schreibgruppen zu planen ist auch schon ein kreatives unterfangen. man kann sich viele schreibspiele und schreibaufgaben einfallen lassen und die möglichkeiten scheinen unbegrenzt. doch es gibt tage und zeiten, in denen einem einfach nichts einfallen möchte. hier kann das buch von katrin girgensohn und ramona jakob “66 schreibnächte - anstiftung zur literarischen geselligkeit. ein praxisbuch zum kreativen schreiben” eine große hilfe sein. stellen die beiden in dem buch doch die konzepte von 66 veranstaltungen, die sie durchgeführt haben, vor.
dabei wird die gesamte bandbreite des biografischen und kreativen schreibens aufgezeigt. es wird der genaue ablauf der gruppen mit der zeitplanung für insgesamt jeweils drei stunden vorgestellt. es werden vorbereitungen und gedanken zum ablauf geschildert. und es werden schreibaufgaben und schreibspiele in großer anzahl beschrieben.
aus diesem reichhaltigen pool kann man schöpfen, wenn man selber gerade keine idee hat, was man in seiner nächsten schreibgruppe oder schreibwerkstatt veranstalten möchte. und man kann sie natürlich abändern, neu kombinieren, andere schreiborte suchen, sich eine andere zeitstruktur schaffen.
das buch ist 2001 erschienen in der “edition isele”, eggingen. ISBN 3-86142-182-8
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blogs haben ja den vorteil, dass sie im hintergrund zeigen, über welche suchanfrage die menschen auf den blog finden. dabei stellt sich bei diesem blog heraus, dass viele menschen informationen über “schreibschriften” suchen. dazu gibt es hier leider keine infos. aber etliche andere bereiche werden abgedeckt, die ich hier einmal vorstellen möchte. denn wenn man in der rechten spalte eine der kategorien anklickt (sie sind etwas weiter unten versammelt), bekommt man alle artikel aufgelistet, die ich diesen kategorien zugeordnet habe. Also:
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in den letzten jahren entwickelten sich die möglichkeiten, im internet eine eigene homepage, einen eigenen blog oder ein eigenes fotoalbum zu etablieren, rasend schnell. es ist einfacher geworden.
wer sich vor etlichen jahren noch mit dem html-code abquälte kann heute beinah vollständig darauf verzichten. es macht zwar immer noch sinn, ein gewisses verständnis von dem code zu haben, da manche kleineren veränderungen leichter über die codes vorgenommen werden kann. doch wer sich nicht in den hypertext einarbeiten möchte, dem stehen viele rundum-sorglos-pakete zur verfügung. auch hier muss man sich kundig machen, aber die gesamten administrator- (oder chef-) oberflächen sind inzwischen viel intuitiver und benutzerfreundlicher.
diese baukästen des internetauftritts nennt man “content management system” (cms). hier der blog basiert auch auf solch einem system, nämlich wordpress. es gibt noch viele andere, wie z.b. joomla für homepages. doch inzwischen sind die verschiedenen möglichkeiten, homepage, blog, podcast, chat oder forum in beinahe jeden baukasten zu integrieren. das ganz wird dann über zusätzliche kleine bauteile (oft widgets genannt) eingefügt, die nur aktiviert werden müssen, und schon findet man auf der homepage die aktuelle wetterlage für den erscheinungsort. oder man kann von der seite aus direkt bei google suchen, es lassen sich diashows starten, filme können betrachtet werden oder die büchersuche von amazon steht zur verfügung.
durch das baukastenprinzip gestaltet sich die veröffentlichung eigener texte und eigenen wissens viel einfacher. selbst das layout ist schon vorbereitet. es gibt eine riesige auswahl an erscheinungsbildern (also grafikdesign-entwürfen), die einfach in die jeweilige seite eingefügt werden können.
weshalb diese informationen hier? wer mit seinen texten an die öffentlichkeit gehen möchte, muss sich nicht groß in informatik auskennen und eigentlich keine codes mehr verstehen, um loslegen zu können. und wenn es annähernd interessant ist für andere, wird es auch gelesen. so einfach war die verbreitung eigener gedanken oder kreativer ideen noch nie. mehr informationen kann man hier finden:
die seiten von wordpress: http://wordpress.org/
hier viele erscheinungsbilder (”themes”) für wordpress: http://themes.wordpress-deutschland.org/
die seiten von joomla: http://www.joomla.de/
und wer doch alles über html wissen möchte findet hier ausführliche informationen: http://de.selfhtml.org/
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was es kaum gibt, aber sehr interessant sein könnte, sind lebensgeschichten, die sich nicht nur über eine generation erstrecken, sondern über mehrere. es gab mal interviews in zeitschriften mit drei generationen. also zum beispiel großmutter, mutter und tochter. wie wäre es, wenn die drei generationen jeweils biografisches schreiben praktizieren würden? das interessante daran wären die zeitlichen überschneidungen, die zum einen die gleichen erlebnisse aus verschiedenen blickwinkeln beleuchten könnten. es gäbe aber auch zeiten, die sich gar nicht überschnitten oder nur teilweise überschneiden würden.
so kann man ein gesellschaftsbild über mehrere generationen mit den verschiedene sozialen hintergründen und unter unterschiedlichen gesellschaftlichen entwicklungen betrachten. es kann ein interessantes projekt für die zukunft sein. denn eine erfahrung kann man regelmäßig in jugendgruppen oder schulklassen machen, wenn zeitzeugen eingeladen werden und aus der vergangenheit berichten findet das der großteil der jugendlichen sehr interessant. wird doch in den eigenen familien viel zu selten über die vergangenheit berichtet. außer den üblichen anekdoten, die auf familienfeierlichkeiten berichtet werden. wenn man zum beispiel drei generationen in eine schulklasse einladen könnte, wäre es für viele junge menschen leichter zu verstehen, dass auch ihre mütter und väter mit ihren eltern konflikte hatten, dass sie auch im höheren alter noch andere interessen und werte haben als ihre eltern.
und für die gesellschaftliche betrachtung könnte ein netz von lebensgeschichten einen tieferen einblick in gesellschaftliche abläufe gewähren. falls jemand einen link oder bücher kennt, die generationsübergreifend biografisch berichten, dann würde mich das interessieren und ich würde mich über einen kommentar freuen. ansonsten wäre solch ein projekt sicherlich einmal in angriff zu nehmen.
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eine untersuchung brachte es an den tag, die jugend nutzt das internet nicht so, wie es sich die erwachsenen wünschen würden. oder anders formuliert, die jugend geht mit dem web 2.0 und den recherchemöglichkeiten nicht so locker um, wie manche mythen glauben machen. eine untersuchung im auftrag der “british library” zeigte “schockierendes”.
die jugend, auch “generation google” genannt und nach 1993 geboren, macht es sich einfach und bequem. sie zeigt keine geduld bei der recherche und nutzt kaum die großen datenbanken und bibliotheken im netz. sie sucht informationen hauptsächlich über “google”, “google school” und “wikipedia”. und sie geht nicht in die tiefe der informationen. teilweise hat sie schon probleme die richtigen suchbegriffe zu formulieren.
es stellte sich bei der untersuchung und beim vergleich verschiedener studien und befragungen heraus, dass die ältere generation aufholt. aber ist dieses ergebnis so erstaunlich? erinnere man sich doch einmal an seine eigene schulzeit. selten wurde einem vermittelt, wie wissen aus spaß und interesse angesammelt werden kann. ich kann mich nicht erinnern, dass uns die benutzung der bibliotheken ausführlich erklärt wurden. auch nicht während des studiums. der vorteil bestand einzig darin, an universitäten studiert zu haben, die große präsenzbibliotheken hatten.
die affinität zu büchern und zur recherche entstand aus anderen lebenszusammenhängen. je mehr sich die bildung also ins internet verlagert, um so wichtiger wird es wahrscheinlich, überhaupt erst einmal hilfestellungen zu geben, wie das netz genutzt werden kann. denn eines ist ein großer vorteil, die junge generation ist in den europäischen ländern zu einem riesigen prozentsatz im netz, immer noch im gegensatz zur älteren generation. und die ältere generation, die sich im netz bewegt, hat mit großer wahrscheinlichkeit ein interesse, es sich angeeignet zu haben. jugendliche und junge erwachsene nutzen es erst einmal als soziale kontaktmöglichkeit.
das ergebnis der studie aufbereitet hat marc vom blog “wissenswerkstatt” unter: http://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/24/der-mythos-der-google-generation-von-digitalen-analphabeten-in-den-universitaeten-werkstattnotiz-lxxxi/
und eine zusammenfassung der ergebnisse in englisch als pdf-datei ist zu finden unter: http://www.bl.uk/news/pdf/googlegen.pdf
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der name “web 2.0″ erweckt den eindruck, es handle sich um ein computerprogramm, das die nächste stufe erreicht hat, das verändert und ausgebaut wurde. so kann man es sehen, wenn man betrachtet, welche rasend schnell entwicklung das internet genommen hat. und vor allen dingen, es ist davon auszugehen, dass es sich dabei noch nicht um das ende der fahnenstange handelt.
zur zeit wird die strukturierung des wissens verändert. es gibt sie kaum mehr, die abc-kataloge im internet. jetzt gibt es die tag-wolken, wie zum beispiel hier, beim anbieter “wordpress.com”, bei dem dieser blog gehostet wird: http://de.wordpress.com/tags/ Das Lesen fortsetzen »
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viele menschen glauben von sich, dass sie es sicherlich einmal schaffen würden eine kurze geschichte oder eine kleine erzählung zu verfassen. dass sie aber nie fähig sein werden ein gedicht zu schreiben. verbinden doch die meisten höchste kunst mit der lyrik.
um die hemmschwelle zur lyrik zu überschreiten, gibt es eine kleine aber effektive schreibtechnik. sie fördert durch ihren aufbau einen rhythmus im text der manchen lyrischen werken nahe kommt. das sogenannte “elfchen”. wie dem “-chen” zu entnehmen ist, handelt es sich um etwas winziges. wiederum die “elf” bezieht sich nicht auf fabelwesen, sondern beschreibt die stärke einer fussballmannschaft, nämlich “11″. Nur dass hier nicht gekickt wird, sondern die worte in aufstellung gebracht werden
wort
wort wort
wort wort wort
wort wort wort wort
wort
nun können sie sich ein startwort auswählen, eine stimmung, einen gedanken oder einfach einen begriff. verfassen sie dazu wiederum einen gedanken, eine stimmung oder eine geschichte mit elf wörtern. wie zum beispiel:
frühling
steigert sich
in den sommer
und die hitze hinein
temperaturmäßig
nach zwanzig elfchen, sollten sie keine scheu mehr davor haben, sich der modernen lyrik zuzuwenden 
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der text ist geschrieben, die autorInnen sind´s zufrieden und wollen ihn nicht einfach beiseite legen. sie wollen ihn öffentlich machen. die wahrscheinlichkeit, das genau auf diesen text eine zeitschrift oder ein verlag gewartet haben, ist gering.
also bietet sich die möglichkeit, den text anderen vorzustellen. die partnerInnen bekommen ihn vorgelesen, gute freunde und freundinnen auch. ein blättchen im selbstverlag, eine homepage marke eigenbau, der text wird gestreut. doch die reaktionen sind schön, aber der text misst sich nicht mit anderen.
hier bieten poetry slams eine gut möglichkeit. es ist eine bühne zu betreten, der ausdruck beim vortrag wurde ein wenig geübt und los gehts. das publikum ist der maßstab für den text. wie wird die reaktion ausfallen? bei den meisten slams treten autorInnen und texte gegeneinander an. ein wenig heikel ist es schon, da der witzige text oft am besten ankommt, sind doch die gäste zur abendunterhaltung da. aber geschliffen sollte das kleine werk schon sein. und ausdruck ausstrahlen, ebenso, wie eindruck hinterlassen.
eine kleine verbale performance wird auf der bühne hinterlassen, der nächste beitrag folgt. irgendwann entscheidet eine jury oder das publikum. und für einen abend könnte die kleine welt des clubs zu füßen liegen.
das angebot in berlin ist reichhaltig, deshalb hier eine kleine bündelung auf der folgenden homepage von “spoken word berlin” mit interessanten links: http://www.spokenwordberlin.net/
im jahr 2007 wurde das 10-jährige jubiläum von poetry slam in berlin begangen. ein nostalgischer rückblick mit aktuellen ankündigungen und links hier: http://www.slam2007.de/
und wikipedia kann den ablauf eines poetry slams noch ein wenig ausführlicher erklären in diesem text: http://de.wikipedia.org/wiki/Poetry_Slam
und nun die stimme geölt, rauf auf die bühne 
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schaut man sich die literatur an, dann wimmelt es in der weltliteratur nur so von menschen mit größeren problemen oder psychischen störungen. anscheinend bieten diese protagonisten eine gute möglichkeit der gesellschaft einen spiegel vorzuhalten. zudem bietet sich die möglichkeit, eine distanzierte position zu den personen in den geschichten einzunehmen.
also könnte es für eine schreibgruppe interessant sein, die betrachtung der umwelt aus sicht eines menschen mit psychischen störungen zu schreiben. dazu können erst einmal die definition von icd-10 oder dsm-4 herangezogen werden, zwei psychopathologische klassifikationssysteme und andere krankheiten. alle teilnehmerInnen der schreibgruppe wählen sich eine störung aus, lesen sich die beschreibungen für die störungen durch und versuchen einen tag im leben eines menschen mit dieser störung zu schreiben.
wichtig dabei, die beschreibung sollte aus der sicht des erkrankten menschen geschrieben werden, um zumindest ansatzweise ein gefühl für die qual oder den schmerz, der mit der störung einhergeht, zu bekommen. klar ist, dass etliche aspekte nicht vollständig nachvollzogen werden, können, aber es kann hilfreich sein, um festzustellen, wie unsere gesellschaft eigentlich auf jemanden wirkt, der sie “anders” wahrnimmt. außerdem lässt sich oft feststellen, dass der “irrsinn” nicht selten in der “normalität” steckte.
als kleine anregung am rande, die homepage der “irren-offensive” oder antipsychiatrie: http://www.antipsychiatrie.de/
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hier noch ein ergänzender hinweis von sabine zur literaturseite für kinder im netz. es gibt eine zeitung für die altersgruppe von 7 bis 11, die zehnmal im jahr erscheint. sie bietet neben geschichten und tipps auch kleine schreibanregungen, die kindern viel spaß machen können. die zeitung heißt “der bunte hund” und weitere informationen sind unter folgendem link zu finden: http://www.beltz.de/derbuntehund/index.htm
p.s.: die beilage “kinderleben” der süddeutschen zeitung berichtet in ihrer heutigen ausgabe, dass der radius, in dem sich kinder vor 30 jahren bewegten bei 20 kilometer lag und heute bei 4 kilometer liegt.
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Uhrenschlag
Sonniger Sonntagmorgen. Lisa schaut aus dem Schlafzimmerfenster. Noch sind die Berge schneebedeckt. Auf den Futterwiesen hinter dem Haus besprenkeln Löwenzahnblüten, die braun-grüne Umgebung. Wiesenduft – sie hatte ihn vermisst.
Lisas Töchter sind gegen Morgen in ihr Bett gekrochen.
Lucy hat sich den Wecker vom Nachttisch genommen. Sie zieht ihn auf. Das schwarze Metallungeheuer, dessen goldener Klöppel zwischen zwei Glockenhütchen hin und her saust, rasselt.
„Gib mal her. Das kannst du gar nicht!“, schreit Zoe ihre Zwillingsschwester an und schnappt sich die Uhr.
„Hey, das ist meine. Ich hatte die jetzt! Mama…!“
„Du bist gemein. Immer willst nur du den Wecker haben. Immer nur du! So wie du machst, ist falsch. Ich hab den jetzt. Guck mal…“
Lucy fängt an zu kreischen. Sie sitzt mit offenem Mund im Bett und fuchtelt mit den Händen.
„Hört auf zu streiten.“.
Lisa dreht sich um. Klingt wie ein Werbespot, in dem Kinder zum Multivitaminsaft trinken gerufen werden, denkt sie.
Lisa wartet ab. Sie mag sich ihren Tagträumen hingeben.
Der Wecker wird hin und her gerissen.
Lucy zieht an Zoe´s Haaren.
Zoe haut die Uhr Lucy auf den Arm.
Der Wecker schrillt.
Zoe heult.
Lucy schreit.
Lisa greift ein.
„Schluss!“ brüllt sie, „Ihr hört sofort auf, sonst…sonst…ihr geht mir so auf die Nerven!“ Lisa reißt den plärrenden Wecker an sich, stellt ihn aus und wirft ihn auf das Bett. Das Lesen fortsetzen »
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plopps
dem früh sein ling
dem wir sein sing
der wolke ihr kleid
dem jüngling die maid
der zunge den kuss
dem kurzen der schluss
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da hat man sich solche mühe gegeben, die eigene schreibgruppe vorzubereiten. hat sich schöne aufgaben ausgedacht, und plötzlich signalisiert die gruppe bei der durchführung, dass sie etwas ganz anderes will und wünscht. was tun? Das Lesen fortsetzen »
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es kann einem passieren, dass man sich auf eine party unter freunden begibt, sich wunderbar amüsiert, tanzt, trinkt und flirtet. und drei tage später findet man sein bild unter flickr oder myspace wieder. man hat dieser veröffentlichung nicht zugestimmt. spricht man den freund an, der die bilder ins web 2.0 gestellt hat und bittet ihn, diese wieder zu löschen, ist er ganz erstaunt. Das Lesen fortsetzen »
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wer am gestrigen abend den tatort in der ard gesehen hat, der konnte einen wunderbaren einblick in den wiener schmäh erhalten. eine der schönsten szenen (sprachlich gesehen) war, als es anfing zu schneien und der ältere wiener polizeibeamte zum fenster hinausschaute und meinte “jötzt tuuschens glaich”. nach kurzer denkpause wurde mir klar, was gemeint war, “jetzt bauen sie gleich einen unfall” und schon wurde für nichtösterreicher auch im tatort eine kleine erklärung gegeben.
dieser ausschnitt zeigt schon, dass die österreichische sprache manches schmankerl für nichtösterreicher bereit hält. diese vielfalt und noch viel mehr greift die österreichische schreibpädagogik auf. zum einen gibt es das angebot von evelyn brandt und http://www.li-li.at, das hier schon häufiger erwähnt wurde.
aber es gibt auch in der bundeshauptstadt wien eine größere vereinigung, die sich der ausbildung zu schreibpädagogInnen widmet. der “boes - berufsverband österreichischer schreibpädagogInnen” bietet ein reichhaltiges angebot an fortbildungsmöglichkeiten, die sowohl einzeln, als auch im modulpaket wahrgenommen werden können. und es gibt in diesem zusammenhang einen zusammenschluss der schreibpädagoginnen in österreich, etwas, das in deutschland noch ein wenig zu schaffen macht.
weitere informationen sind auf folgender seite zu finden: http://www.schreibpaedagogik.com/index.htm
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nachdem die letzte aufgabe auch niemanden hinterm ofen hervorlockte, sich schriftlich zu äußern, ist es an der zeit vielleicht ein wenig fantasievoller zu werke zu gehen. oder das mit den schreibaufgaben einfach ganz sein zu lassen. hier würde es eine freude bereiten, eine rückmeldung von den geneigten leserInnen zu erhalten, ob sie es überhaupt für sinnvoll halten, aufgaben anzubieten.
wer aber möchte, kann sich auch wieder an dieser aufgabe beteiligen, den text einreichen, entweder für alle sichtbar oder geschützt hinter einem passwort, entweder als kommentar oder als eigenständiges “post”.
man / frau vollende folgende begebenheit mit bis zu 400 eigenen worten:
es wurde wärmer. ingrid hatte sich im gartenbaumarkt viele zusätzliche pflanzen für ihren garten gekauft. sie wollte den preis gewinnen, der für den schönsten garten im wohngebiet ausgeschrieben ist. die letzten vier jahre hatte hildegard mit ihren bunten dahlien den sieg davon getragen. aber nun waren die stauden von ingrid soweit, ihre ganze pracht zu entfalten. nur ein paar lücken musste sie noch mit buntem gewächs füllen. sie hatte ihren mittagschlaf beendet, der kaffee war getrunken, die aprikosenschnitte gegessen. es konnte los gehen.
auf der terasse hatte sie schon den spaten bereitgelegt, die gartenhandschuhe und die gartenschuhe lagen daneben. sollte doch das wühlen im dreck sie nicht zu einer schmutzfinkin machen. sie stand unter der großen fichte, die umrankt war vom efeu, um die sich sprießende farne und emporschießende fingerhüte gruppierten. aber es fehlte noch ein gelber farbtupfer, der den boden bedeckt. so sollten nun die gelben annemonen ihren passenden platz finden. ingrid griff zum spaten, und grub verschiedene kleine löcher in den von wurzeln durchzogenen boden.
doch plötzlich schepperte es unter ihrem grabgerät. der boden leistete widerstand und blechern klang es herauf. ingrid blickte auf das kleine erdloch und sah einen silbrigen schimmer zwischen dem braun. sie ging auf die knie, legte den spaten beiseite und grub mit der hand. kurze zeit später hatte sie eine kleine dose aus aluminium freigelegt, die von einer beinah verfallenen kordel umgeben war. sie streifte die kordel ab und öffnete das blecherne kästchen. als ihr blick ins innere fiel, begriff sie nicht sofort. ihr wurde schwummrig vor den augen, sie setzte sich zurück und musste sich abstützen, als sie in ohnmacht fiel…
ab hier kann weitergeschrieben werden. was war in der dose, oder hatte ingrid ein schwaches herz? viel spaß dabei. der text sollte bis 18ten mai geschrieben sein.
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ein literaturmagazin für kinder
das internet bietet auch für die lieben kleinen manche möglichkeiten. eltern sind gern entsetzt darüber, dass ihre kinder ständig vor dem computer sitzen und die zeit mit dem spielen von computerspielen verplempern. früher waren sie entsetzt, dass ihre brut immer vor der glotze hing, auch als es noch nicht so viele fernsehsender gab, wie heute. dazu kommt, dass eltern die technik überhaupt nicht verstehen, die ihre kinder locker anwenden. sie stehen davor, wie der ochs vorm berg. wenn es nicht zu generationskonflikten kommen soll, dann ist es hilfreich, wenn eltern sich früh genug mit den neuen medien beschäftigen.
und wenn eltern wollen, dass kinder ein gespür für literatur und das geschrieben wort entwickeln, dann hilft heute nicht mehr unbedingt der büchergutschein weiter, der in einer buchhandlung von den kleinen nach eigener wahl eingelöst werden kann, sondern dann ist es sinnvoll, homepages zu finden, die interessant für kinder sind.
eine solche seite bietet “rossipotti - das unabhängige literaturmagazin für kinder“. hier ist alles versammelt, was mit dem schreiben zu tun haben kann. es gibt geschichten, bebilderte geschichten, comics, hörgeschichten, buchkritiken und anregungen zum selbermachen. eine kunterbunte mischung, die zumindest eine alternative zu den ganzen lernprogrammen und wissenstrainer für die unter-6-jährigen darstellen kann.
die seite ist hier zu finden: http://www.rossipotti.de
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wenn man sich das genau betrachtet, dann ist der begriff schreibpädagogik ein seltsamer. es ist nicht zu verstehen, was er beschreiben will. denn einmal vorausgesetzt, dass es nicht um die schulung von kindern geht, denen das schreiben und die schrift beigebracht werden sollen, dann fragt man sich, was soll er bedeuten?
es zeigt sich, dass ein ersatzbegriff schwer zu finden ist. so haben wir zum beispiel in der weiteren suche nach dem richtigen wort, folgendes gefunden. Manch einer nennt ähnliches poesiepädagogik, doch diese dient am ehesten der dichtkunst. wieder andere nennen es schreibberatung, doch auch dabei zeigen sich gewisse schwierigkeiten, da es nicht ausschließlich um eine form der beratung geht. wieder andere unterscheiden zwischen dem kreativen schreiben, dem creative writing und dem biografischen schreiben. weitere feinheiten, die nur einen teil der schreibpädagogik abbilden.
es handelt sich bei der schreibpädagogik auch nicht um eine ausbildung zum literaten oder einer anderen form von schriftstellerischen schulungen. ein nebeneffekt des prozesses könnte sein, dass man sein schreiben verbessert. doch eigentlich soll es bei der tätigkeit der schreibpädagogInnen um das anregen von kreativen prozessen gehen, um das aufzeigen neuer schreibmethoden, um zu seinem eigenen text, seiner abschlussarbeit, seinem gedicht zu kommen.
es handelt sich nicht um ein neues fach, das legasthenikern hilft, sich das fehlerfreie schreiben anzutrainieren. es geht auch nicht darum, nachhilfe im lernen der schreibschrift oder des schreibmaschineschreiben zu geben. es werden nicht diverse schrifttypen gelernt.
auf der suche nach einem treffenderen begriff, ist mir eigentlich nur eine möglichkeit eingefallen: biografische und kreative textpädagogik. hier tritt der eigentliche schreibprozess ein wenig in den hintergrund. dieser prozess ist nicht unbedeutend, aber eben auch nicht das, was gelehrt wird. werden doch eher die techniken gelehrt, die einem helfen können einen flüssigen, eigenen text zu verfassen.
da in deutschland das schönschreiben lange grundschulfach war, wurde es einem als kind schnell vergällt, frei für sich texte und geschichten zu schreiben. denn im vordergrund stand, dass es schön aussah, also beim “g” in den tiefen nicht der schwung verloren wurde, oder das große “L” noch eine Schleife bekam. vielleicht daher meine aversion der schreibpädagogik gegenüber.
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biografien bleiben eine gratwanderung. ob es sich um die eigene oder die biografie anderer handelt spielt dabei keine rolle. hat doch jeder mensch seine kleinen, manches mal auch größeren geheimnisse, die deshalb geheimnisse sind, da sie nicht preisgegeben werden. wer entscheidet denn nun, ob sie in einer biografie auftauchen sollten? Das Lesen fortsetzen »
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