbeitsleben die eigene private entwicklung? sind arbeit und leben zu trennen gewesen oder verschwamm alles? gab es momente, in denen man ob der eigenen tätigkeit zweifelte und wieweit hat das das eigene leben verändert?
beim blick auf das eigene arbeitsleben können sich viele aufschlussreiche erkenntnisse einstellen, die die eigene lebenshaltung stark beeinflusst haben.
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10. August 2009 von christof
fussball regiert die welt. brot und spiele sind immer noch ein befriedungskonzept, das in den heutigen gesellschaften ganz gut funktioniert. eine zeitlang machte es den eindruck, dass das brot die überhand beim ruhigstellen gewinnt. doch gerade in letzter zeit stellt sich heraus, wahrscheinlich seit der finanzkrise, die den rubel nicht mehr so rollen ließ, dass das brot in den hintergrund tritt. fussball aus den arenen wird bestimmend.
woran sich das ablesen lässt? die ziehung der lottozahlen wurde zum beispiel verschoben. da interessiert es nicht, dass wahrscheinlich sehr viel mehr menschen der hoffnung auf den großen gewinn, auf einen riesigen laib brot folgen, als dem über den rasen getretenen ball. doch das spielt keine rolle, in der konkurrenz um die senderechte für die übertragungen wird alles andere im fernsehprogramm gekippt. das hat zur folge, dass die ziehung der lottozahlen an sich, schon zu einem lotteriespiel werden. denn im vorfeld laufen in zukunft solch bewegende sendungen wie das „musikantenstadl“, die generell unklare schlusszeiten haben. also folgt die ziehung der lottozahlen nicht unbedingt den zeitangaben der programmzeitschriften. alles nur, wegen diesem fussball.
ähnlich sieht es in berlin aus. die stadt schämt sich ein wenig dafür, dass ihre schnellbahn nur sehr eingeschränkt verkehrt. dies bedeutet für alle ihr tägliches brot verdienenden bei dreißig grad im schatten, sich in verkürzte züge zu drängen, um überhaupt den arbeitsplatz zu erreichen. doch wenn der heimatverein ein spiel in der liga hat, dann schafft es die s-bahn, sonderzüge einzusetzen, damit jeder zuschauer pünktlich das stadion erreichen kann. und dies, obwohl der spielort auch noch von der u-bahn angefahren wird. wenn das mal keine aufforderung ist, arbeit arbeit sein zu lassen und brot brot sein zu lassen, um sich nur noch dem spielen zu widmen. oder sich einfach mal bei der s-bahn zu beschweren, warum diese sonderzüge nicht im alltag eingesetzt werden können. alle nur, wegen diesem fussball.
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10. August 2009 von christof
die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich ab nun ein wenig unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „zweifel„.
- sind sie ein misstrauischer mensch? beschreiben sie.
- haben sie schon einmal das gefühl gehabt, entwicklungen zu verhindern, da sie zu viel zweifelten? begründen sie.
- was löst bei ihnen zweifel oder misstrauen aus?
- was ist für sie gut daran, in manchen momenten bedenken zu haben?
- in welchen lebenszusammenhängen sind sie am misstrauischsten? zählen sie auf.
- möchten sie mehr oder weniger zweifeln?
- wie reagieren sie meist auf bedenken anderer in bezug auf ihre eigenen entscheidungen? beschreiben sie.
- gibt es situationen, in denen sie nie zweifeln?
- waren sie schon einmal verzweifelt? wann?
- wie überwinden sie zweifel? beschreiben sie.
Veröffentlicht in biografie, kommunikation, lesen, positionen, schreiben | Verschlagwortet mit bedenken, fragebogen, fragen, misstrauen, positionen, psychologie, schreiben, selbstreflexion, verhalten, vertrauen, zweifel | Kommentar schreiben »
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